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Gliederung:
Einleitung. 3
Fotografisches /Filmisches Bild und Digitalität. Eine Neue Ontologie des Bildes? 6
„Fakt wird zur Fiktion und Fiktion wird zu Fakt“ 10
Verwendete Literatur: 12
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Einleitung
Weltbilder verkörpern in sich einen gesellschaftlichen Konsens und bilden dadurch bewusste, aber auch unbewusste Maximen aus, von denen dann die gesellschaftliche Kommunikation (des Einzelnen) ihren Ausgang nimmt. Weltbilder prägen eben die Vorstellung von Welt und die Art und Weise, wie sich das jeweilige Bild von Welt im einzelnen Individuum aber auch in der „sozialen Masse“ konkretisiert. Die Frage danach, welches Weltbild die Nachrichtenmagazine im heutigen Fernsehen vermitteln ist damit gleichzeitig die Frage danach, welchen Status man den neuen Medien insgesamt, als „Anbieter ästhetischen Materials“, bei der Bildung von Weltbildern und Wirklichkeitskonstruktionen zuschreiben kann.
In der medienwissenschaftlichen und kommunikationswissenschaftlichen Theorie ist es vorherrschende Meinung, dass die Aneignung von Realität in höchstem Maß durch Mediengebrauch charakterisiert werden kann. Massenmedien wie Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Hörfunk, Film und Fernsehen vermitteln nicht nur einfach Informationen, sie produzieren auch Meinungen, können Stimmungen erzeugen und damit Werte und Normen beeinflussen. Das scheint als Ergebnis wissenschaftlicher Forschung banal zu sein, gewinnt aber an theoretischer Tragkraft, wenn man weiter fragt, inwieweit die Logik der Medien unsere Erfahrungswelt und Realitätswahrnehmung bestimmt, bzw. welche Rolle die Medien bei den kommunikativ vermittelten Mustern der Wahrnehmung, des Denkens und Fühlens für individuelle wie für soziale Wirklichkeitskonstruktionen spielen.
Dabei wird seit längerer Zeit aus den verschiedensten Ansätzen von Kommunikations- und Medientheorie die Diagnose gestellt, dass die Lebenswelt der Gegenwart in ausschlaggebender Weise eine ästhetisch verfasste oder ästhetisch erfasste Lebenswelt sei. Ästhetisch meint dabei aber nicht Kunst oder Theorie der Kunst, sondern im ursprünglich klassischen Gebrauch des Wortes „Wahrnehmung“, also den Bedeutungszuwachs und die lebensweltliche Thematisierung von Wahrnehmung(en) aller Art. Und eben dabei, als Folge des Sachverhalts, dass es sich bei medial vermittelter oder durch Medien geprägter Wahrnehmung meist um visuelle Wahrnehmung(en) handelt, ist eigentlich bei den verschiedensten Ansätzen die argumentative Basis immer die gleiche, nämlich dass die (audio-)visuellen Medien eine neue Dimension der visuellen Sinnstiftung von sozialen Erlebnis- und Erkenntnisformen von Wirklichkeit zur Folge hat.
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Wolfgang Welsch geht in seinem Text „Künstliche Paradiese? Betrachtungen zur Welt der elektronischen Medien - und zu anderen Welten“ 1 dabei sehr weit: Für ihn gehören mit den neuen Medien viele unterschiedliche Versionen von Wirklichkeit zum alltäglichen Erfahrungsbereich, wobei die gewohnte Realerfahrung von Wirklichkeit zwar nicht ihre eigentliche Priorität verliert, zumindest aber ihren Ausschließlichkeitsanspruch gegenüber medial vermittelter Wirklichkeit einbüßt. Beobachten kann man dies in der offenkundigen Durchdringung von Alltags- und Medienrealität. Ein Beispiel dafür:
Erscheint Alltagsrealität in den Medien, wird sie nach den in den Medien inhärenten Gesetzen der Theatralisierung bzw. Inszenierung modelliert (z.B. schnelle Schnitte, Bildhaftigkeit, -kadrierung, rhythmische Sequenzierung). An dem Punkt, wo wir aber Wirklichkeit nur aus der medialen Präsentation kennen, schreibt sich die mediale Logik der Präsentation in das Wissen davon ein, was wir von Wirklichkeit im Alltag wissen, was aber außerhalb unseres Erfahrungsbereichs liegt. Diese Vermischung von Medien- und Alltagswirklichkeit ist deswegen bemerkenswert, weil wir dadurch nur die herausgehobenen Wirklichkeitsanteile, die zum Beispiel für die Fernsehübertragung für würdig befunden werden, als Abbilder von Wirklichkeit erfahren. Niklas Luhmann hat das so charakterisiert: Das meiste, was wir über die Welt wissen, wissen wir aus dem Fernsehen. Aber eben nur in der inszenierten Form, in der im Fernsehen Wirklichkeit „dokumentiert“ wird, d.h. also kritisch überspitzt, dass die mediale Welt der Gegenwart eine Welt ist, in der das Fernsehen zur fast alles prägenden visuellen kulturellen Kraft geworden ist. Die Logik der bildgeprägten Information und Unterhaltung, wie sie im Medium Fernsehen kultiviert wird, entwickelt sich zur Logik von Massenkommunikation und Welterfahrung.
Das bedeutet im Bezug auf die Weltbilder: Weltbilder werden nicht mehr d urch diskursive Realitätsdeutungen, also durch bzw. im Medium der Sprache, konstruiert, sondern es herrscht die Dominanz des medial vermittelten Bildes. Damit muss sich aber der Bildbegriff (fotografischer und filmischer Bilder) als solcher problematisieren, vor allem dann, wenn man versucht, das durch Nachrichtenmagazine vermittelte Weltbild zu beschreiben.
Es sind ja vor allem die fotografischen bzw. die bewegten Bilder, die die besondere Bedeutung von Fernsehnachrichten ausmachen. Der Zuschauer wird zwar durch Bild und Ton angesprochen, aber eben auf verschiedene Weise. Der Ton, also der Nachrichtentext, vermittelt die eigentliche
1 Wolfgang Welsch: Künstliche Paradiese? Betrachtungen zur Welt der elektronischen Medien - und zu anderen Welten, in: Dieter Baacke/Franz Josef Röll (Hrsg.): Weltbilder, Wahrnehmung, Wirklichkeit. Der ästhetisch organisierte Lernprozeß, Opladen 1995, Seite 71-96
Arbeit zitieren:
Gernot Leinert, 1999, Virtuelle und fotografische Realität im heutigen Fernsehen. Das Weltbild der Nachrichtenmagazine, München, GRIN Verlag GmbH
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