Inhaltsverzeichnis S. 2
Einleitung S. 3
Kapitel 1: Populorum Progressio 3
Kapitel 2: Menschliche Entwicklung 3
Kapitel 3: Brüderlichkeit, wirtschaftliche Entwicklung und zivile Gesellschaft 5
Kapitel 4: Entwicklung der Völker, Rechte und Pflichten und Umwelt 6
Kapitel 5: Zusammenarbeit der Völker 7
Kapitel 6: Entwicklung der Völker und der Technik 8
Reaktion auf die Enzyklika 9
Literaturverzeichnis S. 9
S 2
Einleitung
Die langerwartete dritte Enzyklika von Papst Benedikt über soziale Fragen wurde unter dem Titel „Caritas in veritate“ am 07. Juli 2009, einen Tag vor dem G8-Gipfel, veröffentlicht. Caritas in veritate befasst sich mit den Themen Liebe und Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Wahrheit. Der Papst spricht damit nicht nur alle Katholiken, sondern alle denkbereiten Menschen guten Willens an. Daher heißt es im Titel weiter „über die ganzheitliche Entwicklung des Menschen in der Liebe und in der Wahrheit“ (Radio Vatikan, 2009). In der Einleitung erinnert Papst Benedikt XVI. daran, dass die Liebe der wahre Lehrmeister der katholischen Soziallehre sei. Liebe und Wahrheit gehören laut Papst zusammen. Die Entwicklung des menschlichen Zusammenlebens braucht Wahrheit. Ohne sie könnte es dazu führen, dass das soziale Handeln der Menschen ein Spiel von Machtansprüchen und privater Interessen mit starken Konsequenzen für die Gesellschaft werde. Die zwei Orientierungsmaßnahmen für moralisch, richtiges Handeln sind Gerechtigkeit und Gemeinwohl. Das bedeutet, dass jeder Christ zur Liebe berufen sei und an das Gemeinwohl des anderen denken müsse. Die Kirche setzt sich in diesem Fall für die Gesellschaft ein, in der der Mensch als Maß angesehen wird und in der seine Wünsche und Würde respektiert wird.
Kapitel 1: Populorum Progressio
Das erste Kapitel der Enzyklika orientiert sich an Papst Paul VI. Enzyklika „Populorum Progressio“ und soll die grundlegenden Gedanken weiter ausführen, die in dieser Enzyklika niedergeschrieben sind. „Ohne die Aussicht auf ein ewiges Leben fehlt dem menschlichen Fortschritt in dieser Welt der große Atem“ (Radio Vatikan, 2009). Ohne Gott wird die Entwicklung geleugnet und kann nicht weiter stattfinden. Papst Benedikt erklärt, dass die Entwicklung nur dann umfassend sei, wenn sie sich auf die Förderung aller Menschen ausrichte. „Der christliche Glaube kümmert sich um die Entwicklung, ohne sich auf Privilegien oder auf Machtpositionen [zu verlassen.] Der Glaube setzt vielmehr einzig auf Christus“ (Radio Vatikan, 2009). Papst Benedikt stellt fest, Gründe für die Unterentwicklung mancher Länder seien das Denken der Menschen und dies könne nicht auf materielle Dinge zurückgeführt werden. Die Globalisierung lässt uns zu Nachbarn werden, wir sollen deshalb brüderlicher denken. Es ist nötig die Ziele der Globalisierung erkennbar zu machen und die aktuellen wirtschaftlichen, sowie gesellschaftlichen Prozesse zu menschlichen Ergebnissen zu führen (Papst Benedikt XVI., 2009, S. 19 f.).
Kapitel 2: Menschliche Entwicklung
Im zweiten Kapitel befasst sich Papst Benedikt mit der aktuellen menschlichen Entwicklung, die momentan ihren Blick auf die Ausrichtung für Profit lenkt und nicht an das Gemeinwohl denkt. S. 3
Wenn der Endzweck nicht das Allgemeinwohl ist, kann das bestehende Vermögen zerstört und erneute Armut erzeugt werden. Zu dieser aktuellen Entwicklung führten Finanzspekulationen, ein falsches Umgehen mit Migrationsströmungen, die falsche Nutzung von Grundgütern und deren Verschwendung. Aufgrund dieser Aspekte fordert Papst Benedikt XVI. eine „neue humanistische Synthese“ (Radio Vatikan, 2009) und neue Überlegungen, wie man mit der Finanzkrise umgehe. Als Folge müsse sich die Weltordnung angesehen werden: Man stelle fest, dass der Welt-Reichtum wachse, aber Teile und Länder der Welt immer mehr verarmen. Die Lücke zwischen Arm und Reich wird ständig größer. Benedikt XVI. fordert dauerhafte Aussichten, die dafür sorgen, dass Armut und Leid beseitigt werden. Die strukturellen Ursachen müssen beseitigt und die landwirtschaftliche Entwicklung der ärmeren Länder gefördert werden. Er befürwortet nicht nur traditionelle Anbaumethoden, sondern auch neue landwirtschaftliche Produktionstechniken, vorausgesetzt sie sind umweltfreundlich, zweckmäßig und zuträglich. Arbeiterrechte werden oftmals nicht anerkannt, und reiche Nationen versuchen ihre wissenschaftlichen Entdeckungen zu schützen, um den größtmöglichen Gewinn zu erzielen. Der Papst warnt vor einer Wirtschaft, die immer schneller auf eine Senkung der Arbeiterrechte ziele, um internationale Wettbewerbsfähigkeit zu schaffen.
Heutzutage herrsche eine neue Wirtschaftsordnung, so Benedikt XVI.. Kapital und Produktionsmittel seien mobiler. Aus diesem Grund seien Länder auch leichter beeinflussbar. Der Papst fordert daher, dass über den Wert und die Rolle der Staaten neu entschieden werde. Er prognostiziert für das Geschehen eine aktivere Teilnahme der Zivilgesellschaft an der nationalen und internationalen Politik. Außerdem thematisiert er, dass reiche Nationen ihre Produktion von Gütern in ärmere Länder verlagern, um geringere Produktionskosten zu haben. Was mit den ärmeren Ländern dadurch geschehe, sei für viele Arbeitgeber nicht ersichtlich. Kinderarbeit und Hungerlöhne sind die Folge der Ausbeutung der ärmeren Länder. An die Menschenrechte wird in diesen Fällen nur selten gedacht, sondern viel mehr an die Wettbewerbsvorteile, die so auf dem Weltmarkt erzielt werden. Benedikt alarmiert daher die Regierenden, dass der Mensch das zu schützende Kapitel der Welt ist und erinnert an die Menschenrechte.
Ein weiterer Punkt der in diesem Kapitel bemängelt wird, ist der kulturelle Austausch der Länder bedingt durch Globalisierung und Produktionsverlagerung. Die Gefahr sei groß, dass Länder und Kulturen sich immer mehr den Traditionen anderer Länder anpassen und dadurch ihre eigenen Besonderheiten verlieren. Eine „kulturelle Verflachung [und auch die] Vereinheitlichung der Lebensstile“ (Radio Vatikan, 2009) sei das Endprodukt. Natürlich habe die Globalisierung auch positive Ergebnisse, wie zum Beispiel die Perspektive neue Güter, Kulturen und Traditionen zu erfahren, doch sei dies alles zu beschützen. S. 4
Arbeit zitieren:
Jan Brüggemann, 2012, Caritas in veritate - ein Überblick, München, GRIN Verlag GmbH
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