Die kommunistische Volksrepublik China, gilt als die einzige Macht auf der Welt, die die U.S.- Dominanz im internationalen System sowohl politisch, als auch ökonomisch und militärisch in Frage stellen könnte. Die Zukunft des internationalen Systems wird deshalb entscheidend vom amerikanisch- chinesischem Verhältnis abhängen. In der folgenden Arbeit soll dieses Verhältnis untersucht und bewertet werden.
Dazu wird zunächst das Verhältnis der beiden Mächte seit ihrer gemeinsamen Existenz charakterisiert, dann werden Ursachen und Gründe für die Ambivalenz der Zusammenarbeit dargestellt, um letztlich eine Bewertung der heutigen allgemeinen sino- amerikanischen Beziehung vornehmen zu können. Das Resümee wird am Ende die Untersuchungsergebnisse bewerten und einen Ausblick in die Zukunft der Beziehung wagen.
Der wohl auffälligste Schwerpunkt liegt dabei auf der historischen Entwicklung. In diesem Rückblick offenbaren sich Parameter und Voraussetzungen gemeinsamer Zusammenarbeit, sowie Kooperationstechniken und Konfliktbewältigungsstrukturen, die auch für die gegenwärtige Beziehung prägend sind. Des Weiteren ist die VR China und ihre Stellung in dem jeweiligen Untersuchungsbereich bewußt stärker beleuchtet worden, um die jeweiligen Ursachen für die Verhältnischarakteristik deutlich zu machen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die USA und die VR China - ein historischer Überblick
2.1 Erste Orientierung
2.2 Konfrontation und offene Feindschaft
2.3 Feindschaft und Isolation
2.4 Pragmatische Kooperation
2.5 Ökonomische Partnerschaft
3 Das sino- amerikanische Verhältnis
3.1 Wirtschaftliche Zusammenarbeit
3.2 Strategische Feindschaft
3.3 Politische Zwangskooperation
4 Resümee
4.1 Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht das ambivalente Verhältnis zwischen der Volksrepublik China und den Vereinigten Staaten von Amerika seit 1949, um die Ursachen für die wechselhafte Dynamik zwischen Konfrontation und Kooperation zu analysieren und eine Bewertung der heutigen sino-amerikanischen Beziehungen vorzunehmen.
- Historische Entwicklung der bilateralen Beziehungen als Basis für die Gegenwartsanalyse.
- Analyse der Interessenkonflikte und der ideologischen Divergenzen beider Mächte.
- Bedeutung der ökonomischen Partnerschaft im Kontext einer sich wandelnden Weltordnung.
- Untersuchung sicherheitspolitischer Herausforderungen und strategischer Konkurrenz.
- Prognose möglicher zukünftiger Entwicklungsszenarien für das Verhältnis der beiden Staaten.
Auszug aus dem Buch
2.4 Pragmatische Kooperation
Im Juli 1971, noch während der Vietnamkrieg tobte, überraschte Präsident Nixon die Weltöffentlichkeit mit der Ankündigung eines China Besuchs. Mehr noch, von einer Normalisierung des Verhältnisses zwischen den beiden Staaten und einem offenem Meinungsaustausch war die Rede.21 Was wie ein Wunder klang, war das Produkt neuer sicherheitspolitischer Überlegungen auf beiden Seiten und der schon seit 1958 stattfindenden Geheimverhandlungen zwischen den Staaten.22
Ausgangspunkt für Chinas Ausbruch aus der Isolation war das immer bedrohlichere Verhältnis mit der UdSSR. Spätestens, seit den blutigen Zusammenstößen an der sino- sowjetischen Grenze (1969), fürchtete Peking den großen kommunistischen Bruder mehr, als die überseeische Imperialmacht.23 Besonders in Asien hatte Moskau sich immer stärker als politischer Gegenspieler offenbart. Peking fürchtete eine Einkreisung des Staatsgebietes.24 Zudem war innenpolitisch der radikale Teil der Kulturrevolution abgeschlossen und damit wieder Wille und Kraft vorhanden die Selbstisolation zu überwinden.25
In Amerika verblaßte die Erinnerung an den Koreakrieg, und die innere Kommunistenhatz des Mc Carthyism´s ging zurück. Da auch die mächtige China Lobby an Einfluß verloren hatte, war innenpolitisch der Weg zu einer Verbesserung der sino- amerikanischen Beziehungen geebnet.26 Im Vordergrund der Amerikanischen Überlegungen stand jedoch, ohne Zweifel, ebenfalls eine Balance des strategischen Dreiecks China- Sowjetunion- USA.27
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der sino-amerikanischen Beziehungen und Formulierung der zentralen Untersuchungsabsicht.
2 Die USA und die VR China - ein historischer Überblick: Darstellung der historischen Phasen der Beziehung von der Gründung der VR China bis zur Annäherung unter Nixon.
3 Das sino- amerikanische Verhältnis: Analyse der aktuellen Interessenlage, charakterisiert als strategische Konkurrenz in den Bereichen Wirtschaft, Sicherheit und Politik.
4 Resümee: Synthese der Untersuchungsergebnisse und abschließende Bewertung der Ambivalenz in der Zusammenarbeit.
Schlüsselwörter
Volksrepublik China, USA, Außenpolitik, Sino-amerikanische Beziehungen, Strategische Konkurrenz, Kooperation, Weltmacht, Taiwanfrage, Ideologie, Sicherheitspolitik, Wirtschaftspartnerschaft, Kalter Krieg, Machtbalance.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das komplexe und ambivalente Verhältnis zwischen den USA und der Volksrepublik China von 1949 bis zur Gegenwart.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung der diplomatischen Beziehungen, wirtschaftliche Verflechtungen, militärstrategische Interessen und der ideologische Antagonismus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Gründe für die Dynamik zwischen Feindschaft und strategischer Zusammenarbeit zu identifizieren und die aktuelle "strategische Konkurrenz" einzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine historische Rückschau als Analysebasis sowie die Auswertung aktueller Fachpublikationen zur Gegenwartsanalyse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der verschiedenen Beziehungsphasen und eine Untersuchung der heutigen Interessenkonflikte in Wirtschaft, Politik und Sicherheit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Supermacht, strategische Konkurrenz, Taiwan, bilaterale Zusammenarbeit und internationale Sicherheit.
Wie bewertet der Autor den aktuellen Status der Beziehungen?
Er beschreibt das heutige Verhältnis als eine "strategische Konkurrenz", in der beide Seiten trotz tiefer Divergenzen zur Kooperation gezwungen sind.
Welche Rolle spielt die Taiwanfrage für das Verhältnis?
Die Taiwanfrage wird als einer der explosivsten Konfliktpunkte identifiziert, der das Potenzial für eine militärische Konfrontation in sich birgt.
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- Götz Kolle (Author), 2000, Die Volksrepublik China und die USA - Eine Untersuchung des amerikanisch-chinesischen Verhältnisses , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1931