Inhaltsverzeichnis
Einleitung 4
Teil I: Aufbau des Buches 4
1. Ursprünge und Verbreitung des Antisemitismus 4
2. Antisemitismus in Deutschland vor und während des Nationalsozialismus 6
3. Die Täter 7
3.1. Die Polizeibatallione 7
3.2. Die Arbeitslager 8
3.3. Die Todesmärsche 10
4. Die Motivation für den Völkermord 11
Teil II. Goldhagens Erklärungsansatz 12
Fazit 13
Literaturverzeichnis 15
Bibliographie 16
Einleitung
Das Buch „Hitlers willige Vollstrecker - Ganz gewöhnliche Deutsche und der Holocaust“ von Daniel Jonah Goldhagen hat besonders in der deutschen Öffentlichkeit zu heftigen Debatten sowohl unter historisch interessierten Lesern als auch unter Wissenschaftlern geführt. Es wurde ihm mehrfach vorgeworfen alle Deutschen über einen Kamm zu scheren, sie als Nazis und Antisemiten zu titulieren und darüber hinaus unwissenschaftlich gearbeitet zu haben. Auch wenn man ihn an einigen Stellen seiner Studie aus den unterschiedlichsten Gründen kritisieren kann, so muss man ihm doch zu gute halten, das er es geschafft hat, dieses Thema aus den Fachkreisen herauszuholen und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, diese dafür zu interessieren.
Ich möchte im folgenden seine Arbeit vorstellen und seine Erklärungsansätze darlegen. Zudem möchte ich erklären, warum Goldhagens Buch so provokant ist und woran sich die Öffentlichkeit, bzw. viele Historiker stören. Ich möchte darlegen, ob die Kritik an Goldhagen berechtigt ist oder nicht?
Teil I: Aufbau des Buches
Goldhagens Buch lässt sich in vier größere Abschnitte unterteilen, die ich im folgenden vorstellen werde:
1. Ursprünge und Verbreitung des Antisemitismus
Schon gleich zu Beginn seines Buches erklärt Goldhagen, dass Antisemitismus kein „deutsches Problem“ gewesen sei. Ihm zufolge hat sich der Antisemitismus durch die Jahrhunderte über ganz Europa verbreitet. Zudem sei der Antisemitismus zunächst kein „rassisch“ motivierter Hass gegen Juden gewesen. Die Gründe für den Antisemitismus seien vielmehr religiöser Natur 1 , obwohl beide Religionen, Judentum und Christentum, auf der gleichen Grundlage beruhten. Aber die Tatsache, das die Juden Jesus als Messias ablehnten, reichte den Christen aus, um sie als Gegner zu betrachten. Außerdem sahen die Christen in den Juden die Mörder Jesus. Diese schon zu Beginn des Christentums entstandene Abneigung gegenüber den Juden habe sich dann bis in unsere Tage halten und verfestigen können, so das der Antisemitismus in Europa auf einer uralten
1 Goldhagen, Daniel Jonah: Hitlers willige Vollstrecker - Ganz gewöhnliche Deutsche und der Holocaust, Berlin 1996. S. 48. (im folgenden zitiert als „Goldhagen“)
4
„Tradition“ beruhe. 2 Ausgrenzung und Verfolgung sei den Juden also nicht erst während des Nationalsozialismus wiederfahren. Trotzdem unterscheide sich der „europäische Antisemitismus“ vom „deutschen Antisemitismus“. Bis ins 19. Jahrhundert hinein unterschied sich der „deutsche Antisemitismus“ nicht von seinem „europäischen Vorbild“. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts habe sich der von je her starke Antisemitismus in Deutschland vom religiösen Antisemitismus zum „rassischen Antisemitismus“ gewandelt. 3 Man sah in den Juden keine Religionsgemeinschaft mehr. Statt dessen ging man dazu über, die Juden als eigene „Rasse“ zu betrachten 4 , die sich darüber hinaus auch noch äußerst aggressiv gegenüber ihren „Gastgeberländern“ verhielt. Das ohnehin negative Image der Juden wurde noch schlechter. Goldhagen bezeichnet diese „deutsche Variante“ als „eliminatorischen Antisemitismus“. 5 Allerdings begründet Goldhagen diesen Wandel nicht. Dafür zeigt er Tendenzen auf, die, also schon sehr lange vor dem Nationalsozialismus, so etwas wie eine „Judenfrage“ in den Raum stellten. Es gab, nach Goldhagen, bereits Ende des 19 Jahrhunderts in Deutschland Strömungen, welche die „Judenfrage“ durch die Ausrottung 6 der Juden beantworten wollten. 7
Folgt man dieser Argumentation, wäre der Holocaust nur die logische Konsequenz einer Entwicklung gewesen, die in Deutschland schon sehr früh begonnen hat. Man könnte also sagen, der Antisemitismus sei, auch in seiner Radikalität, in Deutschland so weit verbreitet gewesen, das es unnormal gewesen wäre, kein Antisemit zu sein und es, um es überspitzt auszudrücken, überhaupt keine Alternative zum Holocaust gegeben hätte.
2 Es sei unmöglich gewesen Christ zu sein, ohne antisemitische Überzeugungen zu Pflegen. Vgl. Goldhagen, S. 62f.
3 Antisemitismus sei von je her Anpassungs- und Modernisierungsfähig gewesen und habe sein religiöses Gewand im 19. Jahrhundert abgelegt. Goldhagen, S. 63.
4 Goldhagen, S. 77.
5 Goldhagen, S. 69, 71ff 107ff.
6 Goldhagen, S. 96.
7 Goldhagen, S 94 - 97.
5
Quote paper:
Michael Rolka, 2001, Die Goldhagen-Debatte - Über das Buch "Hitlers willige Vollstrecker - Ganz gewöhnliche Deutsche und der Holocaust", Munich, GRIN Publishing GmbH
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Rebecca Boehling, Uta Larkey
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