I
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Die Manipulationsgesetze nach Josef Kirschner 3
3 Auswahl an Kommunikationsmodellen und -werkzeugen mit Hinweisen auf
darin vorkommender Manipulation 5
3.1 Kommunikationsmodelle. 5
3.2 Kommunikationswerkzeuge 8
4 Aktuelle, öffentliche Beispiele mit Hinweisen auf darin vorkommender
Manipulation 9
5 Fazit 15
Anhang: Beschreibung der acht Manipulationsgesetze im Einzelnen 16
Quellenverzeichnis 22
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Beispiel für „Verpackung ist wichtiger als der Inhalt“
III
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Kurz-Zusammenfassung der Manipulationsgesetze von J. Kirschner .....4
1
1 Einleitung
Kommunikation durchzieht unser gesamtes Leben. Sie ist daraus nicht wegzudenken, denn die Sprache ist ein entscheidendes Merkmal des Menschen. Sie ist die Basis allen Denkens und damit auch der schöpferischen Arbeit, und die Arbeit wiederum ist das Wesen des Menschen. Deswegen haben und brauchen wir die Kommunikation. Sobald der Kontakt zu mindestens einer weiteren Person besteht, geht es nicht mehr ohne. Aber was beinhaltet die Kommunikation? Der Hauptbestandteil sind Informationen. Aber ist das schon alles? Warum z.B. wurde genau diese Information vom Sender gerade zu dieser Zeit verbreitet? Was steckt dahinter? Was eine Information alles beinhalten kann, soll in dieser Arbeit ansatzweise veranschaulicht werden.
Kommunikation ist Manipulation. Dieser Satz erschrickt zunächst. Allerdings geschieht das nur, weil das Wort Kommunikation positiv und das Wort Manipulation negativ belegt ist. Hier besteht ein gefühlter Widerspruch, ähnlich wie bei der Aussage „schlechte Qualität“, denn das Wort Qualität ist positiv besetzt. Kommunikation erfolgt generell in allen Bereichen der Gesellschaft, unter anderem in der Wirtschaft, Politik, Kunst und auch im privaten Bereich, und zwar überall dort, wo mindestens zwei Menschen zusammentreffen. Und genau dort kann auch die Manipulation erfolgen, denn jede Kommunikation verändert etwas an der Situation zwischen Sender und Empfänger.
Ist nun die Kommunikation (Austausch von Informationen zwischen Sender und Empfänger) oder die Manipulation (lat. Manipulus = Handvoll oder Handhabung, im Sinne von „etwas geschickt in die Hand nehmen“ 1 ) die Methode, um das Ziel einer bestimmten Motivation (Motiv: lat. Beweggrund, Antrieb) zu erreichen? Oder ist die Manipulation ein Zwischenziel, um den Empfänger zu einer bestimmten Handlung oder Denkweise (Endziel) zu motivieren?
Kann Manipulation auch ohne überzeugende Anstrengung stattfinden? Nicht jede Kommunikation ist eine bewusste Manipulation. Sie wirkt aber immer auf den Empfänger, bewusst und unbewusst 2 . Meist ist sich der Sender gar nicht darüber
1 Vgl. Galliker, M. et.al. (2006), S. 76.
2 Vgl. Moss, C. (2009), S. 143.
2
im Klaren, welches Ziel er verfolgt. Schon die einfache Frage „Wie geht es Dir?“ ist jedoch nicht wirklich eine Frage nach dem derzeitigen Zustand des Gegenübers, sondern soll ihm suggerieren, dass sich der Andere um ihn sorgt. Der Sender will demnach eine positive Grundstimmung in das Gespräch bringen, um dieses in eine bestimmte Richtung zu lenken. Es ist bei genauer Betrachtung immer das eigene Interesse, das der Sender mit seiner Rede verfolgt, nie das des Empfängers. Niermeyer fasst dies in zwei Aussagen zusammen 3 : 1. Jede Form menschlicher Kommunikation ist ebenso eine Form der Manipulation
2. Man kann nicht nicht manipulieren! (als Abwandlung von Watzlawicks „Man kann nicht nicht kommunizieren“)
Watzlawick selbst hat jedoch geschrieben: „Man kann nicht nicht beeinflussen“ 4 . Ist diese Aussage treffender als die von Niermeyer? Kommunikation bedeutet immer auch Beeinflussung. Diese Beeinflussung kann nicht vermieden werden. Den Grund für die als unethisch angegriffene und verdammte Manipulation, sieht Watzlawick in der absurden Vorstellung, menschliches Zusammenleben sei entweder völlig oder wenigstens scheinbar ohne gegenseitige Beeinflussung möglich 5 .
Gibt es einen Unterschied zwischen Beeinflussung und Manipulation, und wie hängen diese beiden Begriffe zusammen? Diese Frage soll im Rahmen dieser Arbeit erörtert werden. Dazu werden zunächst die Manipulationsmethoden von Josef Kirschner aufgezeigt. Danach wird eine Verbindung hergestellt zu bekannten Kommunikationsmodellen. Anhand von Beispielen aus dem privaten und öffentlichen Bereich soll dann geprüft werden, ob in jeder Kommunikation tatsächlich auch Manipulation steckt.
3 Vgl. Niermeyer, R. (2007), S. 20.
4 Watzlawick, P. (1977), S. 14 ff.
5 Vgl. Watzlawick, P. (1977), S. 14 ff.
3
2 Die Manipulationsgesetze nach Josef Kirschner
Josef Kirschner hat in seinem Buch „Manipulieren - aber richtig“ acht Gesetze der Menschenbeeinflussung beschrieben. Der Begriff „Gesetz“ ist hierbei nicht als verfasste oder gesetzte Regel zu verstehen, sondern eher als Formulierung regelhafter Zusammenhänge. Eine strukturierte Aufführung und Beschreibung erfolgt im Anhang. Hier zunächst die Auflistung der acht Gesetze: 1. Es existieren sechs Gegner, die alle versuchen, sich durchzusetzen, um ihren Vorteil zu erlangen 6 .
2. „Der entscheidende Schritt vom Warten zum Handeln. 7 “ 3. Dem Gegner den eigenen Vorteil so verpacken, dass dieser darin einen Vorteil für sich sieht 8 .
4. „Eine Behauptung gewinnt mit zunehmendem Maße an Glaubwürdigkeit, je konsequenter und glaubhafter sie wiederholt wird. 9 “ 5. Gefühlsmäßige Einstellungen haben stärkeren Einfluss auf das Handeln als vernunftmäßige Überlegungen 10 .
6. Angst bestimmt die Entscheidungen und die Handlungen 11 . 7. Der Entscheidungsvorgang und sein Ergebnis hängt von vier Komponenten ab: Der Einstellung, dem Wissen, den beeinflussenden Personen und der persönlichen Verfassung 12 .
8. „Die Sprache ist das wichtigste Instrument der Manipulation. 13 “ Das achte Manipulationsgesetz gibt bereits einen Hinweis darauf, dass ein Zusammenhang besteht zwischen Kommunikation und Manipulation, denn Kirschner beschreibt die verbale Kommunikation (Sprache) als Instrument der Manipulation.
Die folgende Tabelle zeigt eine sehr kurze Zusammenfassung des Inhalts:
6 Vgl. Kirschner, J. (1974), S. 16.
7 Kirschner, J. (1974), S. 30.
8 Vgl. Kirschner, J. (1974), S. 50.
9 Kirschner, J. (1974), S. 62.
10 Vgl. Kirschner, J. (1974), S. 77.
11 Vgl. Kirschner, J. (1974), S. 96.
12 Vgl. Kirschner, J. (1974), S. 112.
13 Kirschner, J. (1974), S. 130.
Arbeit zitieren:
Sabine Körting, 2011, Kommunikation ist Manipulation, München, GRIN Verlag GmbH
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