Inhalt
1 Einführung 3
1.1 Darstellung des Hausarbeitsthemas 3
1.2 Biographische Daten Sigmund Freuds 3
2 Das Geschlechterverständnis Sigmund Freuds. 4
2.1 Verständnis der Bergriffe „männlich“ - „weiblich“ 4
2.2 Das Konzept der Bisexualität 5
2.3 Die Männlichkeit 6
2.3.1 Die Geschlechtsidentitätsentwicklung beim Jungen 6
2.3.2 Das männliche Über-Ich 7
2.4 Die Weiblichkeit 7
2.4.1 Die Geschlechtsidentitätsentwicklung beim Mädchen 8
2.4.2 Das weibliche Über-Ich 9
3 Geschlechterdifferenzen 9
3.1 Die Gemeinsamkeiten zwischen Männern und Frauen 10
3.2 Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen 10
4 Feministische Kritik am Phallozentrismus 12
5 Abschließende Gedanken 13
Seite 2
1 Einführung
Das Menschenbild bildet die Grundlage eines jeden pädagogischen Handelns. Dieses Menschenbild leitet das erzieherische Wirken, es muss dem Handelnden dabei jedoch nicht bewusst sein. Die Erziehung orientiert sich, je nach dem zugrundeliegenden Menschenbild, an unterschiedlichen Prinzipien und Maximen. (vgl. Gudjons 1997, S.177) Wer das Kind beispielsweise auf Basis von Sigmund Freuds Psychoanalyse erziehen will, sieht es als triebgesteuertes Wesen, in dessen Innerem verborgene, psychische Vorgänge ablaufen. Eine derart orientierte Erziehung wird also anders ablaufen, als beispielsweise eine die am Behaviorismus ausgerichtet ist. Denn diese verstehen das Kind (ebenso wie den Erwachsenen) als „black-box“, die nur auf äußere Reize reagiert.
1.1 Darstellung des Hausarbeitsthemas
Sigmund Freud zählt zu einem der umstrittensten und gleichzeitig der hochbejubeltsten Theoretiker und Denker des vergangenen 20sten Jahrhunderts. Er ist der Begründer der Psychoanalyse, einer Richtung der Psychologie, die sich auf die Erforschung unbewusster psychischer Abläufe konzentriert. Allerdings wurde die Psychoanalyse häufig auf Grund ihrer Ausrichtung der Geschlechtsentwicklung auf das männliche Geschlecht, der sogenannte „phallische Monismus“, damals wie heute kritisiert. (vgl. Quindeau 2008, S.43),
In dieser Hausarbeit möchte ich mich eingehender mit der Frage beschäftigen, wie sich für Sigmund Freud Männlichkeit und Weiblichkeit darstellt, was sie voneinander unterscheidet und was ihnen gemeinsam ist.
Beginnen möchte ich mit einer Darstellung der Begrifflichkeiten „männlich“ und „weiblich“. Anschließend werde ich Freuds Konzept der Bisexualität und sein Ver-ständnis sowie die Entwicklung von Männlichkeit und Weiblichkeit ausführen. Abrunden werde ich das Thema durch eine Darlegung der Differenzen zwischen den Geschlechtern und einen kurzen Ausblick auf die geschlechterspezifische Theorie-entwicklung jenseits von Freud.
Entschieden habe ich mich für diesen Aspekt des Menschenbildes um für mich und den geneigten Leser darzulegen, ob die vor allem feministische Kritik am Freudschen „Phallozentrismus“ nachvollziehbar und sinnvoll ist.
1.2 Biographische Daten Sigmund Freuds
Am 6. Mai 1856 wird Sigismund Freud in Freiberg in Tschechien als Sohn des jüdischen Textilkaufmanns Jacob Freud und dessen Frau Amalia geboren. Seine Familie zieht bald darauf nach Wien um. Im Jahr 1873 beginnt er dort an der Universität ein
Studium der Medizin und promoviert in diesem Fach 1881. Im Jahr 1885 habilitiert er ebenfalls in Wien im Fach Neuropathologie. Neben einigen Jahren der Tätigkeit als Dozent an eben dieser Universität, beobachtet Freud die Behandlung von Frauen die unter sogenannter Hysterie leiden. Durch Jean-Martin Charcot an der Pariser Nervenklinik Salpêtrière macht Freud die Ergebnisse dieser Behandlungen dem deutsch- sprachigenRaum zugänglich. Im Jahr 1900 erscheint Freuds Werk die „Traumdeutung“, in dem er grundlegende Begriffe der Psychoanalyse einführt. Zu seinen Hauptschriften zählen das 1905 erschienene Buch „Drei Abhandlungen der Sexualtheorie“, 1913 „Totem und Tabu“ und 1920 „Jenseits des Lustprinzips“. 1938 wird Freud auf Grund des um sich greifenden Nationalsozialismus nach Großbritannien ins Exil verbannt, wo er dann am 23. September 1939 in Folge eines langen Krebsleidens in London verstirbt.
(vgl. http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/FreudSigmund/index.html)
2 Das Geschlechterverständnis Sigmund Freuds
Freud’s Theoriebildung ist dadurch charakterisiert, dass er die soziologischen Begriffe Mann und Frau praktisch kaum verwendet und an ihrer Stelle die Begrifflichkeiten von „Männlichkeit“ und „Weiblichkeit“ setzt. Dabei beschreiben diese Begriffe Persönlichkeitsanteile, die in bestimmten Mischverhältnissen bei jedem Einzelnen vorhanden sind. Die letztendliche Differenzierung zwischen Mann und Frau setzt für Freud erst mit der Pubertät ein, weshalb er es auch lange Zeit nicht für notwendig erachtete, sein Konzept von der Entwicklung geschlechtsspezifisch zu differenzieren. (vgl. Quindeau 2008, S.42)
Jedoch sieht Freud die männliche bzw. weibliche Anlage schon beim Kind vorhanden. Die Pubertät stellt für ihn schließlich die Zeit der scharfen Trennung des männlichen und weiblichen Charakters dar, der die weitere Lebensgestaltung jedes einzelnen Individuums prägt. (vgl. Freud 1972, S.123)
2.1 Verständnis der Bergriffe „männlich“ - „weiblich“
Für Sigmund Freud stellen sich die Bergriffe männlich und weiblich als in der Wissenschaft sehr verworren dar, weshalb er sie für ein besseres Verständnis in drei Teilaspekte zerlegte. Der erste Aspekt ist der, der Aktivität und Passivität, welcher für Freud und damit auch die Psychoanalyse den wesentlichen Gesichtspunkt repräsentiert. Das Männliche wird dabei als das Aktive, das Weibliche als das Passive angesehen. Den zweiten Gesichtspunkt stellt für ihn der Biologische dar, der sich durch die „Anwesenheit der
Samen-, respektive[n] Eizelle und durch die von ihnen ausgehenden Funktionen charak- terisiert“(Freud1905, zit. n. Quindeau 2008, S.43). Die dritte und letzte Facette der Begrifflichkeiten bildet die Soziologische, die die Wahrnehmung der real existierenden männlichen und weiblichen Individuen einschließt. (vgl. Quindeau 2008, S.43)
2.2 Das Konzept der Bisexualität
Freud verweist im Zusammenhang des soziologischen Aspekts der Begriffe männlich und weiblich darauf, dass eine reine Männlichkeit oder Weiblichkeit im psychologischen oder biologischen Sinn nicht besteht, sondern dass es vielmehr zu einer Ver- mischungvon „männlichen und weiblichen Zügen im Individuum“ (Quindeau 2008, S.44) kommt. Er übt demnach Kritik an der Vorstellung, dass es eine klare Unterscheidung zwischen dem Männlichen und dem Weiblichen gibt und formuliert eine Lehre von der Bisexualität.
Die Kernaussage dieser Lehre ist, dass jedes Individuum Sexualwünsche hegt und dementsprechende Verhaltensweisen zeigt, die eigentlich dem Gegengeschlecht zugewiesen sind. Außerdem unterstellt Freud in diesem Rahmen, dass jede Person, wenn auch teilweise nur unbewusst, nicht nur heterosexuelle, sondern auch homosexuelle Objekte zur Triebbefriedigung auswählt. Freud geht sogar soweit, dass er eine bei jedem Menschen vorhandene anatomische Bisexualität proklamiert, die sich in rudimentären Überbleibseln des jeweils anderen Geschlechts an jedem Körper ausmachen lässt. Er nimmt also eine ursprünglich bisexuelle Veranlagung an, aus der sich im Verlauf der Entwicklung die Monosexualität erst herauskristallisiert hat. (vgl. Köhler 1993, S.59) Für die Entwicklungstheorie in der Psychoanalyse bedeutet dies, dass Freud von einer „konstitutionellen Bisexualität“ jedes Menschen bei der Geburt ausgeht. Damit ist gemeint, dass das neugeborene Kind psychisch zunächst beide Geschlechtsanlagen besitzt und erst im Verlauf seiner Genese, durch Verdrängung der gegenge-schlechtlichen Anteile, seine jeweilige eindeutige Geschlechtsidentität erwirbt. (vgl. Quindeau 2008, S.45)
Freud sieht das Konzept der Bisexualität als etwas Grundlegendes, um die Geschlechtsäußerungen von Mann und Frau verstehen zu können. (vgl. Freud 1972, S.124)
Arbeit zitieren:
Julia Erdmann, 2009, Das Menschenbild bei Sigmund Freud - mit besonderem Fokus auf das Geschlechterverständnis, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie: Das Menschenbild bei Sigmund Freud - mit besonderem Fokus auf das Geschlechterverständnis ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie: neuer Titel erschienen: Das Menschenbild bei Sigmund Freud - mit besonderem Fokus auf das Geschlechterverständnis
0 Kommentare