1. Einleitung
Kaum eine andere psychische Störung ist in den letzten Jahren so häufig aufgetreten, wie Anorexie. Immer wieder wird in den Medien von Schauspielerinnen und Models berichtet, welche magersüchtig seien. Und so sind Essstörungen sind bei Kindern und Jugendlichen leider nicht selten. Aber dennoch in der Regel nur vorübergehend. Vor allem Mädchen und junge Frauen leiden an Magersucht ( Anorexia Nervosa ) und Fresse – Brech – Sucht ( Bulimie ). Der Alltag der Betroffenen kreist fast nur noch um die Nahrungsaufnahme, die aber primär nichts mehr mit Ernährung zu tun hat. Ob Esssucht, Magersucht oder Ess – Brech – Sucht, Essstörungen sind auf dem Vormarsch. Auch wenn Männer davon zunehmend betroffen sind, leiden doch vor allem Frauen und Mädchen, meist zwischen 15 und 30 Jahren an der psychosomatischen Erkrankung. Wie viele Menschen an dieser Krankheit leiden, kann man nicht genau feststellen. Fachleute aber glauben, dass bereits jede fünfte Frau an Essstörungen leidet, und dass Magersucht und Bulimie inzwischen zu den häufigsten psychosomatischen Krankheiten junger Frauen in der westlichen Welt, gehören. Nun stellt sich Wissenschaftlern und Experten die Frage, warum diese Krankheit so weit verbreitet ist. Welches sind die Ursachen der Essstörungen, und wie kann man dagegen
Im nun folgenden werde ich die Ursachen, die Präventionsmöglichkeiten und die mögliche Behandlung von Essstörungen darstellen.
2. Terminologische Abgrenzung / Hauptformen gestörten
„Ernährungsbedingte Krankheiten zeigen sich in Mangel - oder Überflusssymptomen : 1 Es gibt vier Hauptformen gestörten Essverhaltens :
2.1. Anorexia nervosa ( Magersucht ) :
Gemeinsames Merkmal magersüchtiger Mädchen und Frauen ist nicht immer die Appetitlosigkeit, sondern die Angst vor dem Essen und die panikartige Furcht vor Gewichtszunahme. Magersüchtige fühlen sich trotz extremem Untergewicht noch zu dick.
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GISLA GNIECH : Essen und Psyche. Heidelberg 1995 / 1996, Seite 199
Die Betroffenen verweigern oder reduzieren die Nahrungsaufnahme mit dem Ziel immer dünner zu werden und verfolgen dieses daher mit tief verwurzelter Überzeugung. Im medizinischen Sinne spricht man von Magersucht bei Abmagerung und Untergewicht. Magersüchtige sind meist weiblich und nicht älter als 25 Jahre. Sie verlieren mindestens 25% ihres ursprünglichen Normalgewichts und haben eine gewisse Gewichtsphobie. Sie vermeiden Speisen mit viel Kalorien, oder verzichten gar ganz auf das Essen. Sie wiegen sich meist mehrmals täglich, und betreiben übermäßig viel Sport. Durch die geringe Nahrungsaufnahme treten häufig körperliche Beeinträchtigungen und Schäden auf. Die Mädchen haben meist keine Menstruationsblutungen mehr, die Körpertemperatur ist ziemlich niedrig und der Puls verlangsamt sich.
Die Anorexia nervosa wird daher als eine „psychische Störung mit erheblich somatischen Krankheitsfolgen“ angesehen. 2 Oft treten auch Begleiterscheinungen wie z. B. Depressionen auf.
2.2. Bulimia nervosa (Ess- Brech- Sucht) :
Das Wort Bulimie kommt ursprünglich aus dem griechischen „bous“ = Bulle oder Stier, und „limos“ = Hunger. Es bedeutet soviel wie die „Gefräßigkeit“ oder „Heißhunger“. Kennzeichnend für die Krankheit, sind die häufig auftretenden Essattacken, gefolgt von dem Versuch, das aufgenommene Essen so schnell wie möglich wieder loszuwerden. Dies erfolgt meist durch Erbrechen, aber auch durch Fasten, Abführen oder Entwässern. Dahinter steht die Furcht dick zu werden. Auch hier sind die Betroffenen zum Großteil junge Mädchen und Frauen zwischen 18 und 20 Jahren. Bei den Mädchen liegt meist eine Störung des eigenen Körperbildes vor. Sie fühlen sich trotz Normal- oder Untergewicht noch zu dick. Die ganzen Gedanken kreisen andauernd um das Gewicht und Figur. Die Betroffenen erliegen auch Essattacken, bei denen die Mädchen große Mengen an Nahrung in kürzester Zeit verschlingen. Dabei geht es nicht um Geschmack, Lust oder gar Genuss. Es geht einzig und allein um die zwanghafte Aufnahme von Nahrung, egal was im Kühlschrank ist, alles wird durcheinander „gefressen“. Dieses zwanghafte Essen und Erbrechen wirkt sich auch negativ auf den Körper aus. Es treten vor allem Mangelzustände an Wasser, Mineralstoffen und Vitaminen auf. Von dem ständigen Erbrechen können auch Verätzungen im Mundbereich und der Speiseröhre auftreten. Wie auch schon bei der Magersucht, kommt es bei den Frauen und Mädchen zu fehlenden Regelblutungen. Meist wird auch das Haar brüchig oder
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GISLA GNIECH : Essen und Psyche. Heidelberg 1995 / 1996, Seite 217
fällt sogar aus. Zahnschäden sind auf Grund der Vorliebe von süßen Speisen auch Auswirkungen der Krankheit Bulimie. Oft treten auch wegen des Wassermangels Nierenschäden auf. Auch die Magen und Darmtätigkeit wird oft beeinträchtigt. Auch die Bauchspeicheldrüse und die Nieren können Schaden davontragen.
2.3. Adipositas ( Fettsucht, auch Esssucht genannt ) :
Adipositas bedeutet soviel wie Fettreichtum, oder Obesitas, was soviel wie Fettleibigkeit bedeutet. Äußerlich sind die Betroffenen durch Übergewicht gekennzeichnet. Sie essen häufig mehr als ihr Körper an Nahrung eigentlich braucht. Sie haben dadurch auch ein gestörtes Essverhalten. Übergewicht ist die Folge einer zu hohen, kalorienreichen Nahrungsaufnahme. Der Körper ist nicht mehr fähig solche Mengen zu verbrauchen. Meist kauen sie zu wenig, essen zu schnell und machen in der Regel weniger Pausen beim Essen. Menschen mit Übergewicht halten sich mehr an Süßspeisen und fetthaltige Nahrung. Sie verspeisen die Nahrungsmittel in größeren Mengen. Von Adipositas ist dann die Rede, „wenn das aktuelle Gewicht das Normalgewicht nach der Broca – Formel ( Körpergröße minus 100 ) um 20 – 30 % übersteigt“. 3 Einig sind sich die Experten und Forscher jedoch noch nicht, ab wann genau man von Adipositas sprechen kann. Diese Krankheit birgt natürlich auch körperliche Schädigungen und Beeinträchtigungen in sich. Dicke Menschen sind Herz – Kreislauf gefährdet und haben daher auch ein erhöhtes Krankheitsrisiko. Meist haben sie Probleme weite Strecken zu Fuß zurückzulegen, oder Treppen zu steigen.
2.4. Latente Adipositas ( latente Ess-/Fettsucht)
Latent kommt aus dem lateinischen und bedeutet verborgen, unbemerkte Krankheit. Diese Menschen neigen zwar zu Übergewicht, schränken ihr Essverhalten dennoch so ein, dass sie ihr Normalgewicht halten können. Dies geschieht aber nur unter strenger Kontrolle des
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INGEBORG STAHR, INGRID BARB – PRIEBE, ELKE SCHULZ : Essstörungen und die Suche nach Identität, Ursachen, Entwicklungen und Behandlungsmöglichkeiten. Weinheim, München 1998, Seite 26
Arbeit zitieren:
Miriam Englert, 2001, Essstörungen im Jugendalter, München, GRIN Verlag GmbH
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