Im Rahmen der vorliegenden Arbeit werden Möglichkeiten der Deckung von Arbeitskräftebedarf innerhalb verschiedener Arbeitsmarktsegmente dargelegt. Die angestellten Überlegungen sind von aktueller Bedeutung, da in den letzten Jahren die Beschäftigungspolitik großer einflussreicher Unternehmen darin bestand, relativ hoch qualifizierte und flexible Arbeitskräfte auf dem externen Arbeitsmarkt zu rekrutieren und in ihre Belegschaft dauerhaft zu integrieren, vor allem um sich dem technischen Fortschritt anzupassen und Know-how zu besitzen. Hinzu kommen Überlegungen, andere Wege als die herkömmliche externe Beschaffung und anschließende interne Stabilisierung einzuschlagen. Aus diesem Grund soll gezeigt werden, welche Einflussfaktoren hauptsächlich die Firmenentscheidung beeinflussen.
Zunächst werden die betriebliche Beschäftigungspolitik und deren Ziele erläutert. Daran anschließend wird eine kurze Abhandlung über die historische Entwicklung interner Arbeitsmärkte in Kapitel 4 dargestellt. Den theoretischen Hintergrund von Segmentationstheorien interner und externer Arbeitsmärkte umfasst Kapitel 5. Im Anschluss werden die Einflussfaktoren auf die Entscheidung der Firmen über den Arbeitskräfteeinsatz diskutiert und für die einzelnen Segmente zusammengefasst.
Für alle nachfolgenden Kapitel wird bestehende Arbeitskräftenachfrage seitens des Unternehmens vorausgesetzt und der Staat als Arbeitsnachfrager nicht mit einbezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die betriebliche Beschäftigungspolitik
3 Ziele der betrieblichen Beschäftigungspolitik
4 Die historische Entwicklung interner Arbeitsmärkte
5 Segmentationstheorien interner und externer Arbeitsmärkte
5.1. Institutionalistischer Ansatz
5.2. Das Warteschlangenmodell
5.3. Vertragstheoretischer Ansatz
5.4. Betriebszentrierter Segmentationsansatz
5.5. Synthetischer Ansatz
6 Einflussfaktoren auf die Firmenentscheidung
6.1. Interner Arbeitsmarkt
6.2. Externer Arbeitsmarkt
7 Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Ausrichtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entscheidungsprozesse von Unternehmen bei der Besetzung von Arbeitskräften und analysiert dabei das Spannungsfeld zwischen der Nutzung interner und externer Arbeitsmarktsegmente. Das zentrale Ziel besteht darin, die wesentlichen Einflussfaktoren auf diese Firmenentscheidung unter Berücksichtigung verschiedener theoretischer Ansätze der Arbeitsmarktsegmentation zu identifizieren und zu erläutern.
- Grundlagen der betrieblichen Beschäftigungspolitik und ihrer Zielsetzungen.
- Historische Genese und theoretische Modelle zur Erklärung interner Arbeitsmärkte.
- Analyse von Einflussfaktoren wie Kosten, Qualifikationsanforderungen und Unternehmensstrategie.
- Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile von interner versus externer Personalbeschaffung.
Auszug aus dem Buch
5.1. Institutionalistischer Ansatz
Der institutionalistische Ansatz – auch als Wirtschaftsdualismusthese bezeichnet – geht auf die Amerikaner Peter Doeringer und Michael Piore zurück. Anfang der 1970er Jahre formulierten sie das Konzept des dualen Arbeitsmarktes. Sie unterteilten diesen in den internen und externen Teilarbeitsmarkt und stützten sich bei ihren empirischen Untersuchungen nachträglich auf den bereits 1954 von Clark Kerr aufgestellten Segmentationsansatz.
C. Kerr ging davon aus, dass die Gesamtheit des Arbeitsmarktes durch formelle und informelle institutionelle Gegebenheiten, die als Zutrittsbeschränkungen untereinander funktionieren, geprägt wird und deshalb in drei Teilarbeitsmärkte segmentiert werden kann:
1. (betriebs-)interne Arbeitsmärkte mit der eigenen Unterteilung in
a. berufsbezogene, sog. „craft labour markets“ und
b. betriebsinterne, „plant labor markets“
2. externe (offener) Arbeitsmarkt, der als Arbeitskräftereservoir für die internen Arbeitsmärkte dient.
Die Strukturunterschiede zwischen den beiden internen Arbeitsmärkten erklärt Kerr mit verschiedenen Mobilitätspfaden bzw. -hemmnissen und Lohnsetzungsmechanismen. Innerhalb der unternehmenseigenen Hierarchie bestehen im betriebsinternen Arbeitsmarkt Mobilitätsketten. Im berufsbezogenen Segment sind dagegen Arbeitsplatzwechsel, z.B. innerhalb einer gewerkschaftlich organisierten Berufsgruppe, nicht zwangsläufig mit hierarchischen Auswirkungen verbunden. Es existieren neben vertikalen demnach auch horizontale Mobilitäten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz der Personalbeschaffung dar und legt dar, welche Einflussfaktoren die Entscheidung zwischen internen und externen Arbeitsmärkten prägen.
2 Die betriebliche Beschäftigungspolitik: Hier werden die Grundlagen der Personalplanung, Zeiträume der Beschäftigungspolitik und die Zielsetzung der optimalen Ressourcennutzung erläutert.
3 Ziele der betrieblichen Beschäftigungspolitik: Das Kapitel definiert die drei Hauptziele: Kostenminimierung, Flexibilisierung des Personaleinsatzes und die Stabilisierung der Beschäftigten.
4 Die historische Entwicklung interner Arbeitsmärkte: Es wird dargelegt, wie Industrialisierung und Qualifikationsproblematiken zur Bildung der ersten internen Arbeitsmarktsegmente führten.
5 Segmentationstheorien interner und externer Arbeitsmärkte: Dieses Kapitel vergleicht theoretische Erklärungsansätze wie den institutionalistischen Ansatz, das Warteschlangenmodell und weitere Segmentationstheorien.
6 Einflussfaktoren auf die Firmenentscheidung: Hier werden die konkreten Kriterien wie Rekrutierungskosten, Qualifikationsprofile und Unternehmensposition für die Wahl des Beschaffungsweges diskutiert.
7 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Erkenntnisse über die Komplexität betrieblicher Personalentscheidungen und künftiger Entwicklungen bei der Arbeitsmobilität.
Schlüsselwörter
Arbeitsmarktsegmentation, Personalbeschaffung, interner Arbeitsmarkt, externer Arbeitsmarkt, Humankapital, Beschäftigungspolitik, Qualifikationsanforderungen, Stammbelegschaft, Randbelegschaft, Personalentwicklung, Lohnsetzungsmechanismen, Personalmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Entscheidungsgrundlagen von Unternehmen bei der Deckung ihres Arbeitskräftebedarfs und hinterfragt, warum Firmen sich für die Rekrutierung auf internen oder externen Arbeitsmärkten entscheiden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung interner Arbeitsmärkte, verschiedene theoretische Segmentationsmodelle, sowie die vielfältigen betriebswirtschaftlichen Einflussfaktoren auf die Personalauswahl.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, welche ökonomischen und strukturellen Faktoren die Entscheidung der Firmen über den Arbeitseinsatz maßgeblich beeinflussen und wie diese in einem komplexen Entscheidungskalkül zusammenwirken.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der kritischen Auseinandersetzung mit etablierten segmentationstheoretischen Ansätzen, ergänzt durch grafische Darstellungen von Lohn- und Produktivitätsentwicklungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung theoretischer Erklärungsmodelle (z.B. Doeringer/Piore, Thurow) und eine detaillierte Diskussion konkreter Einflussfaktoren wie Kosten, Unternehmensimage und Qualifikationsspezifität.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Arbeitsmarktsegmentation, Personalbeschaffung, Humankapitaltheorie sowie die Unterscheidung zwischen Stamm- und Randbelegschaft.
Welche Rolle spielt der Begriff des „Humankapitals“ in den untersuchten Modellen?
Das Humankapital ist zentral, da die Spezifität von Qualifikationen und die Investition in betriebsspezifische Fähigkeiten maßgeblich bestimmen, ob ein Unternehmen eher auf interne Entwicklung oder externe Rekrutierung setzt.
Wie beeinflusst die konjunkturelle Lage die betriebliche Weiterbildung?
Die Arbeit zeigt anhand empirischer Daten auf, dass Unternehmen bei guter Ertragslage eher in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren, während diese Maßnahmen in Rezessionsphasen deutlich reduziert werden.
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- Detlef Armin Kube (Autor), 2003, Die Entscheidung der Firmen über den Arbeitseinsatz (intern vs. extern), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19199