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Die Bildung von Koalitionsregierungen in Polen nach der Systemtransformation 1989

Title: Die Bildung von Koalitionsregierungen in Polen nach der Systemtransformation 1989

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 34 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Manja Wiesner (Author)

Politics - Region: Eastern Europe
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Summary Excerpt Details

[...]
Polen hat bei vier Wahlen in den Jahren nach der Auflösung des kommunistischen
Systems acht verschiedene Regierungen gehabt – Mehrheitlich Koalitionsregierungen.
Sind die Prozesse der Koalitionsbildung in Polen mit Koalitionstheorien erklärbar?
Diese Arbeit soll der Frage nachgehen, wie sich die Bildung polnischer Koalitionen
erklärt und welche Faktoren zu der Bildung der Koalitionen beitragen. Sind Muster oder
Linien erkennbar, nach denen Koalitionen entstehen und wie lassen sie sich in die
Theorien und Ansätze der Koalitionsforschung integrieren?
Um diese Fragen erklären zu können bzw. sich den Erklärungen anzunähern, sollen
zunächst zwei wesentliche Stränge der Koalitionstheorie vorgestellt werden, die
formalisierte und erweiterte Koalitionsforschung. Letzterer fordert die Einbeziehung
institutioneller und anderer Kontextfaktoren. Zunächst erscheint gerade im Hinblick auf
das Land Polen der historische Hintergrund und die darin ausgebildete politische Kultur
erklärenswert. Die Entwicklung der Verfassung bildet die zweite Stütze der
Rahmenbedingungen, die schließlich formelle Regelungen für Regierungsbildungen und
–auflösungen beinhaltet, aber auch das formal-rechtliche Handeln in Koalitionen
aufzeigt. Die umfassendste und im polnischen Kontext sehr komplexe Variable
„Parteiensystem“ schließt den Abschnitt der Rahmenbedingungen ab. Weil das
Parteiensystem sehr diffus ist, würde eine exakte Wiedergabe den Rahmen der Arbeit
stark ausweiten. Deshalb sollen Muster, Linien und koalitionsrelevante Aspekte zur
Komplexitätsreduktion helfen. Schließlich werden die Kontextbedingungen mit den
Modellen und Ansätzen der Koalitionstheorie zusammengeführt, um so die Analyse der
Bildung, Stabilität und Auflösung polnischer Koalitionsregierungen durchzuführen.
Grundsätzlich ist die Arbeit methodisch getrennt, in dem der theoretische Hintergrund,
sowie die Darlegung der Rahmenbedingungen deskriptiv ist. Der Hauptteil der Arbeit
analysiert die Koalitionsregierungen Polens.
Anzumerken bleibt die problematische Quellenlage über Polens Regierungsbildungen.
Die erweiterte Koalitionsforschung nutzt generell Koalitionsvereinbarungen zur
Bewertung der Rolle der Koalitionspartner und zur Analyse der Interaktionen zwischen
den Partnern. Koalitionsverträge sind allerdings für diese Arbeit nicht zugängig
gewesen. Es muss sich also in dieser Arbeit weitgehend auf Sekundärliteratur bezogen
werden. Insgesamt werden damit die Analysemöglichkeiten eingeschränkt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Fragestellung und Methode

3 Koalitionstheorien

3.1 Formalisierte Koalitionsforschung

3.2 Erweiterte Modelle der Koalitionsforschung

4 Koalitionsregierungen in Polen

4.1 Kontextfaktoren der Regierungsbildung

4.1.1 Historisch-kulturelle Variablen und Politische Kultur

4.1.2 Die polnische Verfassung – Regierung, Parlament und Präsident

4.1.3 Das Wahlsystem

4.1.4 Das Parteiensystem

4.2 Koalitionsregierungen von 1989 bis 2001

4.2.1 Die Phase des Systemwechsels

4.2.2 Die Institutionalisierungsphase

4.2.3 Die Konsolidierungsphase

4.2.4 Die amtierende Koalition seit 2001

5 Thesen und Einschätzungen

6 Anlagen

6.1 Regierungssystem Polens

6.2 Polnische Parteien im alphabetischen Überblick

6.3 Positionierung der politischen Parteien

6.4 Sejmwahlen von 1991 bis 2001

7 Literatur

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bildung, Stabilität und Auflösung von Koalitionsregierungen in Polen nach der Systemtransformation 1989. Ziel ist es, den Einfluss kontextueller Rahmenbedingungen wie der Verfassung, des Parteiensystems und der politischen Kultur auf diese Prozesse zu analysieren und zu prüfen, inwieweit sich die polnischen Koalitionsbildungen in bestehende Theorien der Koalitionsforschung integrieren lassen.

  • Theoretische Grundlagen der formalisierten und erweiterten Koalitionsforschung
  • Analyse der transformationstypischen Kontextfaktoren in Polen
  • Entwicklung des polnischen Parteiensystems und dessen Fragmentierung
  • Empirische Untersuchung der Regierungsbildungen von 1989 bis 2001

Auszug aus dem Buch

4.1.4 Das Parteiensystem

Vor den ersten halbfreien Wahlen machten die Blockparteien PZPR, ZSL und SD das Parteiensystem aus. Die Gewerkschaft Solidarno als einzige Oppositionsgruppierung wurde als gesellschaftliche Bewegung durch den Runden Tisch relegalisiert. Bis zur Wahl 1989 hatte die mächtigste Anti-Regime-Bewegung jedoch organisationsinterne Probleme, die sich in drei Homologien ausdrücken lassen: pluralistische Ideologie vs. innere Einmütigkeit, Gewerkschaftsorganisation vs. Gesellschaftsrepräsentation und Konflikt vs. Konsens mit der Staatspartei PZPR. In Folge des restriktiven Wahlsystems schlossen sich Bürgerkomitees zur Solidarno-Wahlaktion zusammen, die sich um Lech Wasa herum gruppierte. Die Solidarno war eine „Regenbogen-Koalition“, die keine programmatischen Pläne für die Zeit nach dem Systemwechsel parat hatte.

Die Wahlgesetzgebung spielte für die Entwicklung aller Parteien eine wesentliche Rolle. Parteien entstanden am Beginn des Transformationsprozesses wegen der schwachen rechtlichen Vorgaben innerhalb kürzester Zeit. Demnach fehlten ihnen ausgebildete Organisationsstrukturen, Finanzmittel und eine Mitgliederbasis. Als augenfälligster Effekt lag die Anzahl der registrierten Parteien 1993 bei mehr als 200. Sie änderte sich ständig, weil Fusionen, Spaltungen, Neugründungen oder Auflösungen den politischen Alltag bestimmten. „Die Parteien sind, mit Ausnahme der […] SLD und PSL, relativ jung, schlecht organisiert, ständig im Wandel und vor allem ohne ausreichende finanzielle Mittel.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Diese Einleitung definiert den Begriff der Systemtransformation und verortet die Rolle von Koalitionsregierungen als Spiegelbild der Demokratisierungsprozesse in Polen.

2 Fragestellung und Methode: Hier werden die Forschungsfragen formuliert und die methodische Vorgehensweise skizziert, welche die Kombination aus Koalitionstheorien und einer deskriptiven Analyse der polnischen Kontextfaktoren vorsieht.

3 Koalitionstheorien: Das Kapitel differenziert zwischen formalisierten, spieltheoretischen Ansätzen und erweiterten Modellen, die institutionelle und handlungstheoretische Aspekte einbeziehen.

4 Koalitionsregierungen in Polen: Der Hauptteil analysiert die historischen, verfassungsrechtlichen und parteipolitischen Rahmenbedingungen sowie die konkreten Regierungsbildungen von 1989 bis 2001.

5 Thesen und Einschätzungen: Dieses Fazit fasst die Ergebnisse hinsichtlich der Konsolidierung der polnischen Regierungsbildung und der Anwendbarkeit von Koalitionstheorien zusammen.

6 Anlagen: Diese Sektion bietet ergänzende grafische und tabellarische Übersichten zu Regierungssystem, Parteien, Positionierungen und Wahlergebnissen.

7 Literatur: Verzeichnis der in der Arbeit verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Systemtransformation, Polen, Koalitionsregierungen, Parteiensystem, Regierungsbildung, Demokratisierung, Konstitutionalismus, Wahlsystem, Post-Solidarno-Lager, Postkommunismus, Politische Kultur, Institutionen, Transformation, Koalitionsforschung, Stabilität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie sich Koalitionsregierungen in Polen nach der politischen Wende von 1989 gebildet haben und welche Faktoren deren Stabilität beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung des polnischen Parteiensystems, die Auswirkungen der Verfassungsgebung und der Einfluss der politischen Kultur auf das Handeln der Koalitionsakteure.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Die Arbeit möchte klären, ob die Bildung polnischer Koalitionen mit existierenden Koalitionstheorien erklärbar ist und welche spezifischen Muster oder Linien dabei erkennbar sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung ist methodisch in eine deskriptive Darlegung der Rahmenbedingungen (theoretischer Hintergrund) und eine Analyse der empirischen Fälle der Koalitionsregierungen gegliedert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Kontextfaktoren (Historie, Verfassung, Wahlsystem, Parteiensystem) und einer chronologischen Analyse der polnischen Koalitionen von 1989 bis 2001.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Systemtransformation, Koalitionsforschung, Post-Solidarno-Lager, politische Stabilität und das polnische Links-Rechts-Schema.

Welche Rolle spielt der Präsident laut der Verfassung von 1997?

Die Verfassung etablierte ein semi-parlamentarisches System, in dem der Präsident eine starke Rolle innehat, bei politischen Entscheidungen jedoch auf eine kooperative Zusammenarbeit mit der Regierung (cohabitation) angewiesen ist.

Warum wird das Parteiensystem in Polen als diffus beschrieben?

Das System ist durch eine schwache gesellschaftliche Verankerung, niedrige Mitgliederzahlen und eine hohe Fluktuation im Wahlverhalten gekennzeichnet, was die Konsolidierung über lange Zeit erschwerte.

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Details

Title
Die Bildung von Koalitionsregierungen in Polen nach der Systemtransformation 1989
College
University of Potsdam  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Course
Seminar: Koalitionsregierungen in Theorie und Praxis
Grade
2,3
Author
Manja Wiesner (Author)
Publication Year
2002
Pages
34
Catalog Number
V19323
ISBN (eBook)
9783638234733
Language
German
Tags
Bildung Koalitionsregierungen Polen Systemtransformation Seminar Koalitionsregierungen Theorie Praxis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manja Wiesner (Author), 2002, Die Bildung von Koalitionsregierungen in Polen nach der Systemtransformation 1989, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19323
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