Gliederung
Seite
1. Einleitung 1
2. Herkömmliche Vorgehensweise in der Pflege am Beispiel der
Dokumentation und deren Probleme 1
3. EDV in der Pflege
3.1. Mögliche Einsatzgebiete 2
3.2. Warum ist die Nutzung der EDV in der Pflege angezeigt 2
3.3. Was ist bei der Einführung zu beachten 3
3.3.1. Nötige Vorarbeit
3.3.2. Mögliche Fehlerquellen Hemmschwellen
4. Die Nutzung der EDV in der Pflege
4.1. Vor- und Nachteile 4
4.2. Datensicherheit 5
4.2.1. Elektronische Signatur
4.3. Haltung der Mitarbeiter gegenüber der EDV 6
4.3.1. Auswertung des Fragebogens
4.3.2. Resultat der Befragung
4.4. Individuelle Möglichkeiten bei der Nutzung der EDV 9
4.4.1. Dienstplanprogramm
4.4.2. Programm für die monatliche Inkontinenzmittelbestellung
5. Zukunftsvision am Beispiel Medikamentenbestellung 9
6. Zusammenfassung und Schlussfolgerung 11
7. Anhang 12
8. Quellenangaben 13
9. Erklärung 14
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1. Einleitung
Die EDV 1 und damit auch das Internet und die neuen Medien sind aus unserem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken.
Hat man in der Vergangenheit nur Papier und Telefon als Mittel der Informationssammlung und des –austausches besessen, so steht jetzt in fast jedem Dienstzimmer ein PC, evtl. sogar mit Internetzugang. Vernetzungen mit anderen Abteilungen sind möglich.
In Deutschland führten in der Vergangenheit häufig gesetzliche Änderungen zu einer verstärkten Einführung und Nutzung der EDV in der Pflege. Jetzt scheint mit der bevorstehenden Einführung der DRG´s 2 ein erneuter Schub bevorzustehen. Durch die DRG´s verstärkt sich der Aufwand in den Bereichen Prozessmanagement und Qualitätssicherung. Dies bedeutet einen erhöhten Bedarf an EDV-gestützter Kommunikation der Pflegeeinrichtungen im Gesundheitswesen untereinander. Insgesamt werden pflegerische Daten für medizinisches Controlling, für das Personal-, Prozeß- und Qualitätsmanagement und für die Abrechnung benötigt.
Die Frage ist nur, wo ist es sinnvoll, die EDV in der Pflege einzusetzen und welcher Nutzen resultiert daraus.
Ich möchte im folgenden versuchen, den Einsatz der EDV in der Pflege näher zu beleuchten, Vor- und Nachteile bezüglich des Nutzens aufzuzeigen und etwas in die Zukunft zu blicken.
Am Ende werde ich meinen eigenen Standpunkt zu dem Thema „Nutzen der EDV in der Pflege“ äußern.
2. Herkömmliche Vorgehensweise in der Pflege am Beispiel der Dokumentation
und deren Probleme
Die herkömmliche, ehemals gut bewährte Methode bei der Dokumentation sieht so aus, dass man für jeden Prozeß/ jeden Schwerpunkt ein extra Formular benötigt, auf dem immer wiederkehrende, gleichbleibende Patientenangaben wie Namen, Geburtstag, ... immer neu eingetragen werden müssen – ein deutlicher Beweis für Mehrarbeit.
Ein weiteres Problem ist eine unvollständige Dokumentation. Häufig wird diese unvollständig geführt in Bezug auf Informationssammlung, Probleme und Ressourcen, getroffene Maßnahmen. Besonders problematisch ist die Unvollständigkeit in Bezug auf Datierung und Unterschrift.
Es ist oftmals eine sachlich falsche Verwendung der Dokumentationssysteme zu erkennen, d.h. am Beispiel der Pflegeplanung werden Maßnahmen in die Problemspalte eingetragen oder Ziele falsch oder gar nicht benannt. 1 EDV = elektronische Datenverarbeitung 2 DRG = Diagnostic related Groups Vergütungssystem nach Fallpauschalen (aus Australien)
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Durch mangelnde Kenntnis kommt es auch zu einer sachlichen Ungenauigkeit und zu unklaren Formulierungen.
Vielfach findet die Dokumentation nicht zeitnah bzw. nicht kontinuierlich statt. Dies birgt ein großes Risiko auch für den Klienten in sich.
Und schließlich kommt es zu einer mangelnden Verfügbarkeit der Dokumentationsunterlagen, da oftmals mehrere am Pflegeprozeß beteiligte Personen Zugriff auf die Klientendaten wollen.
3. EDV in der Pflege
3.1. Mögliche Einsatzgebiete
Der Einsatz von EDV-Systemen ist vielfältig, nahezu unbegrenzt. Doch entsteht die Frage. Wo ist der Einsatz sinnvoll, wo nicht?“.
Im folgenden habe ich nur auszugsweise die Haupteinsatzgebiete im Pflegebereich aufgeführt: in der Pflege zur Dokumentation, Erhebung von Statistiken,
Abrechnung, Dienstplanerstellung, ...
in der Verwaltung zur Abrechnung jeglicher Art, zur Statistik, ... Arzt zur Erhebung der Diagnosen, zur Verlaufsbeobachtung, ... in den Funktionsabteilungen 3 zur Diagnostik und Therapie zum Informationsaustausch und zur Kommunikation mit anderen Bereichen im Gesundheitssystem (z.B. via Videokonferenz) im Wirtschaftsbereich zur Archivierung
3.2. Warum ist die Nutzung der EDV in der Pflege angezeigt?
Mehr als 2/3 der Tätigkeiten eines Mitarbeiters in der Pflege sind Informationsaufnahme und –verarbeitung sowie deren Weitergabe.
In der Vergangenheit erfolgte eine Standardisierung im Bereich Formulare und Dokumentationssysteme, d.h. eine Formularisierung des Arbeitsalltages (auch bei der Dienstplangestaltung).
Das alles führt dazu, dass Unmengen an Daten anfallen, die die EDV in der Pflege als gerechtfertig erscheinen lassen. Deshalb besteht die Hoffnung, dass durch den EDV-Einsatz die Pflegekraft entlastet wird und somit mehr Zeit für die Arbeit am Klienten hat.
3 Funktionsabteilung = Röntgen, EKG, Labor,...
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In der EDV steckt ein hohes Potenzial, welches bei richtigem Einsatz zu einer Verbesserung der Pflegequalität führen kann. Dafür ist jedoch ein erhebliches Umdenken und das Loslassen von den „alten Zöpfen“ erforderlich.
3.3. Was ist bei der EDV-Einführung zu beachten
An allererster Stelle steht die Frage: „ Was soll mit der Einführung der EDV verbessert und vereinfacht werden?“
3.3.1. Vorarbeit
Eine gute Vorarbeit, richtiges Projektmanagement und die Einbeziehung aller an der Einführung Beteiligten bilden die Grundlage für einen gelungenen Einsatz der EDV.
Folgende Checkliste empfiehlt sich:
Welche EDV-Systeme und –programme gibt es?
Es muss gewährleistet sein, dass sich das System der Einrichtung anpasst Wieviele PC-Arbeitsplätze werden pro Station/ Wohnbereich benötigt? ! Je umfangreicher die EDV-Nutzung betrieben werden soll, desto mehr Plätze werden benötigt (üblich 2-3 Rechner pro Station) ! Wird die Patientenakte auch außerhalb des Dienstzimmers benötigt? Überlegen, ob sich der Einsatz von mobilen PDA´s
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oder Laptops erforderlich macht
3.3.2. Mögliche Fehlerquellen/ Hemmschwellen
Nicht oder zu spät erkannte Fehlerquellen oder nicht beachtete Hemmschellen innerhalb des Personals können den Nutzen, den die EDV in der Pflege bringen soll, schnell ins „Negative“ umschlagen lassen.
So kann der Einsatz zu weniger PC´s auf Station einen deutlich erhöhten Zeitaufwand bei der Dokumentation bedeuten. Steht nur ein Rechner zur Verfügung, kann immer nur eine Pflegekraft Eingaben tätigen, wobei bei der herkömmlichen „Papierakte“ immer mehrere Personen gleichzeitig dokumentieren konnten.
Ein falsch ausgewähltes Dokumentationsprogramm, was nicht mit dem Leitbild und Pflegekonzept der Einrichtung harmoniert, bedeutet eine erhebliche Fehlinvestition und führt zu drastischen Qualitätseinbußen bei der Pflegedokumentation.
Schlecht und unzureichend geschultes Personal oder eine geringe Computererfahrung haben zur Folge, dass es zu einer Erhöhung des Zeitaufwandes kommt bzw. dass Mitarbeiter resignieren, die Motivation sinkt. Es kommt zu einem unklaren Nutzen bei einem hohen Einführungsaufwand.
4 PDA = mobiler Taschencomputer
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Durch integrierte Textbausteine und Formulierungshilfen im Programm, welches die elektronische Dokumentation erleichtern soll, und damit Zeit einspart, kann unter Umständen zu einem Widerspruch zwischen intuitivem beruflichem Wissen und der standardisierten formalisierten EDV-Inhalte führen.
Deshalb gilt, Ängste können nur durch ein gutes Projektmanagement und durch Einbezug aller Mitarbeiter bei der Einführung der EDV abgebaut bzw. vermieden werden. Als Nebeneffekt – die Motivation im Team steigt.
4. Der Nutzen der EDV in der Pflege
4.1. Vor- und Nachteile der EDV
Durch Nachfrage- und Aufforderungsmechanismen der Software kommt es zu einer vollständigeren Dokumentation und zu deren richtigen Verwendung. Einträge werden automatisch dem jeweiligen Verfasser zugeordnet.
Durch integrierte Vorgaben im System (Textbausteine, Formulierungshilfen) macht sich eine eigene Formulierungsfindung nicht mehr zwingend nötig. Damit werden Formulierungsschwierigkeiten erheblich verringert.
Auch die Verwendung von „Clinical Pathways“ 5 bietet sich an. Somit hat man bessere Möglichkeiten, pflegerische Leistungen, auch in Bezug auf die Einführung der DRG´s, in die Kostenkalkulation einfließen zu lassen.
Die Erinnerungsfunktion der Software hat zur Folge, dass die Dokumentation zeitnah und regelmäßig erfolgt bzw. erfolgen muss. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass genügend PC´s zur Verfügung stehen. Sonst besteht die Gefahr der zeitversetzten Dokumentation in der Pflege.
Werden Patientendaten am „Point of Care“ 6 benötigt, ist dies durch den Einsatz von PDA´s und Laptops kein Problem. Die elektronische Patientenakte am Patientenbett schafft mehr Flexibilität und mehr Zeit für den Patienten. Außerdem haben mehrere Benutzer gleichzeitig Zugriff auf patientenrelevante Daten. Das Resultat – weniger Zeitaufwand für lästige Verwaltungsarbeit.
Dies alles führt zu einer Zeitersparnis bei der Pflegedokumentation. Jedoch nicht, wenn die EDV zum Anlaß genommen wird, die Vollständigkeit der Dokumentation zu erhöhen. Außerdem muss mehrmals täglich dokumentiert werden, bei der herkömmlichen Patientenakte ist dies nur einmal nötig.
Ist das Programm benutzerfreundlich gestaltet, kann der Mehraufwand reduziert werden, z.B. verringert sich der Schreibaufwand bei der Erstellung einer Pflegeplanung durch Benutzung von vorgefertigten Textbausteinen.
Weiterhin kann es zu einer Kostenentlastung im Gesundheitswesen kommen, nutzt man vermehrt „E-Health“ und „E-Commerce“ sowie das Internet. 5 Clinical Pathways = Leitlinien zur standard. Beschreibung multidiszipl. Behandlungen für bestimmte Patiententypen 6 Point of Care = Ort des Geschehens Patientenbett
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E-Health: großes Potenzial für den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien in der Gesundheitsversorgung (z.B. Telematik, diagn. Fernüberwachung, elektron. Patientenakte“
So ist es heute schon möglich, je nach technischer Voraussetzung und Verfügbarkeit, dass ein Spezialist in Amerika z.B. einen Patienten im Herzzentrum in Leipzig am Herzen operiert, dank Telemedizin. Hohe Kosten für den Transfer des Arztes oder etwa des Patienten entfallen.
E-Commerce: d.h. Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik im Handel mit Produkten und Dienstleistungen, führt zu Prozeßoptimierung und Einsparung
Voraussetzung für diese Entwicklung ist die Beteiligung aller Partner im Gesundheitswesen, eine zunehmende Standardisierung und funktionierende Schnittstellen.
Bei der Archivierung kommt es – trotz riesiger Datenmengen – durch geeignete Medien wie CD´s, DVD´s, ... zu einer erheblichen Reduzierung des Platzbedarfs. D.h. Große Archive bzw. teure Anmietung von zusätzlichen Archiven gehören der Vergangenheit an. Weiterhin hat man schnelleren Zugriff bei der Suche nach archivierten Daten, und die Daten sind resistenter und sicherer gegenüber unerlaubtem Zugriff.
4.2. Datensicherheit
Pflegepersonal sowie alle an der Pflege beteiligten Personen (Ärzte, ...) sind lt. Gesetz zur Dokumentation verpflichtet und somit auch für die Sicherheit der Daten verantwortlich. D.h. tägliche Datensicherung, Langzeitarchivierung und Festlegung von Zugriffsrechten. Dabei ist zu beachten, dass Mitarbeiter nur auf die Daten zugreifen können, für die sie zuständig sind, z.B. durch Passwörter. Man sollte auch Fachkräfte von Hilfskräften unterscheiden.
4.2.1. elektronische Signatur
Mit der Methode der elektronischen Signatur kann der Bedarf einer rechtsverbindlichen digitalen Unterschrift gedeckt werden (siehe Gesetze: SigG u. SigV 2001).
Die elektronische Signatur ist eine Art von Siegel zu digitalen Daten und funktioniert folgendermaßen:
- zu allererst stellt man bei der entspr. Behörde für die Vergabe von Signaturen einen Antrag und lässt sich registrieren
- mit Hilfe eines mathematischen Verfahrens wird ein „privater Schlüssel“ erzeugt, dieser kann z.B. in Form einer Chipkarte benutzt werden
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- mit dem dazugehörigen „öffentlichen Schlüssel“ kann die Signatur überprüft und der Signaturinhalt und die Unverfälschlichkeit der Daten festgestellt werden
jeweils das einmalige „Schlüsselpaar“ wird durch staatl. Anerkannte Stelle
natürlichen Personen zugeordnet
4.3. Haltung der Mitarbeiter gegenüber der EDV
Um zu ermitteln, wie Mitarbeiter gegenüber dem „Wunder Computer“ eingestellt sind, welche Erwartungen sie haben, wo aber auch Schwachstellen sind, habe ich im Krankenhaus Kirchberg unter den Mitarbeitern der Pflege willkürlich 20 eigens für die Hausarbeit entworfene Fragebögen verteilt (siehe Anhang).
4.3.1. Auswertung
Von den 20 ausgeteilten Fragebögen wurden 13 ausgefüllt und abgegeben.
Davon sind 2 männliche und 11 weibliche Teilnehmer, das Durchschnittsalter beträgt
40 Jahre. Die Probanten stammen ausschließlich aus der (Intensiv-)Pflege. In ihrem
Beruf sind sie seit folgender Zeit beschäftigt: 1970 – 1980 5 Teilnehmer
1991 – 2002 3 Teilnehmer.
Das zeigt, dass die teilnehmende Schicht fast gleichmäßig die Zeit von 1970 – 2002 abdeckt.
Nun komme ich zum speziellen Teil:
Nutzen Sie privat einen PC?
9 x JA 4 x NEIN
Arbeiten sie in Ihrem Einsatzgebiet mit dem PC? 11 x JA
Haben sie eine EDV-Schulung besucht? 2 x für WORD
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Quote paper:
Roberto Hesse, 2003, Darstellung des Nutzens der EDV in der Pflege, Munich, GRIN Publishing GmbH
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DOI
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