Gliederung:
1. Einleitung
2. Vorstellung der bedeutendsten deutschen Medien-
verb ände
2.1 Der VPRT
2.2 Die SPIO
2.3 Der DMMV
2.4 Der ZAW
3. Generelle Arbeitsweise und Aktionsformen von
Verbänden in Deutschland mit Beispielen aus der
Arbeit der Medienverbände
3.1 Formen des Verbandseinflusses in Deutsch-
land
3.2 Arbeits- und Aktionsmöglichkeiten der M e-
dienverb ände
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
6. Anhang
1. Einleitung
Wie der überwiegende Teil der deutschen Wirtschaft ist auch die Medienwirtschaft stark in Interessenverbänden organisiert. Um jene Wirtschaftsorganisationen und Interessenverbände im Mediensektor wird es in dieser Arbeit gehen.
Vergleicht man die Medienpräsenz dieser Interessenverbände mit derer anderer Interessenverbände der Wirtschaft und setzt dies in Relation zur Popularität ihrer Mitglieder, so wird dabei eine deutliche Diskrepanz deutlich.
Ausgehend von dieser Beobachtung werden unter den Leitfragen „Welcher Aktionsformen bedienen sich Interessenverbände aus dem Mediensektor in Deutschland? Und wie erfolgreich ist ihre Arbeit?“ im Punkt 2 der Arbeit die wichtigsten Interessenverbände des Mediensektors aus den Bereichen „Rundfunk“, „Film“, „Multimedia“ und „Werbung“ vorgestellt. Mit dieser Auswahl sollen alle Bereiche der audiovisuellen Medien abgedeckt werden. Eine genaue Kenntnis der Organisationsstrukturen und Ziele dieser Verbände ist notwendig, um Rückschlüsse auf ihre Arbeitsweisen ziehen zu können. Abschnitt 3.1 dieser Arbeit beschäftigt sich mit allgemeinen Formen der Verbandsarbeit, während in Abschnitt 3.2 die den Medienverbänden möglichen Aktionsweisen beschrieben werden, so dass eine abschließende vergleichende Bewertung der Arbeit der Medienverbände auch im Hinblick auf Möglichkeiten und Erfolge von Interessenverbänden anderer Branchen ermöglicht wird. Eine den Leitfragen folgende Bewertung und Zusammenfassung des Erarbeiteten wird im Fazit vorgenommen.
An dieser Stelle sei schon auf die Problematik der Literaturauswahl hingewiesen. Während keinerlei Mangel an Literatur zu Arbeitsweise, Einfluss und Organisation von Verbänden besteht, ist es sehr schwierig, neutrale Informationen zu den einzelnen Medienverbänden zu bekommen. Hierbei war der Verfasser weitestgehend auf die von den einzelnen M edienverbänden selbst im Internet bereitgestellten einseitigen Informationen angewiesen, welche vor der Verwendung in dieser Arbeit jedoch möglichst kritisch bewertet und überprüft wurden. 2. Vorstellung der bedeutendsten deutschen Medienverbände
2.1 Der Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation Der Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation e.V. (VPRT) wurde 1990 in Folge eines Zusammenschlusses des Bundesverbands Privater Rundfunk und Telekommunikation e.V. (BPRT) und des Bundesverbands Kabel und Satellit e.V. (BKS) gegründet.
Der VPRT vertritt knapp 170 Unternehmen aus der Rundfunk-und Telekommunikationsbranche und ist in die drei
Fachbereiche „Fernsehen“, „Rundfunk“ sowie „Vertrieb, Technik und Telekommunikation“ (VTT) unterteilt. Die Multimediaplattform des VPRT vertritt die Interessen der Multimediabereiche der Mitgliedsunternehmen in einer die einzelnen Fachbereiche übergreifenden Form. Die Organe des VPRT sind die Mitgliederversammlung, der Vorstand und die Vorstände der Fachbereiche. 1
1 vgl. Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT) (Hrsg.): Über den VPRT. In: http://www.vprt.de/vprt/ueberblick, eingesehen am 15.11.2000
Der VPRT vertritt die Interessen seiner Mitgliedsunternehmen mit dem Ziel, die gesellschaftliche Etablierung des privaten Rundfunks zu fördern. Weiterhin stehen selbstverständlich die wirtschaftlichen Interessen der Mitglieder im Zentrum der Verbandsarbeit.
Tätigkeitsfelder des VPRT sind die Vertretung der Mitglieder auf Landes-, Bundes- und Europaebene gegenüber Exekutive und Legislative, Vertretung der Mitglieder in anderen nationalen und internationalen Gremien, Verhandlungen mit Dienstleistern und Institutionen über Gesamtverträge für die Mitglieder sowie die Beratung und Unterstützung seiner Mitglieder auf technischem, rechtlichem, politischem und wirtschaftlichem Gebiet. Ein weiterer Tätigkeitsschwerpunkt ist der Bereich Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit zur Publikation von Verbandspositionen in der Öffentlichkeit und einer damit einhergehenden Beeinflussung des Meinungsbildungsprozesses zu verbandsrelevanten Themen. 2 Der Vorstand des VPRT besteht aus 15 Mitgliedern. Der Präsident des VPRT ist Jürgen Doetz, Vorstandsvorsitzender von Pro7Sat1 Media. Auffällig ist, dass der Vorstand des VPRT überwiegend aus Vertretern der Mitgliedsunternehmen aus den Verbandsbereichen Rundfunk und Fernsehen besteht. Vertreter aus dem technischen Bereich sind deutlich in der Minderheit. 3 Dies lässt, wie im Punkt 3 dieser Arbeit noch veranschaulicht wird, Rückschlüsse auf die Arbeitsschwerpunkte dieses Verbandes zu.
Weiterhin sei noch erwähnt, dass der VPRT Gründungsmitglied der „Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen“ (FSF) und der „Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia“ (FSM) ist.
2 vgl. ebenda
3 vgl. Anhang Übersicht 2
2.2 Die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft Die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V. (SPIO) wurde 1950 gegründet und vertritt als Dachverband die Anliegen ihrer Mitgliedsverbände aus der gesamten deutschen Filmwirtschaft. Weiterhin ist die SPIO der Rechtsträger der „Freiwilligen Selbstkontrolle Film“ (FSK). Die Organisationsstruktur der SPIO setzt sich aus der Geschäftsführung, der Verwaltung, dem Arbeitsbereich Statistik und Pressearbeit, der FSK-Grundsatzkommission, den Kommissionen Etat, Technik, Urheberrecht und verschiedenen SPIO-Arbeitsgemeinschaften zusammen. Die SPIO sieht sich als Initiator und Teilnehmer filmpolitischer Diskussion. Außerdem gilt sie als Vertreter und Koordinator von Mitgliederinteressen innerhalb und außerhalb der Organisation. Für ihre Mitglieder und ihr angehörige Institutionen leistet sie Dienste in den Bereichen Service und Administration. So führt die SPIO ein Filmtitelregister, nimmt statistische Auswertungen vor und erstellt juristische Gutachten zu Filmen. Sie selbst sieht sich als Trägerin kultureller Verantwortung. Weiterhin gehört die SPIO zu den Hauptträgern des Deutschen Filminstituts e.V.. Die Deutsche Filmkünstlernothilfe zur Absicherung von Filmkünstlern vor sozialen Härten wurde ebenfalls von der SPIO ins Leben gerufen. Ein wichtiges Aufgabenfeld im Rahmen der Verbandsarbeit der SPIO ist die Sicherung des Fortbestands der Filmförde- rung in der Kultur- und Wirtschaftsförderung sowie die
Arbeit zitieren:
Thomas Kahmann, 2001, The Empire strikes back - Wirtschaftsorganisationen und Verbände im Mediensektor, München, GRIN Verlag GmbH
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