Seminar
Planungssoziologie: Sicherheit im öffentlichen Raum Sommersemester 2003
Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum - hängt Unsicherheit im
öffentlichen Raum mit fehlender sozialer Kontrolle zusammen?
Felix Scholzen
1 von 18
Seminar Planungssoziologie: Hängt Unsicherheit im öffentlichen Raum mit fehlender sozialer Kontrolle zusammen?
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 2
2. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG: „SICHERHEITSGEFÜHL UND
KRIMINALIT ÄTSBEWERTUNG“ 2
2.1 DER BEGRIFF SICHERHEITSGEFÜHL 2
2.2 EINSCHÄTZUNG DER SICHERHEIT IN DER „EIGENEN GEGEND“ 3
2.3 GRÜNDE FÜR UNSICHERHEIT. 3
2.4 SICHERHEITSGEFÜHL BEI NACHT IN DER „EIGENEN GEGEND“ 5
3 SOZIALE KONTROLLE UND ABWEICHENDES VERHALTEN. 5
3.1 UNSICHERHEIT IM ÖFFENTLICHEN RAUM WIR .U A. DURCH ABWEICHENDES
VERHALTEN VERURSACHT 7
3.2 SOZIALE KONTROLLE SOLL ABWEICHENDES VERHALTEN VERHINDERN BZW.
EINSCHR ÄNKEN 8
3.3 MANGELNDE SOZIALE KONTROLLE IN MODERNEN GROßSTÄDTEN? 9
3.4 GROßSTADTSPEZIFISCHE PROBLEME IN HINBLICK AUF SOZIALE KONTROLLE UND
ABWEICHENDES VERHALTEN 12
4. FAZIT 16
5. LITERATURVERZEICHNIS 18
2 von 18
Seminar Planungssoziologie: Hängt Unsicherheit im öffentlichen Raum mit fehlender sozialer Kontrolle zusammen?
1. Einleitung
Zunächst möchte ich den Begriff Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum anhand einer Befragung („Sicherheitsgefühl und Kriminalitätsbewertung“) kurz darstellen und konkretisieren. Daraufhin soll eine Analyse der Zusammenhänge Sicherheitsgefühl, bzw. Unsicherheit und soziale Kontrolle erfolgen. Daraus resultiert die Diskussion, inwieweit Sicherheitsgefühl mit sozialer Kontrolle zusammenhängt und wodurch diese soziale Kontrolle gegebenenfalls beeinträchtigt sein kann. In die Diskussion sollen die empirisch gewonnenen Ergebnisse der Befragung sowie Beiträge der Teilnehmer des Seminars einfließen.
2. Empirische Untersuchung: „Sicherheitsgefühl und Kriminalitätsbewertung“
Bei dieser Erhebung handelt es sich um eine vom EMNID-Institut im Auftrag des Bundesinnenministeriums 1998 durchgeführte Befragung. Die Grundgesamtheit bildete die in Privathaushalten lebende Gesamtbevölkerung Deutschlands im Alter ab 14 Jahren. Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland konnten bei der Befragung nur bei ausreichenden Deutschkenntnissen berücksichtigt werden. Die Stichprobe wurde in einem geschichteten, dreistufigen Zufallsauswahlverfahren ermittelt („Random-Route-Auswahl“).
Im Zeitraum 28. September bis 23. November 1998 wurden im Westen Deutschlands 2023 Personen und in den ostdeutschen Bundesländern 2064 Personen befragt. 1 Damit ist die Befragung repräsentativ für die in Deutschland lebende Bevölkerung.
2.1 Der Begriff Sicherheitsgefühl
Der Begriff „Sicherheitsgefühl“ bzw. negativ formuliert als „Bedrohtheitsgefühl“ setzt sich zusammen aus irrationalen Stimmungen und Ängsten. Diese werden erzeugt beispielsweise durch Medienberichte sowie durch rationale Erfahrungs- und Informationsverarbeitung, d.h. persönliche Erfahrungen mit Kriminalität oder auch solche Erfahrungen im persönlichen Umfeld (Familie, Freunde, Bekannte). Das gesellschaftliche Phänomen „Sicherheitsgefühl“ kann also nicht mit der tatsächlichen Sicherheitslage gleichgesetzt
1 Dörmann, Uwe, Remmers, Martin 2000: Sicherheitsgefühl und Kriminalitätsbewertung. Neuwied. S.3
3 von 18
Seminar Planungssoziologie: Hängt Unsicherheit im öffentlichen Raum mit fehlender sozialer Kontrolle zusammen? werden, ist aber dennoch ernst zu nehmen, da es das gesamte Sozialverhalten und die Lebensqualität beeinflusst (Dörmann, Remmers 2000: 1). In der Befragung wurde versucht sich dem Begriff des „Sicherheitsgefühls anhand verschiedener Fragestellungen zu nähern.
2.2 Einschätzung der Sicherheit in der „eigenen Gegend“ Für wie sicher schätzen Sie Ihre Gegend ein?
Zunächst wurde als Grundfrage der Befragung die Einschätzung der Sicherheit in der „eigenen Gegend“ erhoben. Als Antwortalternativen standen zur Verfügung: „sehr sicher“, „ziemlich sicher“, „ziemlich unsicher“, „sehr unsicher“. In Ostdeutschland antworteten 80% der Befragten mit „sehr sicher“ und „ziemlich sicher“, im Westen waren es 83%, die mit „sehr sicher“ und „ziemlich sicher“ antworteten. Hinsichtlich der demographischen Antwortstrukturen bleibt festzuhalten, dass sich Frauen lediglich geringfügig stärker verunsichert fühlen als Männer. Ältere Menschen (ab 60 Jahren) fühlen sich ebenfalls nur geringfügig unsicherer als Jüngere (Dörmann, Remmers 2000: 28).
2.3 Gründe für Unsicherheit
Im Weiteren sind Personen, die vorher nicht mit „sehr sicher“ geantwortet haben nach konkreten Gründen für Unsicherheit befragt worden. Die Nennungen sind noch einmal nach Ost- und Westdeutschland aufgegliedert. Allerdings sind aus dieser Aufgliederung keine, für diese Arbeit wesentlichen Unterschiede festzustellen. Folgende Gründe wurden genannt: Schlechte Beleuchtung/dunkle Ecken, Schmutz/Müll, Betrunkene/“Penner“, andere „herumlungernde Personen“, aufdringliches Betteln, beschädigte oder beschmierte Häuser oder Fahrzeuge, Passanten werden beschimpft, angepöbelt oder „angemacht“,
4 von 18
Seminar Planungssoziologie: Hängt Unsicherheit im öffentlichen Raum mit fehlender sozialer Kontrolle zusammen? Rauschgiftkonsum oder -Handel in der Öffentlichkeit, Schlägereien auf der Straße, Einbrüche in Wohnungen oder Geschäfte, Überfälle (Dörmann, Remmers 2000: 31). Alle genanten Gründe, außer Einbrüchen, spielen sich im öffentlichen Raum ab. Im weiteren werde ich diese Unsicherheitsfaktoren noch eingehender untersuchen. Zu den Faktoren: aufdringliches Betteln, Vandalismus, Anpöbeln, Rauschgiftkonsum und -handel in der Öffentlichkeit sowie Überfällen wurde weiter gefragt, inwieweit diese wahrgenommen werden. Die Antworten sind differenziert nach politischer Ortsgröße (bis unter Zwanzigtausend, bis unter Hunderttausend, bis unter Fünfhunderttausend und über Fünfhunderttausend). Im Ergebnis zeigt sich auffällig, dass es einen starken Unterschied in der Wahrnehmung dieser Unsicherheitsfaktoren gibt, verglichen zwischen kleinsten und kleinen Gemeinden (politische Ortsgröße bis unter Zwanzigtausend) und den Großstädten (über fünfhunderttausend Einwohner). Bei den, von der Größe dazwischen liegenden Gemeinden und Städten kann man zumeist auch die Tendenz beobachten, dass dort Unsicherheitsfaktoren stärker wahrgenommen werden als in den Gemeinden mit weniger als zwanzigtausend Einwohnern, jedoch wird dort nicht durchgängig eine Tendenz in der Richtung deutlich, dass es mit zunehmender Größe eine verstärkte Wahrnehmung von Unsicherheitsfaktoren gibt, zumindest nicht in dem eindeutigen Maße, wie es der Vergleich der beiden Pole der Skala zeigt (Dörmann, Remmers 2000: 36ff). Man sollte allerdings berücksichtigen, dass eine Einteilung der Gemeinden und Städte der Größenordnung zwanzigtausend bis fünfhunderttausend in zwei Klassen zu recht heterogenen Klassen führen wird. Beispielsweise werden in Trier, aufgrund des räumlichen Umfelds und dort herrschender Strukturen ganz andere Bedingungen herrschen als in Erlangen (das in etwas gleich groß ist), ebenso der Vergleich Regensburg -Recklinghausen. Außer der relativen Anzahl der Nennungen liegen zu diesem Item auch keine weiteren statistischem Maße vor, so dass eine Interpretation der Ergebnisse in diesem Bereich sicherlich mit Bedacht vorzunehmen ist. Das Phänomen der divergierenden Wahrnehmung von Gründen, die zu Unsicherheit führen, abhängig von der politischen Ortsgröße, soll im weiteren noch näher untersucht werden.
Arbeit zitieren:
Felix Scholzen, 2003, Sicherheit im öffentlichen Raum - hängt Unsicherheit im öffentlichen Raum mit fehlender sozialer Kontrolle zusammen?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Eine Darstellung der gegenwärtigen Diskussion über Hilfe und Kontrolle...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 25 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Felix Scholzen hat den Text Sicherheit im öffentlichen Raum - hängt Unsicherheit im öffentlichen Raum mit fehlender sozialer Kontrolle zusammen? veröffentlicht
Felix Scholzen hat einen neuen Text hochgeladen
Hessisches Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (HSOG)
Kommentar. Rechtsstand: Juni 2...
Gerhard Hornmann
Qualität in der Sozialen Arbeit
Zwischen Nutzerinteresse und K...
Christof Beckmann, Hans-Uwe Otto, Martina Richter, Mark Schrödter
Theologische Vernunft - Politische Vernunft. Religion im öffentlichen ...
Raison théologique - raison po...
Benoît Bourgine, Thomas Eggensperger, Pierre-Yves Materne
Die Besetzung des öffentlichen Raumes
Politische Plätze, Denkmäler u...
Rudolf Jaworski, Peter Stachel
Kunst im öffentlichen Raum Steiermark. Art in Public Space Styria
Projekte / Projects 2007-2008
Werner Fenz, Evelyn Kraus, Birgit Kulterer
Öffentliche Kunst, Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich, Band 9...
Katharina Blaas-Pratscher, Jonathan Quinn, Christopher Roth, David Westacott
Kunst im öffentlichen Raum in der SteiermarkArt in Public Space Styria
Projekte / Projects 2009
Birgit Kulterer, Evelyn Kraus, Werner Fenz
Soziale Sicherheit - Soziale Unsicherheit
Festschrift für Erwin Murer zu...
Gabriela Riemer-Kafka, Alexandra Rumo-Jungo
0 Kommentare