Winston Churchill als Redner
Susanne Opel
Gliederung
1. Der Politiker Winston Churchill 3
2. Die Entwicklung Churchills rhetorischer Fähigkeiten 4
3. Analyse dreier Reden 7
3.1. “An aggressive and predatory form” (11.4.1919, Connaught Rooms) 8
3.2. “Be ye men of valour” (19.5.1940, BBC) 11
3.3. “Something that will astonish you” (19.9.1946, Zürich) 13
4. Churchill als Redner 16
5. Bibliographie 18
Anhang
1. Der Politiker Winston Churchill
Sir Winston Spencer Churchill (1874-1965) gehört zu den bekanntesten Politikern Großbritanniens und der Welt überhaupt. Geboren sowohl als Sohn als auch als Enkel eines Unterhausmitglieds1, begann Churchill früh auf sein Ziel, Premierminister zu werden, hinzuarbeiten. Neben der Politik war seine zweite große Leidenschaft die Geschichte, vor allem die Geschichte der Kriege. Nach der Schule, in der er nicht allzu großen Erfolg hatte, ging er auf die Militärakademie und diente dann mehrere Jahre, u.a. in Indien, im Sudan und in Südafrika. Während dieser Zeit begann er, geschichtliche Bücher zu verschlingen und selbst Bücher, Kriegsberichte und Zeitungsartikel zu schreiben – 1953 erhielt er für sein literarisches Werk und sein rhetorisches Engagement, mit dem er für die Menschenrechte gekämpft habe den Nobelpreis2.
Im Jahre 1900 hatte er genug Geld und Ruhm angehäuft, um dem Beispiel seines Vaters zu folgen und sich ins Unterhaus wählen zu lassen. Zuerst gehörte er den Konservativen an, wechselte dann aber schnell zu den Liberalen. Als diese an die Macht kamen, bekleidete er seine ersten politischen Ämter. Während des 1. Weltkriegs war er First Lord of the Admiralty, bis er wegen der Niederlage bei den Dardanellen zurücktreten musste. Er nahm nun für ein paar Monate aktiv am Krieg teil und kehrte dann als Minister of Munitions in die Regierung zurück. 1922 verlor er seinen Sitz im Unterhaus und konnte erst 1924, dem Jahr in dem die Konservativen wieder an die Macht kamen, als unabhängiger Kandidat wieder einziehen. Baldwin macht ihn zum Chancellor of the Exchequer und Churchill trat wieder den Konservativen bei.3
Nach seiner Rückkehr nach London und zu den Konservativen, war er in den 20er und 30er Jahren vor allem für seine wütenden Reden gegen die verschiedensten „Feinde“ des Königreichs bekannt, für die er oft belächelt wurde. Dass er aber zumindest mit einer Bedrohung – Nazi-Deutschland – Recht hatte, führte dazu, dass er 1940 Premierminister einer Kriegskoalition aller drei großen Parteien wurde. Nun war er in seinem Element und trug maßgeblich dazu bei, dass Hitler den Krieg verlor. Nach dem Krieg fand Churchill sich in der Opposition wieder und erhielt die Aufmerksamkeit der Welt vor allem für seine Ideen zur Europäischen Einigung. Von 1951-55 hatte er, im hohen Alter, noch eine zweite Amtszeit als Premierminister und auch danach blieb er Mitglied des Unterhauses. Churchill ist für vieles bekannt, seine häufigen Meinungswechsel, seinen ungewöhnlichen Lebensstil4 oder seine berühmten Aussprüche5. Am meisten beeindruckte er aber seine Zeitgenossen und die Historiker mit seinen Reden, die ihm einen großen Bekanntheitsgrad und während des Krieges die Unterstützung des britischen Volkes zusicherten. Die vorliegende Arbeit soll Churchills Redestil und dessen Wirkung auf seine Zuhörer analysieren. Die ausgewählten Reden stammen aus verschiedenen geschichtlichen Perioden und verschiedenen Karriereabschnitten Churchills, beschäftigen sich aber alle weitestgehend mit dem Kräfteverhältnis in Europa.
2. Die Entwicklung Churchills rhetorischer Fähigkeiten
[...]
1 Sein Vater, Lord Randolph Churchill, und sein Großvater, der 7. Herzog von Marlborough waren beide Politiker und bekleideten verschiedene Ämter im Königreich.…
2 vgl. Körner, Klaus (Hrsg.) (2002): Winston S. Churchill. Reden in Zeiten des Krieges, Hamburg & Wien: Europa Verlag., S. 16
3 In seiner Zeit bei den Liberalen hatte er außerdem die Posten Under-Secretary of State for the Colonies, President of the Board of Trade und Home Secretary inne. Bei den Konservativen wurde er später Minister for the Coordination of Defence und 1939 wieder First Lord of the Admiralty. (vgl. Chronology in: Heywood, Samantha (2003): Questions and Analysis in History. Churchill, London & New York: Routledge.
4 Er arbeitete den Vormittag über vom Bett aus, bestand auf seiner Siesta und hielt dann seine Mitarbeiter bis weit nach Mitternacht beschäftigt.
5 Churchill prägte z.B. die Begriffe „friedliche Koexistenz“ oder „Eiserner Vorhang“
Arbeit zitieren:
Susanne Opel, 2003, Winston Churchill als Redner, München, GRIN Verlag GmbH
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