Bibliografische Beschreibung
MANITZ, Rene:
Untersuchung der Möglichkeiten zur Automatisierung von Geschäftsprozessen, sowie Konzeption und prototypische Realisierung in das modulare Auftrags- und Fertigungssystem DIPPS. – 2003. – 70 S. Mittweida, Hochschule Mittweida (FH), Fachbereich Mathematik/ Physik/ Informatik, Diplomarbeit 2003
Referat
Die vorliegende Arbeit handelt von der Entwicklung eines Konzeptes, sowie der anschließenden prototypischen Realisierung einer Anwendung, um Geschäftsdaten in automatisierter Form zwischen EDV-Systemen auszutauschen. Es werden dazu verschiedene Techniken betrachtet und anschließend eine Technik zur Realisierung herangezogen.
Zunächst wird dabei näher auf den Nutzen von Produktionsplanungs- und Steuerungssystemen, sowie auf die Geschichte des elektronischen Datenaustausches eingegangen, ehe das Produktionsplanungs- und Steuerungssystem DIPPS der Firma Dresden Informatik GmbH näher vorgestellt wird. Anschließend soll ein Konzept erstellt werden, wie der elektronische Datenaustausch für das DIPPS angewendet werden kann. Nach der Vorstellung von Techniken zur Realisierung soll anhand von Kriterien eine geeignete Technik ausgewählt und deren Implementation für das DIPPS beschrieben werden.
Inhaltsverzeichnis I
INHALTSVERZEICHNIS
GLOSSAR V
ABBILDUNGSVERZEICHNIS X
BEISPIELVERZEICHNIS X
TABELLENVERZEICHNIS XI XI
ANLAGENVERZEICHNIS XI
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS XI
1 EINLEITUNG 1
1.1 PROBLEMSTELLUNG UND ZIELSETZUNG DIESER ARBEIT 1
1.2 AUFBAU DER DIPLOMARBEIT 1
1.3 ARBEITSWEISE UND HILFSMITTEL 2
2 GRUNDLAGEN 3
2.1 DIE WIRTSCHAFTLICHEN ENTWICKLUNGEN 3
2.1.1 DIE GLOBALISIERUNG DER MÄRKTE 3
2.1.2 DER BEGRIFF DES E-BUSINESS 3
2.2 PPS-SYSTEME 4
2.3 ELECTRONIC DATA INTERCHANGE (EDI) 5
2.3.1 DER BEGRIFF DES EDI 5
2.3.2 DIE GESCHICHTE DES EDI 5
2.3.3 EDI IN DER ANWENDUNG 7
2.3.4 VORTEILE VON EDI 8
2.3.5 KLASSIFIKATION VON STANDARDS 9
3 DIE KOMBINATION VON PPS-SYSTEMEN UND EDI 10
Inhaltsverzeichnis II
3.1 ZIELE DER KOMBINATION ALLGEMEIN 10
3.2 ZIELE DER KOMBINATION FÜR DIE DRESDEN INFORMATIK GMBH 10
4 KONZEPTION 11
4.1 IST-ANALYSE DES DIPPS 11
4.1.1 SYSTEMARCHITEKTUR 11
4.1.2 ENTWICKLUNGSUMGEBUNG DES DIPPS 13
4.1.3 DIPPS-DATENMODELL 13
4.2 SOLL-ANALYSE DES DIPPS 13
4.2.1 ANFORDERUNGEN AN DEN PROTOTYP 13
4.2.2 TESTSZENARIO 14
4.2.3 ÄNDERUNGEN AM DATENMODELL 15
4.2.4 ZUSÄTZLICHE ÄNDERUNGEN AM DIPPS 15
4.2.5 ABLAUF DES EDI IM DIPPS 15
5 EDI (ELECTRONIC DATA INTERCHANGE) 16
5.1 OAGIS 17
5.1.1 ALLGEMEINES 17
5.1.2 BUSINESS OBJECT DOCUMENTS (BODS) 18
5.1.3 DIE KOMMUNIKATION 20
5.1.4 AUSBLICK 20
5.2 ROSETTANET 20
5.2.1 ALLGEMEINES 20
5.2.2 DIE GRUNDIDEE 21
5.2.3 DIE STANDARDS 21
5.2.4 AUSBLICK 23
5.3 BIZTALK 24
5.3.1 ALLGEMEINES 24
5.3.2 DIE BIZTALK KOMPONENTEN 24
5.3.3 DER KOMMUNIKATIONSABLAUF 25
5.3.4 AUSBLICK 25
5.4 EBXML 26
5.4.1 ALLGEMEINES 26
Inhaltsverzeichnis III
5.4.2 DER ABLAUF EINES GESCHÄFTS IN EBXML 27
5.4.3 DIE EBXML KOMPONENTEN 28
5.4.3.1 Business Process Specification Schema (BPSS) 28
5.4.3.2 Registry Repository 29
5.4.3.3 Collaboration-Protocol Profile (CPP) und Agreement (CPA) 30
5.4.3.4 Core Components 32
5.4.3.5 Messaging Service 32
5.4.4 AUSBLICK 33
5.5 UBL 34
5.5.1 ALLGEMEINES 34
5.5.2 AUFBAU DER UBL 34
5.5.3 BUSINESS INFORMATION ENTITIES (BIES) 35
5.5.4 AUSBLICK 36
5.6 XCBL 37
5.6.1 ALLGEMEINES 37
5.6.2 AUFBAU EINES XCBL-DOKUMENTS 37
5.6.3 DIE UNTERSTÜTZTEN SCHEMASPRACHEN 38
5.6.4 ZUKUNFT VON XCBL 38
5.7 UN EDIFACT 39
5.7.1 DIE ENTWICKLUNG DES EDIFACT STANDARDS 39
5.7.2 DER AUFBAU EINER UN EDIFACT-NACHRICHT 39
5.7.3 DIE KOMMUNIKATION VON UN EDIFACT 40
5.7.4 AUSBLICK 43
5.8 CXML 44
5.8.1 ALLGEMEINES ZU CXML 44
5.8.2 TRANSPORTPROTOKOLLE 44
5.8.3 DIE CXML DOKUMENTE 45
5.8.4 VOR UND NACHTEILE VON CXML 46
5.8.5 AUSBLICK 46
6 VERGLEICH VON TECHNIKEN UND AUSWAHL EINER GEEIGNETEN TECHNIK ZUR
IMPLEMENTIERUNG 48
6.1 AUSWAHL DER KRITERIEN 48
6.2 AUSWAHLVERFAHREN 49
Inhaltsverzeichnis IV
6.2.1 EINSATZ DES STANDARDS UND INVESTITIONSSCHUTZ 49
6.2.2 BRANCHENSPEZIFIKA 51
6.2.3 FLEXIBILITÄT UND ERWEITERBARKEIT 52
6.2.4 KOSTENFAKTOR 52
6.2.5 ORIENTIERUNG AN OFFENEN STANDARDS 53
6.3 ZUSAMMENFASSUNG 53
7 IMPLEMENTIERUNG 55
7.1 VERWENDETE TECHNOLOGIEN 55
7.1.1 EXTENSIBLE MARKUP LANGUAGE(XML) 55
7.1.2 JAVA WEB SERVICES DEVELOPER PACK(JWSDP) 55
7.1.3 JAVA NATIVE INTERFACE(JNI) 56
7.1.4 SIMPLE OBJECT ACCESS PROTOCOL(SOAP) 56
7.2 IMPLEMENTATION DES PROTOTYPES 57
7.2.1 IMPLEMENTATION PHASE 58
7.2.2 DISCOVERY AND RETRIEVAL PHASE 61
7.2.3 RUN TIME PHASE 66
7.3 ZUSAMMENFASSUNG 69
8 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 70
ANLAGEN XII
LITERATURVERZEICHNIS XXI
V
Glossar
Glossar
API
Application Programmer Interface. Schnittstelle einer Programmbibliothek, mit der das Erstellen von Software erleichtert wird.
Applikation
Ein Programm, das eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen hat. B2B
Business-To-Business. E-Commerce zwischen Unternehmen. B2C
Business-To-Consumer. E-Commerce zwischen Unternehmen und Endkunden. Client
Eine Applikation oder ein Prozess, welcher Dienste von anderen Prozessen oder Komponenten auf Servern anfordert.
Client-Server-Architektur
Ein Computermodell, in welchem Client-Applikationen Daten von entfernten Computern oder Servern anfordern. Der Client dient der Interaktion mit dem Nutzer, der Server stellt die Daten bereit.
Datenbank
Sammlung von Datenbankobjekten, zwischen denen Beziehungen bestehen. Dazu gehören Tabellen, Abfragen, Integritätsregeln und Indizes. DCOM
Distributed Component Object Model., Protokoll, das Softwarekomponenten die direkte Kommunikation über ein Netzwerk ermöglicht. Delphi
Borland Delphi. Entwicklungsumgebung für Windows, in welcher die Objekt-Orientierte Sprache ObjectPascal eingesetzt wird.
DIPPS
Ein von der Dresden Informatik GmbH entwickeltes und vertriebenes PPS-System.
VI
Glossar
DLL
Dynamic Link Library. Eine Bibliothek mit ausführbaren Programmen, auf die von anderen Programmen zugegriffen werden kann.
DTD
XML Document Type Definitions. Definiert das Format eines XML-Dokuments.
E-Commerce Electronic Commerce. Kaufen und Verkaufen von Waren und Leistungen über das Internet oder andere Online-Medien.
EDI Electronic Data Interchange. Elektronischer Datenaustausch von Geschäftsdaten. Fakturierung Stellt Bindeglied zwischen Produktion und dem Umsatz dar. Formular Teil einer HTML-Seite, wo Daten eingegeben werden können, die zum Server gesandt werden. In Delphi und DIPPS werden Anwendungsfenster als Formular bezeichnet. FTP File Transfer Protocol. Protokoll zur Übertragung von Dateien zwischen zwei Rechnern. Es wird im Internet oder in lokalen Netzen eingesetzt, die auf TCP/IP-Basis arbeiten. GUID Globally Unique Identifier. Weltweit eindeutiger Identifikator. HTTP Hypertext Transfer Protocol. Protokoll für die Kommunikation zwischen Webserver und Webclients.
Interface, Schnittstelle Satz von Regeln/Methoden zur Interaktion von Objekten, die keine Verbindung zueinander haben.
Internet Zusammenschluss vieler Computer und Computernetzwerke zum Datenaustausch. Die Kommunikation erfolgt über TCP/IP und die darauf aufbauenden Protokolle. Anderes Wort: WWW.
VII
Glossar
Java
Plattformunabhängige Objekt-Orientierte Programmiersprache von SUN Microsystems. JRE Java Runtime Environment. Das JRE enthält alle Komponenten, die für die Ausführung von Java-Programmen benötigt werden.
JVM Java Virtuelle Machine. Virtuelle CPU, die das Java-Programm in plattformabhängige Betriebssystembefehle umwandelt.
MIME Multipurpose Internet Mail Extensions. Standard zur Beschreibung von verschiedenen Datenformaten für den Versand über das Internet. OMG Object Management Group. Die OMG ist ein Standardisierungsgremium. PPS-System Softwaresystem zur Produktionsplanung und –Steuerung. Protokoll Standard für die kontrollierte Übermittlung von Daten. Prototyp Unfertige Applikation mit eingeschränkter Funktionalität, welche Test- und Präsentationszwecken dient.
Request Vom Client an den Server geschickte Anforderung. Der Server reagiert darauf mit einer Antwort ( Response).
Response Antwort auf Anfragen ( Request).
SCM Supply Chain Management. Prozess der Rationalisierung der Wertschöpfungskette.
VIII
Glossar
Server
Computer, der anderen Computern in einem Netzwerk Daten und Ressourcen zur Verfügung stellt.
SMTP Simple Mail Transport Protocol. Protokoll zum Versand von e-Mails. SOAP Simple Objects Access Protocol. Standard zur prozessübergreifenden Kommunikation. Übertragung von XML-Daten über TCP/IP. SOX Schema Language for Object-Oriented XML. Wurde durch die Firma Commerce One als Schemasprache entwickelt und überwiegend für die eigenen Produkte genutzt. Stammdaten Daten innerhalb des PPS-Systems, die über längere Zeit zur Verfügung stehen. z.B. Artikel, Kunden, Lieferanten.
TCP/IP Transmission Control Protocol/Internet Protocol. Kommunikationsstandard für Netzwerke. Basis des Internets.
UML Unified Modelling Language. Modellierungssprache zur grafischen Beschreibung von Objekt-Orientierten Modellen, welche durch die OMG standardisiert ist. URL Uniform Resource Locator. Eine eindeutige Adresse im World Wide Web. W3C World Wide Web Consortium. Koordiniert die Entwicklung des WWW und die Standardisierung von HTML, XML und deren Derivate. WinCVS Windows Concurrent Version System. Programm zur Versionskontrolle von gleichzeitig benutztem Quellcode.
WWW World Wide Web. Das Internet.
IX
Glossar
XDR
XML Data-Reduced. Schema zum Definieren von XML -Dokumenten, welches überwiegend
in Microsoft´s BizTalk Umgebung verwendet wird. XMI
XML Metadata Interchange. Format zur Darstellung eines UML-Modells.
XML
Extensible Markup Language. Ein Datenformat zur Strukturierung von Dokumenten mit einem flexiblen und anwendungsspezifisch erweiterbaren Sprachschatz. XML-Schema
Wie eine DTD definiert auch diese das Format eines XML-Dokuments, jedoch mit anderer Syntax.
XSD
XML Schema Definition. siehe XML Schema
XSDL
XML Schema Definition Language. Sprache zum Formulieren von Schemata.
ZIP
Programm, dass eine Komprimierung von Dateien für den schnelleren Versand über das Internet ermöglicht.
Verzeichnisse X
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Die 3 Schichten Architektur des DIPPS 12
Abbildung 2: Use-Case Diagramm einer Bestellung 14
Abbildung 3: State-Diagramm einer Bestellung 14
Abbildung 4: E2E-Integration in OAGIS(aus OAGIS WP 2003 S 7) 18
Abbildung 5: Grundstruktur einer BOD 19
Abbildung 6: Vergleich der Kommunikation(aus ROSETTA 2003 Background) 21
Abbildung 7: Dokumentenaustausch mit BizTalk(aus BIZTALK 2003 S 9) 25
Abbildung 8: Geschäftsablauf zwischen Partnern in ebXML(aus EBXML-TA 2003 S 8) 27
Abbildung 9: Ablauf einer Kollaboration (aus EBXML-BPSS 2003 S 16) 28
Abbildung 10: Aufbau der ebXML-Registry(aus EBXML-TA 2003 S 25) 29
Abbildung 11: Überblick über CPP(aus EBXML-CPP 2003 S 14) 30
Abbildung 12: Ablauf der Vereinbarungsphase (aus EBXML-CPP 2003 S 14) 31
Abbildung 13: Struktur einer ebXML-Nachricht(aus EBXML-MS 2003 S 12) 33
Abbildung 14: UBL Entwicklungsschema(aus UBL 2003 ) 35
Abbildung 15: Darstellung einer BIE als XML-Schema und als Spreadsheet 36
Abbildung 16: UN EDIFACT Element in XML-Syntax 42
Abbildung 17: Umfrage zu Prozessstandards (aus BERLECON 2003 S 159) 51
Abbildung 18: ebXML Implementation 61
Abbildung 19: Erstellung eines CPP 65
Abbildung 20: CPP CPA-Generator 65
Beispielverzeichnis
Beispiel 1: UN EDIFACT-Nachricht im Streamformat (aus EDIFACTORY 2003 ) 40
Beispiel 2: Konfiguration von JVM in Delphi 58
Beispiel 3: Java Methode setEMailAddress 59
Beispiel 4: Nutzung von Java-Methoden in Delphi 60
Beispiel 5: ebXML Business Transaction 62
Beispiel 6: ebXML Business Document 63
Beispiel 7: ebXML BinaryCollaboration 64
Beispiel 8: Servlet zur synchronen Verarbeitung von SOAP-Nachrichten 67
Beispiel 9: Anwendung der JAXB 68
Beispiel 10: Erstellung einer ebXML-Nachricht 68
Verzeichnisse XI
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Überblick über EDI-Standards ....................................................................................... 6
Tabelle 2: Übersicht Auswahlverfahren ........................................................................................ 53
Anlagenverzeichnis
Anlage 1: BOD zur Anfrage der Verfügbarkeit eines Produktes(aus [OAGIS 2003]) .................. XII
Anlage 2: UML-Modell des RIM(aus [EBXML-RIM 2003] S. 11)................................................. XIII
Anlage 3: CPP-Beispiel(aus [EBXML-CPP 2003] S. 94ff)........................................................... XIII
Anlage 4: Beispiel einer ebXML-Nachricht (aus [EBXML-MS 2003] S. 59) ..............................XVIII
Anlage 5: Struktur eines UBL-Dokumentes als XML-Schema(aus [UBL 2003]) ........................XIX
Anlage 6: xCBL-Dokument über Status einer Bezahlung (aus [XCBL 2003]) ............................XIX
Abkürzungsverzeichnis
bzw. beziehungsweise
DI Dresden Informatik
ggf. gegebenfalls
KMU Kleine und Mittelständische Unternehmen
usw. und so weiter
z.B. zum Beispiel
1
1 Einleitung
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung dieser Arbeit
In der heutigen Zeit, in welcher der Konkurrenzdruck zwischen Mitbewerbern in den verschiedensten Wirtschaftsgebieten immer mehr zunimmt, ist es von Nöten, den Informationsfluss in einem Unternehmen zu optimieren und damit die Kosten zu senken, um auch weiterhin konkurrenzfähig zu sein.
Die Firma Dresden Informatik GmbH entwickelt und vertreibt für diesen Zweck ein PPS-System namens DIPPS. Dieses ermöglicht es, den gesamten Informationsfluss in einem Unternehmen über den Vertrieb, die Auftragsbearbeitung, die Fertigungssteuerung, die Fertigungsplanung, die Lager- und Materialwirtschaft, den Einkauf bis hin zum Rechnungs- und Personalwesen hinaus, optimal zu koordinieren.
Eine immer größer werdende Rolle spielt dabei auch der Begriff des E-Business, insbesondere im Bereich des Business-To-Business (B2B). Dabei handelt es sich um nichts anderes, als „die digitale Abwicklung von Geschäftsprozessen zwischen Unternehmen“ 1 . Wenn man überlegt, dass rund „80 % der deutschen Unternehmen zuviel für ihre Geschäftsprozesse zahlen“ 2 kann man erkennen, dass in diesem Bereich noch ein hohes Einsparpotenzial vorhanden ist. Ein Grund für diese Mehrkosten ist, dass sie die Vorteile einer Automatisierung zwar erkennen, sich allerdings nicht trauen, diesen Schritt zu gehen. Sie vollziehen ihre Geschäftstransaktionen mit anderen Unternehmen lieber weiterhin auf dem manuellen und papierbasiertem Wege.
Das Ziel dieser Diplomarbeit liegt darin, Techniken zu untersuchen, mit welchen es möglich ist, die Geschäftsprozesse von Unternehmen untereinander zu automatisieren. Anschließend sollnach Abwägung der Vor- und Nachteile der einzelnen Techniken - die für die Firma Dresden Informatik GmbH geeignetste Technik gefunden und in das modulare Auftrags- und Fertigungssystem DIPPS prototypisch integriert werden.
1.2 Aufbau der Diplomarbeit
Diese Diplomarbeit ist in acht Kapitel untergliedert. Im Anschluss an die in Kapitel eins gegebene Einleitung sollen in Kapitel zwei Grundlagen für das Verständnis der Diplomarbeit
1 vgl. [WEITZEL 2001], S. 1
2 vgl. [SILICON 2002]
2
1 Einleitung
gegeben werden. Hier wird über den Sinn und den Nutzen von PPS-Systemen philosophiert und der Begriff des EDI erläutert. Im danach folgenden Kapitel drei soll über den Sinn und die Notwendigkeit des elektronischen Datenaustausches in Verbindung mit PPS-Systemen generell sowie für das PPS-System DIPPS der Firma Dresden Informatik GmbH im Speziellen nachgedacht werden.
Im vierten Kapitel wird dann die Konzeption des Projektes erarbeitet. Dazu wird eine Ist/Soll-Analyse durchgeführt, welche das DIPPS und seine Möglichkeiten zum jetzigen Zeitpunkt beschreibt und es werden Anforderungen an den Prototyp gestellt, die dieser erfüllen soll. Im fünften und umfangreichsten Kapitel, werden mehrere Standards, die für die Durchführung des elektronischen Datenaustausches zwischen Unternehmen verwendet werden können betrachtet, ehe diese im sechsten Kapitel verglichen werden. Hier soll anhand von Auswahlkriterien eine geeignete Technik gefunden werden, die für das DIPPS prototypisch umgesetzt werden soll. Das siebte Kapitel betrachtet dann den Vorgang der Implementation des in vorangegangen Kapitel ausgewählten Standards für das DIPPS.
Im achten und letzten Kapitel soll anschließend eine Zusammenfassung über diese Arbeit gegeben und mit einem Ausblick für die weitere Nutzung des Prototyps abgeschlossen werden.
1.3 Arbeitsweise und Hilfsmittel
Zur Anfertigung dieser Diplomarbeit wurde als Textverarbeitungsprogramm Microsoft Word XP und zur Erstellung der UML Diagramme der Enterprise Architect von der Firma Sparx Systems in einer Testversion verwendet. Zur Recherche wurde neben Fachbüchern auch das Internet zur Hilfe genommen. Die verwendeten Quellen wurden im Literaturverzeichnis vermerkt und im Text wurde mit Fußnoten darauf verwiesen. Weiterhin wurden im Text Abkürzungen verwendet, die in einem Abkürzungsverzeichnis ausgeschrieben sind. Im Text verwendete Fremdwörter wurden im Glossar erklärt.
3
2 Grundlagen
2 Grundlagen
In diesem Kapitel sollen die Grundlagen für ein besseres Verständnis der Diplomarbeit vermittelt werden. Zunächst soll auf die wirtschaftlichen Entwicklungen eingegangen werden, ehe danach der Sinn und die Notwendigkeit von PPS-Systemen aufgezeigt werden soll. Danach soll der Begriff von EDI erläutert und dessen Sinn erklärt werden.
2.1 Die wirtschaftlichen Entwicklungen
2.1.1 Die Globalisierung der Märkte
Zunächst stellt sich die Frage, was man überhaupt unter dem Begriff der Globalisierung versteht. „Globalisierung ist die weltweite Verflechtung, in erster Linie die wirtschaftliche“ 3 . Der Begriff der Globalisierung kam erst Anfang der 90er Jahre auf und bedeutet soviel wie das weltweite Zusammenwachsen der regionalen und kontinentalen Märkte zu einem gemeinsamen Markt. Der Hauptgrund dafür ist die rasante Entwicklung neuer Technologien. Eine dieser Technologien ist das Internet, welches sich in den letzten Jahren weltweit rasant verbreitet hat. Durch dieses Medium ist es möglich, über Staatsgrenzen hinweg, schnell und kostengünstig Informationen mit anderen Unternehmen oder Normalbürgern auszutauschen und somit auch Handel zu betreiben. Damit sind alle Unternehmen gezwungen, an der fortschreitenden Globalisierung teilzunehmen, da sonst die Gefahr besteht, auf der Strecke zu bleiben.
2.1.2 Der Begriff des E-Business
„Nach einer allgemeinen Definition ist Electronic Business (E-Business) jede geschäftliche Transaktion, deren Teilnehmer elektronisch interagieren“. 4
Des weiteren gibt es den Begriff des E-Commerce, welcher eine Untermenge des E-Business ist. Unter diesem Begriff sind alle Arten elektronischer Vermarktung und der Handel von Waren und Dienstleistungen über elektronische Medien, wie das Internet, zusammengefasst. Beim E-Commerce unterscheidet man noch zwischen zwei Formen: Zum einen wäre dies der Handel
3 vgl. [WEISZÄCKER 2003]
4 vgl. [WEITZEL 2001]
4
2 Grundlagen
zwischen Unternehmen und Endkunden, Business-To-Consumer (B2C) und zum anderen der Handel zwischen Unternehmen untereinander, Business-To-Business (B2B). Letzterer hat dabei die weitaus größere Bedeutung und dieser Trend wird, laut Studien 5 vom Investmenthaus Goldman Sachs, die für 2004 mit einem Volumen von 1,5 Billionen Dollar rechnen, auch weiterhin anhalten.
2.2 PPS-Systeme
PPS ist die Abkürzung für Produktions-, Planungs- und Steuerungssysteme. Unter diesem
Begriff versteht man „den Einsatz rechnerunterstützter Systeme zur organisatorischen Planung, Steuerung und Überwachung der Produktionsabläufe von der Angebotsbearbeitung bis zum Versand unter Mengen, Termin- und Kapazitätsaspekten.“ 6
Die PPS-Hauptfunktionen 7 sind:
• Produktionsprogrammplanung In der Produktionsprogrammplanung wird festgelegt, welche Mengen welcher Produktarten in einem bestimmten Zeitraum hergestellt werden sollen.
• Mengenplanung In der Mengenplanung wird festgelegt, welche Mengen an Vor- und Zwischenprodukten für die Produktion benötigt werden.
• Termin- und Kapazitätsplanung Hier wird geplant, wann ein Zwischenprodukt hergestellt bzw. bestellt werden muss und mit welcher verfügbaren Kapazität dieser Fertigungsauftrag durchgeführt werden soll.
• Auftragsveranlassung Sobald alle nötigen Ressourcen frei sind, wird hier der Fertigungsauftrag veranlasst.
• Auftragsüberwachung Hier wird darüber gewacht, in wie weit die Durchführung eines Auftrags vorangeschritten ist.
5 vgl. [GOLDMAN 2003]
6 vgl. [HESTERMANN 2003] 7 vgl. [HESTERMANN 2003]
5
2 Grundlagen
Eine weitere wichtige Aufgabe eines PPS-Systems ist es, die Stammdaten zu verwalten und zu pflegen, da diese Daten die Grundmenge für alle Aktionen in dem System sind.
Der Nutzen von PPS-Systemen liegt darin begründet, dass die Lagerbestände möglichst gering gehalten werden sollen, um somit weniger Kapital zu binden. Des weiteren kann man den Ausschuss und damit auch eine eventuelle Nacharbeit am Produkt vermeiden. Als letzter direkter Nutzen bleibt zu nennen, dass man eine genauere (Vor-) Kalkulation vornehmen, sowie eine schnellere Fakturierung gewähren kann. Zu den indirekten Nutzen von solchen Systemen gehören eine höhere Transparenz über den Produktionsablauf, ein höherer Auftragsdurchsatz sowie eine höhere Qualität der produzierten Waren.
2.3 Electronic Data Interchange (EDI)
2.3.1 Der Begriff des EDI
EDI steht für Electronic Data Interchange und bedeutet übersetzt Elektronischer Daten-
austausch. Ausgetauscht werden hier Geschäftsdaten unter Anwendung eines standardisierten Formates. Diese Standards sind notwendig, um die Unternehmensdaten in einer strukturierten Form und Reihenfolge zu übertragen, um diese korrekt interpretieren und weiterverarbeiten zu können. Ein Beispiel für nicht strukturierte Informationen ist eine E-Mail. Hier ist es nicht vorgeschrieben, in welchem Abschnitt das Datum platziert werden soll. Es kann also links oben oder auch rechts unten platziert werden. Des weiteren ist in diesen Standards beschrieben, wie diese Daten dann in Nachrichten verpackt werden, um über die Kommunikationsmedien übertragen werden zu können. Damit ermöglicht EDI „einen medienbruchlosen Informationsfluss zwischen verschiedenen Computersystemen“ 8 .
2.3.2 Die Geschichte des EDI
„Seit den späten 60er Jahren nutzen Unternehmen EDI (Electronic Data Interchange) zum elektronischen Austausch strukturierter Geschäftsdokumente wie Bestellungen, Rechnungen etc.“ 9 Es fing zunächst damit an, dass Unternehmen über private, nicht öffentliche Netzwerke, so genannte VAN’s (Value Added Networks), geschäftsbezogene Daten untereinander
8 vgl. [WEITZEL 2001] S. 6
9 vgl. [WEITZEL 2001] S. 6
6
2 Grundlagen
austauschten, sowie diese Daten auch im innerbetrieblichen Netzwerk weiterleiteten. Jedoch entwickelten sich die ersten EDI-Standards erst in den frühen 80er Jahren. Diese wurden zuerst für einzelne Unternehmen entwickelt, was allerdings später zu Kompatibilitätsproblemen führte. Danach ging man dazu über, branchenspezifische Standards zu schaffen und später kamen dann auch noch länderspezifische Standards dazu.
Einen Überblick über diese Standards bietet die folgende Tabelle 10 :
Nach diesem Überblick soll nun etwas näher auf einige dieser Standards eingegangen werden.
UN/EDIFACT Auf diesen Standard soll im Punkt 5.7 näher eingegangen werden.
EANCOM 11 Dies ist ein 100 %-ig kompatibles Subset von UN/EDIFACT. Hier ist anders, dass
optionale Bestandteile aus den UN/EDIFACT Nachrichten entfallen können. Er wurde nur aus den tatsächlich, sowie optionalen Bestandteilen aufgebaut, welche als unbedingt benötigt angesehen wurden..
SEDAS Standardregelung Einheitlicher Datenaustauschsysteme wurde in den 80er Jahren in
Deutschland und Österreich für die Konsumgüterindustrie entwickelt und eingesetzt. Mittlerweile wird dieser Standard jedoch von dem UN/EDIFACT-Subset EANCOM immer mehr verdrängt.
10 vgl. [VISIONLINE 2003] S.13ff
11 vgl. [EANCOM 2003]
Quote paper:
Rene Manitz, 2003, Untersuchung der Möglichkeiten zur Automatisierung von Geschäftsprozessen, sowie Konzeption und prototypische Realisierung in das modulare Auftrags- und Fertigungssystem DIPPS, Munich, GRIN Publishing GmbH
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