1. Beobachtung………………………………………………………………………..S. 3
Implizite Regeln………………………………………………………………...S. 3 Explorandum……………………………………………………………………S. 4 Funktionen der Floskel „Ja, aber…“…………………………………….S. 6 a. Inakzeptanz…………………………………………………………..S. 6
Das „Aber…“ und seine Spielregeln…………………………………….S. 8 a. Funktionsdarlegung………………………………………………….S. 8
2. Problemstellung……………………………………………………………………S. 9 3. Hypothesen………………………………………………………………………..S. 10 4. Ergebnisszenario………………………………………………………………….S. 12 Erhebungsmethode…………………………………………………………….S. 12 Szenario………………………………………………………………………..S. 12 5. Verwertbarkeit der Ergebnisse…………………………………………………...S. 15
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1. . B Be eo ob ba ac ch ht tu un ng g 1
Im mp pl li iz zi it te e R Re eg ge el ln n I
Implizite Regeln sind solche, die in unserer Gesellschaft unbewusst als selbstverständlich angenommen werden und deshalb auch nur peripher wahrgenommen werden. Sie werden ebenso unbemerkt befolgt wie auch verletzt, was den Grund dafür darstellt, dass es oft schwierig ist, eine implizite Regel als solche zu erkennen.
Implizite Normen werden erst dann sichtbar, wenn sie verletzt werden; solange ihnen gefolgt wird, bleiben sie unerkannt. Beispiel:
Solange sich zwei Menschen begegnen und einander mit „Hallo“, „Grüß Gott“, „Servus“, etc. begrüßen, ist nichts Auffälliges dabei und man weiß: Diese Grußart ist selbstverständlich und „normal“ (sofern es diesen Begriff überhaupt in dieser Form gibt). Erst, wenn eine der beiden Personen auf ein „Hallo“ beispielsweise mit „Tschüss“ antwortet, bemerkt man: Irgendwas stimmt hier nicht. Diese Norm ist implizit, weil nicht bewusst wahrgenommen wird, dass die andere Person eine vermeintlich „richtige“ Grußformel verwendet hat, und weil sie erst dann klar wird, wenn eine der beiden Personen mit einer völlig unpassenden Begrüßung reagiert.
3
Ex xp pl lo or ra an nd du um m E
Eine ganz besondere Beobachtung konnte ich in einer Einheit dieser Lehrveranstaltung selbst machen, als wir dazu angehalten waren, innerhalb einer Gruppe von fünf Personen einen Dialog, der uns zuvor präsentiert wurde, hinsichtlich gewisser Kriterien zu kommentieren. Ich selbst war Protokollführerin und hatte im Zuge dessen nicht nur die Aufgabe, eben zu protokollieren, was von den verschiedenen Gruppenmitgliedern argumentiert wurde, sondern auch, eine Liste aller Regeln zu erstellen, die ich selbst und die andere Gruppenmitglieder befolgt oder verletzten. Dabei sollten wir uns besonders auf die impliziten Regeln konzentrieren (siehe Kapitel 1.1).
Für mich schien vor allem die folgende Regel auffällig; ich möchte sie gleich im allgemeinen Sinne (und nicht bezogen auf die Diskussionen innerhalb jener Gruppenarbeit) beschreiben: Immer wieder lässt sich beobachten, dass Menschen innerhalb eines Dialoges eine wesentliche implizite Regel in höchstem Ausmaß verletzen. Dies kommt zum Tragen, wenn eine von zwei oder mehreren Personen ihre Meinung äußert und eine der anderen Personen differenzierter Meinung ist. So kommt es nicht selten vor, dass Zweitere zu der Floskel „Ja, aber…“ greift, um so ihre Meinung zu demselben Thema kundzutun. Bei näherer Betrachtung ist dieses „Ja, aber…“ die Verletzung einer impliziten Regel, die sich daraus ergibt, dass Menschen überall und immer unterschiedlicher Meinung sein können, dass jedoch - auch in Zusammenhang mit einem Recht des Gesetzes der Menschenrechtskonvention, „Recht auf freie Meinungsäußerung“ - jede/r seine Meinung haben darf, ohne dass diese von anderen Personen angegriffen, verneint oder einfach nicht akzeptiert wird.
Mit einer Floskel wie „Ja, aber…“ geschieht aber genau das. Das „Aber...“ in diesem Satz ist es, das die Meinung des anderen regelrecht zerschmettert, obwohl es dem „Täter“ letztlich nur darum geht, seine (gegensätzliche) Meinung ebenfalls kundzutun (wodurch eigentlich überhaupt eine Diskussion in dem Sinn entstehen kann - wenn mindestens zwei verschiedene Meinungen zu einem Thema existieren).
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Das bedeutet, dass der Sender jener Floskel eigentlich nur auch seine Meinung, die augenscheinlich nicht dieselbe wie die der ersten Person ist, zum Besten geben möchte. Was jedoch nicht bemerkt wird, ist die Tatsache, dass ein „Aber...“ die Meinung von Person A kritisiert, möglicherweise sogar attackiert und in dem Sinn ein Zeichen für Inakzeptanz einer anderen Meinung ist. Auch das zuvor verwendete „Ja“ zeugt (entgegen vieler Meinungen) nicht von Akzeptanz, sondern bedeutet lediglich, dass Person B kommentiert, dass die Meinung von Person A durchaus stimmen kann, aber…
Da völlig unbewusst angenommen wird, dass es selbstverständlich ist, andere Meinungen zu akzeptieren, und erst durch die Verletzung dieser Regel (also bei Anwendung einer Floskel wie „Ja, aber…“) augenscheinlich wird, dass hier etwas nicht stimmt, handelt es sich bei meiner Beobachtung um eine implizite Norm.
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Arbeit zitieren:
Mag. Sabrina Schöberl, 2005, "Ja, aber..." - Ein soziologisches Forschungsdesign, München, GRIN Verlag GmbH
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