Die folgende Arbeit stellt die Prozesskostenrechnung im Kontext der Forderung nach nachhaltigem Wirtschaften und des neuen Finanzierungssystems in Deutschland dar. Es wird detaillierter auf die Prozesskostenrechnung eingegangen und das mit ihr in Verbindung stehenden Prozessmanagement. Es wird dabei der jetzige Stand der Forschung wird dargestellt und der Frage nachgegangen, ob eine Übertragbarkeit dieser Kostenrechnungsmethode auf Krankenhäuser besteht. Insbesondere findet eine Betrachtung der Prozesskostenrechung in Zusammenhang mit dem in Deutschland neu eingeführten Finanzierungssystem, welches in Grundzügen ebenfalls aufgezeigt wird, statt. Es wird dargelegt, inwiefern die Prozesskostenrechnung dazu beitragen kann, die Kosten so zu ermitteln, dass sie die zu einer Behandlung notwendigen kostenverursachenden Leistungen beinhaltet.
Eine der Forderungen, welche in Zukunft zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist das nachhaltige Wirtschaften, welches ebenfalls thematisiert wird. Es stellt sich bei dieser Bezeichnung die Frage, was genau sich dahinter verbirgt, welche Forderungen sich daraus ableiten lassen und inwiefern diese dann überhaupt auf Krankenhäuser übertragen werden können. Es wird versucht Antworten zu diesen Fragen zu erlangen.
Die Thematik des nachhaltigen Wirtschaftens wird anschließend mit der Prozesskostenrechnung in Verbindung gebracht bzw. es wird dargestellt, inwiefern diese dazu beitragen kann den Ansprüchen, die sich aus der Forderung nach nachhaltigem Wirtschaften ergeben, nachzukommen und den Grad der Erfüllung dieser darzustellen.
Auch betrachtet wird, inwiefern sich die Prozesskostenrechnung dazu eignet, Kosteneinsparungen durch Umweltschutzmaßnahmen zu erreichen. Ob dies überhaupt möglich ist, und inwiefern die Prozesskostenrechnung zur Berechnung dessen angewendet werden kann, ist ein weiterer Aspekt, der im Folgenden beleuchtet wird.
Als Ergänzung findet dann noch eine Darstellung der Flusskostenrechnung statt, um die Frage zu beantworten, ob diese eher mit nachhaltigem Wirtschaften in Verbindung gebracht werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Lage der Krankenhäuser in Deutschland
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Neue Herausforderungen an die Krankenhäuser
2.1 Nachhaltiges Wirtschaften – auch ein Thema für Krankenhäuser
2.1.1 Begriffsbestimmung
2.1.2 Entwicklung des Nachhaltigkeitskonzepts
2.1.3 Konkretisierung der Nachhaltigkeit auf Basis des Nachhaltigkeitsdreiecks
2.1.4 Anforderungen gemäß den Dimensionen
2.2 Die neue Finanzierungsform der Krankenhäuser
2.2.1 Grundlegende Darstellung des DRG-Systems
2.2.2 Kennzahlen im DRG-System
2.2.3 Die Entstehung der neuen Vergütungsform
2.2.4 Kalkulation der Fallkosten mit der Vollkostenrechnung
2.3 Umweltschutz in Krankenhäusern
2.3.1 Die Kostensituation der Krankenhäuser
2.3.2 Das Handlungsfeld Umweltschutz
3 Das Prozessmanagement als Ausgangspunkt im Krankenhausmanagement
3.1 Grundlagen und begriffliche Abgrenzungen
3.2 Vorgehensweise bei der Anwendung des Prozessmanagements
3.2.1 Die Identifikation von Prozessen
3.2.2 Darstellung der Prozessstruktur
3.2.3 Bewertung der Prozesse hinsichtlich verschiedener Kriterien
3.2.4 Beherrschung und Verbesserung von Prozessen
3.3 Probleme bei der Anwendung im Krankenhaus
3.4 Prozessmanagement als Grundlage der Prozesskostenrechnung
4 Die Orientierung der Kostenrechnung an internen Prozessen
4.1 Entstehung und Einordnung der Prozesskostenrechnung
4.1.1 Die Entwicklungsgeschichte der Prozesskostenrechnung
4.1.2 Einordnung der Prozesskostenrechnung in das Kostenrechnungsgefüge
4.2 Grundlegende Darstellung der Prozesskostenrechnung
4.2.1 Grundgedankten der Prozesskostenrechnung
4.2.2 Charakteristika der Prozesskostenrechnung
4.2.3 Ziele der Prozesskostenrechnung
4.3 Die Anwendung der Prozesskostenrechnung
4.3.1 Anwendungsbereiche im Unternehmen
4.3.2 Anwendungsbereiche der Prozesskostenrechnung im Krankenhaus
4.4 Vorgehensweise bei der Einführung und Umsetzung der Prozesskostenrechnung
4.4.1 Tätigkeitsanalyse und Aufbau einer Prozesshierarchie
4.4.2 Die Bestimmung von Prozessgrößen und Cost Drivern sowie deren Mengen
4.4.3 Prozesskosten und Prozesskostensätze auf Teil- und Hauptprozessebene
4.5 Beurteilung der Prozesskostenrechnung als Kostenrechnungsmethode
4.6 Prozesskostenrechnung unter DRG Bedingungen
4.7 Nachhaltiges Wirtschaften mit der Prozesskostenrechnung
5 Die Flusskostenrechnung als Konzeption einer ökologisch orientierten Kostenrechnung im Krankenhaus
5.1. Allgemeine Darstellung der Flusskostenrechnung
5.2. Die Flusskostenrechnung als ein Teilbereich des Flussmanagements
5.3. Flussmodellierung als Grundlage zur Kostenrechnung
5.4. Die Methode der Flusskostenrechnung
5.4.1 Grundlagen
5.4.2 Vorgehen zur Umsetzung der Flusskostenrechnung
5.4.3 Verrechnung der einzelnen Kostenarten
5.4.4 Die Umsetzung der Flusskostenrechnung
5.4.5 Zweck der Flusskostenrechnung
5.5 Die Flussorganisation
5.6 Flusskostenrechnung im Krankenhaus als Beitrag zum nachhaltigen Wirtschaften
6. Umsetzung der Prozesskostenrechnung zur Berechung einer Umweltschutzmaßnahme
6.1 Hintergrund und Ausgangssituation
6.2 Erläuterung des Vorhabens
6.3 Ablauf der Untersuchung
6.4. Erstellung des Prozessmodells
6.4.1 Die Anforderung der Medikamentenbecher
6.4.2 Die Verwendung der Medikamentenbecher
6.4.3 Die Entsorgung der Medikamentenbecher
6.5 Datenerfassung
6.6 Weiteres Vorgehen
6.7 Bewertung des Vorhabens
6.7.1 Ökonomische Betrachtung
6.7.2 Ökologische Betrachtung
6.7.3 Sonstige Besonderheiten
6.7.4 Gesamtbewertung
7. Schlussbetrachtung
7.1 Fazit
7.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung, inwiefern die Prozesskostenrechnung in Krankenhäusern zur effizienten Kostensteuerung im Kontext des neuen DRG-Finanzierungssystems sowie unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten und Umweltschutzmaßnahmen eingesetzt werden kann.
- Integration von Prozessmanagement und Prozesskostenrechnung in Kliniken.
- Analyse des neuen DRG-Finanzierungssystems in Deutschland.
- Verknüpfung von Umweltschutz, Nachhaltigkeit und betriebswirtschaftlicher Kostenrechnung.
- Einsatz der Flusskostenrechnung als ökologisch orientiertes Instrument im Gesundheitswesen.
- Praktische Fallstudie zur Umstellung von Einweg- auf Mehrweg-Medikamentenbecher.
Auszug aus dem Buch
Die neue Finanzierungsform der Krankenhäuser
Das DRG-System ist ein medizinisch-ökonomisches Patientenklassifikationssystem. DRG steht für „diagnosis related groups“ und kann übersetzt werden als „diagnosebezogene Gruppen“. Das in Deutschland angewandte System wird auch als G-DRG System bezeichnet, wobei „G“ für german steht. Es stellt eine Möglichkeit dar, um die Vielzahl von Patienten, die in einem Krankenhaus behandelt werden, auf eine überschaubare Anzahl von aufwandshomogenen Fallgruppen zu reduzieren. Dabei werden die Patienten nach medizinischen Gesichtspunkten in nach ökonomischem Aufwand vergleichbare Gruppen eingeteilt. Die Entgelte zur Deckung der Kosten, welche die Behandlung der Patienten verursachen, orientieren sich dabei an der Anzahl der behandelten Patienten und deren Gruppenzugehörigkeit, wobei schwierigeren Fällen, welche auch mehr Ressourcen verbrauchen, ein höheres Entgelt zugeordnet wird.
Gemäß des DRG-Systems müssen in einem ersten Schritt die Behandlungsfälle der Krankenhäuser zu Fallgruppen zusammengefasst werden. Unter einem Behandlungsfall ist dabei der Krankenhausaufenthalt eines Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung oder Verlegung zu verstehen. Diese Fallgruppen sind die Ausgangsbasis für das neue Vergütungssystem. Ziel der Fallgruppenbildung ist es, Behandlungsfälle mit ähnlichen klinischen Merkmalen in aufwands- und kostenhomogene Gruppen einzuordnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle ökonomische Situation der deutschen Krankenhäuser ein und beschreibt das Ziel der Arbeit sowie den Aufbau der Argumentation.
2 Neue Herausforderungen an die Krankenhäuser: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen und ökologischen Anforderungen, inklusive der Einführung des DRG-Systems und des Nachhaltigkeitskonzepts in Krankenhäusern.
3 Das Prozessmanagement als Ausgangspunkt im Krankenhausmanagement: Es werden die Grundlagen, Methoden und Probleme des Prozessmanagements in einem Krankenhausumfeld dargestellt und als notwendige Basis für die Prozesskostenrechnung identifiziert.
4 Die Orientierung der Kostenrechnung an internen Prozessen: Hier wird die Prozesskostenrechnung als Methode zur verursachungsgerechten Kostenzurechnung detailliert eingeführt, ihre Vorgehensweise und Eignung für den Krankenhaussektor analysiert.
5 Die Flusskostenrechnung als Konzeption einer ökologisch orientierten Kostenrechnung im Krankenhaus: Dieses Kapitel stellt die Flusskostenrechnung als ergänzendes, ökologisch fokussiertes Instrument zur Material- und Energieflussanalyse vor.
6. Umsetzung der Prozesskostenrechnung zur Berechung einer Umweltschutzmaßnahme: Anhand des konkreten Beispiels der Einführung von Mehrweg-Medikamentenbechern wird die praktische Anwendung der zuvor theoretisch behandelten Prozesskostenrechnung demonstriert.
7. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einem Fazit zur Anwendbarkeit der Kostenrechnungsmethoden und einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Krankenhausmanagement.
Schlüsselwörter
Krankenhausmanagement, Prozesskostenrechnung, DRG, Flusskostenrechnung, Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Kostensteuerung, Patientenklassifikationssystem, Prozessmanagement, Kostentransparenz, Ressourcenverbrauch, Betriebswirtschaft, Fallpauschalen, ökologische Kostenrechnung, Effizienzsteigerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit untersucht, wie Krankenhäuser unter dem wachsenden ökonomischen Druck des DRG-Finanzierungssystems effiziente Kostenrechnungsmethoden wie die Prozesskosten- und Flusskostenrechnung nutzen können, um gleichzeitig Anforderungen an nachhaltiges Wirtschaften und Umweltschutz zu erfüllen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind das Krankenhausmanagement im Wandel, die Einführung von DRGs, das Prozessmanagement, sowie die Implementierung von Prozesskosten- und Flusskostenrechnung zur ökologisch-ökonomischen Bewertung betrieblicher Abläufe.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Krankenhäuser durch prozessorientierte Kostenrechnung ihre wirtschaftliche Transparenz verbessern und ob diese Methoden dazu beitragen können, durch Umweltschutzmaßnahmen Kosten einzusparen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse der Kostenrechnungsmethoden und wendet diese in einer praktischen Fallstudie (Umstellung von Einweg- auf Mehrweg-Medikamentenbecher) methodisch an.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt theoretische Grundlagen des Prozessmanagements, die detaillierte Darstellung und Anwendung der Prozesskostenrechnung, sowie die Konzeption einer ökologisch orientierten Flusskostenrechnung, ergänzt durch eine praktische Umsetzung am Beispiel eines Klinikums.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen Prozesskostenrechnung, DRG, Krankenhausmanagement, Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Prozessmanagement.
Warum ist die Prozesskostenrechnung für Krankenhäuser besonders relevant?
Sie ist relevant, da Krankenhäuser durch die DRG-Finanzierung einen hohen Druck zur Kostensenkung haben und die Prozesskostenrechnung eine verursachungsgerechtere Gemeinkostenverteilung ermöglicht als traditionelle Vollkostenrechnungen.
Welche Rolle spielt die Flusskostenrechnung im Vergleich zur Prozesskostenrechnung?
Während die Prozesskostenrechnung primär prozess- und leistungsorientiert ist, fokussiert die Flusskostenrechnung gezielt auf die Material- und Energieflüsse, was sie zu einem spezialisierteren Instrument für ökologische Fragestellungen macht.
- Quote paper
- Martina Schaff (Author), 2003, Nachhaltiges Wirtschaften unter besonderer Berücksichtigung der Prozesskostenrechnung im Krankenhaus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20149