1 Einleitung 2
2 Erste Schritte 2
3 Wohle der Frau 3
4 Auswirkungen der Gesetzesänderungen 4
5 Eigentums und Rechtlosigkeit der Frau in der bürgerlichen
Gesellschaft der Weimarer Republik 5
6 Frauen im Nationalsozialismus 6
7 Offizielle Leitbilder der 50er und 60er Jahre 7
8 Neuorientierung in den 70er und 80er Jahren 8
9 Die Gegenwart 9
10 Zeittafel 11
11 Literaturverzeichnis 13
1. Einleitung
Die tief greifenden Veränderungen i n der Rolle der Frau, ihrem Selbstverständnis und ihrer Lebenssituation gehören zu den gravierenden gesellschaftlichen Umbrüchen dieses Jahrhunderts in Deutschland und anderen Industriestaaten. Ich werde mich im Folgenden mit den Anfängen der Frauenbewegung in Deutschland, der sozialen Situation der Frauen im 20. Jahrhundert und den verschiedenen Leitbildern für Frauen bis zur Gegenwart beschäftigen. Einen wichtigen Faktor auf dem Weg zur Gleichstellung spielen die verschiedenen Gesetzesänderungen, die ich im Einzelnen erwähnen werde.
2, Erste Schritte
Die sich in Deutschland seit 1840 entwickelnde organisierte Frauenbewegung ist Teil eines jahrhundertelangen gesellschaftlichen Emanzipationsprozesses, der in den Epochen von Renaissance und Reformation entstand und im Zeitalter der Aufklärung einen gewaltigen Fortschritt erfuhr, besonders hinsichtlich der Formulierungen von Rechtsprinzipien. Denn selbst von den amerikanischen und französischen Menschenrechtserklärungen von 1776 bzw. 1789 waren Frauen ausgeschlossen 1 . Frauen hatten sich auf den privaten Wirkungskreis zu beschränken:“ Außer dem Hause ist sie immer lächerlich und einer gerechten Kritik ausgesetzt“ 2 . Diese Aussage stammt von Jean-Jacques Rousseau 1762, der die „geschlechtspezifische Arbeitsteilung und die Rechtsmündigkeit der weiblichen Bevölkerung als naturgegeben“ 3 hinnahm.
Die kontinuierliche Entwicklung der deutschen Frauenbewegung beginnt 1865 mit der Gründung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (ADF) 4 ; für die erste Generation, bis in die 90er Jahre, steht die `Bildungs- und Erwerbsfrage` im Vordergrund. In den 90er Jahren bildet sich in der deutschen Frauenbewegung auch ein radikaler Flügel, der um die Jahrhundertwende tonangebend wird. Die
1
Informationen zur politischen Bildung, Heft 254: Frauen in Deutschland. Auf dem Weg zur Gleichstellung. München: Franzis-Druck GmbH, März 1997, S.4
2
Jean-Jacques Rousseau, franz. Philosoph, in „Emile“ 1762
3
Informationen zur politischen Bildung, Heft 254, a.a.O., S.4
4
Schenk, Herrad: Die feministische Herausforderung. 150 Jahre Frauenbewegung in Deutschland. München: C.H. Beck, 4., unveränderte Auflage.1988, S. 22
radikalen Frauen bringen neue Probleme zur Sprache: die Situation der Prostituierten(`Sittlichkeitsfrage`), die gesellschaftliche Stellung der ledigen Mütter und allgemeine Fragen der Sexualmoral (`Neue Ethik`) 5 .
Am 15.05.1908 trat die Vereinsfreiheit für Frauen in Kraft, auf welche die Frauen und mit ihnen die Links- und Mittelparteien schon lange Jahre hinzuwirken versucht hatten und Frauen somit Parteimitglieder werden konnten, ohne jedoch wählen oder gewählt werden zu können! 6 Die Vielzahl von Vereinen bot in jener Zeit ein recht verwirrendes Bild.
Durch die Radikalen wird die Kampagne für das Frauenwahlrecht gestartet, die die Zeit vor dem ersten Weltkrieg bestimmt.
3. Gesetzesänderungen zum „Wohle der Frau“
Mit der 1918 eingeführten Republik wurde der weiblichen Bevölkerung nun endgültig auch die formale politische Gleichberechtigung ermöglicht. Am 12. November 1918 verkündete der Rat der Volksbeauftragten im Reichsgesetzblatt Nr.153, dass „alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen“ wahlberechtigt seien 7 .
Bei der Wahl zur Nationalversammlung 1919 wurde eine Wahlbeteiligung von 82% verzeichnet und 41 weibliche Abgeordnete wurden gewählt. Das war ein Frauenanteil von 9,6%. 8 Die Weimarer Republik hatte in ihren Anfängen damit eine enorm hohe Wahlbeteiligung und ein hervorragendes Ergebnis für die Frauen zu verzeichnen. Dieser relativ hohe Frauenanteil im ersten Parlament wurde allerdings erst wieder 1983 im 10. Bundestag mit 9,8% erreicht 9 . Damals befassten sich die Politikerinnen, wie auch noch überwiegend heute, mit den typisch „weiblichen“ Politikfeldern, der Sozial- und Kulturpolitik. Sie erreichten in der Zeit der Weimarer
5
Schenk, Herrad, a.a.O., S. 22
6
Nave-Herz, Rosemarie: Die Geschichte der Frauenbewegung in Deutschland.Opladen: Leske+Budrich, 4., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, S.39 Informationen zur politischen Bildung, Heft 254, a.a.O., S.11.
8 Landeszentrale für politische Bildung Baden-Würtemberg: Unsere Stadt braucht Frauen- Unser Kreis braucht Frauen. Dokumentation. Stuttgart: 1996 URL:
9
Kuhn, Anette (Hrsg.): Die Chronik der Frauen. Dortmund, 1992, S.434 ff.
Republik einige durchgreifende Reformen, die für das tägliche Leben der Frauen von großer Bedeutung waren.
Ø 1922 Jugendwohlfahrtsgesetz, es regelte die Jugendfürsorge und die Amtsvormundschaft für uneheliche Kinder Ø 1924 Garantie der Sozialversicherung für Heimarbeiterinnen Ø 1926 Milderung der Abtreibungsstrafe Ø 1927 Gesetz für Mutterschutz und Wöchnerinnenfürsorge 10
4. Auswirkungen der Gesetzesänderungen
Die Verhältnisse für die Frauen entwickelten sich in der Weimarer Republik zunächst nicht ungünstig. Zumindest den hochqualifizierten Frauen standen mehr Chancen offen als im Kaiserreich. Die Studentinnenzahlen nahmen zu; 1918 erhielten die Frauen das Habilitationsrecht und 1928 gab es in Deutschland bereits 44 Professorinnen 11 .
An Volks- und Mittelschulen wurden 1926/27 etwa gleich viele männliche und weibliche Schüler unterrichtet. An Berufsschulen lag der Anteil der Frauen bei ca.60 %. An Höheren Schulen gab es eine deutliche Dominanz der männlichen Schüler (etwa 67% der Gesamtzahl), die sich an wissenschaftlichen Hochschulen noch auf bis zu 90 % steigerte. Der Unterricht fand, bis auf die Hochschulen, nach Geschlechtern getrennt statt. Die Zulassung der Frauen zum Studium wurde erst 1908 erreicht und seit 1918 standen ihnen alle akademischen Berufe (die juristischen erst ab 1922) offen. 12 Zwischen 1882 und 1925 stieg der Anteil weiblicher Erwerbstätiger insgesamt von 24% auf 36%. Allein zwischen 1925 und 1929 erhöhte sich die Anzahl krankenversicherter Frauen um 20%. Zwischen 1907 und 1925 stieg die Gesamtzahl der Lohnarbeiterinnen in Industrie und Handwerk um 48%. Besonders hervorzuheben ist die Expansion des tertiären Sektors: Die Angestelltentätigkeiten
10
Kuhn, Anette (Hrsg.): Die Chronik der Frauen. a.a.O., S.437
11
Winkler/ Cammann (Hrsg.): Weimar. Ein Lesebuch zur deutschen Geschichte 1918-1933. 3.Auflage. München: Beck, 1999, S.154.
12 Spiekermann, S.: Weimarer Republik. URL:
http://www.altenforst.de/faecher/litera/keun/zeitg/weimrep.htm [Stand: 16. Juni 2003]
Quote paper:
Dagny Speeck, 2003, Frauenbewegung in Deutschland - Auf dem Weg zur Gleichstellung, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Die alte und neue Frauenbewegung in Deutschland
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 31 Pages
Die Frauenbewegung in den 1920er Jahren
Pedagogy - History of Pedagogy
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 13 Pages
Über Verhalten in direkter Kom...
Sociology - Classics and Theoretical Directions
Presentation (Elaboration), 17 Pages
Anarchismus als Idee der herrschaftsfreien Gesellschaft
Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 32 Pages
Die Neue Frauenbewegung: ein historischer Überblick und eine Analyse ...
Termpaper, 20 Pages
Das Kastensystem im Hinduismus
Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 28 Pages
Erziehungsmittel und Erziehungsziele in der schwarzen Pädagogik
Pedagogy - History of Pedagogy
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 14 Pages
Vergleich der Strukturkategorien Klasse und Geschlecht als Indikatoren...
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 17 Pages
Antipädagogik - Positionen und Kritik
Pedagogy - Science, Theory, Anthropology
Intermediate Diploma Thesis, 37 Pages
Die deutsche Frauenbewegung und die Stimmrechtsfrage
History Europe - Germany - Modern History
Termpaper, 32 Pages
Politik im Schatten des Kreuzes - Der Kreuzzug in den Beziehungen zwis...
History Europe - Other Countries - Middle Ages, Early Modern Age
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 23 Pages
Frauenhandel und Heiratsmigration. Ein Überblick der deutschsprachigen...
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 23 Pages
Geschlechtsunterschiede in der Lesekompetenz - Ursachen und Fördermögl...
German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 27 Pages
"Wir alle spielen Theater" - Wie die menschliche Tragödie ge...
Sociology - Classics and Theoretical Directions
Termpaper, 13 Pages
Dagny Speeck has published the text Frauenbewegung in Deutschland - Auf dem Weg zur Gleichstellung
Dagny Speeck has uploaded a new text
Outdoor. Deutschland Frankreich: Pfälzerwald-Vogesen-Weg
Der Weg ist das Ziel
Hans Hönl, Sebastian Thomas
Das Menschenrecht auf Bildung und seine Umsetzung in Deutschland
Diagnosen - Reflexionen - Pers...
Marianne Heimbach-Steins, Gerhard Kruip, Axel Bernd Kunze
Das Menschenrecht auf Eigentum von Flüchtlingen und Vertriebenen
The Right of Property for Refu...
Leopold von Carlowitz
Das Menschenrecht auf gute Pflege
Selbstbestimmung und Teilhabe ...
Elisabeth Fix, Stefan Kurzke-Maasmeier
Gibt es ein Menschenrecht auf Immigration
Politische und philosophische ...
Monika Kirloskar-Steinbach
0 comments