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Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung 3
2 Entwicklung der Familiensituation 4
2.1 Kurzer Epochenüberblick 4
2.2 Wertewandel und Geburtenrückgang 5
3 Chancen und Risiken für das Verhalten des Einzelkindes 6
3.1 Risikofaktoren 7
3.2.1 Probleme der Dreierkonstellation 7
3.2.2 Einzelkindtypische Erziehungsfehler 8
3.3 Chancen für das Einzelkind 9
3.3.1 Vergleich mit Geschwisterkindern 9
3.3.2 Besondere Möglichkeiten 10
4 Ausblick 11
Literaturliste 12
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1 Problemstellung
„Stirbt Deutschland aus?“… „Umkehrung der Bevölkerungspyramide“… „Familien werden immer kleiner“… Diese und ähnliche Nachr ichten wandern nun schon seit einigen Jahren durch Medien und Presse.
Familienpolitik ist ein essentieller Bestandteil der täglichen politischen Arbeit geworden, dem es nach wie vor neuer Lösungen und Ideen bedarf.
„Der Anteil der Kinder an der Gesamtbevö lkerung sinkt kontinuierlich: 1970 zählte das Statistische Bundesamt noch 14,1 Mill. Kinder (unter 15 Jahren), 1987 nur noch 8,9 Mill., ein Absinken von 23,2% auf 14,6% (gemessen an der Zahl der Einwohner), […]“ (Winkel, 1991, S.16).
Neueren Angaben zufolge liegt der „Anteil der Einzelkinder bei etwa 31 Prozent, etwa 46 Prozent sind Teil eines Geschwisterpaares, und etwa 23 Prozent leben mit mehreren Geschwistern zusammen.“ (Lenz & Tillmann, 1997, S.12) Lenz und Tillmann weisen allerdings ausdrücklich darauf hin, diese Daten nicht als endgültig zu werten. Es handele sich bei den oben genannten Zahlen lediglich um eine Momentaufnahme, da es nicht ausgeschlossen ist, dass Einzelkinder ebenfalls Geschwister bekommen. Der Trend scheint trotz allem eindeutig in Richtung Einzelkind zu gehen. Das zumindest würde die Vielzahl der Leute vermuten.
Denn waren es um 1900 fast vier Kinder pro Ehe, so hat sich der Anteil der Kinder bis in die 80er Jahre mehr als halbiert - auf etwa 1,3 Kinder pro Ehe. (Lenz & Tillmann, 1997, S.12)
Da es allerdings auch zunehmend mehr kinderlose Ehen gibt, lässt sich die geringe Zahl von 1,3 Kinder einfach und plausibel erklären:
Die Anzahl der kinderlosen Ehen wird ebenfalls in die Statistik über die durchschnittliche Kinderanzahl miteinbezogen. Daraus ergibt sich diese niedrige Zahl, die größtenteils Familien mit Einzelkindern vermuten lässt.
Die Realität zeigt aber, dass der Trend im Allgemeinen zu wenigen Kindern geht, hauptsächlich aber zu Familien mit zwei Kindern.
Die weit verbreitete Annahme der Bevölkerung, einer Einzelkindflut zu unterliegen, ist eng verbunden mit zahlreichen Vorurteilen, d.h. mit ungerechtfertigten Verhaltensweisen, die Einzelkindern nachgesagt werden.
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In dieser Seminararbeit soll vor allem ein objektives Bild ü ber Einzelkinder herausgearbeitet werden, um somit belegbare und sinnvolle Aussagen treffen zu können.
Die folgende Arbeit versucht nun Fragen zu beantworten, die sich aufgrund der Thematik ergeben haben:
Grundlagen der Thematik: Wie kam es zu dem Geburtenrückgang und Wertewandel in der Familie? Hauptgebiet: Welche Chancen und Risiken ergeben sich für das Verhalten von Einzelkindern?
2 Entwicklung der Familiensituation
2.1 Kurzer Epochenüberblick
Während der Phase der agrarischen Bevölkerungsweise bedeuteten Kinder Reich- und Besitztum. Großfamilien mit durchschnittlich 6 Kindern waren normal. Die Kinder halfen als Arbeitskräfte auf dem Hof, waren „Garant für das Bestehen der Familie“, „Stammhalter und Namensträger“ und zudem die Altersversorgung d er Eltern. (Zhao, 1994, S.56) „Kinder-Haben“ hatte vielmehr eine funktionale, denn eine emotionale Bedeutung. Aufgrund der hohen Geburten- und Sterberate (wegen mangelnder medizinischen Versorgung und Hygiene) war die Bevölkerungszahl relativ stabil. Die Industrialisierung bedeutete eine Verbesserung der Lebensumstände. Die Modernisierung und Mechanisierung der Landwirtschaft brachte größere Erträge, zudem kamen zu dieser Zeit Fortschritte in Medizin, Hygiene und Trinkwasserversorgung. Resultat war eine sinkende Kindersterblichkeit, die bei zunächst gleichbleibender Geburtenrate, zu einem deutlichen Wachstum der Bevölkerung führte. (Kappl, 1993, S.26) Gegen Ende der Industrialisierung sank auch die Geburtenrate. Grund waren die teureren Ausbildungen, sowie die Einführung zahlreicher Versicherungen (Krankenversicherung, Unfallversicherung, Altersversicherung…). Die funktionale Bedeutung der Kinder erlosch damit. (Kappl, 1993, S. 27)
Die Erfindung der Antibabypille, die durch die neuen Verhütungsmöglichkeiten einen drastischen Geburtenrückgang hervorrief, den sog. „Pillenknick“ Ende der 60er Jahre, ermöglichte „zum ersten Mal sexuelle Lust als Selbstzweck“. Von nun an „verzichtete man bewusst auf ein Kind, um das Leben zu genießen und auszukosten.“ (Zhao 1994, S.58)
Arbeit zitieren:
Teresa Miedl, 2002, Das Einzelkind - Chancen und Risiken für Verhalten und Entwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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