AUFBAU DES PERIODENSYSTEMS DER ELEMENTE
Der gesetzmäßige Aufbau der Elektronenschalen und des Kerns legt den Gedanken nahe, die chemischen Elemente nach einem bestimmten System zu ordnen. Es ist das große Verdienst von D.I. Mendelejew (1834 - 1907) und L. Meyer (1830 - 1985) daß die beiden unabhängig voneinander im Jahr 1896 dieses Periodensystem aufgestellt haben, obwohl zu diesem Zeitpunkt nur etwas 60% der chemischen Elemente bekannt waren und die Atommassen noch viele Ungenauigkeiten aufwiesen. Meyer und Mendelejew ordneten die Elemente nach ihren Atommassen. Wir wissen heute, daß die chemischen Eigenschaften eine Funktion der Elementenhülle sind. Als ordnendes Prinzip gilt daher die Kernladungszahl oder die Ordnungszahl (deshalb dieser Name).
HAUPTGRUPPENELEMENTE:
Bei den Hauptgruppenelemente vollzieht sich der Aufbau der äußeren Elektronenschale bis zu 8 Elektronen, wenn man das Bohr´sche Modell zugrunde legt. Es werden die bahnen mit den Nebenquantenzahlen s und p gefüllt. Die Zahl der s- und p-Elektronen ergibt die Gruppennummer. Es gibt somit 8 Hauptgruppen, die man mit römischen Zahlen bezeichnet. Da es 7 Hauptgruppenquantenzahlen (K bis Q) gibt, existieren 7 Perioden. In der 1. Periode werden die Elemente mit der Ordnungszahl 1 und 2, in der 2. Periode die Elemente 3 bis 10 usw. angeordnet. In der gleichen Hauptgruppe sind somit alle Elemente vertreten, die die gleich Anzahl s- p-Elektronen besitzen und bei denen die energieärmeren Niveaus voll besetz sind.
NEBENGRUPPENELEMENTE:
Bei den Nebengruppenelementen bleiben die Außenelektronen des vorangegangenen Hauptgruppenelementes erhalten, und es erfolgt jetzt der Aufbau der zweitäußeren Schale von 9 bis 18 Elektronen. Es handelt sich hier um die Nebenquantenzahl d. Um bei der Zahl 8 zu bleiben, faßt man die Elemente mit dem Aufbau d6, d7 und d8 zu einer Nebengruppe, der 8. Zusammen. Die Nebengruppen kennzeichnet man durch arabische Zahlen. Die 2. Nebengruppe hat folgenden Aufbau in den beiden äußeren Elektronenschalen:
Kadmium: 4s2 4p6 4d10 5s2
LANTHANIDEN UND AKTINIDEN:
Bei den Lanthaniden und Aktiniden wird die drittäußere Elektronenschale (N bzw. O) weiter von 19 bis zu 32 Elektronen aufgebaut. Es handelt sich also um die Nebenquantenzahl f, die 14 Möglichkeiten besitzt. Es gibt somit 14 Lanthaniden und 14 Aktiniden, wobei die ersteren in der 6. Periode und die zweiten in der 7. Periode anzuordnen sind. Der Name dieser Gruppe ergibt sich aus dem vorhergehenden Nebengruppenelement Lanthan bzw. Aktinium. Da sich diese Elemente jeweils nur in der Besetzung der drittäußeren Schale unterscheidet, sind sie chemisch sehr ähnlich. Die künstlichen Elemente nach dem Uran bezeichnet man auch als Transurans. Man muß dabei beachten, daß diese Stoffe in der Natur nicht vorkommen, da sie radioaktiv sind und nur eine sehr kurze Halbwertszeit besitzen. Sicher wird ihre Zahl durch die wachsende Entwicklung der Teilchenbeschleuniger noch zunehmen.
BESCHREIBUNG DES BOHR´SCHEN ATOMMODELL UND ORBITALMODELL AM BEISPIEL
DES WASSERSTOFFATOMS
Das Bohr´sche Schalenmodell ist für gewisse grundlegende Modell zur Erläuterung des Aufbaus von Atomen geeignet, jedoch ist dieses Modell nicht geeignet um genauer Aussagen zu machen. Erst durch die Arbeiten von z.b. Heisenberg können genauere Erklärungen gegeben werden. Nach dem Bohr´schen Atommodell bewegt sich ein Elektron auf einer kreisförmigen Umlaufplan mit der Geschwindigkeit v in einem Abstand r vom Kern.
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Nach dem Coulombschen Gesetz herrscht zwischen Elektron und Proton eine Anziehungskraft:
e 2 F el = 4 * π * e 0 * r 2 (1)
e : Elementarladung (Proton positives Vorzeichen Elektron Negatives Vorzeichen)
e 0 : elektrische Feldkonstante (8,854 * 10 -12 A 2 * s 4 * kg -1 * m -3 )
r: Radius
Die Bahngeschwindigkeit v ist :
m * v 2
F Z = ---------r (2)
Um eine stabile Umlaufbahn zu erhalten muß gelten
- F el = F Z (3)
e 2 m * v 2
------------------ = ----------------------4 * π * e 0 * r 2 r (4)
oder :
e 2
--------------------- = m * v 2 4 * π * e 0 * r (4.1)
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Es gilt also eine stabile Kreisbahn, die aus kinetischer und potentieller Energie besteht:
E = E kin + E pot (5)
Wobei sich die kinetische Energie vom Elektron stammt und die potentielle durch die elektrische Anziehungskräfte herrührt.
e 2 1
E = ----- * m * v 2 - ------------------------4 * π * e 0 * r 2 (6)
Setzt man m * v 2 durch Gleichung 4.1 so ergibt sich:
e 2 e 2 e 2 1
E = ----- * ---------------- - ----------------- = - --------------------4 π e 0 r 4 π e 0 r 8 π e 0 r 2 (7)
Somit hängt die Energie des Elektrons nur vom Radius r ab.
Das Bohr´sche Modell ist jedoch nicht mit der klassischen Theorie der Elektrodynamik nicht vereinbar, denn ein Elektron , daß kreist, müßte bei jeder Bewegung ein periodisches Feld erzeugen und somit Energie abgeben. Dies hat zur Folge, daß es an Geschwindigkeit verliert und schließlich mit dem Kern verschmelzen würde.
Bohr postulierte als erste Grundannahme, daß es im H-Atom Orbitale gibt, auf den sich ein Elektron strahlungsfrei bewegen kann. Es seinen Bahnen, die der Drehimpuls (m * v * r) ein ganzzahliges des durch 2π dividierten PLANCKSCHEN Wirkungsquantums h ist.
h m * v * r = n * --------2π
n = ganze Zahl (1,2,3,.......8) als Quantenzahl bezeichnet.
Die Quantelung des Bahndrehimpuls ist für das Elektron im Wasserstoffatom nur in bestimmten Bahnen und nur mit den dazugehörigen Energiebeträgen nach Bohr möglich. e 2 1
v = ---- * -------------- = ---- * 2,18 * 10 6 m * s -1 n 2 * h * e 0
DIE MODERNE QUATENTHEORIE
Um die komplexen Anziehungskräfte zwischen den Teilchen zu erklären, reicht das Modell nach Bohr nicht aus. Die wichtigen Schlußfolgerungen der Welle-Teilchen-Dualität ist die von HEISENBERG 1927 aufgestellte Unschärferelation. Sie sagt aus, daß für Elementarteilchen kein genauer Ort und Impuls mit absoluter Genauigkeit angegeben werden kann. Sie kann nur als ungefähres Produkt aus der Unschärfe des Impulses (?(mv) und der Unschärfe der Lage (?x) angegeben werden und hat die Größenordnung des PLANCKSCHEN Wirkungsquantums h
?x * ?(m*v) = h
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Nach der Bohr´schen Theorie beträgt die Geschwindigkeit eines Elektrons im Grundzustand v = 2,18 * 10 6 m * s -1 und ist nach der Unschärfe der Geschwindigkeit ?v somit ~ 10 4 m * s -1 und für die des Ortes ergibt sich:
h 6,6 * 10 -34 kg * m² * s -1
?x = ----------- = ----------------------------------- = 7 * 10 -8 m 0,91 * 10 -30 kg * 10 4 m * s -1 m * ?v
Die Unschärferelation zeigt nicht nur das die BOHRSCHE Theorie falsch ist, sondern auch das für das Elektron nur eine gewisse Wahrscheinlichkeit des Aufenthalts bestimmt werden kann. Dies ist auf den gleichzeitigen Wellen-, und Teilchencharakters des Elektrons zurückzuführen.
Für das H-Atom ist die Wellenfunktion nach SCHRÖDINGER exakt lösbar. Daher kann man die Wellenfunktion für ein nicht angeregtes H-Atom im 1s-Zustand und ohne Knotenflächen so errechnen:
1 ? 1s = ---------- * e -r v π
r = Abstand des Elektron in atomaren Einheiten
Für die Beschreibung von Mehrelektronensystemen kann es nur zu Näherungslösungen kommen. Die Orbitale sind im Zusammenhang mit der modernen Quantentheorie mit Wahrscheinlichkeiten zu beschreiben und zeigen verschiedene Strukturen.
Die schon im Bohr´schen Modell eingeführte Quantenzahl n gibt die Energie an. Je höher die Hauptquantenzahl n um so höher die Energie, ebenso wie der mittlerer Abstand zwischen Atomkern und Elektron. Die Energieniveaus werden als Schalen und mit Großbuchstaben K, L, M, N,....etc. bezeichnet.
Der emergieärmste Zustand wird Grundzustand genannt und befindet sich auf der K-Schale, die folgenden werden angeregte Zustände genannt und werden mit den folgenden Schalen L, M, N.... bezeichnet.
Wenn einem Wasserstoffatom soviel Energie zugeführt wird, das es den Atomverband verläßt, wird die erforderliche Energie Ionisierungsenergie genannt. Bei H-Atomen beträgt sie 13,6 eV. Daneben steht die Nebenquantenzahl l in Beziehung zur Hauptquantenzahl n.
l = n - 1 ( 0, 1, 2,...., n-1)
Neben den beiden Quantenzahlen tritt noch die Magnetquantenzahl m in Erscheinung die bereits 1896 von ZEEMAN durch die Aufspaltung von Spektralfarben entdeckt wurde. Sie spaltet die Nebenquantenzahl l in m = 2 * l + 1 neue Linien auf, die symmetrisch und äquidistant um die Basislinie ist. Dieser ZEEMAN-Effekt zeigt im Magnetfeld die unterschiedlichen Energiezustände und zeigt die Orientierungsmöglichkeiten, die ein bestimmter Orbitaltyp relativ zur Richtung des magnetischen Feld einnimmt.
Jedes Elektron hat daneben noch einen Eigendrehimpuls, der durch die Eigendrehung zustande kommt und Elektrospin genannt wird, der entweder parallel oder antiparallel zum Orbitaldrehimpuls ist. Er hat die Spinquantenzahl s +½ oder - ½ . Die Richtung wird durch Pfeile angedeutet
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3s-Orbital 3p-Orbital 3d-Orbital
Nebenquantenzahlen: Orbitalform von s,- p-, d-Orbitalen
3p x -Orbital 3p y -Orbital 3p z -Orbital
Magnetenquantenzahl: Orbitalorientierung im Magnetfeld
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Carbonsäuren
Milchsäure:
L(+) Milchsäure (Fleischmilchsäure)
DL-Milchsäure (Gärungsmilchsäure)
Fleischmilchsäure entsteht in arbeitenden Muskeln bei Sauerstoffmangel aus Glkogen (Glykolyse). Abbau des Glykogens über Glycose-1-phosphat zu Benztraubensäure.
CH3--CH(OH)--COOH + NAD + CH3--CO--COOH + NAOH + H + Benztraubensäure L(+)-Milchsäure
Decarboxilierung:
Aus der COOH-Gruppe wird OH unter Bildung von CO2 herausgetrennt. Zucker, sowohl Hexose als auch Pentose werden durch Milchsäurebakterien gewöhnlich zu D(-) Milchsäure abgebaut.
Bestimmt Bakterien produzieren selektiv L(+)Milchsäure und D(-)Milchsäure
Homofermantativer Abbau (der Glucose):
C6H12O6 -------> 2 CH3--CH(OH)--COOH Heterofermentativer Abbau:
C 6 H 12 O 6
Kefir
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D(-)Milchsäure kann im menschlichen Organismus nicht verstoffwechselt werden. L-Lactaldehydrogenase ist im menschlichen Körper nicht vorhanden.
Weinsäure:
L(+)Weinsäure D(-)Weinsäure Meso-Weinsäure
H O H
<--------DL-Weinsäure (Racemat)-----------------------> Meso-Weinsäure (optisch inaktiv) Traubensäure bei 2 asymetrischen C-Atomen -------> kompensation der
Salze der L(+)Weinsäure:
Tratrate (2 H + Tratrat-Ion) H 2 T <----> 2H + + T e- NeutraleKaliumsalze K 2 T / H 2 T + H 2 T --> 2 KHT Saures Kaliumtratrat (Weinstein) KHT Kaliumtratrat: CaT + 4 H 2 O Salze der DL-Weinsäure (Uvate): Ca--DL--T X 4 H 2 O bzw. (Ca--DL--T x 4 H 2 O) 2
Verwendung der DL-Weinsäure zur Erniedrigung das Ca-Gehaltes im Wein. Sie sind herstellbar durch Oxidation von Maleinsäurehydrit mit H2O2
Metaweinsäure
H O H
Nach Abspaltung des Wassers (s.oben) entsteht eine Verbindung an den freien Elektronen von O und C (C-O-C-Brücken. Dabei fällt Weinstein aus, es entstehen kristalline Strukturen.
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Arbeit zitieren:
Christoph Hons, 2002, Chemische Grundlagen, München, GRIN Verlag GmbH
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