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Wirkungen eines Mindestlohns

Title: Wirkungen eines Mindestlohns

Seminar Paper , 2008 , 25 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Jan Laude (Author)

Economics - Finance
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Summary Excerpt Details

Gegenstand dieser Seminararbeit sind empirische Untersuchungen aus mehreren Ländern zu Beschäftigungs- und Lohneffekten von Mindestlöhnen. Seit einigen Jahren wird in Deutschland eine Debatte über die Einführung gesetzlicher Mindestlöhne geführt. Befürworter erhoffen sich von ihrer Einführung höhere Entlohnung von Arbeitskräften im Niedriglohnbereich. Gegner befürchten durch sie negative Beschäftigungseffekte. Diese lassen sich leicht vom neoklassischen Arbeitsmarktmodell ableiten. Im Marktgleichgewicht bei vollständiger Konkurrenz wird der Lohnsatz w* gezahlt, bei dem Vollbeschäftigung herrscht. Wird der Lohnsatz exogen über den Gleichgewichtslohn angehoben, so weichen Nachfrage und Angebot voneinander ab, und es kommt zu Arbeitslosigkeit. Befürworter sehen mit diesem Modell den Arbeitsmarkt nur unzureichend erklärt und gehen von einer monopsonistischen Marktmacht der Arbeitgeber aus, die dazu führt, dass weniger Arbeiter beschäftigt werden, die zudem noch unter dem Grenzprodukt ihrer Arbeit bezahlt werden. In diesem Modell kann ein Mindestlohn Beschäftigungs- und Lohnniveau heben. Eine in der Mindestlohnforschung häufig verwendete empirische Methode, ist der Differenz-von-Differenzen Ansatz. Hierbei werden die Daten von Merkmalsträgern, die von einem Effekt betroffen sind, mit denen einer nicht betroffenen Kontroll- Gruppe vor und nach dem Auftreten des Effekts verglichen. Aus den Differenzen zwischen den Erhebungszeitpunkten errechnet man dann den „Treatment-Effekt“ .
Diese Methode wurde auch bei der bekannten Studie von Card und Krueger (1994) verwendet, um den Effekt einer Mindestlohnerhöhung in der Fast-Food Branche New Jerseys zu untersuchen.
Für Deutschland existiert bisher eine Studie, die den Beschäftigungseffekt des Arbeitnehmerentsende-
Gesetzes im Bauhauptgewerbe untersucht. Hier stellen König und Möller fest, dass die durch das AEntG verursachten hohen Lohnsteigerungen in Ostdeutschland zu Arbeitsplatzverlusten geführt haben.
Die Resultate der einzelnen Länder sind aufgrund der unterschiedlichen Flexibilitäten der Arbeitsmärkte nur bedingt vergleichbar. Als Ergebnis der gesichteten Studien lässt sich festhalten, dass nicht die schiere Existenz eines Mindestlohns entscheidend ist, sondern vielmehr seine Höhe.
Geringe Erhöhungen von ohnehin niedrigen Mindestlöhnen in flexiblen Arbeitsmärkten führten seltener zu negativen Beschäftigungsergebnissen. Hohe Lohnerhöhungen in regulierten Arbeitsmärkten hingegen verursachen Arbeitslosigkeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die theoretischen Ausgangsmodelle

2.1 Das neoklassische Arbeitsmarktmodell

2.2 Monopson und thin labour markets

3. Der Differenz-von-Differenzen Ansatz

4. Empirische Studien

4.1 Vereinigte Staaten

4.2 Großbritannien

4.3 Deutschland

5. Die Bedeutung struktureller Unterschiede auf die Wirkung von Mindestlöhnen

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Seminararbeit untersucht die ökonomischen Wirkungen der Einführung von Mindestlöhnen, insbesondere deren Einfluss auf Beschäftigung und Lohnhöhe. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die empirische Evidenz und die Bedeutung struktureller Arbeitsmarktunterschiede für die Wirksamkeit staatlicher Lohnuntergrenzen.

  • Vergleich neoklassischer und monopsonistischer theoretischer Modelle
  • Methodische Anwendung des "Differenz-von-Differenzen"-Ansatzes
  • Analyse empirischer Befunde aus den USA, Großbritannien und Deutschland
  • Diskussion über die Relevanz der Mindestlohnhöhe
  • Bewertung struktureller Rahmenbedingungen für die Wirksamkeit von Mindestlohnpolitiken

Auszug aus dem Buch

4.1 Vereinigte Staaten

In den USA, in denen es seit 1938 einen Mindestlohn gibt, führte die Anhebung der staatlichen Lohnuntergrenzen zu Beginn der 1990er Jahre in einigen Staaten zu einer neuen Diskussion über die Wirkung von Mindestlöhnen. Die am meisten beachtete Studie aus dieser Zeit dürfte die Untersuchung von David Card und Alan Krueger zur Wirkung von Mindestlöhnen in der Fast-Food Branche sein. Ihre Veröffentlichung in der „American Economic Review“ löste eine lange Debatte mit mehreren Folge- und Antwortartikeln aus. Insbesondere auf die Stellungnahmen von Neumark und Wascher soll an dieser Stelle noch eingegangen werden. Ziel der Studie von Card und Krueger war es, die Auswirkungen einer Mindestlohnerhöhung von 4,25 $ auf 5,05 $ im Staat New Jersey zu untersuchen.

Konkreter Untersuchungsgegenstand waren Fast-Food-Restaurants verschiedener Ketten. Card und Krueger wählten diese Branche aus, weil in ihr besonders viele Arbeitnehmer von der Mindestlohnerhöhung betroffen waren. In einer ersten Befragung vor der Erhöhung wurde festgestellt, dass 50% der nicht mit Management-Aufgaben betrauten Angestellten weniger als 5,05 $ pro Stunde erhielten und somit ihr Gehalt durch einen exogen Eingriff angehoben werden würde. Die meisten von ihnen waren Teenager.

Für ihre Untersuchung wählten Card und Krueger einen einfachen Differenz-von-Differenzen Ansatz. Als Treatment Gruppe betrachteten sie 364 Fast-Food-Filialen verschiedener Ketten im Staat New Jersey. Als Kontrollgruppe zogen sie 109 Restaurants im Nachbarstaat Pennsylvania heran, in dem der Mindestlohn nicht erhöht wurde und konstant bei 4,25 $ blieb. Die ausgewählten Restaurants in beiden Staaten lagen vorwiegend in Counties nahe der langen gemeinsamen Staatsgrenze, um möglichst viele Gemeinsamkeiten zwischen Treatment Gruppe und Kontroll-Gruppe zu gewährleisten. Die Restaurants beider Gruppen wurden zweimal in einem umfangreichen Telefoninterview befragt. Unter anderem wurde nach folgenden Daten gefragt: Anzahl der Vollzeitbeschäftigten (FTE) und deren Anteil an der Belegschaft, sowie die Menüpreise.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die aktuelle Mindestlohndebatte in Deutschland und Vorstellung der methodischen sowie inhaltlichen Schwerpunkte der Arbeit.

2. Die theoretischen Ausgangsmodelle: Gegenüberstellung des neoklassischen Modells und des Monopson-Ansatzes zur Erklärung von Beschäftigungswirkungen durch Mindestlöhne.

3. Der Differenz-von-Differenzen Ansatz: Erläuterung der ökonometrischen Methode zur isolierten Bestimmung von Treatment-Effekten in Paneldaten.

4. Empirische Studien: Detaillierte Analyse und Diskussion von Mindestlohnstudien in den USA, Großbritannien und Deutschland unter Berücksichtigung methodischer Kritik.

5. Die Bedeutung struktureller Unterschiede auf die Wirkung von Mindestlöhnen: Untersuchung der Faktoren, warum Ergebnisse zwischen Ländern aufgrund unterschiedlicher institutioneller Rahmenbedingungen nicht direkt übertragbar sind.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass die Wirkung eines Mindestlohns stark von dessen Höhe und den lokalen Arbeitsmarktbedingungen abhängt, und Plädoyer für existenzsichernde Einkommenslösungen.

Schlüsselwörter

Mindestlohn, Beschäftigungseffekt, neoklassisches Arbeitsmarktmodell, Monopson, Differenz-von-Differenzen Ansatz, Lohnuntergrenze, Arbeitsmarkt, empirische Studien, Fast-Food Branche, Niedriglohnsektor, Lohnhöhe, Arbeitslosigkeit, strukturelle Unterschiede, Tarifautonomie, Existenzsicherung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die ökonomischen Wirkungen der Einführung von Mindestlöhnen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Beschäftigungsentwicklung in verschiedenen nationalen Kontexten liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die theoretische Herleitung in der Ökonomie, die methodische Vorgehensweise bei empirischen Untersuchungen sowie die Auswirkungen spezifischer Mindestlohnregulierungen in den USA, Großbritannien und Deutschland.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, zu klären, ob ein Mindestlohn zwangsläufig zu Arbeitsplatzverlusten führt, wie es das neoklassische Modell nahelegt, oder ob – wie von Monopson-Vertretern argumentiert – neutrale oder gar positive Effekte möglich sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit nutzt den „Differenz-von-Differenzen“-Ansatz (Difference-in-Differences) als methodisches Instrument, um durch den Vergleich von Treatment- und Kontrollgruppen kausale Schlüsse aus empirischen Daten zu ziehen.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Erläuterung der Regressionsmethodik und eine detaillierte Auswertung internationaler empirischer Studien inklusive einer kritischen Würdigung der Datenqualität und der verschiedenen Autoren-Standpunkte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Mindestlohn, Beschäftigungseffekt, Monopson, Arbeitsmarktflexibilität und Lohnhöhe.

Wie bewertet der Autor die Übertragbarkeit der US-amerikanischen Fast-Food-Studien auf Deutschland?

Der Autor betont, dass aufgrund der großen institutionellen und strukturellen Unterschiede zwischen den Arbeitsmärkten eine direkte Übertragung der Ergebnisse auf die deutsche Situation kritisch zu betrachten ist.

Welche Rolle spielt die Höhe des Mindestlohns laut Fazit?

Das Fazit kommt zu dem Schluss, dass nicht die pure Existenz eines Mindestlohns entscheidend ist, sondern vor allem dessen Höhe; ein sehr niedriger Mindestlohn wirkt oft folgenlos, während zu hohe Schwellen negative Effekte induzieren können.

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Details

Title
Wirkungen eines Mindestlohns
College
University of Hannover  (Institut für Öffentliche Finanzen)
Course
Empirische Finanzwissenschaft
Grade
1,7
Author
Jan Laude (Author)
Publication Year
2008
Pages
25
Catalog Number
V199366
ISBN (eBook)
9783656256571
ISBN (Book)
9783656259282
Language
German
Tags
Mindestlohn David Card und Alan Krueger Differenz-von-Differenzen Ansatz Arbeitsmarkt thin labour markets
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Laude (Author), 2008, Wirkungen eines Mindestlohns, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199366
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