Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Sport - Sport Psychology

Ermittlung und Bewertung schulsportlicher Leistungen

Title: Ermittlung und Bewertung schulsportlicher Leistungen

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dirk Wanitschek (Author)

Sport - Sport Psychology
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Der Begriff kann nicht eindeutig gefasst werden, da die Kategorien, nach denen die
Zugehörigkeit zu ihm definiert wird, unterschiedlich sind. Seine Bedeutung ist abhängig von
den Einstellungen und Wertungen, die Menschen gegenüber ihm entwickeln. Seine aktuellen
Bedeutungen sind vor dem Hintergrund seiner historischen Ausweitung und Verwendung in
sozialen, wirtscha ftlichen und kulturellen Gesellschaftsbereichen zu verstehen. Sozialer
Aufstieg, Prestige und die Chancen zum individuellen Erwerb von Qualifikationen waren in
der ständischen Gesellschaft an die Herkunft gebunden. Indem im 19. und 20. Jahrhundert das
Bürgertum und die Arbeiterschaft diese Privilegien auf sich ausdehnten, wurde die Leistung
zum gesellschaftlichen Selektionskriterium, ohne damit in allen Teilen der Gesellschaft
gleichermaßen eine Ausweitung zu erfahren. In einigen Bereichen erscheint das
Leistungsprinzip daher als Begründungskriterium zur Legitimation unverdienter,
statuszuschreibender und historisch älterer Kriterien zur Ausschaltung gleichberechtigter
Chancenzuweisungen. 1 Mit dem Prozess der tendenziellen Erschließung wirtschaftlicher,
kultureller und sozialer Bereiche hängt das selektive Moment der Leistung zusammen.
Aufgrund des begrenzten gesellschaftlichen Bedarfs an „Führungskräften“ diente das
Leistungsprinzip lange als wenig hinterfragtes Selektionskriterium. Das Ausleseverfahren
erfuhr eine Ausweitung auf die planmäßige Schule, welches in der Folge
identifikationsstiftenden Funktion für Pädagogisierungstendenzen in der Schule besaß und
wesentlichen Inhaltsstoff für gesamtgesellschaftliche Diskussionen bot. Deren Ergebnisse
weisen auf die Notwendigkeit zur Hinterfragung des Leistungsprinzips in seiner schulischselektiven
Funktion hin, da es scheinbar die Ungleichheit anstelle der Chancengleichheit
fördert. Schichtenspezifische Sozialisations- und Erziehungsbedingungen stellen
beispielsweise größere Unterschiede in der Voraussetzungen zum Erreichen historisch
erschlossener Handlungsspielräume dar, als lange Zeit angenommen. [...]

1 Kleber, Eduard W.: Diagnostik in pädagogischen Handlungsfeldern, Weinheim und München 1992, S. 85

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der multivalente Begriff Leistung

2. Die Anforderungen an die schulische Leistungsbeurteilung

3. Die Arten der schulischen Leistungsbeurteilung

4. Die Arten der Leistungsermittlung im Sportunterricht

5. Die schulsportlichen Leistungserfassung und Bewertung in der sportwissenschaftlichen Diskussion

6. Probleme der Leistungsermittlung im Sportunterricht

7. Zusammenfassung

8. Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und praktischen Herausforderungen der Leistungsermittlung und -bewertung im schulischen Sportunterricht unter Berücksichtigung pädagogischer, psychologischer und sportwissenschaftlicher Aspekte.

  • Multivalenz und historische Entwicklung des Leistungsbegriffs
  • Gütekriterien der schulischen Leistungsbeurteilung (Objektivität, Validität, Reliabilität)
  • Unterschiedliche Verfahren und Bezugsnormen in der Leistungsermittlung
  • Fachspezifische Problematiken der Sportnote und Einflussfaktoren wie Sozialverhalten und Konstitution
  • Kritische Analyse subjektiver Fehlerquellen bei der Bewertung sportlicher Leistungen

Auszug aus dem Buch

3. Die Arten der schulischen Leistungsbeurteilung

Die vielfältigen Aufgaben der Schulleistungsdiagnostik erfordern verschiedene, objektive Verfahren. Sie können grundsätzlich in formelle, normorientierte Schulleistungstests; formelle, lehrzielorientierte Schulleistungstests; informelle normorientierte Tests und informelle lehrzielorientierte Tests unterschieden werden. Die informellen Tests unterscheiden sich gegenüber andern Verfahren darin, dass sie von den Lehrern entwickelt werden können. Sie sind nach Ingenkamp (1989) unter wenig aufwendig konstruiert, können unter den praktischen Bedingungen durchgeführt werden und erlauben eine Annäherung an die Hauptgütekriterien, die aufgrund von Standardisierungen der Prüfungssituationen, der Aufgabenstellungen sowie der Erstauswertung erreicht werden. Sie können sowohl lehrziel als auch normorientiert sein und sind meist auf die Testergebnisse einer Klasse oder Klassenstufe geeicht und überprüfen die operationalisierten Lehrziele einer Unterrichtseinheit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der multivalente Begriff Leistung: Beleuchtet die historische und gesellschaftliche Komplexität des Leistungsbegriffs sowie seine Rolle als Selektionskriterium in Bildungseinrichtungen.

2. Die Anforderungen an die schulische Leistungsbeurteilung: Erläutert die notwendigen Gütekriterien wie Objektivität, Validität und Reliabilität für eine fundierte pädagogische Beurteilung.

3. Die Arten der schulischen Leistungsbeurteilung: Differenziert zwischen verschiedenen Testverfahren, wie formellen und informellen sowie norm- und lehrzielorientierten Modellen.

4. Die Arten der Leistungsermittlung im Sportunterricht: Analysiert spezifische Methoden der sportlichen Leistungserhebung, wie Messen und subjektives Werten, und deren Problematik.

5. Die schulsportlichen Leistungserfassung und Bewertung in der sportwissenschaftlichen Diskussion: Diskutiert die Sonderrolle der Sportnote und den Einfluss von Konstitution, Geschlecht und Mitarbeit.

6. Probleme der Leistungsermittlung im Sportunterricht: Erörtert methodische Schwierigkeiten bei der objektiven Leistungsbewertung, insbesondere in Individual- und Spielsportarten.

7. Zusammenfassung: Fasst die wesentlichen Erkenntnisse zur Problematik der Leistungsbewertung im Fach Sport zusammen und deutet Lösungsansätze an.

8. Literatur: Listet die verwendeten Quellen und wissenschaftliche Fachliteratur auf.

Schlüsselwörter

Leistungsbeurteilung, Sportunterricht, Schulleistungsdiagnostik, Leistungsfeststellung, Sportnote, Objektivität, Reliabilität, Validität, Normorientierung, Lehrzielorientierung, Pädagogisierung, Sportwissenschaft, Kausalattribution, individuelle Voraussetzungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Fundierung und der praktischen Anwendung von Verfahren zur Ermittlung und Bewertung sportlicher Leistungen in der Schule.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Definition des Leistungsbegriffs, die wissenschaftlichen Gütekriterien der Diagnostik, die Spezifika des Sportunterrichts sowie die Problematik subjektiver Bewertungseinflüsse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Komplexität der Leistungsbewertung im Sport aufzuzeigen und kritisch zu hinterfragen, inwieweit aktuelle Bewertungsmodelle den pädagogischen Anforderungen gerecht werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse pädagogischer und sportwissenschaftlicher Fachdiskurse, ergänzt durch Beispiele aus der Unterrichtspraxis.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert verschiedene Testarten, Gütekriterien, spezifische Probleme der sportlichen Leistungsermittlung sowie die historische Entwicklung der sogenannten "Dreikomponentenmethode" in der Sportbewertung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Leistungsbeurteilung, Sportpädagogik, Gütekriterien, Sportnote und Leistungsdiagnostik definieren.

Warum ist die Bewertung im Sportunterricht besonders umstritten?

Aufgrund der Komplexität sportlicher Leistungen, die neben motorischen Fähigkeiten auch konstitutionelle Faktoren und Verhaltensweisen umfassen, ist eine rein objektive Messung oft nicht möglich.

Welche Bedeutung hat die "Dreikomponentenmethode"?

Sie dient seit 1952 in vielen Bundesländern als Grundlage der Sportnote und gewichtet Leistung, individuelle Voraussetzungen (wie Alter oder Körperbau) sowie den Leistungswillen, was die Notengebung jedoch oft undurchsichtig macht.

Excerpt out of 17 pages  - scroll top

Details

Title
Ermittlung und Bewertung schulsportlicher Leistungen
College
Humboldt-University of Berlin  (Philosoph. Fakultät)
Course
Theorie und Praxis der schulischen Leistungsmessung
Grade
2,0
Author
Dirk Wanitschek (Author)
Publication Year
2002
Pages
17
Catalog Number
V20068
ISBN (eBook)
9783638240611
Language
German
Tags
Ermittlung Bewertung Leistungen Theorie Praxis Leistungsmessung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dirk Wanitschek (Author), 2002, Ermittlung und Bewertung schulsportlicher Leistungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20068
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  17  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint