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Deutsche Sprachgesellschaften im 17. Jahrhundert

Title: Deutsche Sprachgesellschaften im 17. Jahrhundert

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Markus Wawrzynek (Author)

German Studies - Literature of History, Eras
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Der Begriff Sprachgesellschaft im engeren Sinn hat sich in der germanistischen Forschung mittlerweile als Bezeichnung für „private Sozietäten, die in der Zeit von 1617 bis 1658 in deutschsprachigen Territorien gegründet worden sind und meist noch im 17. Jh. zu bestehen aufgehört haben“, durchgesetzt. Andere treffendere, aber umständliche Bezeichnungen wie „Sprachkultivierungsgesellschaften“ (P. v. Polenz) konnten sich in der Forschungsliteratur nicht durchsetzen.
Das Ziel dieser Darstellung ist es, die wichtigsten Sprachgesellschaften und ihre Protagonisten vorzustellen, die Motive und Vorbilder für die Gründung solcher Vereinigungen aufzuzeigen und nach den Erfolgen und Wirkungen ihrer Arbeit zu fragen. Dabei kann hier jedoch nur in begrenztem Umfang auf die sogenannte Spracharbeit einzelner Grammatiker eingegangen werden. Da die deutschen Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts im Gegensatz zur florentinischen „Accademia della Crusca“ selbst keine Gemeinschaftsarbeit verfasst haben, ist ein kurzes Eingehen auf Justus Georg Schottels, Philipp von Zesens und Martin Opitz´ Arbeiten unumgänglich, um ihre Wirkung im Hinblick auf die Standardisierung der deutschen Sprache zu hinterfragen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

B) Deutsche Sprachgesellschaften im 17. Jahrhundert

I. Forschungsüberblick

II. Historischer Kontext

III. Die humanistischen Grammatiker

IV. Grammatiker innerhalb der Sprachgesellschaften

1. Christian Gueintz

2. Justus Georg Schottel

V. Die bedeutendsten Sprachgesellschaften im 17. Jahrhundert

1. Die Fruchtbringende Gesellschaft (FG)

2. Die Deutschgesinnte Gesellschaft (DG)

3. Der Pegnesische Blumenorden (PB)

VI. Wirkungen der Sprachgesellschaften

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und Wirksamkeit der deutschen Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts, analysiert deren institutionelle Vorbilder sowie den Einfluss zentraler Grammatiker auf die Standardisierung der deutschen Sprache im historisch schwierigen Kontext des Dreißigjährigen Krieges.

  • Historische Einordnung der Sprachgesellschaften in den Kontext des 17. Jahrhunderts.
  • Analyse der Rolle humanistischer Grammatiker und ihrer Sprachauffassungen.
  • Detaillierte Vorstellung der drei Hauptgesellschaften (FG, DG, PB) und ihrer Repräsentanten.
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen puristischen Bestrebungen und praktischer Spracharbeit.
  • Bewertung der indirekten Wirkungen der Sozietäten auf die Standardisierung des Deutschen.

Auszug aus dem Buch

1. Christian Gueintz

Neben Justus Georg Schottel (1612-1676) war Christian Gueintz (1592-1650) einer der bedeutendsten Grammatiker innerhalb der deutschen Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts. Beide sollen mit ihrem Schaffen hier kurz portraitiert werden, damit deutlich wird, welche Leistungen im Rahmen der Sprachvereinigungen möglich waren. An ihnen wird man auch erkennen können, wie die Sprachgesellschaften als Institution zu diesem Schaffen beigetragen haben.

Christian Gueintz wurde in der Niederlausitz geboren und war schließlich in Halle als Schulrektor tätig. Bereits 1638 reicht Gueintz (späterer Gesellschaftsname: „der Ordnende“) als Auftragsarbeit seine Grammatik „Deutscher Sprachlehre Entwurf“ bei Fürst Ludwig, dem Gründer und Vorsitzenden der Fruchtbringenden Gesellschaft (FG), ein. Diese Grammatik wurde anschließend von Opitz und Buchner und schließlich von Schottel durchgesehen und mit Anmerkungen versehen, so dass am ehesten dieses Werk als Gemeinschaftsarbeit der FG angesehen werden kann, wenngleich es nicht als solche ausgewiesen wird.

Die Darstellung ist z.T. willkürlich dichotomisch angelegt und somit unübersichtlich. Zudem beginnt mit Gueintz das ausgiebige Zitieren, dass barocke Grammatiken nur schwer lesbar macht.

Auch Gueintz konstatiert im 1. Kapitel seines Werks dem Deutschen die direkte Abkunft vom hebräischen und das damit verbundene hohe Alter. Durch seine Völligkeit (Wortreichtum) braucht es keine Fremdwörter und ist noch rein erhalten, folglich auch besser als alle anderen Sprachen.

Zusammenfassung der Kapitel

B) Deutsche Sprachgesellschaften im 17. Jahrhundert: Einleitung in den Begriff der Sprachgesellschaft und Definition des Ziels, die wichtigsten Protagonisten und Wirkungsweisen zu beleuchten.

I. Forschungsüberblick: Kritische Bestandsaufnahme der existierenden Forschungsliteratur, die Defizite in der linguistisch orientierten Darstellung aufzeigt.

II. Historischer Kontext: Erläuterung der soziopolitischen Lage des 17. Jahrhunderts, insbesondere der Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges als Impulsgeber für die Sprachpflege.

III. Die humanistischen Grammatiker: Darstellung der Bemühungen, das Deutsche durch Herkunftsmythologien als "HaubtSprache" zu legitimieren.

IV. Grammatiker innerhalb der Sprachgesellschaften: Porträt der Spracharbeit von Christian Gueintz und Justus Georg Schottel sowie deren unterschiedliche methodische Ansätze.

V. Die bedeutendsten Sprachgesellschaften im 17. Jahrhundert: Detaillierte Betrachtung der Fruchtbringenden Gesellschaft, der Deutschgesinnten Gesellschaft und des Pegnesischen Blumenordens.

VI. Wirkungen der Sprachgesellschaften: Analyse der indirekten Bedeutung der Sozietäten für die Standardisierung des Deutschen und deren Rolle als Vorläufer der Aufklärungsakademien.

Schlüsselwörter

Sprachgesellschaften, 17. Jahrhundert, Sprachnorm, Fruchtbringende Gesellschaft, Deutschgesinnte Genossenschaft, Pegnesischer Blumenorden, Christian Gueintz, Justus Georg Schottel, Sprachstandardisierung, Purismus, Barock, Sprachgeschichte, Grammatikschreibung, Philipp von Zesen, Kulturpatriotismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Entstehung, Struktur und Wirkung der deutschen Sprachgesellschaften im 17. Jahrhundert unter Berücksichtigung ihrer soziokulturellen Hintergründe.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themenfelder umfassen die Geschichte der Sprachpflege, die Rolle einflussreicher Grammatiker, den Umgang mit Fremdwörtern und die Versuche der sprachlichen Standardisierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die wichtigsten Sprachgesellschaften und ihre Protagonisten vorzustellen, die Motive für deren Gründung zu analysieren und deren Einfluss auf die Etablierung des Deutschen als Schriftsprache kritisch zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und sprachhistorische Analyse, die auf der Auswertung von Quellen (Gründungsmanifesten, Grammatiken) und moderner Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des historischen Kontexts, die Vorstellung der humanistischen Grammatiker, eine Detailbetrachtung führender Gesellschaften sowie die Evaluation der linguistischen Leistungen der Mitglieder.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sprachgesellschaften, Standardisierung, Purismus, Fruchtbringende Gesellschaft und historische Sprachgeschichte des 17. Jahrhunderts.

Inwiefern unterschied sich die Arbeitsweise von Justus Georg Schottel von der seines Rivalen Christian Gueintz?

Während Gueintz den Anomalisten zuzuordnen ist und sich stark am Sprachgebrauch orientierte, präferierte Schottel eine analytisch hergeleitete Kunstsprache als hochdeutsche Schriftsprache.

Warum wird der "Pegnesische Blumenorden" im Text als Beispiel für eine eher wirkungsarme Gesellschaft genannt?

Trotz literarischer Aktivitäten fehlte dem Orden eine konsequente, auf Standardisierung gerichtete Ausrichtung, die über lokale oder rein gesellige Zwecke hinausging.

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Details

Title
Deutsche Sprachgesellschaften im 17. Jahrhundert
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Germanistik)
Course
Sprachnorm
Grade
2,0
Author
Markus Wawrzynek (Author)
Publication Year
2000
Pages
20
Catalog Number
V19089
ISBN (eBook)
9783638233019
ISBN (Book)
9783656203940
Language
German
Tags
Deutsche Sprachgesellschaften Jahrhundert Sprachnorm
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Wawrzynek (Author), 2000, Deutsche Sprachgesellschaften im 17. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19089
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