1. Inhalt
2. Sachanalyse 02
2.1. Die Farbe Blau 02
2.2. Geschichtliches 03
2.3. Gewinnung des Farbstoffes 04
2.4. Das Färben mit Indigo 05
2.5. Rezepte für die Indigoküpe 05
2.6. Verschiedene Abbindetechniken 06
2.7. Indigofärben in Nigeria 11
3. Didaktische Analyse 12
3.1. Vorgaben des Bildungsplans 12
3.2. Bedeutung des Themas für die Schüler/innen 15
3.3. Exemplarische Bedeutung des Themas 15
3.4. Exemplarische Bedeutung der Arbeitsmethode 16
3.5. Begründung der Inhaltsauswahl 16
3.6. Didaktische Leitfrage zur Inhaltsstrukturierung 16
4. Lernziele 17
4.1. Fachliche Lernziele 17
4.2. Soziale Lernziele 17
5. Methodische Überlegungen 18
5.1. Überblick über die Projektwoche 20
6. Literatur 21
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2. Sachanalyse
2.1. Die Farbe Blau
Weite/Ferne, Kälte, Schatten, Luft, Wasser, Himmel, Logik, gedankliche Sammlung, Ordnung, Hingabe, Treue, Sehnsucht, Trauer, Phantasie, Traum, Illusion, Transzendenz und Rausch - zahlreiche Begriffe und Eindrücke verbinden Menschen mit der Farbe Blau, die in bekannten Redewendungen zum Ausdruck kommen: „In einer ‚blauen Stunde’ spannt man aus oder gibt sich Träumereien hin: Wer ‚ins Blaue’ reist, weiß nicht, was ihn erwartet, und jemandem ‚blauen Dunst’ vormachen bedeutet nichts anderes, als ihn durch Lug und Trug hinters Licht zu führen.“ „Blau sein“ wird auch als Synonym für „betrunken sein“ verwendet, um nur einige Beispiele zu nennen.
Worin liegt jedoch die Besonderheit dieser Farbe, die mit Abstand als häufigste Lieblingsfarbe genannt und dagegen laut einer Umfrage von nur 2% der Männer und 1% der Frauen abgelehnt wird ( vgl. Eva Heller, 1989, S. 23)? Zum Teil noch heute bekannte Begriffe aus alten Traditionen und vergangenen Epochen, benennen die Farbe Blau, z.B. „der sogenannte Blaustrumpf, ein veralteter Spottname für ‚gelehrte Frauen’ aus der Zeit ihrer beginnenden Emanzipation. „Blaues Blut“ wird den Adligen und Vornehmen zugesprochen - ein Ausdruck, der seinen Ursprung in Spanien haben soll, „wo in früheren Jahrhunderten die weiße Haut reicher Westgoten mit den Blau hindurchschimmernden Adern offenbar eine Besonderheit darstellte“. Der „blaue Montag“ bezog sich ursprünglich auf die blauviolette Altarbedeckung zu Beginn der Fastenzeit.
Im jüdischen Glauben ist Blau die Farbe des Übersinnlichen und gilt daher auch als Gottesfarbe. In China und England steht Blau symbolisch für Trauer. So ist auch der davon abgeleitete „Blues“, eine ursprünglich afroamerikanische Musik, geprägt von einer mehr oder weniger traurigen Grundstimmung. Auch bei Tieren ließ sich diese Wirkung der Farbe in Versuchen nachweisen, bei Pflanzen wird das Wachstum unter Einfluss von blauem Licht gehemmt. Im Straßenverkehr ist Blau die Farbe der Hinweiszeichen. Als Hygienefarbe, die besonders in Verbindung mit Weiß den Eindruck höchster Sauberkeit erweckt, kommt Blau oft in Küchen, Sanitärbereichen oder Kühl- und Lagerräumen für Lebensmittel zum Einsatz. Dabei ist ihre Wirkung immer auch
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kühl und leer, frostig und verlassen. „Zimmer, die rein Blau austapeziert sind, erschienen gewissermaßen weit, aber eigentlich leer und kalt“ (Goethe, Farbenlehre, §783).
Die „Blaue Blume“ gilt als Symbol der Romantik. Sie ist Gegenstand eines Gedichts von Joseph von Eichendorff (1788-1857) und erscheint in Novalis` „Heinrich von Ofterdingen“. „Pablo Picasso (1881-1973) malte eine ‚blaue Periode’ lang bevorzugt in dieser Farbe.“ Er beschrieb damit sein Gefühl von Trauer und Schmerz über den Tod eines Freundes. Amedeo Modigliani (1884-1920) tauchte eines seiner berühmtesten Frauenporträts in verwaschene Blautöne ein (vgl. A. u. L. Gericke, 1990, S. 19).
2.2. Geschichtliches
Indigo gehört neben dem Alizarin zu den ältesten pflanzlichen Farbstoffen, die auch die weiteste Verbreitung auf der Erde fanden. Er ist in China bis zu 1200 v. Chr. nachzuweisen. Während Alizarin einen violett-roten Ton ergibt, färbt Indigo blau. In fast allen Kulturkreisen wurde in der führenden Zeit mit diesen Färbedrogen gefärbt. Da diese sehr kostbar waren, konnte sich nur die vornehme Gesellschaft farbige Gewänder leisten. Ärmeren Schichten war das Tragen bestimmter Farben verboten, z.B . das Purpur, die Farbe des Königsmantels. „Indigo dagegen ist volkstümlich geworden, obwohl die feinsten Sorten auch ein Privileg der führenden höheren Stände war. In China und Indonesien gab es eigens angelegte Indigo-Kulturen, deren ausgezeichnete Farbergebnisse nur den höfischen Färbereien zugänglich waren“ (Hilda Sandtner, 1979, S.6). Nach Europa kam Indigo erst durch die Portugiesen, später durch die Holländer und Engländer, nachdem 1498 der Seeweg nach Indien entdeckt worden war. Bis dahin lieferte W aid den einzigen blauen Farbstoff. Es wurde besonders in Thüringen und am Oberrhein angebaut. Erfurt, Gotha, Langensalza, Tennstedt und Arnstadt waren bekannt als die „fünf Waidstädte“ (Ingeborg Fiegert 1982, S. 219). Die Vielseitigkeit dieses Farbstoffes zeigte sich darin, dass er in drei aufeinander folgenden Farbgängen drei verschiedene Färbungen ermöglichte: Schwarz, Blau und Grün.
Der Indigo-Farbstoff (Indigofera tinctoria) wurde aus der Indigopflanze, einem in Indien wachsenden Strauch, gewonnen. Seine Blätter lieferten den gleichen blauen Farbstoff wie der heimische Waid, aber in wesentlich größeren Mengen.
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Aus 100 kg Pflanzenmaterial konnte man 1½ bis 2 kg Indigo gewinnen. Er kam in Platten oder Stückform in den Handel. In dieser Form ist er auch he ute noch zu haben (Gudrun Schneider 1979, S.22). Der Indigo stellte für den Waidanbau eine große Konkurrenz dar und wurde deshalb zeitweise verboten. Trotzdem setzte er sich schließlich endgültig durch und wurde in Indien auf Plantagen kultiviert (Gudrun Schneider 1979, S. 23). Noch im Jahre 1897 befanden sich dort 700 000 Hektar Anbaufläche für Indigo. Die Jahresproduktion lag bei 8 000 Tonnen. Als im Jahre 1878 dem deutschen Chemiker Adolf von Bayer die erste künstliche Herstellung von Indigo gelang, trat für dessen Handel eine entscheidende Wende ein. „Ab 1897 kam dieser synthetische Indigo durch die Badische Anilin- und Sodafabrik (BASF) in Ludwigshafen zu einem sehr günstigen Preis in den Handel. Heute wird der Indigo nach der ‚Heumann-Synthese’ hergestellt. Schon 1914 hatte der natürliche Indigo nur noch einen Marktanteil von 4%“
(http://www.seilnacht.tuttlingen.com/Lexikon/Indigo.htm, S.3).
2.3. Gewinnung des Farbstoffes
Die Pflanzenteile wurden in Indien noch vor Ort verarbeitet. Nach der Ernte wurden sie gebündelt und in großen, in den Boden eingelassenen Becken mit Wasser eingeweicht. Aufgrund der hohen Lufttemperaturen setzte die Gärung rasch ein, wobei sich das Indican in Indoxyl und Traubenzucker umwandelte. Die mit der Zeit gelbgrün gewordene Einweichflüssigkeit wurde nach ca. 15 Stunden in tieferliegende Becken abgelassen. Durch einfaches Schlagen mit Ruten und Stöcken oder mit Hilfe von Schaufelrädern wurde der Flüssigkeit Luft zugeführt. Dadurch verwandelte sich das Indoxyl in einer Oxidation zu blauem Indigo. Da der so gewonnene Farbstoff nicht wasserlöslich war, setzte er sich in Körnern und Flocken am Boden ab. Diese wurden zum Trocknen in spezielle Beutel gefüllt zur Reinigung noch einmal gewaschen, bzw. gekocht, gut abgepresst und getrocknet. Danach wurde er zu Blöcken verarbeitet und in dieser Form gehandelt ( vgl. Gudrun Schneider, 1979, S. 22).
„Bei der künstlichen Herstellung nach der ‚1. Heumann-Synthese’ wird Anilin als Ausgangsstoff in einer Kondensationsreaktion zu Indoxyl umgewandelt. Dieses oxidiert man mit Sauerstoff in alkalischer Lösung zu Indigo [...]. Bei der ‚2. Heumann-Synthese’, wie es die BASF anwendet, ist Phenylglycin-o-carbonsäure Ausgangsstoff zur Indoxylherstellung. Alle Stoffe und Zwischenprodukte sind aus
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dem Erdöl zugänglich. Indigo selbst ist im Gegensatz zu den meisten Vorprodukten nicht giftig“ (http://www.seilnacht.tuttlingen.com/Lexikon/Indigo.htm, S. 6-7).
2.4. Das Färben mit Indigo
Da Indigo selbst nicht wasserlöslich ist, muss er in der Küpe wieder in die lösliche Form gebracht werden. „Die Verfahren hierzu sind immer wieder verbessert worden und reichen von der alten Urinküpe bis zur modernen Hydrosulfitküpe“ (Gudrun Schneider, 1979, S. 22).
Dazu wurden früher zu dem Wasser, in das man das Indigo rührte, gärende Kohlenhydrate wie z.B. Zucker, Mehl o.ä. zugesetzt. „Der bei dieser alkoholischen Gärung entstehende aktive Sauerstoff reduziert das Indigo zu Leukoindigo [...]. Durch Zusatz von Lauge - früher benutzte man gelöschten Kalk, Pottasche, Soda oder Ammoniak (aus gefaultem Urin) - ,[...] erhält man ein wasserlösliches Salz des Leukoindigos:[...] In dieser Küpe wird nun gefärbt. Durch das Wasser und den Luftsauerstoff oxidiert das Natriumsalz des Leukoindigos im Gewebe wieder zu dem wasserunlöslichen Indigo. Das andere Reaktionsprodukt, Natronlauge NaOH kann später ausgespült werden.
Heute verwendet man Küpen mit Natriumdithionit [...] als Reduktionsmittel und Natronlauge als Salzbildner.“(?)
2.5. Rezepte für die Indigoküpe
„Rezept für die Zubereitung der Indigoküpe bei den MARKA-FRAUEN (Volk der Soninke, im heutigen Mali) [...]
Indigokuchen werden zerstoßen und mit Wasser benetzt. - Nachdrei Tagen wäscht man diese Masse in einem Korb mit sehr viel - Wasser,um alle Verunreinigungen zu entfernen. Dann fügt man alkalihaltiges Wasser zu. - Nachdrei Tagen füllt man das Färbegefäß mit alkalischem Wasser, das -
Arbeit zitieren:
Claudia Rödiger, 2001, Projekteinheit: Textilgestaltung II: Das blaue Wunder – Indigofärbung“ , München, GRIN Verlag GmbH
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