Universität Koblenz-Landau, Abteilung Landau Institiut für Musik und Musikwissenschaft, SS 2002 Proseminar: Beethovens Symphonien
Joachim Dieterich
Beethovens Eroica Analyse des 2. Satzes
Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS....................................................................................................... 2
EINLEITUNG 3
ENTSTEHUNG DER 3. SINFONIE. 3
HISTORISCHER HINTERGRUND 3
DER “NEUE WEG 6
FORMALER AUFBAU DER 3. SINFONIE 7
AUFBAU DES 2. SATZES. 8
TRAUERMARSCH - EINE DEFINITION. 8
ANALYSE DES 2. SATZES 9
LITERATURVERZEICHNIS 17
2
Einleitung
In dieser Ausarbeitung, die sich mit der 3. Sinfonie in Es-Dur (Eroica), op. 55 von Beethoven beschäftigt, werde ich zunächst versuchen, den historischen Hintergrund aufzuzeigen, der von elementarer Wichtigkeit für die Konzeption des Werkes war.
Danach werde ich anhand einiger Beispiele aufzeigen, was mit dem „Neuen Weg“, den Beethoven mit der Eroica beschritt, gemeint ist.
Nach einer kurzen Darstellung des Aufbaus der Sinfonie und speziell des Trauermarsches folgt der Hauptteil dieser Arbeit, die Analyse und Interpretation des Trauermarsches.
Entstehung der 3. Sinfonie
Entstehungszeit: von 1789 bis 1803 Erstaufführung: privat, im August 1804, öffentlich 7.April 1805 (20. Januar 1804, Wien) Veröffentlichung: 1806, Wiener Kunst- und Industriekontor, Wien Widmung: Fürst Lobkowitz
Historischer Hintergrund
Die Arbeit an der 3. Sinfonie hat Beethoven wahrscheinlich Ende des 18. Jahrhunderts begonnen. 1789 soll ein französischer Gesandter, Graf Bernadotte, bei Beethoven die Idee geäußert haben, eine
3
Sinfonie zur Verherrlichung Bonapartes zu schreiben. Doch ist ungewiss, ob dies auch tatsächlich der Impuls für Beethoven war, die Sinfonie zu schreiben. 1
Karl Nef stellt Graf Bernadotte als Vater der Eroica in Frage, da Bernadotte schärfster Nebenbuhler Napoleons war.
Als 1801 und 1802 klar wurde, dass die Ertaubung Beethovens nicht mehr abwendbar war, dürfte dies gewichtiger für die Interpretation sein, als die politischen Umstände. Auch gibt es die Hypothese, dass die Arbeit an der Sinfonie und an anderen Werken (z.B.: Klaviervariationen op. 34 und op.35) Bestandteil der Selbsttherapie waren, mit der Beethoven seine schwere Lebenskrise überwand, die auch von Selbsttötungsabsichten begleitet waren. Ein anderes wichtiges Seitenstück, das parallel zur Sinfonie entstand und sich mit den persönlichen Problemen Beethovens auseinander setzt, ist das Heiligenstädter Testament. Es kann daher auch zur Interpretation herangezogen werden.
1806 wurde die Eroica dann erstmals gedruckt. Daraus könnte man schliessen, dass sie erst kurz davor endgültig fertiggestellt wurde. Zwar wurde sie schon ab Mitte 1804 mehrmals aufgeführt, doch ist anzunehmen, dass Beethoven diese Aufführungen nutzte, um die Sinfonie weiter zu verbessern.
Eine Besonderheit in dieser Sinfonie ist der Trauermarsch, der hier zum ersten Mal in einer Sinfonie Beethovens auftaucht. Hierzu gibt es auch mehrere Hypothesen.
Dr. Bertolini, ein Arzt Beethovens, behauptete, der Trauermarsch sei wegen des angeblichen Todes von Lord Nelson in der Schlacht von Aboukir im Juni 1798 geschrieben worden. In einer anderen Quelle meinte der gleiche Bertolini, dass der Trauermarsch wegen des Todes eines englischen Generals namens Abercromby, der in der Schlacht von Alexandria im März 1801 verwundet wurde und kurz darauf starb, geschrieben wurde. 2
Interessant ist, dass erste Andeutungen zum Trauermarsch erstmals in einer Skizze aus dem Jahre 1801 auftauchen. Es wäre also durchaus denkbar, dass Bertolini mit der Behauptung, der Trauermarsch sei auf Abercrombys Tod geschrieben, recht hat.
Beethoven selbst machte keine Angaben, warum er den Trauermarsch in die Sinfonie eingefügt hat, zumindest sind keine Niederschriften bekannt.
1 Vgl. Nef, Karl, Die Neun Sinfonien Beethovens, Breitkopf & Härtel, Leipzig 1928, S. 61
2 Vgl. Nef, Karl, Die Neun Sinfonien Beethovens, Breitkopf & Härtel, Leipzig 1928, S. 61
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Arbeit zitieren:
Joachim Dieterich, 2003, Der 2. Satz in Beethovens III. Sinfonie in Es-Dur (Eroica), op. 55 - eine Analyse, München, GRIN Verlag GmbH
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