Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
1.1. Erläuterung des Themas
1.2. Kleine Umschreibung der Bedeutung des Subjekts für die Geschichtswissenschaft
2. Hauptteil 3
2.1. Bedeutung des Begriffes „Subjekt“
2.2. Entmystifizierung des Subjekts 4
2.3. Das Subjekt in der Neurobiologie
2.4. Subjektkritik 7
2.5. Psychologischer Subjektbegriff 9
2.6. Kritik der Subjektkritik 11
3. Schlussbetrachtungen 13
4. Literaturverzeichnis 15
1. Einleitung
1.1. Erläuterung des Themas
Das Thema, welchem ich mich in dieser Arbeit widme, befasst sich mit dem Begriff des Subjekts. Es scheint angesichts der heutigen Zeit angebracht, sich mit dem Thema „Subjekt“ zu befassen, denn der Begriff Subjekt/Subjektivität steht mehr denn je in der Kritik. Denn man ist sich nicht mehr sicher, ob es überhaupt so etwas wie ein Subjekt geben kann. Diese Einsicht wird durch die moderne Naturwissenschaft verstärkt, indem sie die Vorstellung von einem substanzhaften Kern im Menschen sehr erschwert. So will diese Arbeit die Kritik, den Zweifel an dem Subjektbegriff erläutern, um so zu der These vorzudringen, die besagt, dass der Mensch nicht imstande sein wird, das Phänomen des Subjektes zu klären.
1.2. Kleine Umschreibung der Bedeutung des Subjekts für die Geschichtswissenschaft
Ich möchte kurz erklären, warum ich den Aspekt des Subjekts in der Geschichtswissenschaft hier kurz umschreibe. Ich tue dies, da auch in der Philosophie, wie in jeder anderen Geisteswissenschaft, die Hinzuziehung von Quellen ein wichtiger Bestandteil der Forschung ist. Die richtige Auffassung von ein solcher Hinzuziehung ist daher unerlässlich, auch für diese Arbeit. Ich belasse es dabei mit dieser kleinen Umschreibung, um meine Notiz davon kundzutun.
Ein Grundverständnis in der heutigen Philosophie ist es, die Betroffenheit der geschichtlichen Einwirkung auf das Subjekt ernst zu nehmen. Das Subjekt erscheint nicht mehr als eigenmächtig und herrschend, vielmehr wird es gedeutet als von der Sprache, Geschichte und Kultur geformt. 1 So betont auch Gadamer, dass der Mensch in einer „Wirkungsgeschichte“ stehe und somit geprägt werde. Diese Vergegenwärtigung, die es ermöglicht, das Subjekt als von der Vergangenheit geformt und immer auch mit der Gegenwart belastet anzusehen, ist für viele Zweige der Wissenschaft fruchtbar genutzt worden. So ist die Vorstellung überholt, die den Vorwurf erhebt, eine wissenschaftliche Untersuchung sei nicht vollständig objektiv geführt worden. Eben dies mahnt Fritz Stolz in seinem Buch „Grundzüge der Religionswissenschaft“ an, wenn er bemerkt, dass „dem Postulat eines standortunabhängigen Denkens das Konzept einer Vernunft entspricht, die zu allen Zeiten und für alle Menschen
1 vgl. Ludewig, Karin (2002): Die Wiederkehr der Lust. Körperlichkeit nach Foucault und Butler, S.41.
~ 1 ~
gleich ist“ 2 . Weiter schreibt er, dass die Forderung der Objektivität also ein spätes Kind der Aufklärung, in ihren Prämissen überholt sei. 3 Man bringt in eine wissenschaftliche Untersuchung immer seine Gegenwart mit ein, die ihrerseits von der Geschichte mit gestaltet wurde. Die Gegenwart oder der Standort kann sowohl geschichtlich aufgefasst werden, also die Gegenwart im Jahre 2007, als auch geschichtlich-individuell. Bei der geschichtlichindividuellen Gegenwart, kommt zu der Gegenwart im Jahre 2007 noch die individuelle Gegenwart des betreffenden Menschen hinzu. Und genau hier will die vorliegende Arbeit ansetzten. Denn wenn, wie oben angedeutet, das Subjekt kulturell geformt wird, so stellt sich die Frage nach der eigenen Mitwirkung eben dieses Subjektes selbst. Es mutet befremdlich an, dass das Subjekt allein der Geschichte anheim gefallen und durch sie geformt sein sollte, ohne eigene Mitgestaltung seiner selbst. Denn wenn es sich so verhielte, müsste man doch fragen wer oder was denn überhaupt die Geschichte schreibt. Ist das Subjekt geschichtlich geformt, so sind es zwangsläufig auch alle vor und nach uns lebenden Subjekte. Wenn also Subjekte der Vergangenheit durch ihr Leben auf die weitere Geschichte eingewirkt haben, kann man doch sagen die Subjekte formen die Subjekte. Was kann man über die tatsächlich stattgefundene Geschichte wissen? Gibt es Anlass zu hoffen, dass uns die Überlieferungen die Wahrheit berichten?
2 Stolz, Fritz (3., durchges. Aufl., 2001): Grundzüge der Religionswissenschaft, S.36.
3 Ebd. S.36.
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2. Hauptteil
2.1. Bedeutung des Begriffes „Subjekt“
Subjekt ist die Übersetzung des lateinischen „subiectum“. Subiectum wiederum geht auf das griechische „hypokeimenon“ zurück, welches mit „zu Grunde liegendes“ wiedergegeben werden kann. Man unterscheidet zwischen einem ontologischen, logischen und psychologischen Subjekt. 4
Das ontologische Subjekt ist der Träger von Zuständen, Wirkungen überhaupt, das Substrat, die Substanz. 5
Das logische Subjekt ist der Träger von Prädikaten, dasjenige, worauf sich ein Prädikat bezieht, dasjenige, von dem das Prädikat ausgesagt wird. 6
Das psychologische Subjekt ist der Träger von psychischen Erlebnissen aller Art, die Bewusstseinseinheit, die im Denken, Fühlen und Wollen zugegen ist. 7 Diese drei Begriffserklärungen werfen natürlich die Frage auf, in welcher Weise sich diese beeinflussen oder gar, ob ein jeder für sich besteht. In dem philosophischen Wörterbuch von Eisler steht dazu geschrieben:
„Das Subject ist weder eine bloße Summe von psychischen Elementen noch ein Wesen hinter dem Bewußtsein, sondern eine active Einheit im Bewußtsein, von dem es ein untrennbares Moment bildet: Kein Subject ohne Bewußtsein, kein Bewußtsein ohne Subject.“ 8
Man kann hier schon die verschiedenen Bedeutungen von Subjekt fassen, welche immer wieder anders gedeutet werden. Subjekt ist ein Begriff, und in einen Begriff legt man Dinge hinein, die der Wirklichkeit am nächsten kommen sollen. Es handelt sich also um eine Annäherung an ein Sein, welches je nach Intention anders ausfallen kann. So ist z.B. von Ich-Subjekt, Subjekt der Vorstellung, vom Wesen des Subjekts, Weltsubjekt usw. die Rede. Das soll einen aber nicht unnütz verwirren, wenn man im Auge behält, dass es sich um Annäherungen handelt.
4 Eisler, Rudolf (2., völlig neu bearb. Aufl., 1904): Wörterbuch der philosophischen Begriffe. Bd. 2, S.439.
5 Ebd.
6 Ebd.
7 Ebd.
8 Ebd.
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Arbeit zitieren:
Magister Artium Abe Jarron, 2007, Kritik am Subjekt, München, GRIN Verlag GmbH
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