Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften Institut für Sportwissenschaft Proseminar: Sportpsychologie II
Verfasser: Christian Kuhn
INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung 3
2. Allgemeiner Teil 4
2.1 Begriffsabgrenzung 4
2.2 Definitionen des Mentalen Trainings 4
2.3. Grundlegende Gedanken zu den Hypothesen 5
3. Die kognitive Hypothese 6
4. Die ideomotorische Hypothese 8
5. Die Programmierungs-Hypothese 9
6. Schlußdiskussion aus neurophysiologischer Sicht mit Fokus
auf die Programmierungs-Hypothese 10
7. Ausblick 11
LITERATURVERZEICHNIS 13
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1. Einleitung
Neben dem Lehren allgemeiner psychologischer Aspekte des Sports und der Forschungstätigkeit hat die Sportpsychologie besonders auch eine beratende Rolle inne. Dabei soll die Anwendung psychologischer (und medizinischer) Kenntnisse für den Sport sowohl der Leistungssteigerung als auch der Rehabilitation dienen. Doch auch für eine optimale Gestaltung des Breitensports ist die Sportpsychologie in den letzten Jahren immer wichtiger geworden, wobei heute ein Schwerpunkt der sportpsychologischen Tätigkeit auf dem Gebiet der Leistungssteigerung liegt (vgl. Birbaumer et al., 1999). Im Rahmen der Sportpsychologie als anwendungsorientierte, empirische Wissenschaft ist also der praktische Nutzen von Erkenntnissen und den daraus abgeleiteten Methoden stets erforderlich. Nicht zuletzt für die Beschreibung und Erklärung sportmotorischer Lernprozesse gewinnt der Untersuchungsgegenstand des Zusammenhangs zwischen Bewegung und kognitiven Prozessen immer mehr an Bedeutung, geht es doch um die Frage, wie mentale Prozesse eine gegenständliche Bewegungshandlung beeinflussen oder diese gar strukturieren und organisieren (vgl. Munzert, 2001). Die Methode des Mentalen Trainings und der Begriff, der es umschreibt, stellen besonders im Hinblick auf den Erhalt oder die Zunahme einer Leistungsfähigkeit ein exemplarisches Untersuchungsfeld dar. So verwenden auch aktuelle Untersuchungen, beispielsweise zur Frage des Zusammenhangs zwischen den Bewegungsrepräsentationen technikprägender Merkmale und kinemetrischen Charakteristika ausgewählter sportlicher Bewegungen, theoretische Ansätze rund um Aspekte des Mentalen Trainings (Blaser et al., 1999). Derartige Studien werden am Institut für Sportwissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg auch weiterhin durchgeführt. Seine praktische Relevanz und die offensichtlich guten Möglichkeiten, sportmotorische Lernprozesse durch empirische Untersuchungen einzelner Aspekten des Mentalen Trainings zu beschreiben und zu erklären, rechtfertigen erneut die Frage nach der Wirkungsweise des Mentalen Trainings. Dies veranlasst mich daher im Rahmen dieser Arbeit, bestehende Hypothesen noch einmal grundlegend zu erläutern. Zu diesem Zwecke wird im Folgenden zunächst eine begriffliche Abgrenzung vorgenommen und das Mentale Training definiert. Über einige Grundgedanken zur den Erklärungsansätzen sollen die drei bedeutendsten Hypothesen erläutert und kurz diskutiert werden.
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2. Allgemeiner Teil
2.1 Begriffsabgrenzung
Spricht man im sportwissenschaftlichen Kontext von Mentalem Training, geht es im Allgemeinen um dessen Einsatz zur Förderung von Lern,- Optimierungs- und Stabilisierungsprozessen bei sportlichen Handlungen. Bei den folgenden Betrachtungen nicht mit eingeschlossen sind zum einen solche Vorstellungsprozesse, die eine Verbesserung der allgemeinen Funktionslage des Sportlers zum Ziel haben, beispielsweise zur Förderung der innere Ruhe, Gelassenheit, Konzentrations- und Regenerationsfähigkeit. Zum anderen schließen sich solche Vorstellungsprozesse aus, die der Startvorbereitung und der unmittelbaren Handlungsplanung und -Antizipation dienen, wie auch der Motivation und Einsatzbereitschaft. Dies soll derartige Methoden nicht abwerten, jedoch führt die Verwendung des Begriffs Mentales Training in diesem Zusammenhang häufig zu einer „verwässerten“ Darstellung. Nicht selten wird Mentales Training anderen übenden Verfahren untergeordnet und oftmals nicht deutlich genug von beispielsweise Autogenem Training abgegrenzt. Auch Narciss (1993) verweist darauf, dass psychoregulative „mentale“ Trainingsverfahren von mentalen Trainingsprogrammen abzugrenzen sind. Im Blickpunkt sollen solche Programme stehen, die spezifische Bewegungsvorstellungsaufgaben einsetzen. Es fällt in manchen Bereichen auf, dass Mentales Training mit Stressabbau und Motivationstraining gleichgesetzt, oder gar als Alternative zur Schulmedizin verstanden wird. In den USA ist diese Begriffsdeutung durchaus üblich. Mag es sich auch um Einzelfälle handeln, so ist eine eindeutige begriffliche Abgrenzung des Themas angesichts der folgenden verschiedenen wissenschaftlichen Erklärungsansätze dennoch unabkömmlich.
2.2 Definition des Mentalen Trainings
In wissenschaftlichen Definitionen, zum Beispiel in einem sportwissenschaftlichen Lexikon, wird Mentales Training als „bewußtes Trainieren durch Sprechen, Denk- und Vorstellungsprozesse mit dem Ziel, zu jedem gewünschten Zeitpunkt einen den Anforderungen entsprechenden Zustand herzustellen bzw. aufrechtzuerhalten“, verstanden (Schnabel & Thiess, 1993). Zwar heißt es weiter, dass der Begriff Mentales
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Quote paper:
Christian Kuhn, 2002, Hypothesen zur Wirkungsweise Mentalen Trainings, Munich, GRIN Publishing GmbH
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