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Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung, Zielsetzung und Gang der Untersuchung 1
2. Grundzüge der Strukturationstheorie 2
3. Integration und Vertrauen in internationalen strategischen Netzwerken. 4
3.1 Internationale strategische Netzwerke - Definition und Funktion 4
3.1.1 Definition des internationalen strategischen Netzwerks. 4
3.1.2 Netzwerke als Organisationsformen aus Sicht der ökonomischen Theorie. 5
3.2 Vertrauen als Koordinationsmedium internationaler strategischer Netzwerke 6
3.2.1 Koordinationsbedarf in internationalen strategischen Netzwerken 6
3.2.2 Vertrauen als Medium der Koordination und Integration. 7
4. Strukturationstheoretische Betrachtung der Vertrauenskonstitution in
internationalen strategischen Netzwerken. 9
4.1 Vertrauen aus strukturationstheoretischer Sicht 9
4.2 Die Strukturation von Vertrauen in internationalen strategischen Netzwerken. 10
4.2.1 Struktur als Medium und Ergebnis vertrauensvollen Handelns 10
4.2.2 Besondere Herausforderungen bei der Integration internationaler Netzwerke 13
4.2.3 Handlungsempfehlungen an das fokale Unternehmen 14
5. Schlussbetrachtung und Ausblick 16
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Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Dimensionen der Dualität der Struktur
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1. Problemstellung, Zielsetzung und Gang der Untersuchung
Internationale strategische Unternehmensnetzwerke gewinnen angesichts der zunehmenden Interdependenz globaler Märkte und der verschärften wettbewerblichen Rahmenbedingungen in vielen Branchen an Bedeutung. 1 Den zahlreichen Vorteilen netzwerkartiger Organisationsformen ist entgegenzusetzen, dass sich Integration und Koordination weitaus schwieriger gestalten als in Einzelunternehmen. Die wichtige Rolle von Vertrauen in der Netzwerkkoordination wird dabei weitgehend anerkannt. 2 Im weitesten Sinne reduziert Vertrauen die Unsicherheit und Risiken, die mit der zwischenbetrieblichen Kooperation verbunden sind.
Die Behandlung des Themas Vertrauen als Integrationsmechanismus in strategischen Netzwerken in der Literatur ist allerdings weitgehend unausgereift. Zum einen wird Vertrauen zu oft als rein ökonomisch-rationaler Mechanismus betrachtet und die soziale Dimension vernachlässigt. 3 Zum anderen wird der Prozess der Vertrauensentstehung nicht ausreichend beleuchtet. Will man Konstitutionsbedingungen für Vertrauen in Netzwerken herausarbeiten, darf dieser Entstehungsprozess nicht wie eine black box behandelt werden.
Ziel dieser Arbeit ist eine eingehende Betrachtung der Rolle von Vertrauen als Integrationsmedium in internationalen strategischen Netzwerken. Zum einen soll untersucht werden, wie Vertrauen als Koordinationsmechanismus wirkt und somit die Integration fördert. Des weiteren wird beleuchtet, wie Vertrauen durch die Handlungen der Netzwerkakteure entsteht, um daraus entsprechende Konstitutionsbedingungen abzuleiten. Hierzu wird ein strukturationstheoretischer Ansatz gewählt 4 , der es ermöglicht, die rekursive Dynamik der Vertrauensbildung zwischen Struktur und Handlung analytisch zu erklären.
Zunächst stellt die Arbeit die Grundzüge von Giddens’ Strukturationstheorie als erkenntnisleitenden Ansatz dar. Danach wird der Begriff des internationalen strategischen Netzwerks definiert und Erklärungsmodelle für die Existenz von Netzwerken kurz erläutert. Daraufhin wird die Notwendigkeit der Koordination für die Netzwerkintegration dargelegt in die Rolle von Vertrauen als Medium der Koordination untersucht. Danach
1 Vgl. Winkler (1999), S. 1.
2 Vgl. Sydow (1995), S. 178.
3 Vgl. Jarillo (1988) und andere.
4 Hiermit knüpft die Arbeit vor allem an Abhandlungen von Sydow (1994; 1995) und Gilbert (2003) an.
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wendet sich die Arbeit einer Spezifizierung des Vertrauensbegriffs aus strukturati-onstheoretischer Perspektive zu und schafft damit die Basis für eine Untersuchung der Strukturation von Vertrauen in strategischen Netzwerken. Ebenso werden besondere Herausforderungen für die Schaffung von Vertrauen in internationalen Netzwerken betrachtet. Aus den gewonnenen Erkenntnissen werden schließlich Handlungsempfehlungen für das fokale Unternehmen des Netzwerks abgeleitet.
2. Grundzüge der Strukturationstheorie
Die sozialwissenschaftliche Forschung scheint großenteils geprägt von einer Dichotomie zwischen Handlung und Struktur, die sich in der Existenz verschiedener, entgegengesetzt positionierter Theorieansätze niederschlägt. Strukturalismus und Funktionalismus vertreten eine objektivistische Position. Hier beherrscht das Objekt als Gesellschaft oder Organisation das Subjekt. Struktur ist somit unabhängig von menschlichem Handeln, welches sich der gegebenen Struktur fügen muss: 5
Auf der anderen Seite betonen subjektive Sichtweisen, wie sie in interpretativen Ansätzen und der Hermeneutik zu finden sind, das Primat des Subjekts zur Erklärung menschlichen Handelns. Strukturen wird hier weder eine besondere Wichtigkeit, noch ein bedeutender Einfluss auf das Handeln des Subjekts zugemessen. 6 Dieser Konflikt der Positionen lässt sich auch in der Managementlehre anschaulich durch den Dualismus „strategy follows structure vs. structure follows strategy“ darstellen. 7 Mit der Strukturationstheorie, der erkenntnisleitenden Theorie dieser Arbeit, versucht der Soziologe Anthony Giddens diesen Konflikt zu überkommen. Das Paradigma des beschriebenen Dualismus wird in diesem Ansatz durch eine Dualität der Struktur ersetzt. Struktur ist dabei zugleich Medium und Ergebnis sozialen Handelns. 8 Die Strukturationstheorie verbindet also beide Ebenen, Struktur und Handeln, und lässt einen gewissen Rückkopplungseffekt entstehen. Durch diese Beziehung aufeinander können in der sozialwissenschaftlichen Analyse nun beide Ebenen einbezogen werden, ohne dass die eine der anderen untergeordnet wird.
Giddens erklärt die Handlungen sozialer Akteure mit dem Stratifikationsmodell. 9 Hierbei werden Handelnde als zweckgerichtete, mit Intentionalität und Reflexivität ausges-
5 Vgl.Walgenbach (2001), S. 357.
6 Vgl. Walgenbach (2001), S. 357.
7 Vgl. Zimmer/Ortmann (2001), S. 37-39.
8 Vgl. Giddens (1979), S. 5.
9 Vgl. Giddens (1984), S. 5.
Arbeit zitieren:
Karl-Guenther Illing, 2003, Vertrauen als Integrationsmedium in internationalen strategischen Netzwerken, München, GRIN Verlag GmbH
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