TU Dresden
Philosophische Fakultät
Alte Geschichte
„Unternehmer im Dienst der Römischen Republik“
Private Maschen und ein Private Maschen und ein
öffentliches Netz öffentliches Netz Administration und Notwendigkeit der
römischen Wasserversorgung als stadtstaatliche Aufgabe
Axel Siegemund
SS 2003
Inhalt
I. Vorwort 6
II. Verwaltung und Amtsführung in der Wasserversorgung 8
A Administration, Organisation und Ämterneugliederung von der Republik zur Kaiserzeit 8
B Wasserrechtliche Vorschriften 14
C Privatinteressen und öffentlicher Nutzen 17
III. Von der Quelle zum Verbraucher – technische Anlagen und Bauausführung 20
A Sextus Iulius Frontinus - ein Fachmann der öffentlichen Wasserversorgung 21
B Wasserbedarf als Indikator der Entwicklung Roms zur Weltstadt 22
C Wassererschließung und -verteilung 23
IV. Resümee 29
V. Bibliographie 31
A Quellen und Quelleneditionen 31
B Literatur 31
Bildnachweis 34
I. Vorwort
Der straff organisierte römische Staat war zur Erfüllung infrastruktureller Aufgaben im Allgemeinen auf die im Dienste der Republik selbständig arbeitenden Unternehmer angewiesen. Diese sog. publicani handelten auf Betreiben des Senats und waren später auch in der Kaiserzeit unabhängige Garanten für das Funktionieren des römischen Wirtschaftssystems. Die sich in der Hand weniger Beamter befindlichen Entscheidungsbefugnisse über den Einsatz der finanziellen Mittel des Staates machten sich diese Privatunternehmer zunutze, was soweit ging, daß sie selbst in der gesellschaftlichen Stellung mit dem Senatoren- und Ritterstand konkurrieren konnten. Während jedoch viele Bau- und Handelsmaßnahmen kontinuierlich durch das duale Wirken von Staat und Privatleuten bestimmt wurden, gab es einen Bereich, in dem sich politische Veränderungen auch auf die administrative Gestaltung niederschlugen: die stadtrömische Wasserversorgung. Hier wird besonders deutlich, daß öffentliche (Steuer-) einnahmen zur Bewältigung staatlicher Aufgaben der Erfüllung gesamtgesellschaftlicher Ziele dienen.
Der seit dem 4. Jh. v. Chr. als öffentliche Aufgabe anerkannte Wirtschaftssektor Wasserversorgung ist durch zwei Besonderheiten geprägt: Seine Lebensnotwendigkeit sorgt dafür, daß es in breiten Bevölkerungskreisen Zustimmung zum Bau von wasserwirtschaftlichen Einrichtungen mit staatlichen Mitteln gibt, die gelingende Durchführung wiederum beeinflußt das soziale Klima, besonders einer Stadt wie Rom, deren Lebensintensität durchaus mit heutigen Großstadtansprüchen vergleichbar ist.
Auch in der Wasserversorgung wurde zuerst darauf gesetzt, durch private Initiativen die Bevölkerung mit Trinkwasser beliefern zu können. Doch obwohl dieses Prinzip, hier eine Sicherheit ohne umfangreichen Einsatz staatlicher (Steuer-)Mittel zu erreichen, niemals völlig preisgegeben wurde, vollzieht die untergehende Republik doch einen Paradigmenwechsel. Mit zunehmender Einwohnerzahl nimmt auch die Aufgabendichte des Wasserversorgers – denn es ist und bleibt ein öffentlicher Betreiber der Anlagen – zu und damit wird die Finanzierung von Wassererschließung, -speicherung und -verteilung immer mehr Kostenfaktor des dann kaiserlichen Fiskus.
Die vorliegende Arbeit soll diesen Wandlungsprozeß näher beleuchten. Dabei stehen Form und Organisation der urbanen Wasserversorgung im Mittelpunkt. Es geht aber auch um das Spannungsverhältnis von Öffentlichkeit und privatem Nutzen, was zum einen die Verwendung staatlicher Gelder für Bau- und Reparaturmaßnahmen meint, zum anderen die soziopolitischen Wechselbeziehungen von Amtsträgern und Wasserbeziehern. Gab es z.B. strafrechtliche Konsequenzen für illegale Nutzer? Was bedeutete der öffentliche Dienst für Sklaven, die nun aus der Staatskasse bezahlt wurden? Welche Rolle spielte der Kaiser bei der Vergabe von Sondergenehmigungen, deren Kosten ja oft auch aus Steuermitteln bestritten wurden?
Die Beurteilung der Wasserversorgung war der römischen Administration sehr bewußt, im Vergleich mit anderen zivilisatorischen Errungenschaften stellte sie der curator aquarum Frontin in folgenden Zusammenhang, wobei er nicht mit kulturkritischen Bemerkung sparte, wenn er sich für sein Aufgabengebiet einsetzte:
„Mit einer solchen Vielzahl von unentbehrlichen und gewaltigen Wasserleitungsbauten vergleicht man die ganz offensichtlich nutzlosen Pyramiden oder andere unnütze, von den Griechen errichteten Bauwerke, und mögen die Leute noch so viel davon reden.“
In diesen Worten wird deutlich, daß das täglich selbstverständliche – und dazu gehörte Trinkwasser für den Römer wie für uns heute hinzu – mehr Beachtung finden solle, als öffentlicher Luxus. Beides ist durch die gesamte freie und unfreie Bevölkerung, ihre Finanzmittel und Arbeitskraft, errichtet, die aquis urbis romae jedoch dienen allen lebensnotwendig.
II. Verwaltung und Amtsführung in der Wasserversorgung
A Administration, Organisation und Ämterneugliederung von der Republik zur Kaiserzeit
[....]
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Axel Siegemund, 2003, Private Maschen und ein öffentliches Netz. Administration und Notwendigkeit der römischen Wasserversorgung als stadtstaatliche Aufgabe, Munich, GRIN Publishing GmbH
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