Ausgewählte Aspekte der Personalführung doc Thomas Bier
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1. Einleitung 1
1.1 Einführung 1
1.2 Aufbau der Arbeit 2
2. Grundlagen der Führung 3
2.1 Allgemeines 3
2.2 Führungsbegriffe 3
2.3 Träger der Unternehmensführung 4
2.4 Aufgaben der Führung 8
2.5 Führungstheorien 9
2.5.1 Eigenschaftstheoretischer Ansatz 10
2.5.2 Verhaltenstheoretischer Ansatz 10
2.5.3 Situationstheoretischer Ansatz 11
3. Grundlagen der Personalführung 12
3.1 Allgemeines 12
3.2 Menschenbilder - Die Ressource Mensch im Unternehmen 12
3.2.1 Die Extremtheorien von McGregor 15
3.2.2 Die vier Grundtypen von Schein 16
3.2.3 Die Managertypen von Maccoby 18
3.3 Verhaltenstheorie 19
3.3.1 Die Anreiz-Beitrags Theorie 19
3.3.2 Die Theorie der kognitiven Dissonanz 21
3.4 Theorien der Motivation 22
3.4.1 Inhaltstheorien 24
3.4.1.1 Die Bedürfnishierarchie von Maslow 24
3.4.1.2 Die Bedürfnisstufen von Alderfer 25
3.4.1.3 Die Grundfaktoren von Herzberg 27
3.4.1.4 Die Bedürfnisarten von McClelland 28
3.4.1.5 Zusammenführung 30
3.4.2 Prozesstheorien 31
3.4.2.1 Die Erwartungstheorie von Vroom 31
3.4.2.2 Die Gerechtigkeitstheorie von Adams 33
3.4.2.3 Die Zielsetzungstheorie von Locke 35
3.4.2.4 Zusammenführung 36
3.4.3 Aktionstheorien 36
3.4.3.1 Die Situation von Comelli/Rosenstiel 36
3.4.3.2 Die Emotion von Izard u a. 38
3.4.3.3 Die Intuition von Agor u a. 39
3.5 Folgerungen 40
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4. Personalführungssystem 41
4.1 Allgemeines 41
4.2 Führungsgrundsätze 42
4.3 Führungsstile 43
4.3.1 Transaktionale Führung 43
4.3.1.1 Klassifikatorisch von Tannenbaum/Schmidt 43
4.3.1.2 Die situative Kontingenttheorie von Fiedler 44
4.3.1.3 Das Entscheidungsmodell von Vroom/Yetton 47
4.3.1.4 Das Verhaltsgitter von Blake/Mouton 50
4.3.1.5 Der 3 D-Ansatz von Reddin 53
4.3.1.6 Zusammenführung 55
4.3.2 Transformationale Führung 56
4.3.2.1 Charismatische Führung: Personenzentrierte Aktivierung 57
4.3.2.2 Visionäre Führung: Inspirierende Motivierung 59
4.3.2.3 Fordernde Führung: Intellektuelle Stimulierung 62
4.3.2.4 Fördernde Führung: Coaching und Mentoring 63
4.4 Führungs / Managementprinzipien 64
4.4.1 Management by Exception 65
4.4.2 Management by Delegation 66
4.4.3 Management by Motivation 68
4.4.4 Management by Objectives 69
4.4.5 Management by Results 71
4.4.6 Management by Participation 71
4.5 Führungsmittel 72
4.6 Folgerungen 74
5. Personalführung in der Praxis 75
5.1 Allgemeines 75
5.2 Erfolgsfaktoren der Mitarbeiterführung 76
5.2.1 Führungs- und Sozialkompetenz 76
5.2.2 Führen durch Coaching 78
5.2.3 Anerkennung und Kritik 80
5.2.4 Das Mitarbeitergespräch 81
5.2.5 Delegation 82
5.2.6 Situative Führung 83
6. Zusammenfassung und Fazit 85
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1. EINFÜHRUNG
1.1 Einleitung
„Personalführung ist die Optimierung des Verhältnisses zwischen Führungskraft und Mitarbeiter im Hinblick auf eine weitgehende Integration von Unternehmens- und Individualzielen.“ 1
Die Personalführung gilt unter den Führungspraktikern als die wichtigste Funktion des Personalmanagement. War bei den Führungsdiskussionen in den siebziger Jahren das Ziel die Mitarbeiterzufriedenheit zusteigern, so gewannen danach die ökonomischen Zielsetzungen verstärkt an Bedeutung. Damit wurde die Produktivität der menschlichen Arbeit in den Fokus des Interesses gerückt. Heute ist man zu der Auffassung gelangt, den Mitarbeiter zum Mitunternehmer zu entwickeln und ökonomische und humane Zielsetzungen gleich zu gewichten. In einem wesentlich komplexer, dynamischer und ökonomischer gewordenen Umfeld gilt die Unternehmensressource Personal als der strategische Erfolgsfaktor.
Zu den entscheidenden Faktoren, die das Leistungspotential von Mitarbeitern beeinflussen, gehören die Arbeitsmotivation und die damit unmittelbar verbundene Arbeitszufriedenheit. Doch fast jede Ausbildung vermittelt in erster Linie nur die Sachkenntnisse. Zwischenmenschliche Fähigkeiten werden oft vernachlässigt oder überhaupt nicht geschult. Zum Beispiel übernehmen viele Fachkräfte früher oder später eine Teamleitungs- oder Führungsfunktion, jedoch haben die wenigsten von Ihnen zwischenmenschliches Know-how oder Führungswissen in der Ausbildung oder der Hochschule vermittelt bekommen. Die Folge daraus ist, dass Ergebnisse in den Unternehmen trotz Fachwissen nicht effizient oder überhaupt erreicht werden, weil die zwischenmenschliche Basis der beteiligten Personen nicht im Lot war.
Die Arbeitszufriedenheit und Arbeitsmotivation werden zum größten Teil durch den Vorgesetzten beeinflusst. Die Führung und Motivation der Mitarbeiter durch den direkten Vorgesetzten, oft als Mitarbeiterführung bezeichnet, ist Gegenstand dieser Diplomarbeit. Hierzu bedarf es einer intensiven Auseinandersetzung mit den Grundlagen der Führung und der Personalführung.
1 Scholz, C. (2000): Personalmanagement, S. 775
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1.2 Aufbau der Arbeit
Der Aufbau dieser Diplomarbeit kann durch folgende Fragen beschrieben werden:
• Was ist unter Führung zu verstehen ?
• Wie kann menschlichen Verhalten erklärt, verstanden und initiiert werden ?
• Wie sieht ein wirkungsvolles Personalführungssystem aus ?
• Wie stellt sich die Personalführung in der Praxis dar ?
• Wie lautet das Fazit ?
In den jeweiligen Kapiteln sollen diese Fragen beantwortet werden:
In Kapitel 2 werden die wichtigsten Führungsbegriffe erläutert und der Bezug zwischen Unternehmensführung und dem Personalmanagement hergestellt. Weiter werden die Aufgaben der Führung erläutert.
In Kapitel 3 werden die Ausgangspunkte der Personalführung dargestellt. Hierzu gehören unterschiedliche Menschenbilder, sowie motivations- und verhaltenstheoretische Grundlagen
In Kapitel 4 werden die Komponenten der Mitarbeiterführung erläutert. Dazu zählen neben den Führungsstilen auch die Führungsgrundsätze, die verschiedenen Führungsmittel, sowie verschiedene Management-Prinzipien.
In Kapitel 5 werden wichtige Hinweise für die praktische Anwendung eines situativen Führungsstils gegeben und werden einige wichtige Führungsmittel erläutert.
In Kapitel 6 wird aus den in dieser Arbeit gewonnenen Erkenntnissen eine kurze Zusammenfassung erstellt, und mit einem sich daraus ergebenen Fazit abgeschlossen.
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2. GRUNDLAGEN DER FÜHRUNG
2.1 Allgemeines
In der Fachliteratur und in der Praxis ist es bisher nicht zu einer einheitlichen Abgrenzung der Begriffe Führung und Leitung gekommen. Sie werden einerseits synonym gebraucht, andererseits aber auch in unterschiedlicher Art und Weise sehr exakt von-einander abgegrenzt. 1 Am Anfang dieser Diplomarbeit ist es deshalb notwendig, die verschiedenen Begriffe der Führung näher zu definieren.
2.2 Führungsbegriffe
Führung ist zielorientierte Gestaltung von Unternehmen bzw. zielorientierte Beeinflussung der Verhaltensweisen und Einstellungen von Personen. Folglich kann Führung sachorientiert oder personenorientiert sein. In der Realität vermischen sich beim Führen von Unternehmen diese zwei Grundausrichtungen. Trotzdem soll zum besseren Verständnis der Thematik diese duale Sichtweise der Unternehmensführung beibehalten werden. 2
Bei der Führung ist außerdem zwischen funktionalen und institutionalen Führungsaspekte zu unterscheiden: 3
- Führungals Funktion: Hierbei wird auf Personen und Prozesse eingewirkt, wobei zwischen personenbezogen (Führung) und aufgabenbezogenen (Leitung) Führungshandlungen unterschieden wird.
- Führungals Institution: Hierbei werden die Führungsaufgaben durch eine Gruppe von Personen (Führungsträger) wahrgenommen. Dabei übernehmen alle Führungskräfte des Unternehmens die personen- und aufgabenorientierten Führungshandlungen.
Die Unternehmensführung ist das grundlegende, dynamische und schöpferische Element eines Unternehmens, und somit oberstes Entscheidungszentrum. Die von
1 vgl. Korndörfer, W. (1999): Unternehmensführungslehre, S. 19
2 vgl. Bea, F. (1997): Allgm. Betriebswirtschaftslehre - Führung, S. 1 u. Korndörfer, W. (1999): Unternehmensführungslehre, S. 19
3 vgl. Jodl, H. u. Kriebaum, W. (2001): Betriebsorganisation und Personalführung, S. 19
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der Führungsspitze getroffenen Entscheidungen sind autonome und richtungweisende Ganzheitsentscheidungen, die nicht delegiert werden können.
Die Unternehmensleitung hat die Aufgabe durch Anordnen, Anleiten und Kontrollieren dafür zu sorgen, dass die von der Unternehmensführung vorgegebenen Ziele und Grundsätze der Unternehmenspolitik durch konkrete Anweisungen in die Tat umgesetzt werden. Diese Leitungsentscheidungen sind delegierbare Ressort- oder Abteilungsentscheidungen, die auf mehreren Leitungsstufen, von den Ressortleitern, Abteilungsleitern, aber auch Teamleitern oder Gruppenleitern gefällt werden dürfen. Die Unternehmensleitung bildet somit das Bindeglied zwischen echten unternehmerischen Führungs- und reinen Ausführungsentscheidungen. 1
2.3 Träger der Unternehmensführung
Die Führungspyramide, d.h. die Hierarchie, eines größeren Unternehmens besteht in der Regel aus drei Führungs- und einer Ausführungsebene. Die oberste Führungsebene (Top-Management) ist das oberste Leitungsorgan des Unternehmens und nimmt sach- und personenbezogene Führungsaufgaben wahr. Die Leiter einzelner Funktionsbereiche gehören der mittleren Führungsebene (Middle-Management) an, und die untere Führungsebene (Lower-Management) wird von Leitern der Personengruppen verkörpert. Beide Führungsebenen haben leitungs- und personenbezogene Führungsaufgaben. Die Ausführungsebene setzt sich aus den Angestellten und Arbeitern ohne Führungsfunktionen zusammen (vgl. Abbildung 1). 2
1 vgl. Korndörfer, W. (1999): Unternehmensführungslehre, S. 20 ff.
2 vgl. Korndörfer, W. (1999): Unternehmensführungslehre, S 24
3 vgl. Jodl, H. u. Kriebaum, W. (2001): Betriebsorganisation und Personalführung, S. 27 u. Berner, F (1999): Unternehmensführung im Baubetrieb, S. 42
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Als Institution enthält das Management alle leitenden Instanzen, also jene Personengruppen, die mit Entscheidungs- und Anordnungskompetenzen ausgestattet sind. Die oben beschriebenen drei Managementebenen werden wegen ihrer verschiedenen Aufgabenschwerpunkte auch als Strategisches, Taktisches und Operatives Management bezeichnet. Abbildung 2 ordnet diese Aufgabenschwerpunkte den unterschiedlichen Führungsebenen zu und grenzt die Aufgaben voneinander ab.
Das strategische Management bestimmt die langfristige Unternehmenspolitik und legt die Zielkonzeption fest. Es genehmigt u.a. den langfristigen Unternehmensplan. Das taktische Management hat die Steuerungsverantwortung und ist somit u.a. für die Zerlegung des Unternehmensplans in Teilpläne, für die wirtschaftliche Zuteilung der Ressourcen, sowie für die Einhaltung der Zielsetzungen verantwortlich. Das operative Management leitet seine Aufgabenstellung und Zielsetzung aus dem vom taktischen Management zur Verfügung gestellten Teilplan ab. Es hat somit die Verrichtungsver-antwortlichkeit, d.h. es ist für die zeitlich und sachlich richtige Ausführung der Teilpläne verantwortlich. 2
Betriebliches Personalmanagement ist Teil des allgemeinen Managementprozesses. Daher gelten die üblichen drei Managementebenen strategisch, tak- 1 vgl.Seidel, E. u. Redel, W. (1997): Führungsorganisation, S. 6 u. Koreimann, D. (1995): Management, S. 75 ff.
2 vgl. Koreimann, D. (1995): Management, S. 76
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tisch/dispositiv und operativ auch für das Personalmanagement, müssen jedoch mit spezifisch personalwirtschaftlichen Inhalten gefüllt werden. 1 Für den Teilbereich Personalführung des Personalmanagements lautet die Zuordnung wie folgt (vgl. Abbildung 3):
1. Strategische Ebene: Unternehmenskultur im Sinne einer einheitlichen Unternehmensführung
2. Taktische Ebene: Gruppenbezogene Führungsansätze (z.B. Management-Prinzipien und aus der Unternehmenskultur abgeleitete Führungsgrundsätze)
3. Operative Ebene: Individualführung (Interaktion zwischen Mitarbeiter, Führungskraft und Führungssituation)
Die Unternehmenskultur ist das Bewusstsein eines Unternehmens. Sie ergibt sich aus dem Verhalten der Unternehmensmitglieder und steuert im Gegenzug das Verhalten der Menschen. Personalführung durch Kultur bedeutet, dass Elemente der Unternehmenskultur ganz gezielt als Mittel der Verhaltenssteuerung eingesetzt werden.
Die Unternehmenskultur ist zwar ein wirkungsvoller Lenkungsmechanismus, ist aber sehr schwer steuerbar. Deshalb sind die Unternehmen auf zusätzliche Instrumente angewiesen. Die gruppenbezogenen Führungsansätze sollen das Arbeitsklima einer Gruppe verbessern und die Arbeit der Gruppe in Richtung Unternehmensziele weiterentwickeln. Neben den Führungsgrundsätzen, die sich mit konkreten Inhalten füllen lassen, sind hier auch die Management-Prinzipien und die gruppendynamischen Prozesse zu nennen. 2
1 vgl. Scholz, C. (2000): Personalmanagement, S. 88
2 vgl. Scholz, C. (2000): Personalmanagement, S. 779 ff.
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Auf der operativen Ebene der Personalführung stehen die Führungskraft und der Mitarbeiter im Mittelpunkt. Die Führungskraft ist bestrebt die Unternehmensziele, aber auch mittelbar die eigenen Ziele zu realisieren. Sie versucht daher auf das Verhalten der Mitarbeiter Einfluss zu nehmen, die in der Regel ebenfalls Unternehmensziele und ganz besonders eigene Zielvorstellungen erreichen wollen.
Die Individualführung (vgl. dazu Abbildung 4) versucht die Zusammenhänge zwischen Führungskraft und Mitarbeiter, sowie die konkrete Führungssituation zu analysieren und zu gestalten. Die dafür notwendigen Grundlagen im Bereich der Menschenbilder, Motivations- und Verhaltenstheorien werden im Kapitel 3, Grundlagen der Personalführung, beschrieben.
Darauf aufbauend werden im Kapitel 4 die verschiedenen Führungsstilmodelle der transaktionalen und transformationalen Führung, sowie diverse Führungsmittel be-handelt. Weiter werden die für die operative Ebene der Personalführung relevanten Inhalte der gruppenbezogenen Führungsansätze dargestellt. 1
1 vgl. Scholz, C. (2000): Personalmanagement, S. 877
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2.4 Aufgaben der Führung
Zweck einer Führung ist es, ein vorgegebenes Ziel durch gemeinschaftliches Handeln zu erreichen, wozu ein bestimmtes Verhalten der Mitglieder des Unternehmens erforderlich ist. 1
Nachfolgend sind die Aufgaben der Führung kurz beschrieben, siehe auch Abbildung 5:
Zielvorgabe: Die wichtigste Aufgabe der Führung ist das Bilden und Vorgeben von Zielen und Visionen. Ziele sind für die Führungskräfte, sowie auch für die ausführenden Beschäftigten wichtige Leitlinien. Dabei ist allerdings zu achten, dass die vorgegebenen Ziele stets erreichbar sind. Sie sollte darüber hinaus klar nach Inhalt, Zeitrahmen und Erfüllungsgrad definiert sein.
Motivation: Die Arbeitsleistung und die Arbeitszufriedenheit sind untrennbar mitein-ander verbunden. Neben der persönlichen und fachlichen Qualifikation gewinnt der Leistungswille der Beschäftigten an immer größerer Bedeutung. Mitarbeiter, die Führungsentscheidungen ausführen sollen, müssen zur Leistung motiviert werden. Die Führungskraft soll dabei im Menschen durch positive Verhaltensbeeinflussung Leistungsanreize schaffen, die ihn zu einem zielorientierten Verhalten und Handeln veranlassen. Der Erfolg wird sich allerdings nur einstellen, wenn die Führungskraft die dazu nötigen Führungs- und Sozialkompetenzen besitzt.
Repräsentation: Ein Unternehmen muss in vielen Fällen nach außen hin vertreten werden. Die Vertretungsrechte und -pflichten sind u.a auch gesetzlich geregelt. Diese und auch weitere repräsentative Aufgaben sind in der Regel nicht delegierbar.
Koordination: Im Rahmen des Planungsprozesses wird die Zielvorgabe analysiert und beurteilt. Dabei werden verschiedene Handlungsalternativen erstellt. Erst nachdem sich die Träger der Führung für eine Handlungsalternative entscheiden haben,
1 vgl. Jodl, H. u. Kriebaum, W. (2001): Betriebsorganisation und Personalführung, S. 27
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erfolgt die Delegation an die untergeordneten Stellen zur Erfüllung. Die dafür erforderlichen Personen und Sachmittel werden dafür bereitgestellt, abgestimmt und in den Leistungserstellungsprozess eingegliedert. Die Führungskräfte überwachen und kontrollieren die ordnungsgemäße Durchführung der delegierten Aufgaben. Sollten Abweichungen festgestellt werden, so sind diese zu analysieren und entsprechende Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse wirken rückwirkend zu den vorgelagerten Führungsaufgaben.
Zur Verdeutlichung wird der hier beschriebene Führungsprozess in Abbildung 6 (nächste Seite) dargestellt.
2.5 Führungstheorien
Zur gezielten Einsetzung von Führungstechniken benötigt man eine klare Vorstellung über Bedingungen, Strukturen, Prozesse und Konsequenzen. 2 Diese Vorstellung bezeichnet man als Führungstheorie. Allerdings gibt es bisher noch keine allgemeingültige Führungstheorie, die allen genannten Anforderungen entspricht. Vorhanden sind
1 vgl. Jodl, H. u. Kriebaum, W. (2001): Betriebsorganisation und Personalführung, S. 28
2 vgl. Wunderer, R. u. Grunwald, W. (1980): Führungslehre, S. 112
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jedoch einige Führungstheorien, die einen Teil der Anforderungen entsprechen. Die drei wichtigsten Theorien sind nachfolgend dargestellt.
2.5.1 Eigenschaftstheoretischer Ansatz
Die Grundannahme der Eigenschaftstheorie besteht darin, dass besondere persönliche Eigenschaften eine Person dazu befähigen, andere zu führen. Zur Ermittlung dieser Führungsqualitäten wurde eine Vielzahl von wirtschaftlichen Untersuchen durchgeführt. Folgende Eigenschaften wurden mit sehr großer Übereinstimmung als führungsrelevante Eigenschaften genannt:
• Intelligenz • Belastbarkeit • Kreativität
• Willensstärke • Fleiß • Leistungsmotivation
• Selbstsicherheit • soziale Aktivität
Heute kommen noch weitere bedeutende Eigenschaften bzw. Fähigkeiten hinzu:
• Kommunikation • Problemerkennung • Problemlösung
Der Führungserfolg ist nach dieser Theorie nur von den Eigenschaften der Führungskräfte abhängig. Auf diese Eigenschaften sollte bei der Einstellung von Führungskräften berücksichtigt werden. Allerdings ist die Ermittlung dieser Eigenschaften recht schwierig, da diese von der zu besetzenden Stelle und auch von den zu führenden Mitarbeitern abhängig sind. Eine bestimmte Gruppenzusammensetzung können bestimmte Führungseigenschaften erfordern. Ändert sich die Gruppenzusammensetzung, so können unter Umständen ganz andere Führungseigenschaften maßgebend werden. 1 Unterschiedliche Gruppenzusammensetzungen erfordern unterschiedliche Führungsqualitäten und Verhaltensweisen der Führungskraft.
2.5.2 Verhaltenstheoretischer Ansatz
Bei dieser Theorie wird die Beziehung zwischen Führungskraft und Mitarbeiter, unter Berücksichtigung der komplexen Zusammenhänge der Realität, betrachtet. Beide
1 vgl. Oechsler, W. (1994): Personal und Arbeit, S. 251 ff. u. Bea, F. (1997): Allgm. Betriebswirtschaftslehre - Führung, S. 4 ff.
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Seiten sind bestrebt, aus ihrer gegenseitigen Beziehung den maximalen Nutzen zu ziehen. Dabei sollen sowohl die Unternehmenszeile, als auch die Ziele des Mitarbeiters berücksichtigt werden. Der Führungsprozess erfährt dabei eine Reduzierung auf ein Anreiz-Beitragsmodell. Die Führungskraft muss einen gewissen Anreiz schaffen, um entsprechende Gegenleistungen der Geführten zu bekommen. Besondere Beachtung wird dabei der Führungseffizient des Führungsstils geschenkt. Diese Führungsstile reichen von autoritär bis kooperativ, und unterscheiden sich in der Größe des jeweiligen Entscheidungsspielraums der Mitarbeiter. 1
2.5.3 Situationstheoretischer Ansatz
Bei der Situationstheorie werden die situativen Merkmale des Führungshandelns, d.h. der Einfluss der Unternehmensumwelt, in den Vordergrund gerückt. Die Führungseffizienz wird nun von der Führungssituation bestimmt. Die Unternehmen müssen deshalb die spezifischen Veränderungen der wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Unternehmensumwelt wahrnehmen und diese beim Einsatz von Führungstechniken berücksichtigen. Diese Vorgehensweise bezeichnet man als situative Führung. 2 Im Bereich der Personalführung bedeutet dies, dass der entsprechende Führungsstil in Abhängigkeit der jeweiligen Führungssituation ausgesucht wird.
1 vgl. Bea, F. (1997): Allgm. Betriebswirtschaftslehre - Führung, S. 5 u. Oechsler, W. (1994): Personal und Arbeit, S.
252 ff.
2 vgl. Schanz, G. (2000): Personalwirtschaftslehre, S. 664 ff. u. Bea, F. (1997): Allgm. Betriebswirtschaftslehre - Führung, S. 5 ff.
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3. GRUNDLAGEN DER PERSONALFÜHRUNG
3.1 Allgemeines
Die Verhaltensorientierung im Personalmanagement hebt den Menschen als Akteur und Betroffenen hervor. Sie verlangt somit ein grundlegendes Verständnis von menschlichen Verhalten, um Zugang zu komplizierten Ereignissen mit Menschen als Akteuren zu erhalten. 1 Verschiedene Menschenbilder, sowie verhaltens- und motiva-tionstheoretische Grundlagen tragen dazu bei, dass das menschliche Verhalten besser erklärt und verstanden werden kann. Sie gehören zu den Bausteinen der Personalführung auf der operativen Ebene (vgl. Abbildung 8).
3.2 Menschenbilder
„Menschenbilder sind vereinfachte und standardisierte Muster von menschlichen Verhaltensweisen, die Personen im Laufe der Zeit glauben lokalisieren zu können.“ 2 Menschenbilder erfüllen zwei Aufgaben. Zum einen wird die Vielzahl von existierenden Menschentypen auf wenige Grundformen reduziert, zum anderen erlauben sie eine schnelle Festlegung bei der Zuordnung einer Person zu einer Grundform. Aus dieser Zuordnung werden dann standardisierte Handlungen abgeleitet.
1 vgl. Scholz, C. (2000): Personalmanagement, S. 128 ff.
2 Scholz, C. (2000): Personalmanagement, S. 117
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Bei der Bildung von Menschenbildern gibt es immer eine Person die sich ein Bild macht, und eine andere Person, von der sich ein Bild gemacht wird. Aus dieser Überlegung ergeben sich acht verschiedene Wege zu Bildung von Menschenbildern, wie sie z.B. in der Beziehung zwischen Führungskraft und Mitarbeiter zum Ausdruck kommen.
Zur besseren Verständnis werden diese Wege nachfolgen in der Abbildung dargestellt, und anschließend erklärt. 1
(1) Die Führungskraft macht sich ein subjektives Bild vom Mitarbeiter, und geht davon aus, dass dieser einen bestimmten Grundtyp von Menschen repräsentiert. Diese Anwendung von Menschenbildern besagt allerdings noch nichts darüber aus, wie differenziert die Führungskraft vorgeht, und wie realistisch das gemachte Bild ist.
(2) Auch der Mitarbeiter macht sich ein Bild von der Führungskraft. Er tut dies, indem er diese auf typische Muster zuordnet und dementsprechend handelt.
(3) Externe Beobachter (Forscher) entwickeln ebenfalls Bilder von den zu führenden Personen. Weiter trifft er empirisch begründete Annahmen über Motive und Fähigkeiten der Mitarbeiter. Diese Menschenbilder beeinflussen die Entwicklung von Führungstheorien.
1 vgl. Scholz, C. (2000): Personalmanagement, S. 117
2 vgl. Scholz, C. (2000): Personalmanagement, S. 118
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(4) Gleiches gilt für die Bilder, die sich der externe Beobachter von den Führungskräften und ihren charakterisierenden Eigenschaften macht. Diese Annahmen gehen ebenfalls, wenn auch unbewusst, in die Gestaltung von Führungsvorschlägen ein.
(5) Die Mitglieder des Unternehmens machen sich ihrerseits Bilder von den externen Beobachtern und ordnen sie zu.
(6) Die Führungskräfte ordnen sich selbst unbewusst auf Menschenbilder zu. Das liegt an der der Existenz und dem hohen Bekanntheitsgrad diverser Menschenbilder. Diese Zuordnung erfolgt unterbewusst, aber davon geht ein verhaltensprägender Einfluss aus.
(7) Die Auffassungen der Mitarbeiter über ihre eigene Identität lassen sich analog zu den Führungskräften ebenfalls bestimmten Menschenbildern zuordnen.
(8) Das Verhalten des externen Beobachters wird von dem Bild gesteuert, welches er von sich selber hat.
Die entstandenen Menschenbilder lassen sich in zwei Grundformen einteilen: Der pluralistische Ansatz geht von einer Vielzahl verschiedener Arten von Menschenbildern aus. Die dualistischen Menschenbilder trennen dagegen nur zwei gegensätzliche Arten. Die Trennung entsteht in pessimistische und optimistische Menschenbilder. Eine kurze Übersicht zeigt Abbildung 10.
1 Abbildung 10: Pessimistische und optimistische Menschenbilder (nach Knowles/Saxberg 1967)
1 vgl. Scholz, C. (2000): Personalmanagement, S. 119
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3.2.1 Die Extremtheorien von McGregor
McGregor greift die Idee der dualistischen Menschenbilder auf, indem er zwischen zwei Theorien, der Theorie X und der Theorie Y, differenziert. Er schuf nicht nur einen Grundstein für eine umfassende Forschungstradition, sondern schuf damit einen tragenden Führungsansatz.
Die Theorie X sieht den Menschen eher negativ, die Theorie Y positiv. Die Theorie X geht im Allgemeinen davon aus, das der Mensch nicht gerne arbeitet. Die Folge daraus ist, dass er durch einen autoritären Führungsstil zur Leistung gezwungen werden muss, und eine ständige Kontrolle nötig ist. Dagegen lässt sich die Theorie Y gut mit einem kooperativen Führungsstil vereinen. Hier wird angenommen, dass der Mensch grundsätzlich leistungsbereit ist. Dies gilt aber nur, wenn die Arbeit für die Selbstverwirklichung des Menschen einen intrinsischen 1 Wert hat und er entsprechend motiviert ist. 2 Die Abbildung 11 gibt eine ausführliche Übersicht.
1 d.h. von innen heraus motiviert
2 vgl. Ulrich P. u. Fluri, E. (1995): Management - eine konzentrierte Einführung, S. 169
3 Olfert, K. u. Steinbuch, P. (2001): Personalwirtschaft, S. 33
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Die Anwendung der Theorie X durch die Führungskraft führt dazu, dass sich Mitarbeiter tatsächlich entsprechend verhalten. Folglich wird die Theorie X eine sich selbst erfüllende Vorhersage. Die Anwendung der Theorie Y habe zur Konsequenz, dass Unternehmensziele besser erreicht und die Mitarbeiter zufriedener werden. Eine selbsterfüllende Vorhersage ist Theorie Y jedoch eher nicht. Wenn der Mitarbeiter keine Verantwortung übernehmen möchte (Theorie X), so wird er kaum Gefallen an eigenverantwortlichem Handeln finden.
Im Hinblick auf die Humanisierung der Arbeit und im Hinblick auf die Unternehmensziele soll nach dem Konzept immer (also nicht situativ!) von Theorie Y ausgegangen werden. 1
3.2.2 Die vier Grundtypen von Schein
Schein geht ebenfalls wie McGregor davon aus, dass Führungskräfte Annahmen über ihre Mitarbeiter treffen und diese Menschenbilder ihr Führungsverhalten beeinflussen. Schein unterscheidet in vier Grundtypen, idem er unterschiedliche Menschenbilder aus verschiedenen Forschungsansätzen zusammenfasst. 2 Abbildung 12 definiert diese vier Grundtypen.
1 Scholz, C. (2000): Personalmanagement, S. 119 u. 120
2 Scholz, C. (2000): Personalmanagement, S. 120 u. 122
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- Fortsetzung der vorigen Seite -
DieseDifferenzierung von Schein in vier Grundtypen gibt weniger eine Klassifikationsleistung wider, sondern fasst unterschiedliche Menschenbilder aus verschiedenen Forschungsansätzen zusammen.
Die Führungskraft soll somit beim rational-ökonomischen Menschen klassische Führungs- und Kontrollfunktionen ausüben, und beim sozialen Menschen für die Bedürfnisse nach Anerkennung und Zugehörigkeit zu einer Gruppe sorgen. Weiter soll die Führungskraft beim sich-selbst-verwirklichenden Menschen die individuelle Entwicklung fördern, und beim komplexen Menschen die vorhandene Situation diagnostizieren und entsprechende Maßnahmen einleiten.
In jedem Fall erlauben die Menschenbilder Komplexreduktionen. Je nachdem welche Klassifikation zugrunde gelegt wird, erfolgt diese Musterextraktion und Musterlokalisation bei der Führungskraft, beim Mitarbeiter oder beim externen Beobachter. 1
1 vgl. Schein, E. (1980): Organizational Psychology, S. 52-72 u. 93 ff.
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Thomas Bierwirth, 2003, Ausgewählte Aspekte der Personalführung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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