Inhaltsverzeichnis
Einleitung. 4
Konzentrationslager in Deutschland 4
Das Konzentrationslager Auschwitz. 5
Das Leben im KZ Auschwitz. 8
Fazit 9
Literaturverzeichnis 10
Bibliographie zum Thema Auschwitz / Konzentrationslager 11
3
Einleitung
Das Konzentrationslager Auschwitz war das letzte Konzentrationslager, dass geschlossen, bzw. von den Alliierten befreit wurde. Auschwitz steht für tausendfaches Leid und wurde zum Synonym für den Holocaust. Ich möchte den Wandel des Konzentrationslagers Auschwitz von einem „normalen“ Konzentrationslager, hin zum zentralen Instrument der „Endlösung“ aufzeigen. Dabei stellt sich die Frage, ob diese Entwicklung für Auschwitz absehbar war? War diese Entscheidung rein zufällig oder gab es Gründe, die für die Wahl von Auschwitz sprachen?
Im ersten Teil meines Referates möchte ich kurz auf die Geschichte der Konzentrationslager eingehen, bevor ich auf das eigentliche Thema zu sprechen komme. In einem dritten Teil möchte ich das Leben im KZ und die dort von der SS etablierten Machtstrukturen kurz beschreiben.
Konzentrationslager in Deutschland
Die Nazis wiesen gerne darauf hin, dass Konzentrationslager nicht ihre Erfindung seien. Und damit hatten sie sogar recht. Die rechtlichen Grundlagen für die Einrichtung solcher Konzentrationslager wurden bereits am 24.09.1848 durch das „preußische Gesetz zum Schutz der persönlichen Freiheit“ geschaffen. Mit diesem Gesetz war die Haft „zum Schutz der eigenen Person“ eingeführt worden. Durch das „Preußische Gesetz über den Belagerungszustand“ vom 04.06.1851 wurde dieser Haftgrund weiter ausgebaut 1 . Das Belagerungszustandsgesetz ermöglichte es dem Militär, nach Verhängung des Belagerungszustandes, Personen unbefristet und ohne jegliche richterliche Kontrolle in „militärische Sicherungshaft“ zu überführen 2 . Diese Gesetze hatten bis zum 11.08.1919 bestand. An diesem Tag wurden sie aber nicht abgeschafft, sondern lediglich durch den Artikel 48, Abs. 2 der Weimarer Reichsverfassung ersetzt. Der „Belagerungszustand“ wurde zum „Ausnahmezustand“ 3 . Von diesem Artikel wurde oft Gebrauch gemacht. Nach der wiederholten Verhängung des Ausnahmezustandes durch den Reichspräsi-
1 Preußische Gesetzessammlung, 1848, S. 257 und 1851, S. 451f, zitiert nach: Drobisch,
Klaus und Wieland, Günther: System der NS - Konzentrationslager 1933 - 1939, Berlin
1993, S. 16.
2 Drobisch, Klaus, Wieland, Günther: System der NS - Konzentrationslager 1933 - 1939,
Berlin 1993, S. 16. (im folgenden zitiert als „Drobisch / Wieland“)
3 Drobisch / Wieland, S. 18.
denten im September 1923 stieg die Zahl der nunmehr als „Schutzhäftlinge“ bezeichneten so stark an, dass Gefängnisse nicht mehr ausreichten und ehemalige Kriegsgefangenenlager und Truppenübungsplätze zu den ersten deutschen Konzentrationslagern umfunktioniert werden mussten 4 . Die Nazis konnten nach der Machtübernahme also auf einen recht großen Erfahrungswert hinsichtlich der Konzentrationslager zurückgreifen. Anfang März 1933 wurde im thüringischen Nohra das erste KZ des Regimes eingerichtet 5 . Dies bestand allerdings nur bis Juli 1933. Dieses und ähnliche Lager wurden als Sammellager bezeichnet und waren in der Regel nur zeitlich befristete Einrichtungen 6 . Das erste „echte“ Konzentrationslager, wie wir es verstehen, war das KZ Sachsenhausen. Es entstand Mitte 1936 7 .
Das Konzentrationslager Auschwitz
Das Konzentrationslager Auschwitz wurde erst sehr spät gegründet. Es ent-stand im Mai 1940 8 . Das KZ Auschwitz war ursprünglich als Lager für Personen gedacht, denen man, im Sinne der Nazis, nur „leichte und korrigierbare Vergehen vorwarf“ 9 .
Für die Wahl des Standortes Auschwitz für ein neues KZ gab es mehrere Gründe. Himmler war als Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums auch verantwortlich „[...] for transforming the ideology of resettlement into practical policy [...]“ 10 . Er wollte die Stadt Auschwitz zum Mittelpunkt der deutschen Siedlungspolitik im neuen deutschen Osten machen. Die Stadt Auschwitz sollte zu einer „District Capital“ ausgebaut werden. In diesem Zusammenhang waren im großen Stil Industrieansiedlung für Auschwitz geplant 11 . Um das Stammlager Auschwitz I und das Lager Auschwitz II - Birkenau entstanden zwischen 1942 und 1944 rund 50 Außenlager 12 . Diese reinen
4 Drobisch / Wieland, S 18.
5 Drobisch / Wieland, S. 11.
6 Drobisch / Wieland, S. 11f.
7 Drobisch / Wieland, S 262ff.
8 Gutman, Yisrael: Auschwitz - An Overview, in: Gutman, Berenbaum (Hrsg,) :
Anatomy of the Auschwitz Death Camp, New York 1994, S. 6. (Im folgenden zitiert als
„Gutman“ und „Gutman / Berenbaum“)
9 Gutman, in: Gutman / Berenbaum, S. 6.
10 Van Pelt, Robert - Jan: A site in Search of a Mission, in: Gutman, Berenbaum, S 99. (Im
folgenden zitiert als “van Pelt“)
11 van Pelt, in: Gutman / Berenbaum S. 94.
12 Krakowski, Shmuel: The Satellite Camps, in: Gutman / Berenbaum, S. 50. (Im
folgenden zitiert als „Krakowski“)
5
Arbeit zitieren:
Michael Rolka, 2000, Das Konzentrationslagersystem am Beispiel des KZ Auschwitz, München, GRIN Verlag GmbH
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