Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Grundlagen der Metalexikografie 5
2.1 Was zeichnet ein Wörterbuch aus? 5
2.2 Klassen und Typen von Wörterbüchern 6
2.3 Wörterbuchnutzung 8
2.4 Wörterbuchstrukturen 12
2.4.1 Makrostruktur 12
2.4.2 Mikrostruktur 15
2.4.3 Das Verweissystem 17
2.4.4 Wörterbuchaußentexte 19
3 Untersuchungen zum Praxiswörterbuch Fußball 20
3.1 Art der Wörterbuchinformationen 20
3.2 Bestimmung des Wörterbuchtyps 21
3.3 Wörterbuchbenutzer und Funktion 21
3.4 Analyse der Wörterbuchstrukturen 23
3.4.1 Makrostruktur 23
3.4.2 Mikrostruktur 28
3.4.3 Verweissystem 31
3.4.4 Wörterbuchaußentexte 33
3.5 Abdeckungsgrad 36
4 Fazit 38
Literaturverzeichnis I
Anhang II
Abstract
Ein Wörterbuch sollte lexikografisch einwandfrei konzipiert und umgesetzt sein. Nur so kann es bei einem auftretenden kommunikativen Problem dem Nutzer eine Lösung anbieten. Ist das Wörterbuch nicht in der Lage eine Suchanfrage zu beantworten, ist entweder die Benutzung durch den Anwender fehlgeschlagen oder das konsultierte Wörterbuch weist strukturelle und inhaltliche Mängel auf. Oft bleiben die Mängel eines Wörterbuches für den Benutzer verborgen. Die lexikografische Arbeit kann allerdings, mit Hilfe metalexikografischer Kriterien, sichtbar gemacht und beurteilt werden. Die Beschreibung und Beurteilung eines konkreten Wörterbuches aus metalexikografischer Perspektive ist das Ziel der vorliegenden Arbeit. Die theoretischen Grundlagen dazu werden im ersten Teil geschaffen und finden im zweiten Teil Anwendung an dem Praxiswörterbuch Fußball der UEFA. Das inhaltlich auf das Fachgebiet Fußball ausgerichtete Nachschlagewerk zeigt erhebliche Schwächen in den zentralen Bestandteilen eines Wörterbuches und fällt nur in wenigen Punkten positiv auf.
1 Einleitung
Printwörterbücher sind für Situationen konzipiert, in denen beim Kommunizieren Probleme auftreten. Dementsprechend haben Wörterbücher allgemein den Stellenwert eines Hilfsmittels, das kommunikative Probleme durch ein möglichst unkompliziertes Nachschlagen lösen soll. Um eine schnelle und erfolgreiche Nachschlagehandlung gewährleisten zu können, muss das Wörterbuch die richtigen Informationen, an der richtigen Stelle und leicht auffindbar für den Benutzer bereit halten. Da kommunikative Probleme äußerst vielseitig sein können, existieren viele Typen und Klassen von Wörterbüchern, um für jedes denkbare Probleme adäquate Lösungen für den Benutzer anbieten zu können.
Im Vorfeld der Wörterbuchherstellung versuchen Lexikografen die Benutzungssituationen, die Benutzer und die Ansprüche an das Wörterbuch zu antizipieren und auf Grund dessen ein geeignetes Wörterbuch zu entwickeln. Wichtig hierbei ist neben der Auswahl der geeigneten Lemmata für das Wörterbuch, die Erstellung der dazugehörigen Informationen. Außerdem muss die Gesamtheit der Wörter in eine übersichtliche und sinnvolle Reihenfolge gebracht werden, genauso wie die Informationen zu den einzelnen Einträgen überschaubar dargestellt werden müssen. Dies sind nur einige der Aufgaben mit denen Lexikografen konfrontiert werden und von denen weitere im Verlauf der Arbeit vorgestellt werden. Die Lexikografie ist eine handlungsorientierte Disziplin. Am Ende des Arbeitsprozesses eines Lexikografen steht das Wörterbuch als fertiges Produkt, das über verschiedene Marktwege vertrieben wird. Die Lexikografie hat nicht den Status einer Wissenschaft, da keine wissenschaftlichen Theorien erarbeitet werden, sondern ihr Gegenstandsbereich auf das praktische Ziel ausgerichtet ist, Wörterbücher herzustellen (Wiegand, 1998).
Die theoretische Beschreibung der lexikografischen Arbeit ist Gegenstand der Metalexikografie. Die metalexikografische Auseinandersetzung mit Wörterbüchern geschieht auf systematische und wissenschaftliche Weise (Schlaefer, 2009). So werden zum Beispiel Experimente zur Benutzerfreundlichkeit von Wörterbüchern durchgeführt, die Struktur bestehender Wörterbücher erforscht oder der Herstellungsprozess von Wörterbüchern analysiert (Schlaefer, 2009; Engelberg & Lemnitzer, 2009). Das Ergebnis metalexikografischer Forschung können empirische Belege darüber sein, wie benutzerfreundlich ein Wörter-
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buch in seiner Anwendung ist. Auch theoretische Abhandlungen über das anzustrebende Format eines Wörterbuches für einen bestimmten Zweck oder Kataloge mit Kriterien zur Beurteilung vorhandener Wörterbücher sind Ergebnisse metalexikografischer Forschung (Lutzeier, 1995).
An die beiden zuletzt genannten Punkte knüpft die vorliegende Arbeit an. Den Gegen-stand der Untersuchungen bildet das mehrsprachige „Praxiswörterbuch Fußball“ aus dem Jahre 2010, herausgebracht vom Langenscheidt Verlag, in Zusammenarbeit mit dem europäischen Fußballverband UEFA. Mit Hilfe metalexikografischer Erkenntnisse zur Beschreibung und Beurteilung lexikografischer Produkte wird das Wörterbuch typologisch eingeordnet, strukturell beschrieben und einer kritischen Betrachtung unterzogen. Die Untersuchungen der vorliegenden Arbeit sind folgendermaßen strukturiert. Im ersten Teil der Arbeit wird ein theoretischer Rahmen gebildet, in dem metalexikografische Grundlagen zur Einordnung und Beschreibung von Wörterbüchern gegeben werden. In diesem Teil wird deutlich, welche Arten von Wörterbüchern es gibt, welche Sorten von Informationen sie bereit stellen und für welche Zwecke sie benutzt werden können. Außerdem werden Grundlagen zum Aufbau von Wörterbüchern und Wörterbuchartikeln geschaffen. Der zweite Teil der Arbeit ist praktisch ausgerichtet und wendet die theoretischen Annahmen aus dem ersten Teil auf den Untersuchungsgegenstand an. Das Fußballwörterbuch wird dabei typologisch eingeordnet, strukturell beschrieben und einer Wörterbuchkritik unterzogen. Stichprobenartig werden eigene Untersuchungen vorgenommen, die in die Bewertung mit einfließen. Abschließend werden die gewonnen Ergebnisse in einem Fazit zusammengefasst und das Buch hinsichtlich seiner lexikographischen Umsetzung bewertet.
Das Ergebnis der Untersuchungen zu dem Wörterbuch fällt negativ aus. Aus metalexikografischer Perspektive vorzuwerfen, sind dem Wörterbuch gröbere Mängel bei der Wahl und Umsetzung der Makrostruktur, sein unausgeprägtes Verweissystem und seine unzulänglichen Außentexte. Pluspunkte kann das Wörterbuch in der Seitengestaltung und unter mikrostrukturellen Aspekten sammeln. Allerdings können diese Punkte die übrigen lexikografischen Mängel nicht aufwiegen.
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2 Grundlagen der Metalexikografie
In diesem Kapitel werden Grundlagen zur Metalexikografie vermittelt. Mit dem Grundlagenwissen können Wörterbücher von anderen Nachschlagewerken abgegrenzt und innerhalb der Wörterbuchfamilie klassifiziert werden. Außerdem können die zentralen Strukturen von Wörterbüchern identifiziert und beschrieben werden. Zu diesem Zweck werden im Laufe des Kapitels relevante lexikographische Fachtermini eingeführt.
2.1 Was zeichnet ein Wörterbuch aus?
In diesem Abschnitt wird beschrieben, welche Eigenschaften ein Wörterbuch ausmachen und wie es sich von anderen Nachschlagewerken, wie zum Beispiel der Enzyklopädie, unterscheidet. Mit dieser Annäherung an den Gegenstand der Arbeit werden erste typologische Unterscheidungen getroffen.
Ein gravierender Unterschied von Nachschlagewerken gegenüber anderweitiger Literatur, wie Romanen oder Fachbüchern, ist, dass sie nicht aus einem fließenden Text bestehen. Stattdessen setzen sie sich aus vielen einzelnen, meist kleinen, separaten Einheiten zusammen, den Stichwörtern. Deshalb werden Wörterbücher in der Regel nicht von vorne nach hinten oder zumindest kapitelweise durchgelesen, sondern der Zugriff auf die Wör-terbuchinformationen geschieht punktuell. Damit der Zugriff punktuell geschehen kann, haben Wörterbücher ein inhärentes System, eine Zugriffsstruktur die über die einzelnen Informationseinheiten gelegt wird. Das typische Beispiel für eine Zugriffsstruktur in Wörterbüchern ist die alphabetische Ordnung nach den initialen Buchstaben der Informationseinheiten (Engelberg & Lemnitzer, 2009).
Die gemachte Unterscheidung differenziert Nachschlagewerke eindeutig von anderen literarischen Werken. Um die Wörterbücher innerhalb der Familie der Nachschlagewerke von verwandten Werken, wie den Enzyklopädien, abzugrenzen, ist die Unterscheidung noch nicht fein genug. Aus diesem Grund werden die Eigenschaften von Wörterbüchern nachfolgend weiter spezifiziert. Ein Wörterbuch zeichnet sich dadurch aus, dass es spra-chorientiert ist. Es liefert sprachliche Angaben zu lexikalischen Einheiten wie Wörtern, Morphemen oder Idiomen. Zu diesen sprachlichen Angaben zählt grammatisches, phonetisches, orthografisches, semantisches und pragmatisches Wissen über die Wörterbuchein-
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heiten. Ist sich ein Benutzer zum Beispiel unsicher, wie ein Wort geschrieben und ausgesprochen wird, welchen Artikel er vor das Wort setzen muss und nach welchen Silben er es trennen kann, greift er auf ein Wörterbuch zurück. Möchte der Benutzer allerdings mehr Hintergrundinformationen zu einem Wort wissen, zum Beispiel wo es herkommt, wie die beschriebene Entität beschaffen ist oder aussieht, dann greift er auf eine Enzyklopädie zurück. Das enzyklopädische Wissen ist sachorientiert und informiert über die außersprachlichen Gegebenheiten von Dingen (Engelberg & Lemnitzer, 2009). Nicht ausgeschlossen ist, dass Wörterbücher auch Sachinformationen enthalten oder das in Enzyklopädien auch Sprachinformationen zu finden sind. Doch am Ausmaß des jeweiligen Informationstypus, sollte eine Zuordnung zu einem der beiden Nachschlagewerke möglich sein. Heutzutage werden Sprach- und Sachinformationen in Nachschlagewerken gelegentlich kombiniert und bilden eine Art enzyklopädisches Wörterbuch (Wiegand, 1998; Engelberg & Lemnitzer, 2009). Derartige Wörterbücher bieten Benutzern den Vorteil, möglichst viele Informationen gebündelt an einem Ort aufzufinden. Das Auftreten enzyklopädischer Wörterbücher ist eine Reaktion der Printmedien auf die Möglichkeiten, die die neuen Medien wie CD-ROM oder Internet bieten. Auf diesen Plattformern können die unterschiedlichsten Informationen zu einem Wort mit Leichtigkeit kombiniert werden, da sich keine räumlichen Beschränkungen ergeben. Parallel zu diesen technischen Möglichkeiten steigen die Ansprüche, die an Printwörterbücher gestellt werden (Engelberg & Lemnitzer, 2009).
2.2 Klassen und Typen von Wörterbüchern
Nachdem das Wörterbuch zunächst von anderen literarischen Werken abgegrenzt und anschließend innerhalb der Familie der Nachschlagewerke spezifiziert wurde, bleibt weiterhin eine große und heterogene Menge an Büchern bestehen. Gemeint ist die Familie der Printwörterbücher, von denen eine Vielzahl auf dem Markt existiert und die vielen unterschiedlichen Zwecken dienen. So gibt es u.a. Wörterbücher speziell für Zitate, Wörterbücher für Synonyme, Wörterbücher, die nach den Endbuchstaben der Einträge sortiert sind, Schimpfwörterbücher oder Dialektwörterbücher, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Um diese unübersichtliche Menge an Wörterbüchern überschaubar zu machen, werden sie verschiedenen Klassen und Typen zugeordnet.
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Abbildung 2.1: Klassifikationsschema der Wörterbücher aus (Engelberg & Lemnitzer, 2009, S.22)
Aus der Typologisierung und Klassifizierung der Menge der Wörterbücher nach Engelberg & Lemnitzer (2009) gehen folgende Einteilungen hervor. Die grobkörnigste Unterscheidung auf oberster Stufe ist die in Allgemein- und Spezialwörterbücher. Die Allgemeinwörterbücher beschreiben die Standardsprache oder geben viele Informationen zu den Lemmata, die sie verzeichnen. Unter den Informationen befinden sich grundlegenden Angaben zu einem Eintrag wie Informationen zur Orthografie, Phonologie, Morphologie, Grammatik, Semantik, Pragmatik und teilweise auch zur Etymologie. Der typische Vertreter der Klasse der Allgemeinwörterbücher ist das ein- oder zweisprachige Standardwörterbuch mit alphabetischer Sortierung der Lemmaeinträge. Auch historische Wörterbücher und die bereits erwähnten, enzyklopädischen Wörterbücher gehören in die Klasse der Allgemeinwörterbücher (Engelberg & Lemnitzer, 2009) (vgl. Abbildung (2.1).
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Die Klasse der Spezialwörterbücher umfasst wiederrum viele Subtypen von Wörterbüchern und muss deshalb weiter dahingehend unterteilt werden, welches ihr prägnantestes inhaltliches oder strukturelles Merkmal ist. Unter den Spezialwörterbüchern gibt es diejenigen, die auf bestimme Lemmatypen spezialisiert sind und nur Wörter enthalten, die ein bestimmtes Merkmal enthalten. Hierzu zu zählen zum Beispiel Wörterbücher die Neologismen oder Archaismen verzeichnen oder Wörterbücher, die sich auf bestimmte semantische Felder beschränken(Engelberg & Lemnitzer, 2009). Eine weitere Unterklasse der Spezialwörterbücher bilden solche, die auf bestimmte Varietäten beschränkt sind, also Lemmata, die von der Standardsprache abweichen. Dazu gehören zum Beispiel Wörterbücher, die Lemmata aus Dialekten oder Sprachstadien aufnehmen oder ganze Wortlisten einzelner Autoren (Engelberg & Lemnitzer, 2009). Ebenfalls unter die Klasse der Spezialwörterbücher fallen jene, die nur bestimmte Informationen zu Lemmata geben. Dies können syntagmatische, paradigmatische oder andere informationsorientierte Wörterbücher sein. Vertreter aus den genannten Klassen wären beispielsweise Valenz- oder Idiomatikwörterbücher auf syntagmatischer Ebene, Antonymenwörterbücher oder Thesauri auf paradigmatischer Ebene oder Frequenzwörterbücher als Beispiel für andersartige Informationen (Engelberg & Lemnitzer, 2009). Der letzte Subtyp an Spezialwörterbüchern ist benutzergruppenorientiert und richtet sich an die Bedürfnisse von einem bestimmten Publikum. Hierzu zählen Lernerwörterbücher für Fremdsprachenlerner, Kinderwörterbücher, Schulwörterbücher und dergleichen (Engelberg & Lemnitzer, 2009) (vgl. Abbildung (2.1).
2.3 Wörterbuchnutzung
Der vorhergehende Abschnitt hat gezeigt, wie zahlreich die Auswahl an Wörterbüchern ist, die auf dem Markt erhältlich sind. Der Vorteil dieses enormen Angebots an Wörterbüchern ist, dass für praktisch jedes auftretende kommunikative Problem ein adäquates Wörterbuch bereit steht, um es zu lösen. Der Nachteil bei dieser Angebotsfülle ist, zu entscheiden, welches Wörterbuch für das auftretende Problem das Richtige ist. Ein kommunikatives Problem kann derart komplex oder auch ungewöhnlich sein, dass nicht auf den ersten Blick klar ist, welches Wörterbuch zum Lösen des Problems in Frage kommt. In diesem Teil wird überblicksartig gezeigt, welche Typen von Wörterbüchern für bestimme Benutzungszwecke in Frage kommen und wie die Nachschlagehandlungen in diesen Fällen aussehen sollten.
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Die mit den nachstehenden Ausführungen angesprochene Benutzergruppe sind lexikografische Laien, also all jene Leute, die sich nicht professionell mit dem Erstellen und Kritisieren von Wörterbüchern beschäftigen oder sich aus sprachwissenschaftlicher Perspektive dem Gegenstand nähern (Wiegand, 1998; Engelberg & Lemnitzer, 2009). Zu den kommunikativen Problemen, bei denen ein Wörterbuch konsultiert wird, gehören nach Engelberg & Lemnitzer (2009) „die sprachlich-lexikalischen Probleme, die auftreten, wenn wir mündliche oder schriftliche Texte in der Mutter- oder Fremdsprache produzieren oder rezipieren“ (S. 94). Seinen Zweck erfüllt hat ein Wörterbuch, laut Wiegand (1998) dann, wenn sich „ein bestimmbarer Gewinn an Kenntnissen [. . . ] eine Verringerung von Ungewißheit [sic] [. . . ] als Folge einer erfolgreich ausgeführten Konsultationshandlung“ beim Benutzer einstellt (S. 562).
Im Folgenden wird dargestellt welche Funktionen und Zwecke ein Wörterbuch grundsätzlich erfüllen kann. Engelberg & Lemnitzer (2009) haben dazu vier Grundfunktionen ausgemacht, die ein- oder zweisprachige Wörterbücher erfüllen können.
An erster Stelle ist es wichtig, ob der Wörterbuchnutzer einen Text produzieren oder rezipieren will. Diese grundlegende Unterscheidung hat bereits Auswirkungen auf die Art und Menge an Informationen, die ein Wörterbuch bereit halten muss. Beim Produzieren werden mehr und detaillierte Informationen zu einem Lemma erforderlich sein, als bei der Rezeption(Engelberg & Lemnitzer, 2009).
Ein zweiter wichtiger Punkt für Grundfunktionen eines Wörterbuches ist, ob das Rezipieren bzw. Produzieren von Texten in der Mutter - oder der Fremdsprache stattfindet. Daraus ergeben sich folgende kombinatorische Möglichkeiten an Grundfunktionen: das Produzieren von Texten in der Muttersprache oder in Fremdsprache und das Rezipieren von Texten in der Muttersprache oder Fremdsprache(Bergenholtz & Tarp, 1995; Engelberg & Lemnitzer, 2009).
Hört oder liest ein Sprecher einen Text in seiner Muttersprache, kann er unter Umständen auf Wörter treffen, die er noch nicht kennt oder deren Bedeutung er sich nicht ganz sicher ist. Kein Sprecher hat ein lückenloses Wissen über seine Muttersprache (Svensén, 1993). Bei derartigen kommunikativen Problemen kann dem Sprecher ein einsprachiges Wörterbuch helfen, welches in seiner Muttersprache verfasst ist. Darin kann der Nutzer Bedeutungen nachschlagen, die er nicht kennt, was zum Beispiel bei fachsprachlichen Ausdrücken und Regionalismen der Fall sein kann (Svensén, 1993; Engelberg & Lemnit-
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Bachelor of Arts Sebastian Arndt, 2011, Metalexikografische Untersuchung des Praxiswörterbuches Fußball, München, GRIN Verlag GmbH
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