Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung. 2
II. Der Naturzustand bei Hobbes 3
a) Die Begrifflichkeit Naturzustand 3
b) Menschenbild 3
c) Der Naturzustand als Kriegszustand 4
i. Ursachen des Krieges 4
ii. Gestaltung des menschlichen Zusammenlebens 5
III. Der Staat bei Hobbes 6
a) Vertragsschluss und Autorisierung 6
b) Rechte des Souveräns 7
c) Bürgerrechte und Bürgerpflichten 8
IV. Vorteile der Staatsbildung 8
a) Wirtschaftliche Prosperität 8
b) Innere und äußere Sicherheit 10
c) Bereitstellung öffentlicher Güter 10
V. Fazit 11
Literaturverzeichnis 13
- 1 -
I. Einleitung
Nach der Eroberung von Tripolis und dem Sturz Muammar al Gaddafis feierten die Menschen ihre neu gewonnene Freiheit. US-Präsident Obama bezeichnete Libyen gar als ein Land, welches „dem Griff eines Tyrannen“ entglitten sei. (o.A. 2011: o.S.) Die Revolutionen in Libyen und einigen anderen Staaten der arabischen Welt in den letzten Monaten haben deutlich gezeigt, wie unzufrieden die Menschen unter der Herrschaft eines mit umfassenden Rechten ausgestatteten Diktators sind. In teils blutigen Kämpfen setzten sie alles daran, den verhassten Staatslenker aus ihrem Land zu vertreiben. Im Gegensatz dazu stellte Thomas Hobbes im 17. Jahrhundert mit seinem Hauptwerk, dem ‚Leviathan‘, eine Gesellschaftsvertragstheorie auf, in der er für einen Staat plädiert, in dem die Bürger zugunsten eines Souveräns auf all ihre Rechte verzichten sollten, damit sie das bestmögliche Leben führen können. Er argumentierte, dass das Leben ohne Herrschaftsausübung in einem Krieg eines jeden Menschen gegen jeden endet und damit das Worst-Case-Szenario menschlicher Lebensformen darstellt. Um diesen Zustand zu überwinden, bestand für Hobbes kein Zweifel an der Einsetzung eines absoluten Souveräns, der einmal autorisiert nicht wieder zu stürzen sei. Trotz Abgabe aller Rechte des Menschen, so Hobbes, ist das Dasein in einem Staat mit einem solchen Souverän die einzige Möglichkeit ein besseres Leben zu führen. Was veranlasste Hobbes dazu den Menschen als bestmögliche Lösung für die Ordnung ihres Zusammenlebens einen solch absoluten und nicht absetzbaren Herrscher zu raten? Mit der folgenden Arbeit möchte ich zeigen, warum Hobbes ein Leben unter diesem allmächtigen Souverän für erstrebenswerter hält als ein Leben in einem Zustand ohne staatliche Kontrolle. Dabei werde ich zunächst den sogenannten Naturzustand, d.h. jenen hypothetischen Zustand ohne staatliche Herrschaft, darstellen. Ausgehend von Hobbes Menschenbild werden die Ursachen des Kriegszustandes erklärt und seine Auswirkungen auf das menschliche Zusammenleben verdeutlicht. Daran schließt sich die Beschreibung des Staates an, wobei zunächst die Autorisierung des Souveräns erörtert wird. Um das Leben der Menschen in diesem Staat zu verstehen, wird dann erläutert, wie die Rechte auf Souverän und Bürger verteilt sind, beziehungsweise welchen Verpflichtungen sie jeweils nachzukommen haben. Mit der Kenntnis über die Bedingungen des vorstaatlichen wie staatlichen Zustandes wird erläutert, warum es für die Menschen vorteilhafter ist, sich aus dem Kriegszu-stand zu befreien und sich zu einem Staat nach den Vorstellungen Hobbes‘ zu verei- nen.Dies soll damit erklärt werden, dass die Vorteile der Staatsgründung im Bezug
auf die Erlangung von Frieden und Sicherheit ebenso aufgezeigt werden wie die Vorteile, die aus der Bereitstellung öffentlicher Güter erwachsen. Zudem wird auf die Verbesserung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit hingewiesen.
II. Der Naturzustand bei Hobbes
Hobbes‘ Grundlage seiner Gesellschaftsvertragstheorie bildet eine Analyse der menschlichen Natur. Davon leitet er als logische Konsequenz einen ohne Herrschaft resultierenden Naturzustand ab, in dem die Menschen Krieg gegeneinander führen. Die Rechtfertigung sowie Beschreibung dieses Krieges und seine Auswirkungen auf das menschliche Zusammenleben bilden die Inhalte des folgenden Abschnittes.
a) Die Begrifflichkeit ‚Naturzustand‘
Der Naturzustand, wie er von Hobbes beschrieben wird, ist keine als real existierende Daseinsform von Völkern zu verstehen, sondern ein fiktiver Lebensraum von realen Menschen, der als Konstrukt benutzt wird, um seine Theorie des Gesellschaftsvertrages aufzubauen. Hobbes setzt dabei die Menschen mit ihren natürlichen Eigenschaften und Fähigkeiten in eine gedankliche Welt ohne Regeln und Institutionen, welche das Zusammenleben ordnen. (Kersting 2005: 64)
b) Menschenbild
Hobbes charakterisiert den Menschen als einen rational operierenden Akteur, der stets darum bemüht ist, ein für ihn selbst möglichst angenehmes Leben zu führen. Damit er sein Leben auf die für ihn bestmögliche Art führen kann, benötigt er bestimmte Güter wie Kleidung, Nahrung und eine Unterkunft, aber auch Anerkennung von seinen Mitmenschen. (Schmidt u.a. 2009: 34) Zudem liegt es in seiner Natur, nicht nur nach den Dingen zu streben, die ihm ein möglichst angenehmes Dasein bereiten, sondern auch die bloße Existenz seines Lebens zu erhalten. Daher liegt seine größte Furcht darin, gewaltsam zu Tode zu kommen. (Fetscher 1966: XX) Nicht nur bezüglich der Interessen der Menschen sieht Hobbes keinerlei Unterschiede, vielmehr ist eine seiner bedeutendsten Annahmen über die menschliche Natur, dass die Menschen auch bezüglich ihrer geistigen und körperlichen Fähigkeiten gleich geschaffen sind. Gleichheit bedeutet in seiner Sichtweise, dass jeder Mensch im Stande ist, einen anderen Menschen zu töten, sei es durch Muskelkraft, Hinterlist oder Kooperation. Außerdem können Menschen den gleichen Grad an Klugheit er-
langen, wenn sie sich gleich lang mit der Aneignung einer Sache beschäftigen. (Hobbes 1966: 94)
c) Naturzustand als Kriegszustand
Aufgrund der menschlichen Natur entwickelt sich entfernt von jeglicher übergeordneter Kontrollinstanz ein Krieg, in dem sich die Menschen gegenseitig bekämpfen. Hobbes hat dabei ein modernes Verständnis von Krieg, indem er darunter nicht nur aktive Kampfhandlungen versteht, sondern ebenfalls auch den Zustand, in dem man stets mit Kampfhandlungen und der Bedrohung der eigenen Sicherheit rechnen muss. (Reese-Schäfer 2011: 67) Im Folgenden werden die Ursachen dieses Kriegszustandes erläutert und die Auswirkungen auf das menschliche Leben aufgezeigt.
i. Ursachen des Krieges
„Erstens Konkurrenz, zweitens Mißtrauen, drittens Ruhmsucht“ nennt Hobbes die drei Ursachen, wieso die Menschen, wenn sie außerhalb einer Gesellschaftsordnung leben, ausgehend von ihren menschlichen Eigenschaften in einen Kriegszustand verfallen. (Hobbes, 1966: 95) Basierend auf der Annahme der Gleichheit der Menschen im Hinblick auf ihre geistigen und körperlichen Fähigkeiten sowie ihrer Interessen stehen sich die Menschen in Konkurrenz gegenüber hinsichtlich der Güter, die sie anstreben. Kaum ein Gut steht unbegrenzt zur Verfügung. Gleichzeitig wissen die Menschen, dass sie aufgrund der Gleichheit ihrer Fähigkeiten auch die gleiche Chance auf die Erlangung eines begehrten Gutes haben. Dadurch sind sie bereit, jederzeit zur Erhaltung eines angestrebten Gutes gewaltsam vorzugehen. Im Bewusstsein der Menschen hat sich sowohl die Kenntnis über die Knappheit begehrter Güter als auch das Wissen über die Chancengleichheit zur Erlangung eines erstrebten Gutes verankert. Somit kann jederzeit die Möglichkeit bestehen, dass je-mand einen der erlangten Dinge beraubt. Diese Unsicherheit nötigt die Menschen dazu, einmal erworbene Güter bzw. sein Leben als solches nicht allein bei Angriffen zu verteidigen, sondern getreu dem Motto ‚Angriff ist die beste Verteidigung‘ selbst als Präventivmaßnahme andere Personen anzugreifen mit dem Ziel sie zu schwächen, um sich selbst und die erworbenen Güter zu schützen.
Neben den materiellen Gütern, die der Mensch anstrebt, ist ihm Anerkennung durch die Mitmenschen von großer Bedeutung. Sobald ihm allerdings diese Anerkennung von seinen Mitmenschen nicht entgegen gebracht wird, er gedemütigt, verachtet oder
Arbeit zitieren:
Yvonne Halter, 2011, Hobbes‘ Erschaffung eines sterblichen Gottes, München, GRIN Verlag GmbH
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