Inhaltsangabe
Inhaltsangabe 3
Einführung 4
Übersicht 5
Definition des Untersuchungsgegenstandes 6
Verhältnis von Aggression und Destruktivität 6
Aggressionstrieb oder Selbst-Erhaltung 8
Narzisstische Wut - Genese und Psychodynamik 11
Frühe Entwicklung des Selbst und enttäuschende Selbstobjekte 12
Narzisstische Wut als Abwehr 16
Narzisstische Regulation 19
Narzisstische Objektbeziehungen 20
Aggression als Folge mangelnder metaphorischer Synchronisierung 21
Selbstmord als Ausweg aus der narzisstischen Krise 22
Der arabische Selbstmordattentäter 24
Soziokultureller Hintergrund 26
Der Islam 30
Persönlichkeit des Selbstmordattentäters 32
Sozialisation in arabischen Ländern 32
Lebenssituation in arabischen Krisengebieten 33
Frühkindlicher Defekt Abwehr und Kompensation 34
Mystifizierung und Indoktrination 37
Ich-Ideal Über-Ich-System 39
Realitätskontrolle 41
Schuldproblematik 43
Beziehung zwischen Attentäter und Objekt des Attentats 44
Thesen für eine Lösung 48
Ableitung aus behandlungstechnischen Konsequenzen 48
Kulturelle und politische Konsequenzen 50
Zusammenfassung 52
Literaturliste 54
Seite 3
Einführung
Kapitän Ahab verleugnet seine Sehnsucht nach Zuwendung und Nähe. Er wür- de sein Herz lieber verschießen, als sich ihm zuzuwenden und eine neuerliche Enttäuschung zu riskieren Er riskiert die eigene körperliche Vernichtung, setzte sie vielleicht sogar unbewusst ein, um wenigstens sein tief verletztes und ent- täuschtes Selbst auf einer grandiosen Ebene zu retten und zu sichern. Er ver- sucht im vermeintlich heroischen Akt das narzisstisch verletzende Objekt oder besser, das von dieser Projektion getroffene Objekt in die Vernichtung zu rei- ßen und sich damit letztlich doch noch mit ihm zu vereinigen.
Bei den Vorüberlegungen für diese Arbeit wurde mir deutlich, dass die moder- nen Medien verführen, Selbstmordattentate als spektakuläre Gegenwartser- scheinung anzusehen. Das Fernsehen sorgt für eine schnelle weltweite Verbrei- tung, erschüttert und fasziniert gleichermaßen mit seiner Suggestion, aus siche- rer Distanz teilnehmen zu können. Es fördert damit einen regressiven Massen- prozess, verführt zu Identifikationen und Projektionen, polarisiert und spaltet (Kernberg 2000, S. 16, Büttner 2001, S. 6f). Diese Form der Destruktivität ist aber im Grunde nicht spektakulär, weil sie sich in der Geschichte der Mensch- heit wiederholt – im Großen, wie im Kleinen. Ich bin mir deshalb sicher, dass die Betonung des Spektakulären auch dazu dient, unsere eigene Anfälligkeit zu verleugnen.
Seite 4
Übersicht
Bei der Bearbeitung meines Themas wurde deutlich, dass ich meine selbstge- stellte Aufgabe nicht umfassend würde lösen können. Aber der eingeschränkte Umfang gestattete mir in einem Überblick eine Reihe loser Fäden zu beschrei- ben, von denen ich glaube, dass es sich lohnt, ihnen weiter nachzugehen.
Ausgehend von der Definition des Untersuchungsgegenstandes diskutiere ich Theorien zu Aggression und Destruktivität, wobei ich mich kritisch mit der Pos- tulierung eines Aggressionstriebes auseinandersetze und ihn zugunsten von Aggressionstheorien der Selbst-Erhaltung verwerfe, die ich destruktiven Hand- lungen zugrunde lege. Darauf aufbauend setze ich mich mit narzisstischer Wut auseinander, diskutiere ihre Genese und Psychodynamik. Eine Verknüpfung von Kommunikationstheorie, intersubjektiven Ansätzen und Narzissmustheorien reisse ich in diesem Zusammenhang lediglich an, obwohl ich einer Weiterent- wicklung dieses Konzeptes viel Relevanz zugestehe. Im Weiteren lehne ich mich an Überlegungen Henselers zum Selbstmord an, wobei ich auf seine Dar- stellung der Suizidhandlung als Lösung einer narzisstischen Krise zurückgreife. Aufbauend auf einer Betrachtung des arabisch-israelischen Konflikts, Schamis literarischem Bild der arabischen Demütigung und Reuters Darstellung konkre- ter Hintergründe, Kernbergs Ideen zur Massenpsychologie, Büttners Umset- zung von Bindungstheorien in Vorstellungen für den Terrorismus und Gruens psychoanalytisch fundierte Beschreibungen von Extremismusformen stelle ich dann Ideen für den kulturellen und geschichtlichen Hintergrund des westlich- arabischen Konflikts und seiner Auswirkungen auf den Selbstmordterrorismus vor. Ich formuliere Aussagen zur Entwicklung der Persönlichkeit und zur Hand- lung des Selbstmordattentäters, wobei ich seine Integration in die terroristische Gruppe und seine destruktive Handlung als Stabilisierungsversuche gegen sei- ne chronische Enttäuschungserwartung, für sein labiles Selbst postuliere. Dabei will ich verdeutlichen, dass die Problematik der Selbstmordattentate nicht auf einen einzelnen Faktor reduziert werden kann, sondern multikausal gesehen
Seite 5
werden muss. Abschließend versuche ich u.a. aus behandlungstechnischen Konsequenzen die Thomä und Kächele, Kohut, Wolf u.a. für narzisstische Prob- lematiken vorgeschlagen haben, Konzepte für Lösungen abzuleiten, mit denen Konflikte zwischen Gruppen und Kulturen vermindert werden können.
Definition des Untersuchungsgegenstandes
Das Verhalten, das meinen Untersuchungsgegenstand kennzeichnet, ist eine unmittelbar auf das Objekt, bzw. seine Repräsentanzen gerichtete destruktive Handlung, bei der das Subjekt die eigene körperliche Zerstörung in Kauf nimmt oder gar als Mittel einsetzt, das Objekt real oder narzisstisch 1 zu demütigen und zu verletzen und sich gleichzeitig – auf der Grundlage einer grandiosen Selbst- wahrnehmung - in seinem Selbst als unzerstörbar fantasiert 2 . Am konsequen- testen tritt dieses Verhalten in Selbstmordattentaten in Erscheinung und in den Grundformen ist es bereits in der fantasierten Handlung angelegt.
Verhältnis von Aggression und Destruktivität
Destruktivität ist eine spezifische Form von Aggressivität. Mit Thomä und Kä- chele (1996, S. 155) unterscheide ich dennoch zwischen aggressiven und de- struktiven Handlungen: Bei einem fließenden Übergang ist eine destruktive Handlung dadurch bestimmbar, dass es bei ihr um Zerstörung und Vernichtung des Objektes geht. Destruktivität in diesem Sinne fällt aus Waelders allgemei- ner Aufstellung der Manifestationen von Aggression heraus und ist verwandt
1 Ich verwende in Anlehnung an Dahls (2001) und Henselers (1983) Ausarbeitungen den Begriff Narzissmus bzw. narzisstisch zur Kennzeichnung verschiedener Zustände des Selbstwertge- fühls und der affektiven Einstellung des Menschen zu sich selbst. Die Regulation des Narziss- mus beschreibt dann die Aufrechterhaltung des affektiven Gleichgewichts bezüglich der Gefüh- le von innerer Sicherheit, Selbstwertgefühl und Selbstsicherheit.
2 Der Fokus vom 9. September 2002 zitiert aus einer spirituellen Anleitung, die man im Gepäck des Todespiloten Mohamed Atta (Selbstmordattentäter des 11. September 2001) gefunden habe: "Der Himmel, der auf den Märtyrer wartet,... würde lechzen. Die Engel riefen bereits des- sen Namen und trügen ihre schönsten Kleider".
Seite 6
oder sogar identisch mit seiner essentiellen Destruktivität. Waelder formuliert eine Ausschlussdefinition...
Essentielle Destruktivität besteht aus …. „Manifestationen der Aggression, die nicht als reaktiv auf Provokationen angesehen werden können, weil sie in ihrer Intensität oder in ihrer Dauer so ungeheuer sind, daß es schwierig wäre, sie sinnvoll in ein Reiz-Reaktions-Schema einzuordnen; die nicht als Nebenprodukt von Ichaktivitäten angesehen werden können, weil sie weder Begleiter augen- blicklicher Ichaktivitäten sind, noch sich als Derivate für Nebenprodukte von Ichaktivitäten erklären lassen; und schließlich nicht als Teil sexueller Triebe an- gesehen werden können, da keine sexuelle Lust irgendwelcher Art mit ihnen verbunden zu sein scheint“ (aus Thomä und Kächele 1966., S. 156).
Kohut unterscheidet konkurrierende Aggression gegen Objekte, die bei der Er- langung begehrter Ziele im Wege stehen, von narzißtischer Wut gegen Selbst- objekte, die das Selbst bedrohen oder es beschädigt haben (nach Wolf 1998, S. 105). Die konkurrierende Aggression stelle dabei eine normale, gesunde Reak- tion dar. Sie verschwinde spontan, wenn das Ziel erreicht sei. Es bleiben keine pathologischen Überreste.
Kohuts Definition der „narzisstischen Wut“ und Henselers Auffassung der „ohnmächtigen Wut“ weisen auf grundlegende Prinzipien von Destruktivität hin. Nach Henseler ist die „ohnmächtige Wut“ die intensivste Form der Wut, weil sich das Subjekt ihr gegenüber ohnmächtig fühlt. „Sie entsteht aus Ohnmachts- gefühlen und stellt einen leidenschaftlichen – aber meist vergeblichen Versuch dar, die verlorene Macht zurückzugewinnen“ (Henseler 1983, S. 269). Kohut und Henseler weisen beide darauf hin, dass Menschen auf Kränkung allgemein mit Wut reagieren, um davon die pathologische Reaktion mit Realitätsverlust abzugrenzen. In der Erscheinungsform der pathologischen Reaktion müsse dann aber nicht unbedingt ein „Akt des Wütens“ gegeben sein, sondern auch eine „kalte Zerstörungswut“ sei möglich, die auf Ich-Struktur und entwickelte Ich-Funktionen zurückgreifen könne. Henseler unterscheidet denn auch zwi- schen einer „… blinden, eruptiven, diffusen, planlosen, primärprozesshaft un-
Seite 7
gestalteten narzisstischen Wut (nach Art des Jähzorns) und solchen narzissti- schen Wutausbrüchen, die in tage-, wochen-, ja …. jahrelangen Rachefeldzü- gen übergeleitet werden, also stark sekundärprozesshaft gestaltet sind“ (Hen- seler 1983, S. 288). Wolf meint, dass diese narzisstische Wut nicht verschwin- det, wenn das angreifende Selbstobjekt nicht mehr vorhanden ist: „Wahrschein- lich wird die unterschwelligen Animosität Wochen, Monate oder gar Jahre nach der Beschämung an irgendeinem Punkt zu offener Feindseligkeit, sei es zu ra- sender Wut oder kühl kalkulierter Destruktivität, die ihre Befriedigung darin be- findet, ein Ersatzobjekt zu opfern, das beleidigend war“ (Wolf 1998, S. 108). Charakteristisch an der Destruktivität ist, dass die aggressive Reaktion in einem Mißverhältnis zum Auslöser steht und damit eine unbewusste Steuerung signa- lisiert, die im Bereich der Pathologie anzusiedeln ist. Henseler meint dazu: „Be- wußt reagiert der narzisstisch Wütende auf eine bestimmte Kränkung, aber schon die Unverhältnismäßigkeit von Anlass und Reaktion zwingt zu der An- nahme, dass es unbewusst um weit dramatischere Dinge geht“ (Henseler 1983, S. 272).
Aggressionstrieb oder Selbst-Erhaltung
Freunds Annahme eines Aggressionstriebes halte ich für indirekt widerlegt und nicht mehr relevant (Dornes 2001, S. 617). Es gab bereits früh viele Kritiker die- ses Triebmodells, das in der Formulierung eines Todestriebes gipfelte. Den- noch gab es aber auch auffällige Auswirkungen im klinischen Bereich und in den Äußerungen sich gesellschaftlich zu Wort meldender Analytiker. Mitscher- lich schrieb z.B., dass „das Gefühl, der Möglichkeit kollektiver, aggressiver Äu- ßerungen beraubt zu sein, … unbewusst als ein äußerst bedrohlicher, schutzlo- ser Zustand aufgefasst (wird, d. Verf.)…“ (1969, S. 104) und dass darum „Die Bewusstseinsentwicklung … mehr und mehr Kontrolle über und Verzichte auf … archaische Triebansprüche (verlangt, d. Verf.) (ebenda, S.113). Neben der theoretischen Kritik sehe in einer intendierten, missbräuchlichen Verwendung
Seite 8
dieser Perspektive die Gefahr, dass Tür und Tor für Vorurteile geöffnet werden, wenn Destruktivität auf den Mangel an bewusster Kontrolle archaischer Trieb- ansprüche reduziert wird, die man dann einer Kultur oder einer genetischen Abkunft, z.B. der arabischen Mentalität unterstellen kann.
Folgt man Bernfelds und Waelders Einschätzung, dann gab es einen plausiblen motivationalen Hintergrund für den Einfluss der Aggressionstriebtheorie. Wael- der meint: „…Klassifizierungen wie ´erotisch´ oder ´destruktiv´ konnten direkt auf das Beobachtungsmaterial angewandt werden, ohne jede vorausgehende analytische Destillier- und Raffineriearbeit….“ (zitiert aus Thomä und Kächele. 1996, S. 154). Beide Autoren diagnostizieren damit eine oberflächliche Betrach- tungsweise, legen vielleicht sogar eine moralisierende oder wertende Verwen- dung der Begriffe nahe, eine bewusst oder unbewusst spaltende Unterteilung des Menschen in „beherrscht“ und „unbeherrscht“, bzw. „gut“ und „böse“, je nachdem wie gut er seinen „unzivilisierten“ Aggressionstrieb kontrollierte.
Waelder (ebenda) verdeutlicht, dass aggressive und destruktive Phänomene bereits anhand älterer Theorien zu Sexual- und den Selbsterhaltungstrieben bzw. zu Aktivitäten des Ich gut erklärt werden können. Die Annahme eines To- destriebes sei darum verzichtbar. Thomä und Kächele führen Arbeiten von Sto- ne, Anna Freud, Gillespie, Rochlin und Basch an, um zu zeigen, dass „...gerade der bösartigen menschlichen Destruktivität das mangelt, womit üblicherweise ein Trieb, beispielsweise Sexualität und Hunger, in und außerhalb der Psycho- analyse gekennzeichnet wird.“ Sie benennen mit Bezug auf Anna Freud das Fehlen der Merkmale eines Triebes, wie das Organ, die Quelle, die spezielle Energie und das Objekt. Mit Kunz stellen sie fest, daß Aggression auch keinem Rhythmus von Spannung und Entspannung, Unruhe und Ruhe, Mangel und Erfüllung folgt. Gerade die ungeheuere Wirksamkeit, die ständige Sprungbereit- schaft von Aggressivität und Destruktivität unterstreiche ihre reaktive Natur. Und die Autoren führen mit dem Exempel der Destruktivität Hitlers an: „Die menschliche Aggressivität geht in ihren destruktiven Zielen der Vernichtung des Mitmenschen und ganzer Kollektive.... über alles hinaus, was biologisch erklärt
Seite 9
werden könnte. Es kommt wohl auch niemand in den Sinn, diese Form der Ag- gressivität als das sogenannte Böse zu verharmlosen“ 3 . Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Befriedigung aggressiv-destruktiver Impulse der Wie- derherstellung des beschädigten Selbstwertgefühls diene (Thomä und Kächele 1996 S. 158f).
Thomä und Kächele beschreiben die Selbsterhaltung als biologisches Regulati- onsprinzip, das von außen und innen gestört werden kann. Reflektorische und orale Bemächtigung des Objektes ließen sich ebenso der Selbsterhaltung zu- schreiben, wie das ausgeklügeltste, wahnhafte System der Destruktion im Dienste grandioser Ideen. Orale und sexuelle Befriedigung erschöpften sich, aber in diesem Sinne instrumentalisierte Aggression sei allgegenwärtig. Sie stehe im Dienste einer Selbsterhaltung, die vorwiegend durch seelische Inhalte bestimmt wird. Die alte Einteilung Freuds in der Aggression zum Ich-Trieb (Selbsterhaltungstrieb) gehört und die Bemächtigung des Objektes zum Selbst- erhalt werde damit immens erweitert und erhalte einen psychosozialen Bedeu- tungsinhalt. Destruktivität könne auf diesem Hintergrund als ein Ausdruck der Selbsterhaltung angesehen werden (ebenda S. 163).
Kernberg versucht die Theorie des Todestriebes zu retten, indem er ihn aus „heftigen primitiven Affekterlebnissen“ ausgelöst von Objekten ableitet. Kern- berg: „Alle diese heftigen primitiven Affekterlebnisse werden als affektive Erin- nerungen gespeichert, in die schrittweise die einander zugehörigen Spitzenaf- fekte integriert werden, so dass schließlich zwei voneinander unabhängige Wel- ten nebeneinander aufgebaut werden“. Damit würde die Psychobiologie der Affekte in intrapsychische Strukturen überführt werden (Kernberg 2000, S. 9). Kernberg beschreibt damit aber keine Triebstruktur im eigentlichen Sinne, son- dern die polarisierende Verarbeitung von frühem Erleben unterschiedlicher Af- fekte. Er betont die Bedeutung des Objektes bei der Entstehung dieser Affekte und schildert das Subjekt damit reaktiv. Die Organisation unseres Objekterle-
3 Es ist bemerkenswert, wie der Sprachgebrauch heute aktiver Politiker diese 1996 veröffent-
lichte Einschätzung widerlegt. George W. Busch spricht zum Beispiel im Zusammenhang mit
Seite 10
bens in dualen Mustern im Rahmen eines Entwicklungsprozesses ist aber et- was ganz Anderes als ein triebhaftes Geschehen. Sie folgt vielmehr einem grundlegenden Organisationsprinzip, das sich in den verschiedensten Berei- chen unserer Wahrnehmung wiederfindet.
Von Bedeutung ist noch, dass menschliche Destruktivität auf die Fähigkeit zur Symbolisierung zurückgreifen kann. Damit können sich Menschen und Men- schengruppen voneinander abgrenzen, Kommunikationsbarrieren errichten und spezifisch menschlichen Identifizierungsprozessen folgen. Daraus entsteht das typische Merkmal von Destruktivität, mit dem der Andere diskriminiert und zum
Unmenschen erklärt wird 4 . Was der menschlichen Destruktivität ihre Bösartig- keit verleiht und unerschöpflich macht, sind diese spezifischen menschlichen Identifizierungsprozesse, ist die Bindung an bewusste und unbewusste Fanta- siesysteme. Das erklärt z.B., warum bei psychopathologischen Grenzfällen ba- nal erscheinende Kränkungen unbewusste Phantasien in Gang setzen, diese als schwere Bedrohung erscheinen lassen und destruktive Prozesse zur Folge haben.
Narzisstische Wut - Genese und Psychodynamik
„Ich würde die Sonne zerschlagen, hätte sie mir ein Leides getan“ Kapitän Ahab in Melvilles Moby Dick Kohut übernimmt den von Alexander 5 eingeführten Begriff der narzisstischen Wut und sieht sie neben dem schamerfüllten Rückzug als eine von zwei grund- legenden Reaktionsformen auf narzisstische Kränkung. In der pathologischen Erscheinung sieht er narzisstische Wut als Ausdruck der Enttäuschung eines sich grandios erlebenden Menschen gegenüber dem Versagen eines narzissti-
dem Terrorismus von einer Achse des Bösen.
4 Arno Gruen hat in seinen analytische Deutungen von Rechts- und Linsradikalismus diese Per-
spektive ausgearbeitet (Gruen 2002)
Seite 11
Quote paper:
Klaus Walter, 2003, "Wäre sein Leib eine Kanone, er hätte sein Herz auf ihn geschossen." - Eine psychoanalytische Betrachtung des arabischen Selbstmordattentäters, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Zu: Marshall McLuhan- "Die mechanische Braut"
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 18 Pages
Elemente des Absurden Theaters in Fernando Arrabals "El Cementeri...
Romance Languages - Spanish Studies
Scholary Paper (Seminar), 21 Pages
Zur NS-Herrschaftspraxis: Statt Sozialismus - Sozialdarwinismus und R...
History Europe - Germany - National Socialism, World War II
Scholary Paper (Seminar), 21 Pages
Bilingualer Erstspracherwerb Französisch/Deutsch: Fusion oder Differen...
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 43 Pages
Die Grundlegung der Idee der Staatsräson im politischen Denken Machiav...
Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
Diploma Thesis, 120 Pages
Untersuchung der Marktchancen sowie Realisierung einer HBCI-Banking-Lö...
Computer Science - Commercial Information Technology
Diploma Thesis, 136 Pages
Das Kino des Pedro Almodóvar und die Intermedialität als Stilmerkmal s...
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 37 Pages
Die Mittelstreckenproblematik in Europa - Die Frage nach den Hintergrü...
Politics - International Politics - Region: Western Europe
Scholary Paper (Seminar), 25 Pages
Comparison of Hanif Kureishi´s Short Story and Screenplay ' My Son...
English Language and Literature Studies - Literature
Scholary Paper (Seminar), 21 Pages
Dialektik als Grundlage der Geschichtsdarstellung und des Geschichtsbi...
German Studies - Modern German Literature
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 25 Pages
Klaus Walter's text "Wäre sein Leib eine Kanone, er hätte sein Herz auf ihn geschossen." - Eine psychoanalytische Betrachtung des arabischen Selbstmordattentäters is now available as a printed book
Klaus Walter has published the text "Wäre sein Leib eine Kanone, er hätte sein Herz auf ihn geschossen." - Eine psychoanalytische Betrachtung des arabischen Selbstmordattentäters
Klaus Walter has uploaded a new text
0 comments