- I -
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis. III
1 Einleitung. 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung. 1
1.2 Gang der Untersuchung 1
2 Strategische Unternehmensnetzwerke in der Organisationstheorie 2
2.1 Netzwerke als moderne Organisationsform. 2
2.2 Abgrenzung strategischer Unternehmensnetzwerke 3
2.3 Aufgaben des fokalen Akteurs in strategischen Netzwerken. 4
3 Grundlagen der Strukturationstheorie 5
3.1 Erkenntnisinteresse und Relevanz der Strukturationstheorie. 5
3.2 Rekursivität und das Stratifikationsmodell des Handelns. 6
3.3 Die Dualität von Struktur. 7
3.4 Herrschaft und Macht in der Strukturation strategischer Netzwerke. 9
4 Systemintegration in strategischen Netzwerken 11
4.1 Relevanz und Rolle von Macht als Koordinationsinstrument 11
4.2 Grenzen von Macht als Integrationsmedium und Implikationen für die
Netzwerksteuerung. 13
5 Resümee 16
Literaturverzeichnis 18
- II - Abkürzungsverzeichnis
o. Nr. ohne Nummer
- III -
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Das Stratifikationsmodell des Handelns
Abb. 2: Die Dimensionen der Dualität von Struktur
Abb 3: Dualität von Struktur im Kontext strategischer Unternehmensnetzwerke
- 1 - 1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
Für die letzten Jahre sind grundlegende Veränderungen der Organisationspraxis zu beobachten, steigende Komplexität der Umweltbedingungen und stetiger Wandel der strategischen Anforderungen fordern ein größeres Maß an organisatorischer Flexibilität. Es kommt daher zunehmend zu interorganisatorischer Kooperationen, sog. interorganisatorischen Netzwerken, neben den traditionellen Organisationsformen Markt und Hierarchie. 1 Die dominante Form interorganisatorischer Netzwerke in der Praxis sind von einem fokalen Akteur geführte, strategische Unternehmensnetzwerke. 2 Die Steuerung eines solchen Netzwerks 3 stellt das fokale Unternehmen vor besondere Herausforderungen, da die klassischen Koordinationsmechanismen von Markt und Hierarchie, Preise und Weisungen, in Unternehmensnetzwerken nur bedingt funktionieren. Dieses Problem stellt sich besonders in internationalen strategischen Netzwerken, wo im Rahmen der Netzwerksteuerung auch kulturelle Unterschiede zu berücksichtigen sind. Fokussiert tritt die Problematik bei der Systemintegration hervor, da die Entwicklung kollektiver Strategien und die Herstellung einer gemeinsamen Identität im internationalen Kontext eine besondere Komplexität und Dynamik entwickeln. Neben dem gegenseitigen Vertrauen der Netzwerkpartner spielt besonders Macht als Koordinationsmedium aufgrund der zentralen Stellung des fokalen Akteurs eine wichtige Rolle. 4 Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Systemintegration in internationalen strategischen Netzwerken durch das Koordinationsmedium Macht zu untersuchen. Dabei sollen insbesondere die Grenzen der Macht des fokalen Akteurs aufgezeigt werden und daraus praktische Handlungsempfehlungen abgeleitet werden. Als erkenntnisleitende Theorie dient die Strukturationstheorie von GIDDENS, da diese explizit auf den Faktor Macht eingeht und einen kohärenten Analyserahmen für diese Arbeit bietet.
1.2 Gang der Untersuchung
In Kapitel 2 wird das Erfahrungsobjekt dieser Arbeit, strategische Unternehmensnetzwerke, in seiner organisationstheoretischen Definition eingeführt. Um die Grundlagen
1 Manche Autoren sehen Netzwerke als Hybridform zwischen Markt und Hierarchie, andere als eine
neue Organisationsform abseits von Markt und Hierarchie, vgl. dazu KAPPELHOFF (2000), S. 28-30.
2 Vgl. GILBERT (2003), S. 1-2; KREIKEBAUM/GILBERT/REINHARDT (2002), S. 122-123 und 153-160;
SYDOW (2001a), S. 1; SIEBERT (2001), S. 14-22.
3 Die Begriffe Unternehmensnetzwerk und Netzwerk werden im Folgenden synonym verwendet.
4 Vgl. GILBERT (2003), S. 3-16; KREIKEBAUM/GILBERT/REINHARDT (2002), S. 153-160; SYDOW/
WINDELER (2000), S. 1-6; SYDOW (2001a), S. 3-4.
- 2 -für die späteren Betrachtungen zu legen, werden die Ursachen für die Entstehung von Netzwerken als Organisationsform dargelegt, bevor dann eine Abgrenzung von strategi-schen Unternehmensnetzwerken vorgenommen wird. Des Weiteren werden die Aufga-ben des fokalen Akteurs untersucht, um dann später auf die Systemintegration als eine Teilaufgabe der Netzwerkregulation näher eingehen zu können.
Darauf folgend stellt Kapitel 3 die Strukturationstheorie von GIDDENS als erkenntnisleitende Theorie dieser Arbeit vor. Nach einer Einführung in das Erkenntnisinteresse und die Relevanz der Strukturationstheorie für die betriebswirtschaftliche Analyse werden die zentralen Ideen von GIDDENS, die Rekursivität, das Stratifikationsmodell des Akteurs und die Dualität der Struktur eingeführt. Zusammen mit einer näheren Ausarbeitung der für diese Arbeit zentralen Herrschafts- und Machtdimension sind dies essenzielle Grundbausteine der Theorie für die folgende Untersuchung. Besagte Analyse erfolgt dann in Kapitel 4 für den Fall von Macht als Integrationsmedium in internationalen strategischen Netzwerken. Es werden die beiden vorhergehenden Kapitel in integrierender Weise zusammengeführt, um Macht als Koordinationsinstrument zur Systemintegration zu untersuchen und die Grenzen der Macht des fokalen Akteurs in strategischen Netzwerken aufzuzeigen. Dabei werden die Implikationen für die Netzwerksteuerung abgeleitet und Handlungsempfehlungen für die betriebswirtschaftliche Praxis herausgearbeitet, um dem Ziel der Arbeit gerecht zu werden. Zum Abschluss erfolgt in Kapitel 5 eine kurze Zusammenfassung und ein Resümee der herausgearbeiteten Erkenntnisse.
2 Strategische Unternehmensnetzwerke in der Organisationstheorie
2.1 Netzwerke als moderne Organisationsform
Der Netzwerkbegriff findet sich in der modernen Organisationstheorie in zwei Formen: als intraorganisatorische, d.h. unternehmensinterne, und interorganisatorische, d.h. unternehmensübergreifende, Netzwerke. Intraorganisatorische Netzwerke bezeichnen die Kooperationsaktivitäten innerhalb eines Unternehmens, z. B. zwischen der Konzernzentrale und den einzelnen Tochtergesellschaften. Diese Arbeit beschäftigt sich allerdings ausschließlich mit der zweiten Form, den unternehmensübergreifenden Netzwer- ken. Solche interorganisatorischen Netzwerke zeichnen sich durch eine Zusammenar-
- 3 -beit mit externen Marktpartnern zur gemeinsamen Realisierung von Wettbewerbsvortei-len in einem oder mehreren Bereichen der Wertschöpfung aus. 5 Interorganisatorische Netzwerke sind gleichzeitig Ursache und Resultat sich verändern-der Märkte und Branchenstrukturen. Um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und a-däquat auf sich verändernde Umweltbedingungen zu reagieren, benötigen Unternehmen neue Organisationsstrukturen. Das Netzwerkkonzept stellt die nötige organisatorische Flexibilität her, um dem stetigen Wandel der strategischen Anforderungen und der ge-stiegenen Umweltkomplexität begegnen zu können. 6
Die Netzwerkbeziehungen ähneln intraorganisatorischen Beziehungen, überschreiten allerdings die Unternehmensgrenzen und halten durch die Möglichkeit des Ein- und Austritts von Akteuren den Markttest zwischen den verschiedenen Netzwerkpartnern aufrecht. 7 Mit dieser neuen Organisationsform hat sich der Gegenstand des Organisationsmanagements vom einzelnen Unternehmen wegbewegt, und das gesamte Netzwerkgeflecht, in welches das Unternehmen eingebunden ist, zu seinem Gegenstand erhoben. 8
2.2 Abgrenzung strategischer Unternehmensnetzwerke
Die dominante Form von Unternehmensnetzwerken ist die der strategischen Netzwerke. Diese zeichnen sich im Gegensatz zu anderen Netzwerken, wie regionalen Netzwerken, Projektnetzwerken oder virtuellen Unternehmensnetzwerken, durch die strategische Führerschaft eines fokalen Akteurs in einer auf Dauer angelegten Partnerschaft aus. 9 Dieser Arbeit soll die im deutschen Sprachraum akzeptierte Definition strategischer Netzwerke von SYDOW zugrunde liegen, da diese eine umfassende Begriffsabgrenzung bietet und trotz ihres Alters nur einer kleinen Erweiterung bedarf. 10 „Ein strategisches Netzwerk stellt eine auf die Realisierung von Wettbewerbsvorteilen zielende, polyzentrische, gleichwohl von einer oder mehreren Unternehmungen strategisch geführte Organisationsform ökonomischer Aktivität zwischen Markt und Hierarchie dar, die sich durch komplex-reziproke, eher kooperative denn kompetitive und relativ stabile Beziehungen zwischen rechtlich selbständigen, wirtschaftlich jedoch zumeist
5 Vgl. KREIKEBAUM/GILBERT/REINHARDT (2002), S. 147.
6 Vgl. KREIKEBAUM/GILBERT/REINHARDT (2002), S. 153; siehe WINKLER (1999), S. 114-121, für eine
detailliertere Analyse der Ziele und Potenziale strategischer Unternehmensnetzwerke.
7 Vgl. GILBERT (2003), S. 29; SYDOW (2001), S. 280.
8 Vgl. KREIKEBAUM/GILBERT/REINHARDT (2002), S. 153; BACHMANN (2000), S. 109.
9 Für eine genaue Abgrenzung nach einer Klassifizierung von SYDOW siehe GILBERT (2003), S. 41-48;
KREIKEBAUM/GILBERT/REINHARDT (2002), S. 154-168; SYDOW (2001c), S. 298-305.
10 Der Begriff „strategic network“ wurde von JARILLO eingeführt als „long-term purposeful arrangements
among distinct but related for-profit organizations that allow those firms in them to gain or sustain
competitive advantage vis-à-vis their competitors outside the network”; JARILLO (1988), S. 32.
Arbeit zitieren:
Dipl.-Kfm. Christian Funke, 2003, Macht als Integrationsmedium in internationalen strategischen Netzwerken, München, GRIN Verlag GmbH
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