Gliederung
1. Einleitung 1
2. Das Rollenspiel 2
a. Theoretische Fundierung des Rollenspiels 3
b. Praktische Gestaltung und Vorraussetzungen 5
3. Mögliche Anwendung im Unterricht 7
4. Fazit 10
5. Literaturverzeichnis 11
1. Einleitung
„Non vitae, sed scholae discimus“ („Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir“). Was Seneca in seinen epistulae morales schrieb, gilt in der heutigen (Schul-)zeit schon länger als überholt. Immer stärker werden aus der Industrie beispielsweise Stimmen laut, die beklagen, dass die Schulabgänger erhebliche Lücken aufweisen in den sogenannten „soft skills“. Nun wird es zunehmend so - man kann dazu stehen, wie man will -, dass die Schule mit der Vermittlung anderer Dinge als dem reinen Lernstoff - anstelle der Eltern - beschäftigt ist.
Um den Schülern den bestmöglichen Start in das Berufsleben zu bieten, hat die Schule als Institution dafür Sorge zu tragen, dass die Schülerinnen und Schüler (im Folgenden als SuS bezeichnet) auf das Leben in der Gesellschaft vorbereitet und sozialisiert werden. Hierbei ist es nicht ausreichend, dass im Unterricht nur reines Faktenwissen im Frontalunterricht vermittelt wird, auch auf die weichen sozialen Faktoren des Miteinanders kommt es an. Dieser Themenkomplex lässt sich theoretisch nur sehr schwer vermitteln. Ein Einüben und Kennenlernen von verschiedenen Denk- und Herangehensweisen prägt sich meist besser ein, wenn man dieses praktisch erlebt. Dadurch ist eine kognitive Verankerung besser gewährleistet, als wenn man den Stoff nur durch Lesen aufnimmt und unter Umständen auch rezipiert oder lediglich reproduziert. Eine hierfür geeignete Unterrichtsform ist die Einbeziehung der SuS in Form eines Rollenspiels am akuten Unterrichtsgeschehen. Hierbei übernehmen sie einen aktiven Part im Unterricht, können sich und ihre Vorstellungen sehr gut einbringen und erhalten so auch Feedback von den anderen. Wie ein solches Rollenspiel aufgebaut sein kann und welche unterschiedlichen Formen es gibt, soll im weiteren Verlauf dieser Ausarbeitung untersucht werden. Ausgehend von einer Bestandsaufnahme der verschiedenen Formen soll an einem konkreten Beispiel im Unterricht das Ziel und mögliche Einsatzformen aufgezeigt werden.
1
2. Das Rollenspiel
Der Begriff „Rollenspiel“ dürfte in der Allgemeinheit weitestgehend Bekanntheit dadurch erlangt haben, dass ein Computerspiel-Genre mit dem gleichen Namen existiert. Das Prinzip bei diesen Spielen ist es, sich in einer Fantasiewelt einen Charakter zu erstellen, mit diesem dann Aufgaben zu meistern und seine speziellen Eigenschaften weiter zu steigern. Im Zeitverlauf entwickelt man sich so vom Durchschnittsbürger zum starken Krieger oder mächtigen Magier. Das Ausprobieren und Antesten von verschiedenen Rollen und damit verbundenen Ansprüchen und Erwartungen mit der Möglichkeit, Feedback von anderen Personen zu erhalten, ist nicht nur im Spiel, sondern auch für die reale Entwicklung von Kindern relevant. Eine Möglichkeit, eine andere Rolle zu übernehmen, ist die Unterrichtsform des Rollenspiels. Bei diesem Sozialspiel werden unterschiedliche Rollen von den Teilnehmern übernommen und so gespielt, wie sich die Akteure ihre Rollen anhand von Kenntnissen oder Vermutungen vorstellen. 1 Als Hauptziel gilt hierbei die Förderung der sozialen Wahrnehmungsfähigkeiten der SuS. 2
In diesem ersten Kapitel soll die Unterrichtsform des Rollenspiels zuerst genauer beleuchtet werden. Zwingend notwendig ist es dafür, zuerst einmal die theoretischen Grundlagen dieses Konstrukts genauer zu untersuchen. Davon ausgehend wird thematisiert, welche Arten von Spielen es gibt, was sie leisten können und welche Vorraussetzungen für den Erfolg notwendig sind.
1 Vgl. Bönsch (2008): 174.
2 Vgl. Wendlandt (1977): 5.
2
Arbeit zitieren:
Markus Keßler, 2011, Das Rollenspiel - Ziel und Einsatz an einem konkreten Unterrichtsbeispiel, München, GRIN Verlag GmbH
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