I
INHALTSVERZEICHNIS
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS II
1. EINLEITUNG 1
1.1 THEMA 1
1.2 LÖSUNG 1
2. DIE VERTEILUNG VON AUSLÄNDISCHEN DIREKT INVESTITIONEN 2
3. ENTWICKLUNG DURCH AUSLÄNDISCHE DIREKTINVESTITIONEN? 2
3.1 WACHSTUMSSPEZIFISCHE EINFLUSSBEREICHE 3
3.1.1 Impulse auf die Zahlungsbilanz 3
3.1.2 Technologietransfer 4
3.1.3 Impulse auf Markt- und Wettbewerbsstruktur 5
3.2 ENTWICKLUNGSPARAMETER JENSEITS DES WACHSTUMS 6
3.2.1 Arbeitskonditionen 7
3.2.2 Umwelt 8
3.2.3 Soziokulturelle Entfaltung 9
4. SCHLUSSFOLGERUNG 10
LITERATURVERZEICHNIS 12
ANHANGSVERZEICHNIS 15
II
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
ADI Ausländische Direktinvestitionen BIP Bruttoinlandsprodukt FDI Foreign Direct Investment F&E Forschung und Entwicklung ILO International Labour Organization Internationale Unternehmen 1 IU M&A Mergers and Acquisitions NGO Nongovernmental Organization OECD Organization for Economic Co-Operation and Development UN United Nations UNCTAD United Nations Conference on Trade and Development UNO United Nations Organization US United States (of America)
1 Abkürzung vom Verfasser definiert
1
1. Einleitung
1.1 Thema
"Die Rolle Internationaler Unternehmen in Entwicklungsländern. Ausbeuter oder Entwicklungshelfer?" 2
1.2 Lösung
Die Analyse ist auf Internationale Unternehmen (IU) der Industrieländer begrenzt, die als Arbeitgeber in Entwicklungsländern auftreten. Folglich ist die Wirkung von Ausländischen Direktinvestitionen (ADI) auf die Entwicklung der Zielländer 3 Gegenstand dieser Arbeit.
IU treten in verschiedener Weise und mit unterschiedlichen Absichten in die Entwicklungsmärkte ein, zudem bieten die aufnehmenden Länder völlig ungleiche Voraussetzungen. Alle genannten Variablen beeinflussen die Rolle IU in Entwicklungsländern. Um eine möglichst homogene Gruppe von IU untersuchen zu können, ist die Analyse auf sogenannte effizienzsuchende 4 Investitionen begrenzt. Rohstoffsuchende- und marktsuchende-Investitionen bleiben außen vor. 5 Dabei werden Aspekte der Markteintrittsformen: M&A und Greenfield Investment berücksichtigt. 6
Wenngleich in der Literatur keine Einigung über die eigentliche Bedeutung des Begriffs "Entwicklung" herrscht, so wird er doch häufig als direkt korrespondierend mit dem Begriff "Wachstum" verstanden. 7 Ausgehend von dieser Annahme soll zunächst auf die Relation zwischen ADI und Wirtschaftswachstum eingegangen werden. Die Wirkung von ADI auf das Wachstum hängt aber nicht nur isoliert von der Wirtschaftsleistung der Auslandsinvestition ab. Vielmehr können durch die Aktivität der ADI komplexe Impulse auf Zahlungsbilanz,
2 Siehe: Anhang I - Definitionen zu Begiffen des Titels, S. 16
3 Zielländer = Empfängerländer = Entwicklungsländer = Dritte Welt
4 Der Ausdruck "Effizienz" bezieht sich dabei i.d.R. auf Kostenvorteile aus dem Produktionsfaktor Arbeit.
5 Siehe: Nunnenkamp, Peter: Kieler Diskussionsbeiträge, Foreign direct investments in developing countries. Kiel 2001, S.9
6 M&A = Mergers & Acquisitions = Fusionen und Übernahmen, Greenfield Investment = Neuaufbau
7 Entgegen der dargestellten Auffassung vertritt bspw. Wolfgang Sachs den Ansatz, dass jeder Versuch, Entwicklung normativ zu definieren, die Funktion impliziere, "alle Gesellschaften auf eine von den Entwicklungsländern vorgezeichnete Bahn der Geschichte zu platzieren", siehe: Hein, Wolfgang: Unterentwicklung - Krise der Peripherie, Obladen 1998, S. 148.
2
Technologie sowie Markt- und Wettbewerbsstruktur des Empfängerlandes ausgehen, die wiederum das nachhaltige Wirtschaftswachstum determinieren. Deshalb wird der Einfluss von IU auf die genannten Aspekte einzeln analysiert.
Darüber hinaus müssen in Bezug auf die Fragestellung, ob IU die Rolle als Entwicklungshelfer oder Ausbeuter in Entwicklungsländern inne haben, zudem der Einfluss von ADI auf die Arbeitskonditionen, die Umwelt und die soziokulturelle Entwicklung der Entwicklungsländer untersucht werden. Diese Sichtweise wird unter anderem von der durch die UNO etablierte Initiative "Globaler Pakt" unterstützt. 8
2. Die Verteilung von Ausländischen Direkt Investitionen
Der Anteil der Entwicklungsländer von ca. 1/3 der in den letzten Jahren weltweit geflossenen ADI ist in hohem Maße ungleich auf die einzelnen Regionen der Dritten Welt verteilt. Während Lateinamerika, Südostasien und die Entwicklungsländer von Zentral- und Osteuropa zusammen mehr als 90% der an die Dritte Welt fließenden ADI aufnehmen, sind die ärmsten Entwicklungsländer der Welt von diesem Einfluss nahezu ausgeschlossen. 9 IU spielen demnach durch ADI nur dort eine nennenswerte Rolle wo schon ein bestimmtes Maß an Wachstumspotential vorhanden ist.
3. Entwicklung durch Ausländische Direktinvestitionen?
Gemäß der in der "Lösung" getroffenen Annahme, dass Entwicklung direkt mit Wachstum korrespondiert, ist es zunächst von Interesse welche Wirkung allgemein ADI auf das Wirtschaftswachstum des Empfängerlandes haben. Hierzu gibt es eine Vielzahl von empirischen Untersuchungen, die in ihren Ergebnissen zwar zu unterschiedliche Ausmaßen des Wachstumseffektes von ADI kommen aber dennoch gemeinsam eine tendenziell positive Wachstumswirkung diagnostizieren. 10 Die im Jahr 2000 für die OECD veröffentlichte Studie von Marcelo Soto "Capital flows and growth in developing countries" zeigt für den Zeitraum 1986 - 1997 für eine Auswahl von insgesamt 44 Entwicklungsländern 11 , dass ein einprozentiger Zuwachs der ADI in Relation zum BIP ein kurzfristiges Wirtschaftswachstum von 0,16 % und langfristig von 0,6 % induziert. 12
8 Siehe: (Internet) UNO - Globaler Pakt - Die neun Grundsätze des Paktes
9 Siehe: Anhang II - Verteilung von Ausländischen Direktinvestitionen, S. 17
10 Siehe: Nunnenkamp, Peter: Kieler Diskussionsbeiträge, Foreign direct investments in developing countries. Kiel 2001, S.16
11 Siehe: Anhang III - Länder der OECD - Studie, S. 18
12 Siehe: (Internet) OECD - Marcelo Soto, Capital flows and growth in developing countrries, 2000
3
Dieses und die Ergebnisse ähnlicher Studien müssen aber unter der Beachtung bewertet werden, dass sie lediglich für den in der Studie betrachteten Zeitraum und die betrachteten Länder zutreffen. Zudem behandeln sie ADI als ein homogenes Phänomen 13 und vernachlässigen somit die eigentlichen Faktoren, die in bedeutendem Maße über die Erreichung des Ziels der nachhaltigen Entwicklung entscheiden.
3.1 Wachstumsspezifische Einflussbereiche
Was die im vorigen Kapitel genannten Studien nicht vermitteln, nämlich die Rolle IU im Bereich der Zahlungsbilanz, im Technologietransfer sowie ihre Wirkung auf Markt- und Wettbewerbsstrukturen der Empfängerländer von ADI, soll im Folgenden erörtert werden.
3.1.1 Impulse auf die Zahlungsbilanz
Im Bereich der Zahlungsbilanz müsste eigentlich auf den Einfluss ADI auf Kapitalbilanz und Leistungsbilanz getrennt eingegangen werden; da aber die Auswirkungen auf die Leistungsbilanz stark mit dem Themenbereich Markt- und Wettbewerbsstruktur korrelieren, werden diese Aspekte erst später behandelt.
Die erste Auswirkung auf die Kapitalbilanz ergibt sich bei ADI direkt aus dem Kapitaltransfer vom Industrieland in das Entwicklungsland für den Neuaufbau oder die Übernahme eines Unternehmens. Nur zu einem kleinen Teil wird das Investitionskapital in Entwicklungsländern aufgenommen und damit kein Kapitaltransfer vom Ausland ins Entwicklungsland bewirkt. 14
Die Summe der Einzahlungen aus Anfangs- und Folgeinvestitionen steht der Summe der Rückzahlungen an das Industrieland gegenüber. Rückzahlungen umfassen an das Industrieland rückfließende Gewinne, Kredittilgung und Kreditzinsen sowie Zahlungen aus Unternehmensschließungen. Im World Investment Report 2000 berichtet die UNCTAD für jeden von Entwicklungsländern repatriierten Dollar einen Investitionszufluss von vier Dollar. 15 Diese Aussage wird allerdings durch die Nutzung des Instruments der Transferpreise von Seiten der IU relativiert. Transferpreise für konzerninterne Transaktionen werden von IU
13 Siehe: Nunnenkamp, Peter: Kieler Diskussionsbeiträge, Foreign direct investments in developing countries. Kiel 2001, S.16
14 Siehe: UNCTAD [Hrsg.]: World Investment Report - Transnational Corporations and Competitiveness, New York, Genf 1995, S. 143
15 Siehe: UNCTAD [Hrsg.]: World Investment Report - Cross-boarder Mergers and Acquisitions and Development, New York, Genf 2000, S. 165
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Johannes Hartmann, 2002, Die Rolle Internationaler Unternehmen in Entwicklungsländern. Ausbeuter oder Entwicklungshelfer?, Munich, GRIN Publishing GmbH
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