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INHALTSVERZEICHNIS
I. Einleitung. 3
II. Geschichtliche Hinführung. 4
III. Die Darstellung der von Vespasian vorgenommenen Heilungen. 4
IV. Bedeutung von Ort, Gottheit. 6
IV. 1 Der Ort: Alexandria. 6
IV. 2 Gottheit: Serapis. 7
V. Analyse der Heilungsbegebenheit. 8
V. 1 Die möglichen Strategen. 8
V. 2 Die Wahrnehmung der Begebenheit. 9
VI. Zusammenfassung. 12
VII. Quellen- und Literaturverzeichnis. 13
VII. 1 Quellen. 13
VII. 2 Literatur 13
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I. EINLEITUNG
1 Bengtson , Herrmann, Die Flavier: Vespasian, Titus, Domitian,
Geschichte eines römischen Kaiserhauses,
München 1979, S.60-62
2 Jüngst Pfeiffer, Stefan, Der römische Kaiser und das Land am Nil - Kaiserverehrung und Kaiserkult in Alexandria und Ägypten von Augustus bis Caracalla (30 v. - 217 n-. Chr.); Stuttgart 2010, S.108-118
3 Zur ausführlichen Betrachtung der Legitimationsstrategien sei von Kramer, Norbert, Die Flavier und das Reich, in: Tradition und Erneuerung - Mediale Strategien in der Zeit der Flavier Hrsg.: Norbert Kramer und Christiane Reitz, Berlin 2010 empfohlen.
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II. GESCHICHTLICHE HINFÜHRUNG
Vespasian wurde am17. November 9 n. Chr. in einer Familie geboren, die unbekannt und ohne besondere Vorfahren war 4 . Nach dem Vorbild seines älteren Bruders und den Wünschen seiner Mutter folgend schlug er die senatorische Laufbahn ein. Zunächst besonders militärisch sehr erfolgreich 5 zog er sich jedoch nach einer Reise als Begleiteter Neros dessen Zorn zu, sodass er sich, um sein Leben fürchtend, zurückzog. Als jedoch 66 n. Chr. der jüdische Aufstand ausbrach und ein geeigneter, aber für den schwächelnden Kaiser politisch ungefährlicher Mann, der das Kommando übernehmen konnte, gesucht wurde, war Vespasian, der militärisch Bewährte, aber ohne senatorischen Familienhintergrund, genau der Richtige 6 . Dort kämpfte er erfolgreich, bis Nero Selbstmord beging und der Kampf um die Nachfolge begann; hier hielt Vespasian ein und wartete die politischen Ereignisse ab. Letztendlich kam ihm dann seine politische Unbelastetheit, die er auch hier wahrte, zugute. Die Kaisererhebungen der damaligen Zeit zeigten, „dass man auch außerhalb von Rom zum Kaiser gemacht werden konnte“ 7 . Auch Vespasian wurde außerhalb Roms zum Kaiser ernannt, und zwar als erstes durch die Legionen des Tiberius Alexanders, dem Praefekten von Ägypten, der sie am 1.Juli 69 n. Chr. den Eid auf Vespasian schwören ließ (was später als dies imperii gelten sollte), am 11.Juli sein eigenes Heer. 8 Mucianus kämpfte dann auch gegen Vitellius für Vespasian, dieser „setzte inzwischen nach Alexandria über, um die Schlüsselpositionen von Ägypten fest im Griff zu haben“ 9 , was sich auf die Funktion Ägyptens für das ganze römische Reich als Kornkammer bezieht. An dieser Stelle setzen nun Sueton und Tacitus mit ihren Wundererzählungen ein.
III.DIE DARSTELLUNG DER VON VESPASIAN VORGENOMMENEN WUN-DERHEILUNGEN
Vespasian befand sich nun in Alexandria mit dem Bedarf sich als neuer Kaiser zu legitimieren und seiner neuen Stellung entsprechend zu profilieren, wie Sueton es einleitend zu seiner Be-
6 Vgl. Flavius Josephus, De bello Judaico, hg. und übers. von Heinrich Clementz, Leipzig 1985, 3-7.
7 Henrichs, Albert, Vespasian´s Visit to Alexandria, ZPE III), 1968, S. 52.
8 Vgl. Suet. Vesp. I 6.
9 Suet. Vesp. I 7: interim Alexandriam transiit, ut claustra Aegypti optineret.
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schreibung der Ereignisse in Alexandria ausdrückt: „Ansehen und, man möchte sagen, eine gewisse Größe fehlten ihm als Kaiser noch, was ja verständlich ist, da er unerwartet und eben erst Herrscher geworden war. “ 10
Vespasian hatte als neuer Kaiser nichts außer dem militärischen Reich vorzuweisen, alles andere musste er sich nach Herrschaftsantritt erarbeiten. Wie alle anderen Kaiser nach Augustus, die versuchten, aus dessen Schatten herauszutreten; aber noch mehr, da er nicht von Augustus selbst abstammte, musste er Wege und Mittel suchen, die auctoritas, von der Augustus am Ende seines Lebens stolz schreibt: „Seit dieser Zeit überragte ich zwar alle an Einfluss und Ansehen, Macht aber besaß ich hinfort nicht mehr als diejenigen, die meine Kollegen in irgendeinem Amt gewesen sind.“ 11 , zu erlangen.
Die Mittel konnten nicht beliebig gewählt und eingesetzt werden, sollten aber möglichst medienwirksam sein. Auf legitimierende Vorfahren konnte Vespasian, wie bereits erwähnt - im Gegensatz zu Augustus - nicht zurückgreifen. Es bedurfte dennoch einer Strategie, um die Herrschaft Vespasians zu begründen. 12 Dass dies aus Suetons Sicht gelang, wird in dem sich direkt an die Feststellung, dass Vespasian anfangs auctoritas fehlte, anschließenden Satz „Diese Eigenschaften erwarb er sich aber noch.“ 13 deutlich. Er schildert das Ereignis, das sich während Vespasians Aufenthalt in Alexandria ereignet hatte wie folgt: Zwei Menschen aus dem Volk wenden sich an Vespasian, beiden soll Serapis im Schlaf gezeigt haben, dass er sie heilen könne: der eine würde sehend indem er die Augen mit seinem Speichel bestreiche, der andere wieder gehend, wenn er die lahmen Beine mit seiner Ferse berühre. Nachdem seine Freunde ihn ermutigen, da er an seinen Heilungsfähigkeiten zweifelt, berührt er sie vor versammeltem Volk und die zwei Bittsteller werden geheilt. 14
Tacitus schildert das Ereignis noch ausführlicher: Bei ihm handelt es sich aber um einen Blinden und einen, der eine behinderte Hand hat; Vespasian fragt bevor er heilend handelt erst Ärzte um Rat, ob der Fall aussichtsreich sei und der Bericht endet mit der Bemerkung: „Beide Geschichten erzählen Augenzeugen auch jetzt noch, wo doch eine lügenhafte Darstellung keinen Gewinn mehr brächte“. 15
Auch Cassius Dio berichtet von Vespasians Heilungen, allerdings kürzer und mit der Erwähnung von dem Spott und Hohn, den die Alexandriner kurz nach dem Ereignis nur noch für
10 Suet. Vesp. I 7.2: Auctoritas et quasi maiestas quaedam ut scilicet inopinato et adhunc novo principi deerat. 11 Augustus, Res Gestae Divi Augusti, hg. und übers. von Ekkehard Weber, München 1989, 34: Post id tempus auctoritate omnibus praestiti, potestatis autem nihilo amplius habui quam ceteri, qui mihi quoque in magistratu conlegae fuerunt.
12 Vgl. Kramer 2010, S. 313f.
13 Suet.Vesp. I 7.2: haec quoque accessit.
14 Ebd. I 7.
15 Cornelius Tacitus, Historiae, hg. und übers. von Joseph Borst, Mannheim 2010, IV 81.
Arbeit zitieren:
Jennifer Günter, 2011, Die Wunderheilungen Vespasians in Alexandria, München, GRIN Verlag GmbH
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