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Verschiedene Interpretationen dargestellt anhand des Sonetts 'Salut' von Stéphane Mallarmé

Title: Verschiedene Interpretationen dargestellt anhand des Sonetts 'Salut' von Stéphane Mallarmé

Seminar Paper , 2003 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.A. Florian Schneider (Author)

German Studies - Miscellaneous
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„Wer sich mit Gewinn mit lyrischen Texten beschäftigen will, braucht Zeit. Dies gilt zumal für moderne Gedichte, die oft genug das Lesen und Verstehen zum Problem werden lassen,− und es gilt im besonderen Maße für die schwierigen, ,dunklen’ Texte von Stéphane Mallarmé.“ Dass dieses Zitat die Komplexität des hier behandelten Gedichts so treffend beschreiben würde, war dem Autor zu Beginn seiner Arbeit nicht ansatzweise klar. Glücklicherweise entwickeln sich bei der intensiven Auseinandersetzung mit Mallarmé immer neue Ansatzpunkte, denen man versuchen kann klare Bedeutungsstrukturen zu verleihen. Dass diese dann leider teilweise auch ins Leere laufen können, zeigt das Zitat auch: dann nämlich, wenn das Verstehen problematisch wird.
Grundlage dieser Arbeit ist das Sonett „Salut“ von Stéphane Mallarmé, das am 15. Februar 1893 erstmals veröffentlicht wurde. Anhand der Interpretationen des mit dem Jünger-Preis ausgezeichneten Romanisten Ulrich Prill, wird versucht, die Vielschichtigkeit dieses kurzen Gedichtes herauszuarbeiten. Dass Prill hierbei bereits sehr umfassende Deutungen auf verschiedenen Ebenen aufzeigt, macht es schwierig neue Ansätze zu finden. Deshalb werden seine Auffassungen intensiv besprochen und diskutiert. Dafür bietet der Interpret sieben verschiedene Lesarten an, die teilweise etwas weit hergeholt scheinen. Prill ermittelt seine Ansätze anhand von Isotopien. Durch diese Isotopienanalyse gelangt er zur Basis des jeweiligen Interpretationsansatzes. „Um eine Isotopieebene zu erkennen, muß man für eine Gruppe von Lexemen die Merkmaldominanz feststellen, d. h. man muß ihren gemeinsamen Nenner finden.“ Grundsätzlich lässt sich hierbei von einer hermeneutischen Herangehensweise ausgehen, die zum Ziel hat, mit kleinsten Hinweisen im Text sowie Einschätzungen von Mallarmés Lebensauffassung unterschiedliche Bedeutungsebenen fundiert nachweisen zu können.
Zudem wird auf kurze Interpretationen von Gerhard Goebel, Walter Naumann und Petra Leutner, die sich, genauso wie Uwe Japp, auf die Auslegungen von François Rastier bezieht, zurückgegriffen. Diese stehen in einigen Ansätzen denen Prills entgegen, gerade weil Rastier nur drei Isotopien in Mallarmés Sonett isoliert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Deutung des Titels

3. Verschiedene Ansätze der Interpretation

3.1. Gelegenheitsdichtung im Rahmen des Dichterbanketts

3.2 Seefahrt und Literatur

3.3 Leere und Nichts

3.4 Mythos und Erotik

3.4.1 Orpheus-Mythos

3.4.2 Odysseus-Mythos

3.4.3 Christlicher Interpretationsansatz

3.4.4 Erotischer Interpretationsansatz und Aphrodite-Mythos

4. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit analysiert die Vielschichtigkeit des Sonetts „Salut“ von Stéphane Mallarmé und untersucht, wie verschiedene Interpretationsansätze auf Basis von Isotopien zu unterschiedlichen Lesarten des Werks führen. Ziel ist es, die hermeneutischen Deutungen, insbesondere jene von Ulrich Prill, kritisch zu hinterfragen und die existentielle sowie poetologische Dimension des Gedichts zu ergründen.

  • Mallarmés Sprachverwendung und Konzepte der Moderne
  • Die Bedeutung der Titeländerung von „Toast“ zu „Salut“
  • Isotopien als Grundlage der Interpretation (Bankett, Seefahrt, Leere/Nichts)
  • Mythische, christliche und erotische Deutungsebenen
  • Die Problematik der Überinterpretation bei lyrischen Texten

Auszug aus dem Buch

3.1 Gelegenheitsdichtung im Rahmen des Dichterbanketts

Ausgehend vom Ansatz der Gelegenheitsdichtung kann das Gedicht als Gruß an die teilnehmenden Dichterkollegen des Kongresses verstanden werden. Die Isotopie ,Bankett’ kann mit der Deutung des ersten Quartetts problemlos untermauert werden; sie wird auch so von Rastier verfolgt. Mallarmé eröffnet stehend das Bankett. In der Hand hält er sein Glas Champagner zum Trinkspruch. Bezug findet sich hier in den Worten Schaum und Kelch. Auch das zweite Quartett unterstützt diese Lesart, indem er sich als Vorsitzender der Dichtervereinigung als Steuermann am Heck des Schiffes, also von La Plume, sieht, während die jungen Dichter als prunkender Bug neue Wege einschlagen. Gleichsam lässt sich so fortfahren, denn Einsamkeit, Klippen und Sterne können ohne weiteres in der Problematik des Dichterseins gesehen werden: der Schaffenszeit eines Dichters im Stillen, der sich häufig nicht verstanden und einsam fühlen muss. Die Klippen symbolisieren hier die Schwierigkeiten, die immer wieder auftreten, seien sie finanzieller, persönlicher oder sozialer Art. Die Metapher des Sterns symbolisiert schließlich auch das Ziel, zu dem der Dichter gelangen möchte: die ihm zuteil werdende Anerkennung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Interpretation von Mallarmés schwierigen Texten und Darlegung der methodischen Vorgehensweise anhand von Isotopien.

2. Deutungen des Titels: Analyse der semantischen Bedeutungsvielfalt durch die Umbenennung von „Toast“ in „Salut“ und deren Auswirkungen auf die Textdeutung.

3. Verschiedene Ansätze der Interpretation: Detaillierte Untersuchung der vier Hauptlesarten: Gelegenheitsdichtung, Seefahrt, Leere/Nichts sowie Mythos/Erotik.

3.1. Gelegenheitsdichtung im Rahmen des Dichterbanketts: Deutung des Gedichts als Gruß im Kontext des Dichterkongresses unter Verwendung der Bankett-Isotopie.

3.2 Seefahrt und Literatur: Analyse der nautischen Metaphorik und deren Verbindung zum literarischen Schaffen und dem Risiko des Scheiterns.

3.3 Leere und Nichts: Untersuchung der poetologischen Dimension, in der Leere und Abwesenheit als notwendige Bedingungen für den Inhalt der Dichtung fungieren.

3.4 Mythos und Erotik: Betrachtung von mythischen (Orpheus, Odysseus, Aphrodite) und christlichen Deutungsebenen sowie deren kritische Würdigung.

3.4.1 Orpheus-Mythos: Analyse des Dichters als Orpheus, der durch künstlerisches Genie den Sirenengesängen widersteht.

3.4.2 Odysseus-Mythos: Diskussion des Vergleichs zwischen dem lyrischen Ich und Odysseus im Kontext der Schifffahrt.

3.4.3 Christlicher Interpretationsansatz: Kritische Auseinandersetzung mit dem Versuch, das lyrische Ich im christlichen Sinne zum Heilsbringer zu stilisieren.

3.4.4 Erotischer Interpretationsansatz und Aphrodite-Mythos: Untersuchung der erotischen Deutung des „Schaums“ und des Schiffs, die jedoch als wenig kohärent bewertet wird.

4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Interpretationsansätze und Bestätigung, dass trotz der Mehrdeutigkeit eine inhaltliche Kohärenz für eine fundierte Analyse essenziell bleibt.

Schlüsselwörter

Stéphane Mallarmé, Salut, Interpretation, Lyrik, Isotopie, Poetik, Seefahrt, Dichtertum, Mythos, Leere, Hermeneutik, Mehrdeutigkeit, Ulrich Prill, Symbolik, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten des Sonetts „Salut“ von Stéphane Mallarmé und beleuchtet die methodischen Herausforderungen bei der Analyse moderner, komplexer Lyrik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit konzentriert sich auf die Wechselwirkung zwischen dem Titel, der nautischen Metaphorik, philosophischen Konzepten wie dem „Nichts“ und verschiedenen mythologischen Deutungsrahmen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Vielschichtigkeit des Gedichts durch die Anwendung von Isotopien (Bedeutungsebenen) herauszuarbeiten und die Validität verschiedener interpretatorischer Ansätze kritisch zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine hermeneutische Herangehensweise gewählt, die auf der Isotopienanalyse basiert, wie sie etwa von François Rastier und dem Romanisten Ulrich Prill praktiziert wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Deutungsebenen: von der Gelegenheitsdichtung über die Seefahrtsmetaphorik und die Ästhetik des Nichts bis hin zu spezifischen mythologischen und erotischen Interpretationsansätzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Stéphane Mallarmé, „Salut“, Isotopie, Poetik, Hermeneutik und literarische Mehrdeutigkeit beschreiben.

Warum wird der Titel „Salut“ so intensiv diskutiert?

Der Titel ist der Schlüssel zur Interpretation, da er Mallarmés Intention von einem einfachen „Trinkspruch“ (Toast) hin zu einer komplexeren, auch nautischen und poetologischen Grußadresse verschiebt.

Wie bewertet der Autor den christlichen Interpretationsansatz?

Der Autor stuft den christlichen Interpretationsansatz als weitgehend unglaubwürdig und wenig relevant für den Text ein, da direkte textuelle Belege für eine solche Deutung fehlen.

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Details

Title
Verschiedene Interpretationen dargestellt anhand des Sonetts 'Salut' von Stéphane Mallarmé
College
University Karlsruhe (TH)  (Institut für Literaturwissenschaften)
Course
Proseminar: Theorie und Praxis der Interpretation
Grade
1,0
Author
M.A. Florian Schneider (Author)
Publication Year
2003
Pages
18
Catalog Number
V19829
ISBN (eBook)
9783638238694
ISBN (Book)
9783638836760
Language
German
Tags
Verschiedene Interpretationen Sonetts Salut Stéphane Mallarmé Proseminar Theorie Praxis Interpretation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Florian Schneider (Author), 2003, Verschiedene Interpretationen dargestellt anhand des Sonetts 'Salut' von Stéphane Mallarmé, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19829
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