Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
Fachlicher Teil 3
1 Vorwort 3
2 Kampfkunst und Kampfsport 4
2.1 Die pädagogische Intention der Kampfkünste 5
3 Die Kampfkunst „Shorinji-Ryu“ 6
4 Anti-Agressivitäts-Training am praktischen Beispiel 9
4.1 Die Zielgruppe 9
4.2 Das Anti-Aggressivitäts-Training an der JA Hameln 10
4.3 Einführung des „Shorinji-Ryu“ in die JA Hameln 11
4.4 Der sporttherapeutische Inhalt des „Shorinji-Ryu“ 12
4.4.1 Soziale Bewegungs- und Zweikampfspiele 12
4.4.2 Chinesische Gymnastik und Yoga 12
4.4.3 Kihon-die Technikschule 13
4.4.4 Kumite- der Kampf 14
5 Fazit 15
Literatur - und Quellenverzeichnis 17
Erkl ärung 18
2
Fachlicher Teil
1 Vorwort
Die Strafe dient dazu, dem Täter eine Chance zu geben über die Tat nachzudenken und Reue zu zeigen. Weiterhin soll er auf ein Leben in der gesetzestreuen Gemeinschaft vorbereitet werden. Dies sind die Ziele der Resozialisierung, die in der Regel nach einer Straftat beim Täter durchgeführt werden. Dafür gibt es viele Wege.
Aber ist der Weg, einen Täter das tun zu lassen, was ihn in den Vollzug gebracht hat, ein richtiger? Kann man jemanden resozialisieren, der einen anderen schwer körperlich misshandelt hat, indem man ihn trainiert, wie er es perfekt ausführt. Ist Kampfkunst in der Resozialisierung überhaupt sinnvoll? Lässt man denn einen Mörder zur Resozialisierung weitere Menschen töten?
Das alles sind Fragen mit denen sich in dieser Arbeit auseinandergesetzt wird. Doch ganz gleich was sie hervorbringt, zum Thema Resozialisierung wird es immer verschiedene Meinungen geben. Dennoch ist es eine interessante Frage, ob Kampfkunst in der Resozialisierung erfolgsversprechend ist. Es gilt zu klären, wo es eingesetzt wird und in welche Zielgruppe es passt. Was ist eigentlich Kampfkunst und wo ist der Unterschied zum Kampfsport? Wie hoch ist der körperliche Anteil und wie hoch der mentale? Gibt es auch Straftäter bei denen diese Art der Resozialisierung nicht funktioniert? Wenn man diese Aspekte näher betrachtet, kommt man bei einer zu Beginn paradox klingenden Frage, so langsam ins Grübeln. Ist Kampfkunst in der Resozialisierung wirklich sinnvoll?
2 Kampfkunst und Kampfsport
Natürlich muss man zwischen diesen beiden Begriffen differenzieren. Dies ist nicht so einfach, da es zu diesem Thema eine unüberschaubare Fülle an Literatur gibt. Dennoch ist der größte Unterschied ganz klar in den Teilen Kunst und Sport zu finden. Kunst ist das „freie schöpferische Tun in geistig-seelischer Durchdringung und Deutung von Objekten und Gehalten einer Erfahrungswelt“ Dies unterscheidet sich deutlich vom Sportgedanken und Leistungsbestreben.
Dies heißt nichts weiter, als dass es bei den klassischen Kampfkünsten um Vervollkommnung des Charakters geht und philosophische Grundsätze. Im Kampfsport, wie zum Beispiel Boxen, Kickboxen und dem Wettkampfkarate ist der Sieg über den Gegner das Ziel. Es ist erheblich geprägt vom Leistungsgedanken und ohne Zweifel in der heutigen Zeit ein kommerzielles Ereignis. Man halte sich nur die Börsen von amerikanischen Profiboxern vor Augen, die in die Millionen Dollar gehen. Selbstverständlich ist dies nicht zur Resozialisierung geeignet. Der Inhaftierte soll nach Möglichkeit charakterliche Eigenschaften erfahren , die die Kampfkunst innehält.
Zur Entstehung der Kampfkünste wird sehr viel spekuliert, da nicht viele überlieferte Schriften erhalten sind. Sicher jedoch ist, dass die Ursprünge in asiatischen Zivilisationen zwischen dem 3. und 5. Jahrhundert n. Chr. gelegt wurden. Die berühmtesten Ursprünge kommen aus China, nämlich aus dem legendären Shaolin-Kloster (495 n. Chr.) in der Region Honan. Diese Kampfkünste lehren u.a. die Einheit von Körper und Geist, Weltharmonie und inneres Gleichgewicht. Es gipfelt in der Ideologie vom Siegen ohne zu Kämpfen und beherrschen von Leere und Fülle. Dies beruht auf Lehren von Philosophen wie Laotse und Konfuzius die Gebote zur Konfliktvermeidung und das Ideal des kampflosen Sieges prägten. Natürlich könnte man vermuten, dass dies auf ein Prinzip hinausläuft, wonach man die rechte Seite hinhalte, wenn man auf die Linke geschlagen wird. Nur ist dies weit gefehlt, Ziel ist nämlich das Erlangen von physischer Stärke und psychischer Gelassenheit. Ein guter Kämpfer muss nicht mehr kämpfen, weil er weiß, dass er siegen würde und dieser Umstand sich auf seine Psyche spiegelt, wobei er Stärke ausstrahlt und somit nicht Opfer eines Angriffs wird.
Arbeit zitieren:
Sylvio Barth, 2002, Kampfkunst in der Resozialisierung, München, GRIN Verlag GmbH
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