Im Krankenhaus fallen während einer Behandlung durch eine möglichst
vollständige, korrekte und zeitnahe medizinische Dokumentation sehr
umfangreiche Daten an. Im Sinne der Basisdokumentation werden dabei die
sogenannten Patientenstamm- (Geburtsdatum, Alter, Geschlecht etc.) und
Bewegungsdaten (Haupt- und Nebendiagnosen, Prozeduren etc.) für jeden
Patienten aufgezeichnet. Neben diesen Daten werden pro Patient die sogenannten
Leistungsdaten (PräOP-Zeiten, PPR-Minuten, Anästhesie-Zeiten, DKGNTLeistungspunkte
etc.) aufgezeichnet.
Eine retrospektive Analyse dieser empirischen Daten ermöglicht dem klinischen
Personal, dem Controlling und Management zu erkennen, was während einer
Behandlung für Leistungen des Krankenhauses oder genauer der einzelnen
Fachabteilungen erbracht wurden. Durch einen Vergleich krankenhauseigener
DRG-Daten mit deutschlandweit kalkulierter Daten kann die Patientenstruktur und
in einem gewissen Maße auch die Strukturqualität des eigenen Krankenhauses
beurteilt werden.
In dieser Diplomarbeit wird beschrieben, wie die im Krankenhausinformationssystem
aufgezeichneten Daten dazu benutzt werden können,
Behandlungsabläufe transparent zu machen. Es wird erörtert auf welche Art und
Weise Daten präsentiert werden können und welcher Nutzen für den Anwender
entsteht.
Außerdem wird der Aufbau, die technische Realisierung und der Nutzen des
entstandenen Systems VIKAP (Generische Visualisierung von kalkulierten
Patientenfalldaten) dargestellt.
Die Arbeit endet mit einer Diskussion der erhaltenen Ergebnisse und einem
Ausblick auf zukünftige Schritte auf welche Art und Weise VIKAP weiterentwickelt
werden könnte.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Thema und Motivation
1.2 Probleme
1.3 Ziele
1.4 Umgebung
1.5 Aufbau der Diplomarbeit
2 Grundlagen
2.1 Einführung
2.2 Grundlegende Ausdrücke
2.3 Medizinische Dokumentation
2.3.1 Ziele
2.3.1.1 Medizinisch-Klinische Ziele
2.3.1.2 Administrative Ziele
2.3.2 DRGs: Diagnosis Related Groups
2.3.3 Fallkostenkalkulation
2.3.4 Klinische Behandlungspfade
2.4 Statistische Grundlagen
2.5 Visualisierung
3 VIKAP
3.1 Einführung
3.2 Datengrundlage
3.3 Programmlogik
3.3.1 Einführung
3.3.2 Technologien
3.3.2.1 FLASH
3.3.2.2 ASP
3.3.2.3 ASP-Turbine
3.3.2.4 SQL
3.3.3 Zusammenspiel der Technologien
3.3.4 Grundlegende Realisierung
3.4 GUI (Graphic User Interface)
3.4.1 Einführung
3.4.2 Elemente
3.4.2.1 Obere Informationsleiste
3.4.2.2 Mittlere Informationsbox
3.4.2.3 Navigationsleiste
3.5 Möglichkeiten durch VIKAP
4 Implementierung
4.1 Einführung
4.2 Aufrufstruktur zwischen Skripten und Templates
4.3 Technische Realisierung
4.4 Dynamische Generierung
5 Diskussion und Zusammenfassung
5.1 Antworten auf die Fragen
5.2 Diskussion
5.3 Ausblick
6 Anhang
6.1 Anhang A – Tabellenauszüge
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines Systems namens VIKAP zur visuellen Aufbereitung und Analyse von DRG-orientierten Patientenfalldaten, um dem medizinischen Personal Transparenz über Behandlungsabläufe und Ressourcenverbrauch zu verschaffen. Die Forschungsarbeit fokussiert sich dabei auf den retrospektiven Vergleich von klinischen Daten des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein mit deutschlandweiten Kalkulationsdaten des InEK-Instituts.
- Visualisierung von Behandlungsprozessen anhand von Zeitstrahlen
- Vergleich krankenhausinterner Daten mit InEK-Kalkulationsdaten
- Technische Realisierung mittels Flash und ASP-Turbine
- Analyse von Leistungsdaten pro Fall und Fallgruppe
- Ergonomische Gestaltung für den klinischen Alltag
Auszug aus dem Buch
1.1 Thema und Motivation
In der vorliegenden Diplomarbeit mit dem Titel „Generische Visualisierung kalkulierter Patientenfalldaten: Grundlage zur Analyse DRG-orientierter Behandlungsprozesse“ [VIKAP] wurde ein System entwickelt, das es ermöglicht, reale DRG-orientierte Prozessdaten eines oder mehrerer Behandlungsfälle zu visualisieren.
Mit der Einführung der DRGs in das deutsche Gesundheitswesen wird sich der Kostendruck auf einzelne Krankenhäuser zunehmend vergrößern. Durch diesen Kostendruck werden Krankenhäuser in immer größeren Wettbewerb zueinander stehen und nicht mehr umhin kommen, durch eine notwendige Optimierung von Behandlungsabläufen Kosten einzusparen [roeder1]. Fehlende Werkzeuge zur Analyse von Behandlungsschritten, eine nicht mehr ausreichende Dokumentation und eine damit zusammenhängende überstrapazierte Bürokratie können das einzelne Krankenhaus existentiell gefährden.
Durch die Einführung der DRGs besteht nun erstmalig überhaupt die Möglichkeit, die Behandlung gewisser „Cluster“ von Patienten zu untersuchen. Wie im Kapitel über DRGs deutlich wird, bilden DRGs relativ homogene Gruppen von Patienten. Vor der Einführung der DRGs konnte man Patientengruppen nicht genügend eingrenzen, um überhaupt zu analysieren, wie diese Patientengruppe behandelt wird oder wurde. Nun steht ein Mittel bereit, auf bestimmte Patienten, auch noch nach verschiedenen Schweregraden unterteilt, zuzugreifen, um die Behandlung dieser Gruppe von Patienten zu beurteilen.
Die Analyse der DRG-orientierten Behandlungsprozesse kann in weiteren Schritten die Einführung klinischer Pfade vereinfachen. Durch den visuellen Vergleich empirischer Daten des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (kurz UK S-H) und deutschlandweit kalkulierter Daten des InEK-Instituts sollen Erkenntnisse gewonnen werden, in weit die in Lübeck behandelten Fallgruppen mit der in anderen Versorgungshäusern behandelten Fallgruppen übereinstimmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung erläutert die Motivation durch den DRG-Kostendruck, die Problemstellung, Zielsetzung sowie die Entstehungsumgebung der Arbeit.
2 Grundlagen: Hier werden medizinische Dokumentationsziele, DRG-Konzepte, Fallkostenkalkulation, klinische Behandlungspfade sowie statistische und visualisierungstechnische Basisbegriffe definiert.
3 VIKAP: Dieses Kapitel stellt das entwickelte System vor, beschreibt die Datengrundlage, die technische Programmlogik (Flash, ASP-Turbine, SQL) und das Design der grafischen Benutzeroberfläche.
4 Implementierung: Der Hauptteil beschreibt detailliert die technische Realisierung, den Aufbau zwischen Skripten und Templates sowie die dynamische Generierung der Visualisierungskomponenten.
5 Diskussion und Zusammenfassung: Hier werden die Ergebnisse kritisch reflektiert, die Zielerreichung diskutiert und ein Ausblick auf zukünftige Erweiterungen und Forschungspotenziale gegeben.
6 Anhang: Dieser Teil enthält die ergänzenden Tabellenauszüge der für VIKAP verwendeten Datenbanken.
Schlüsselwörter
VIKAP, DRG, Patientenfalldaten, Visualisierung, Behandlungsprozesse, Fallkostenkalkulation, Klinische Behandlungspfade, Flash, ASP-Turbine, Medizinische Dokumentation, Controlling, Krankenhausinformationssystem, Prozessanalyse, InEK, Patientenstruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines Systems zur Visualisierung von kalkulierten Patientenfalldaten, um DRG-orientierte Behandlungsprozesse im Krankenhaus transparent und analysierbar zu machen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen das DRG-System im deutschen Gesundheitswesen, die medizinische Dokumentation, Methoden der Fallkostenkalkulation sowie Techniken der dynamischen Datenvisualisierung im Web.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist die ergonomische Visualisierung kalkulierter Falldaten, um dem medizinischen Personal einen Vergleich der Patientenstruktur und der erbrachten Leistungen zwischen dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und InEK-Referenzdaten zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine systementwickelnde Arbeit, die auf einer retrospektiven Analyse von Patientendaten basiert, wobei statistische Lagemaße (insbesondere das geometrische Mittel) für die Auswertung eingesetzt wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die technische Konzeption und Implementierung von VIKAP, insbesondere auf das Zusammenspiel von ASP-Skripten, der ASP-Turbine und der Multimedia-Technologie Flash für die dynamische Darstellung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören VIKAP, DRG, Prozessanalyse, Fallkostenkalkulation, Flash, Web-Visualisierung und medizinische Dokumentation.
Welche Rolle spielt die ASP-Turbine bei der Umsetzung?
Die ASP-Turbine dient als Schnittstelle zwischen der Datenbank und der Flash-Benutzeroberfläche, wodurch Inhalte dynamisch und getrennt vom Design geladen und für interaktive Visualisierungen bereitgestellt werden können.
Wie werden Ausreißer in der Datenanalyse berücksichtigt?
Da das arithmetische Mittel anfällig für Ausreißer ist, wird in der Arbeit das geometrische Mittel als robusterer Lageparameter zur Kalkulation und Darstellung der Daten bevorzugt.
- Quote paper
- Frederic Gerdsen (Author), 2003, Generische Visualisierung kalkulierter Patientenfalldaten: Grundlage zur Analyse DRG-orientierter Behandlungsprozesse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20070