Heinrich-Heine-Universität WS 2001/02
Proseminar: „Die arabisch-islamische Welt“ Datum:
Autor: Thema:
Die Integration der Muslime in
Deutschland
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. S.3
2. Der Islam, Ein kurzer Überlick. S.4
2.1. Der Islam in Deutschland. S.5
2.2. Die verschiedenen Sekten des Islam in Deutschland. S.6
2.2.1 Die Sunniten. S.6
2.2.2 Die Schi´iten. S.7
2.2.3 Die Aleviten. S.8
2.2.4 Sonstige Sekten des Islam. S.8
3. Der Islamismus. S.9
3.1. Islam und Islamismus. S.10
3.2.1. Formen des Islamismus in Deutschland heute. S.11
4. Zur Integration der Muslime in Deutschland. S.12
4.1. Modelle der Integration. S.13
4.2. Die Probleme der Integrierung. S.16
5. Stellungnahme und Ausblick. S.17
6. Literaturverzeichnis. S.19
2
1. Einleitung
Spaziert man heute durch eine deutsche Großstadt wie zum Beispiel Köln, Düsseldorf oder München, wird man überall auf Anzeichen einer fremden, oder besser, einer anderen Kultur als der deutschen stoßen. Verschleierte Frauen die mit ihren Kindern durch die Straßen gehen, Moscheen mit hochragenden Minaretten und Imbissbuden mit fremdklingenden Namen und Gerichten sind nur einige dieser Anzeichen. Doch es wäre zu weit gegriffen diese Einflüsse als durch und durch „fremd“ zu bezeichnen. Im Gegenteil, man kann sagen, dass die Früchte dieser Einflüsse bereits zum Alltagsleben in Deutschland gehören. 1 Bei diesen fremden Einflüssen handelt es sich natürlich um die Einflüsse von Einwanderern, Immigranten. Um die zahlenmäßig größte Gruppe dieser Migranten, den Moslems im Allgemeinen und den arabischen unter ihnen im Speziellen, soll es in dieser Hausarbeit gehen, denn mit der Einwanderung und Sesshaftigkeit dieser Gruppe und den Übergriffen gegen Ausländer, nicht nur in jüngster Zeit, werden viele Fragen aufgeworfen. Fragen nach der Religion dieser Immigranten, Fragen nach ihrer Verfassungstreue und Fragen nach ihrer Integration. Diese Hausarbeit wird zunächst, unter dem Punkt 2, einen Überblick darüber verschaffen, was die in Deutschland lebenden Moslems miteinander verbindet, nämlich ihre Religion, der Islam. Es soll sich hierbei jedoch nur um einen kurzen Abriss des Islam handeln der die wichtigsten Dinge zusammenfasst. Dann soll auf die speziellen Formen des Islam in Deutschland eingegangen werden und auf die verschiedenen Sekten, die es innerhalb dieser Religion gibt. Ich konzentriere mich hierbei jedoch auf die wichtigsten Sekten in Deutschland. Ein anderes Thema, dass im Zusammenhang mit der Integration steht, ist das neuzeitliche Phänomen des Islamismus, beziehungsweise des politisierten Islam. Der Frage, was Islamismus überhaupt behauptet und den Unterschieden und den Gemeinsamkeiten zum Islam selbst, ist ebenfalls ein eigener Punkt, nämlich Punkt 3, gewidmet. Schließlich geht es, unter Punkt 4, um die Integration selber, um die Frage was Integration eigentlich ist, und welche Arten von Integration es gibt. Zuletzt soll auf einige ausgewählte Probleme bei der Integrierung und verschiedene Fragen, die sich aus der Begegnung der islamischen Kultur mit der westlichen ergeben, eingegangen werden. Am Ende der Hausarbeit, unter Punkt 5, werde ich meine persönliche Meinung zu dem Thema geben und einen Ausblick wagen, wie die Situation der Muslime sich, in meinen Augen, in Zukunft entwickeln wird.
1 Vgl. Tibi, Bassam: „Der Islam und Deutschland; Muslime in Deutschland“; Stuttgart und München; 2000; S.88
3
2. Der Islam, Ein kurzer Überblick
Das Wort „Islam“ stammt aus dem arabischen und bedeutet wörtlich „Unterwerfung“, wobei hier die Unterwerfung unter Gott, arabisch „Allah“, gemeint ist. 2 Von dem Wort Islam ist der Name seiner Anhänger, Moslems, abgeleitet. Früher wurden sie, fälschlicherweise, auch Mohammedaner genannt. Der Islam geht davon aus, dass es nur einen einzigen Gott gibt (im arabischen nennt man diese Einheit Gottes auch „Tauhid“ 3 ), und dieser Gott hat sich den Menschen über eine Reihe von sogenannten Propheten offenbart. Der letzte dieser Propheten hieß Muhammad und lebte im 7. Jahrhundert nach Christi Geburt. Durch ihn soll Gott zu den Menschen gesprochen haben. Diese Botschaften Gottes an die Menschen hat Muhammad im Quran (wörtlich: „die Rezitation“), so wie es ihm aufgetragen wurde, niedergeschrieben. Der Quran stellt damit für die Muslime die unverfälschten Worte Gottes dar und sie sind weder zu ändern, noch zu streichen. Man kann sie jedoch unterschiedlich interpretieren. 4 Es existiert auch eine islamische Zeitrechnung, sie beginnt mit der Migration Muhammads (arab. „Hijra“) nach Medina, da er aus seiner Heimatstadt Mekka, in der er das Wort Gottes zuerst vernommen hat, fliehen musste. Dies geschah im Jahre 622 nach christlicher Zeitrechung und stellt das erste Jahr der muslimischen Zeitrechnung dar. 5 Der Islam versteht sich selber, ebenso wie das Christen- und Judentum, auch als Leitfaden für das tägliche Leben. 6 Die überwältigende Mehrheit der Muslime erkennt vier Quellen an, die ihnen dabei hilft mit alltäglichen Problemen und Fragen des Rechts und der Moral umzugehen. In der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit sind dies: der bereits genannte Quran, die Überlieferungen (arab. „Hadith“) über das Leben des Propheten Muhammad, auch Sunna genannt, die Übereinstimmung der Rechtsgelehrten (arab. „ijma“), sowie der Analogieschluß (arab. „qiyas“). Sie zusammen ergeben das, was in den heutigen Medien, oft falsch und sehr vereinfacht dargestellt, Shari´a (wörtlich „der Weg zur Wasserstelle), oder islamisches Recht, genannt wird. 7
Trotz aller Unterschiede untereinander erkennen alle Moslems mindestens fünf Säulen an, auf denen ihr Glaube beruht. Die erste Säule ist das Glaubensbekenntnis, in der der Moslem mit einer Gebetsformel (arab. „Shahada“) die Einzigkeit Gottes und seinen Gesandten Muhammad anerkennt. Die zweite Säule ist die Anbetung Gottes (arab. „Salat“),
2 siehe Elger, Ralf (Hrsg.): „Kleines Islam-Lexikon“; München; 2001; S. 137
3 vgl. Ruthven, Malise: „Der Islam, Eine kurze Einführung“; Stuttgart; 1997; S. 75
4 AaO; S.39 ff.
5 siehe Elger, Ralf (Hrsg.): „Kleines Islam-Lexikon“; München; 2001; S. 119
6 vgl. Rohe, Matthias: „Der Islam-Alltagskonflikte und Lösungen“;München; 2001; S.81
7 vgl. Ruthven, Malise: „Der Islam, Eine kurze Einführung“; Stuttgart; 1997 S.105
4
die mindestens fünfmal am Tage erfolgen soll. Almosengeben (arab. „Zakat“) stellt die dritte Säule dar. Der gläubige Moslem soll einmal im Jahr eine Steuer, die 2,5 Prozent seines Kapitalvermögens ausmacht, zahlen. Die Empfänger sollen Arme und Hilfsbedürftige sein. Den meisten Menschen in Deutschland bekannt ist die vierte Säule, das Fasten (arab. „Saum“) im heiligen Monat Ramadan. Die letzte Säule stellt die Pilgerfahrt (arab. „Hajj“) nach Mekka dar. 8
In der muslimischen Gemeinde (arab. „Umma“) gibt es sogenannte Gelehrte‚ (arab. „Ulama“) Diese Gelehrten bekleiden, zum Beispiel, das Amt des Vorbeters (arab. „Imam“) in einer Moschee und stellen so etwas wie die Bildungselite des Islams dar. Gelehrter kann im Prinzip jeder werden der Kenntnis vom Quran und den Hadithen des Propeten hat. 9 Den Gelehrten kommt in der heutigen Zeit eine sehr wichtige Rolle zu da von ihnen die Shari´a ausgelegt und interpretiert wird. Sie sind es auch, die anhand der oben genannten Übereinstimmung, geltendes Recht im Islam aufstellen können. Auch sind sie es, die mit ihrem Wissen über die Schriften, die Analogieschlüsse ziehen dürfen. 10 Viele Gelehrte die als Lehrer, zum Beispiel in Koranschulen, fungieren werden als Vorbild angesehen für die Jugend. 11
Ein Wort das heute oft in einem Atemzug mit dem Islam genannt wird ist Djihad. Es wird fälschlicherweise als „Heiliger Krieg“ übersetzt. Es bedeutet im ursprünglichen Sinne nichts weiter als „sich abmühen“ und zwar für Gott. Ein solcher Djihad kann kriegerisch gemeint sein 12 , es gibt jedoch auch viele friedliche Mittel seiner Anwendung Bereits einige Jahre nach dem Tode Muhammads im Jahre 632 kam es unter den Anhängern des Propheten zu kriegerischen Auseinandersetzungen nach denen sie sich in mehrere Sekten aufspalteten. 13
2.1 Der Islam in Deutschland
In Deutschland leben ungefähr 3,3 Millionen Moslems, davon sind ungefähr 2,3 Millionen türkischer Abstammung. 14 Da dem Grundgesetz nach Religionsfreiheit in Deutschland herrscht hindert, zumindest rechtlich gesehen, niemand die muslimischen Bürger an der freien
8 vgl. Ruthven, Malise: „Der Islam, Eine kurze Einführung“; Stuttgart; 1997; S.193-198
9 siehe Elger, Ralf (Hrsg.): „Kleines Islam-Lexikon“; München; 2001; S.105-106
10 vgl. Ruthven, Malise: „Der Islam, Eine kurze Einführung“; Stuttgart; 1997; S. 109-110
11 Vgl. Tibi, Bassam: „Der Islam und Deutschland; Muslime in Deutschland“; Stuttgart und München;2000;S.340
12 Quran; Hazrat Mirza Tahir Ahmad ; Ahmadiyya Muslim Jamaat ; 1993 Sura 9, Vers 36
13 vgl. Ruthven, Malise: „Der Islam, Eine kurze Einführung“; Stuttgart; 1997; S.75-77
14 Vgl. Tibi, Bassam: „Der Islam und Deutschland; Muslime in Deutschland“; Stuttgart und München;2000;S.32
5
Arbeit zitieren:
Milos Jovanovic, 2002, Die Integration der Muslime in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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Olga Kener folgt nun Die Integration der Muslime in Deutschland
Milos Jovanovic's Text Die Integration der Muslime in Deutschland ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Olga Kener ich habe es nciht gefunden:(!!
am Thursday, November 11, 2010
Milos Jovanovic hat den Text Die Integration der Muslime in Deutschland veröffentlicht
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