Inhaltsverzeichnis Seite
1. Einleitung 3
2. Die Bedeutung von Spielen in der Grundschule 4
3. Was sagt der Lehrplan zu „Spielen im Unterricht“ 5
4. Ziele und Wirkungsweisen von Interaktionsspielen 7
4.1. Wirkungsweisen von Interaktionsspielen 7
4.2. Ziele von Interaktionsspielen 9
5. Voraussetzungen und Durchführung von Interaktionsspielen 11
5.1. Voraussetzungen für Interaktionsspiele 11
5.2. Die Durchführung von Interaktionsspielen 12
6. Beispiele für fächerunabhängige Interaktionsspiele 14
6.1. Geräusche in der Nacht 14
6.2. Zauberschachtel 16
6.3. Ich habe es geschafft 17
6.4. Ähnlichkeiten und Unterschiede 19
7. Interaktionsspiele für den Sachunterricht 20
7.1. Berufe 20
7.2. Die vier Elemente 20
7.3. Tier Städte- und Blumenspiel 21
8. Schlusswort 22
9. Literaturverzeichnis 24
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1. Einleitung
Im Rahmen des Seminars „Kreativer Sachunterricht“ lernten wir bisher die unterschiedlichsten Möglichkeiten kennen, diesen kreativ zu gestalten. Von Themen wie „Kreativsein mit Naturelementen: Beispiel Feuer“ bis hin zu „Kreativsein mit allen Sinnen“ erstreckte sich das Repertoire. Stets ließ sich dabei ein direkter Lehrplanbezug erstellen.
Der folgende Beitrag wird sich mit der Beziehung zwischen dem Bereich Schulunterricht und Interaktionsspielen auseinander setzen. Es soll versucht werden Bezüge zwischen beiden zu erstellen.
Wie lassen sich Spiele, genauer noch „Interaktionsspiele“, begründet in den Unterricht integrieren? Sind Interaktionsspiele innerhalb des Schulunterrichts zu vertreten, oder dienen sie der reinen Unterhaltung? Lassen sich zwischen „Interaktionsspielen“ und Lehrplänen Bezüge erstellen? Der folgende Beitrag wird sich, mit dem Versuch der Beantwortung dieser Fragen, beschäftigen.
Im Anschluss daran wird die große Vielfalt an „Interaktionsspielen“ näher beleuchtet. Dies geschieht in Hinblick auf ihre Wirkungsweise und ihren Einsatzschwerpunkt. Darüber hinaus sollen direkte Berührungspunkte zwischen Interaktionsspielen und dem Seminarschwerpunkt „Sachunterricht“ aufgezeigt werden. Da das Gebiet der Interaktionsspiele sehr breit gefächert ist, wurden die Beispiele zu Spielmöglichkeiten auf einige wenige beschränkt.
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2. Die Bedeutung von Spielen in der Grundschule
Ein wichtiges Thema und großes Gebiet stellt der Übergang des Kindes vom Kindergarten in die Grundschule dar. Ein, für das Kind entscheidender Schritt, da es nun mit einem neuen Lebensabschnitt beginnt. Mit Beendigung der unbeschwerten Kindergartenzeit, und dem Eintritt in den Schulalltag, begegnen dem Kind erstmalig Pflichten und Zeitvorgaben. So erlebt es eine große Veränderung in seinem Leben. Was hat dies nun mit der Frage nach der Bedeutung von Spielen in der Grundschule gemeinsam? Das Leben des Kindes basierte bislang auf der Grundlage des Spielens, und auf dem spielerischen Entdecken seines Umfeldes. Bereits im Kindergarten ist man darum bemüht, dem Kind auf spielerische Art und Weise Kenntnisse zu vermitteln. Nun, mit dem Eintritt in den Schulalltag, verliert das Kind jedoch nicht sein Verlangen auch weiterhin spielen zu dürfen, sowie auf spielerische Art und Weise zu lernen. Ist es denn möglich auf spielerische Art und Weise einen Wissenszuwachs zu erlangen, oder handelt es sich lediglich um einen unterhaltsamen Zeitvertreib? Überprüft man, mit dem Blick auf „Spiele für die Grundschule“, oder auch spezieller „Spiele für den Sachunterricht“ die pädagogische Fachliteratur, so eröffnet sich einem ein erstaunlich großes Gebiet. Bei näherer Betrachtung der einzelnen Spielmöglichkeiten und ihren Zielvorgaben, besser gesagt ihren Wirkungsweisen, lassen sich positive Lernzuwachse nicht mehr leugnen, zumal diese wissenschaftlich erwiesen sind.
Es gibt viele Gründe dafür, warum Spiele im Schulunterricht befürwortet werden sollten. Allein die Tatsache, dass das Kind mit bereits, durch das selbständige Spiel erlangten Fähigkeiten in motorischen, kognitiven und auch sozialen Bereichen in die Schule eintritt, spricht für sich. Ein weiterer Aspekt ergibt sich durch die Möglichkeit der Durchführung von, speziell auf defizitäre Bereiche des Kindes, abgestimmter Spielmöglichkeiten. Ein solcher Bereich stellt mittlerweile zunehmend die mangelnde Konzentrationsfähigkeit von Kindern dar. Hier fänden Konzentrationsfördernde Spiele ihren Ansatz. Die begründete Forderung
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dem Kind einen gleitenden, ineinander greifenden Übergang, vom Kindergarten in die Grundschule zu ermöglichen, wäre ein weiterer Grund dafür, Spiele innerhalb des Unterrichts zu integrieren (Hanns Petillon 2000, S.5). Die genannten „Gründe“ sind einige wenige von vielen, sollten aber an dieser Stelle, eine ausreichende „Rechtfertigung“, besser Begründung darstellen.
3. Was sagt der Lehrplan zu „Spielen im Unterricht“?
Im bisherigen Beitrag stand stets der Begriff des „Spielens“ im Mittelpunkt, was mit Blick auf das Thema dieser Arbeit eventuell zu Fragen führen könnte. Aus diesem Grunde sei darauf hingewiesen, dass „Interaktionsspiele“ eine Möglichkeit des Spielens an sich bilden. Daher soll hier zunächst der Oberbegriff erläutert werden, um dann zu dem Beispiel der „Interaktionsspiele“ überzugehen.
Nachdem der pädagogische Nutzen, sowie der Lernzuwachs von Spielen innerhalb des Unterrichts aufgezeigt wurden, gilt es nun nach einer Verankerung derer innerhalb des Lehrplans zu suchen.
In den „Leitlinien für die Arbeit in der Grundschule“ von 1984, für das Land Rheinland-Pfalz, findet man hierzu folgende Aussage:
„Das spielende Lernen fördert beim Grundschulkind in besonderem Maße Spontaneität, Phantasie und Selbständigkeit und läßt das Kind spielerisch zu Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten gelangen. Rollenspiele, Denkspiele und Sprachspiele stellen Möglichkeiten des Lernens im und durch Spiel dar. Spielerisches Lernen eignet sich besonders für das weniger selbstsichere und selbstbewusste Kind und kann ihm helfen, seine Hemmungen abzubauen und eine tiefere Bindung zur Klassengemeinschaft zu finden.“ (S.9)
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Es ist also die Rede von „(...) Möglichkeiten des Lernens im und durch Spiel (...)“. Dies bedeutet auch, dass spielerisches Lernen nicht an einzelne Fächer gebunden ist, was der Blick in herangezogene pädagogische Fachliteratur zeigt. Darüber hinaus verbirgt sich hinter der Aussage des Lehrplans die „Forderung“, dem Kind zu helfen Hemmungen abzubauen, und eine „tiefere Bindung zur Klassengemeinschaft zu finden“. Hier setzen die so genannten „Interaktionsspiele“ an, denn sie fördern das Kind im Hinblick auf sein Vertrauen anderen gegenüber, seine Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit, sowie sein Selbstbewusstsein. Auch im „Lehrplan für den Sachunterricht“ von 1984, des Landes Rheinland-Pfalz, findet man direkte Bezüge zwischen „Interaktionsspielen“ und dem Schulunterricht.
So heißt es auf Seite fünf des Lehrplanes:
„Aus fachspezifischer Sicht sollen die Kinder im Sachunterricht insbesondere lernen:
Erfahrungen, Erlebnisse, Beobachtungen, Fragen und Probleme
- offenund freimütig in den Unterricht einzubringen, (...)
- (...)
- (...)
- (...)
- gemeinsamzu arbeiten, vereinbarte Verfahren einzuhalten, auf
- Argumenteund Gegenargumente einzugehen, Rücksicht zu üben und sich gegenseitig zu helfen.“
Das besondere Einwirken von Interaktionsspielen auf oben genannte Punkte des Lehrplanes, wird im Kapitel „Wirkungsweisen von Interaktionsspielen“, näher erläutert werden.
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4. Ziele und Wirkungsweisen von Interaktionsspielen
4.1. Wirkungsweisen von Interaktionsspielen
Was sagt uns das Wort „Interaktion“? Zerlegt man es in seine zwei Bestandteile, so bleiben „inter“ und „Aktion“. Das heißt, dass zwischen/innerhalb (= inter), beim Spiel zwischen den Personen der Gruppe, eine „Aktion“ (= Handlung) geschieht.
Im Duden (2000) findet man unter dem Begriff der „Interaktion“ folgende Definition:
• „Wechselbeziehung zwischen Personen und Gruppen“
Nun gilt es zu klären, was dies für „Handlungen/Beziehungen“ sind. Dazu scheint es erforderlich, sich mit dem auseinanderzusetzen, was Interaktionsspiele bewirken, beziehungsweise was ihre Wirkkraft ausmacht. Im Folgenden werden zehn Punkte aufgeführt, die verdeutlichen sollen, woher die nachgewiesene Wirksamkeit von Interaktionsspielen herrührt:
1. Die aktive Beteiligung Dem kindlichen Drang nach Aktivität wird, durch erlaubte Bewegung, innerhalb des Spiels Rechnung getragen. Dies ist in herkömmlichen Lernprozessen nicht immer der Fall, und kann es auch nicht sein.
2. Feedback Das Verhalten des Kindes innerhalb des Spiels, wird anschließend durch eigene Beurteilung, und der Beurteilung durch Andere bewertet.
3. Inhaltliche und zeitliche Grenzen Interaktionsspiele geben inhaltliche und zeitliche Grenzen vor, und finden somit zu einem definierten Abschluss. Durch dieses Vorge-
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ben wird die psychische und intellektuelle Energie des Kindes mobilisiert.
4. Offene Ergebnisse Die Ergebnisse eines Interaktionsspieles sind völlig offen, während ihre Ziele klar vorgegeben sind. So werden die Kreativität und die Initiative des Kindes eingefordert, wohingegen diese bei „geschlossenen Ergebnissen“ eher gebremst werden.
5. Interaktion Die so genannte „Interaktion“ während des Spiels, gewährt den Kindern körperliche Energien freizusetzen. Sie dürfen frei Kommunizieren, und sich im Raum bewegen.
6. Kooperation Das Kind muss innerhalb dieser Spielform mit seinen Mitschüler kooperieren, was zur Stärkung des Klassenverbandes beiträgt.
7. Gleichmäßige Partizipation (= Teilhabe) Interaktionsspiele geben den Kinder eine Chance, die normalerweise zu den schwächeren Kindern, im Hinblick auf ihre kognitiven und verbalen Fähigkeiten, zählen. Dies ergibt sich daraus, dass oben genannte Fähigkeiten nicht im Vordergrund stehen, sondern soziale Kompetenz, Offenheit, Initiative, Mut und Einfühlungsvermögen.
8. Faszination Interaktionsspiele geben Kindern „Aha-Erlebnisse“, indem sie lebensnahe Themen durch verschiedene Blickwinkel beleuchten. Ein Beispiel hierzu wäre das Thema „Notenangst“.
9. Gruppenkohäsion
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Die Förderung der Entwicklung, auf dem Weg zu einer kohäsiven (= Zusammenhalt) Klassengemeinschaft, innerhalb der ein Ausgleich zwischen dominanten und passiven Kindern vorherrscht.
10. Zurücktreten des Lehrers
Das Spiel wird lediglich durch den Lehrer vorgestellt. Während des Spielverlaufs tritt er in den Hintergrund, so dass die Kinder spüren, dass sie auch ohne Lehrkraft Erfahrungen machen können.
(Klaus W. Vopel 1991)
4.2. Ziele von Interaktionsspielen
Die Ziele von Interaktionsspielen lassen sich in zwei Bereiche unterteilen. Zum einen in ihre generelle Zielabsicht, die allen Arten von Interaktionsspielen gemeinsam ist. Zum anderen in ihre unterschiedlichen Intentionen, welche sich aus ihren verschiedenen „Kategorien“ ergeben.
Zu den generellen Zielen von Interaktionsspielen zählen: I. Sensibilisierung der Wahrnehmung Interaktionsspiele fördern, die dem Kind eigene sinnliche Wahrnehmung, seiner Gefühle und Gedanken, sich selbst und anderen gegenüber. Es gelangt so zu einer größeren Offenheit gegenüber beiden Bereichen.
II. Vertiefung der Selbstverantwortlichkeit
Ein sehr wichtiger Bereich, denn hier lernen die Kinder, zunehmend Verantwortung für ihr eigenes Verhalten zu übernehmen. Darüber ermöglicht man ihnen zu erleben, das eigene falsche Verhaltensmuster korrigierbar sind.
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Quote paper:
Christina Schulz, 2003, Interaktionsspiele in der Grundschule, Munich, GRIN Publishing GmbH
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