1. Einleitung 3
2. Coaching - Ein Definitionsversuch 4
3. Abgrenzung des Coachings zu anderen Formen der Beratung 5
4. Der Lehrer als Coach 6
a. Voraussetzungen 6
b. Coachinglernen. 8
c. Phasen des Coachings 9
5. Fazit 13
6. Literaturverzeichnis 14
2
1. Einleitung
Während der Laufbahn vieler Schüler treten hin und wieder kleinere und größere schulische, private oder andere Probleme auf, bei denen sie Hilfe und Unterstützung zur Lösung brauchen. Neben den Eltern und Freunden sind auch die Lehrer gefragt, diese Aufgabe zu übernehmen.
Doch nicht nur Schüler brauchen gelegentlich Beratung, sondern auch Eltern oder Kollegen und so ist es für die Lehrkraft von essentieller Bedeutung, sich klarzumachen, dass eine umfangreiche Beratungskompetenz wichtig für ihren Beruf ist.
„Beratung ist eine freiwillige, kurzfristige, oft nur situative, soziale Interaktion zwischen Ratsuchenden (Kindern) und Berater mit dem Ziel, im Beratungsprozess eine Entscheidungshilfe zur Bewältigung eines von dem Klienten vorgetragenenaktuellen Problems durch Vermittlung von Informationen und/oder Einüben von Fertigkeiten gemeinsam zu erarbeiten“ 1
Diese kurze Definition von Beratung an sich ist ziemlich treffend, doch oft findet man sich mit Problemen konfrontiert, die nicht situativ bzw. kurzfristig gelöst werden können. Es bedarf vielmehr einer längeren Auseinandersetzung und verschiedenen Ansätzen um ein Problem zu lösen.
Eine im schulischen Kontext relativ neue Form der Beratung stellt das so genannte Coaching dar. Es basiert auf einem prozessorientierten, psychodynamischen Ansatz, bei dem das Ziel ist, dass der zu coachende (im folgenden Coachee genannt) unter der Beratung des Coaches eigene Kompetenzen zur Problembewältigung aufbaut. Im Folgenden soll die Funktionsweise dieses Ansatzes, die Ansprüche an den Coach und die Aufgaben und Ziele der Methode näher beleuchtet werden.
2. Coaching - Ein Definitionsversuch
Um den Grundgedanken des Coachings zu verstehen, muss man in der Geschichte des Wortes etwas zurückgehen. Ursprünglich meint das Wort „Coach“ im englischen eine Pferdekutsche. In der Metaebene wird somit ein Transportmittel beschrieben, mit dem man von einem Ort zu einem anderen kommt 2 . Das ist dementsprechend auch der Kern dieser Beratungsmethode, da man beim Coaching erreichen will, von einem Ausgangspunkt, dem Problem, zu einem Ziel, der Lösung des Problems, kommen will. Zudem verwendet man im Sport das Wort Coach für jemanden, der eine Person, oder eine Mannschaft, auf dem Weg zu einem Ziel (z.B. im Fußball auf dem Weg in eine höhere Liga) begleitet. Er dient dabei als Motivator, Ansprechpartner sowie als physischer aber auch als psychischer Trainer 3 . Beim mentalen Training bringt er keine Lösungen mit, sondern berät den Coachee, so dass dieser die Lösung des Problems selbst finden kann. Diese historischen Bedeutungen und deren Entwicklung lassen sich auch auf das Konzept des Coachings als Beratungsmöglichkeit übertragen. Christopher Rauen, , definiert Coaching als
„eine Kombination aus individueller, unterstützender Problembewältigung und persönlicher Beratung auf Prozessebene fuur unterschiedliche berufliche und private Anliegen 4 “
Coaching ist somit die Hilfe zur Selbsthilfe, wobei der Coachee selbst für die Problembewältigung verantwortlich ist. Der Coach bringt daher nicht die Lösung des Problems in den Prozess mit, sondern steuert diesen die Kompetenzen des Coachee zu verbessern und somit neue Wahlmöglichkeiten zu eröffnen 5 . „Ziel eines Coaching-Prozesses ist somit immer, Wahrnehmung, Erleben und Verhalten des Gecoachten zu verbessern bzw. zu erweitern.“ 6 Somit steht fest, dass es sich beim Coaching im Beratungssinne um einen prozessorientierten, klientenzentrierten Prozess handelt, der vom Coach gesteuert wird. Der Coachee soll den Weg zur
Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Coaching
Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Coaching RESCHKE (2007), S. 10 Vgl. RESCHKE (2007), S. 10 RESCHKE (2007), S. 10
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Lösung alleine erkennen, sich dabei aber vom Coach leiten lassen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass der Coachee durch die Intervention und Methoden seines Begleiters durch Selbstreflexion neue Handlungsweisen erkennen soll und somit sein eigenes Handlungsrepertoire erweitern und verbessern kann. Ziel soll sein, dass durch den Prozess nachhaltige Veränderungen im Klienten stattfinden und er auch zukünftige Probleme unter Umständen eigenverantwortlich und unter Rückgriff auf frühere Prozesse ohne Hilfe meistern kann.
Dabei ist zu beachten, dass der Prozess immer freiwillig ist und niemals erzwungen werden kann. Im Kontext Schule heißt das, dass der Schüler mit seinen Problemen von selbst zur Lehrkraft kommen muss. Der Lehrer kann den Schüler nicht dazu zwingen, sich einem Coaching zu unterziehen, wenn dieser das nicht möchte. Dies kann gegebenenfalls zu einer negativen Motivation führen und die Beratung wird nicht erfolgreich verlaufen. Eine Offerte seitens der Lehrkraft hingegen ist, bei gegenseitigem Einverständnis, jedoch zulässig.
3. Abgrenzung des Coachings zu anderen Formen
der Beratung
Bekannte Beratungsformen sind, unter Anderem, Mediation, Mentoring, oder die schlichte Kurzberatung.
Mediation bedeutet, dass in erster Linie ein Konflikt zwischen zwei oder mehreren Personen vorherrscht, den zu es lösen gilt. Dabei fungiert ein neutraler Dritter (der Mediator) als Schlichter zwischen den Parteien (in der Schule sehr oft bei Fällen von Mobbing anzutreffen). „Mediation stellt eine Form der Krisenintervention dar und ist damit ein geeignetes Verfahren, die
Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen. Coaching richtet sich in erster Linie auf die Entwicklung von Persönlichkeit […] 7 “.
Unter dem ursprünglichen Mentoring versteht man die langfristige Unterstützung und Beratung von neuen, jungen Mitgliedern einer Firma oder eines Betriebs durch ältere und erfahrene Mitarbeiter. Ihre „Schützlinge“ (Mentees) sollen so problemlos in die Organisationsstruktur integriert werden. Im schulischen Kontext könnte man
Arbeit zitieren:
Michael Böhmländer, 2011, Coaching im Kontext Schule, München, GRIN Verlag GmbH
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