INHALTSVERZEICHNIS
I. 1. Einleitung 3
II. 2. Wie mächtig sind Männer wirklich?
2.1. Was ist wirkliche Macht? 8
2.2. Warum können Frauen ihre geschlechtsspezifischen
Stereotypen besser ausnützen als die Männer? 11
2.3. Der eindeutige Sieg der Frauen? 14
2.4. Warum konkurriert der Mann eigentlich mit
sich selbst? 15
2.5. Vom möglichen Verständnis einer postmodernen
Vorstellung von Liebe 18
2.6. Was macht den sexuellen Unterschied der
Geschlechter aus? 22
III. 3. Fazit 28
IV. 4. Abschließende Worte 34
V. 5. Literaturverzeichnis 35.
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1. Einleitung
Ausgehend vom theoretischen Begriff der Macht, möchte ich in dieser Arbeit den Versuch starten, aufzeigen zu können, dass die einzigst wirkliche Macht der Männer im Kampf der Geschlechter nur die sexuelle Macht über die Frau sein kann und dass dieses biologische Argument in die Soziologie übertragen werden kann, vielleicht sogar muss, weil diese wohl einen wichtigen sozialisatorischen Aspekt ausmacht. Zumindest in der gesamten bisherigen Menschheitsgeschichte bis zum jetzigen Zeitpunkt! Dabei möchte ich einige verschiedene Facetten a nsprechen, welche zeigen können, dass wirkliche Macht nicht Macht im gesellschaftlichem Sinne ist. Denn das, was wir oft als Macht bezeichnen, ist meist lediglich nur eine Ausprägung sozialer Stereotypen, welche sich im Verlauf der Menschheitsgeschichte entwickelt haben und manchmal ist diese verstandene Macht auch einfach nur Machtlosigkeit und damit ein gravierendes, oftmals männliches Problem. Als Weiterführung dieser wirklichen Macht möchte ich dann versuchen, auf die Ursprünge der Stereotypen zurückgehen, weil vielleicht nur so, ein für mich entscheidender Grad der Männlichkeit und ihrer gesellschaftlichen Pflichten erklärt und verstanden werden kann. Es wird quasi ein rückläufiger Versuch unternommen, heutige, moderne, (machtlose) Männlichkeit zu erklären, indem wir uns heutige Machtverhältnisse zwischen Männern und Frauen anschauen und dann langsam über die vorher entstandenen Stereotypen zu einer Frage zurück kommen sollten: Was war die erste wirkliche Macht und wer hatte sie? Vor allem: Wer hat sie heute? Doch um mit meiner Argumentation beginnen zu können, bedarf es noch einiger Vorüberlegung.
Eine erste wichtige Frage ist wohl die Frage nach den Gegenständen der einzelnen Untersuchungseinheiten. Sowohl die sozialen Stereotypen der Geschlechter, als auch die daraus entstandenen Machtverhältnisse sind im individuellen Einzelfall nicht haltbar. Nicht jeder Mensch, egal ob Mann oder Frau kann auf alle seinem Geschlecht zutreffenden Stereotypen Antworten finden, sprich Er und Sie können nicht alle männlichen bzw. weiblichen Eigenschaften annehmen, die möglich wären. Es sind wohl zu viele. Trotzdem bleibt man Mann bzw. man bleibt Frau, auch dann, wenn ein Mann beispielsweise sehr emotional, sehr unlogisch und sehr künstlerisch veranlagt ist. All dies sind frauentypische
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Stereotypen und sie können einzelne Männer ausmachen. Jedoch gesellschaftlich gesehen werden solche Männer oft als Weicheier, Nieten oder vielleicht sogar als Frauenverstehen bezeichnet. Jedenfalls nicht, als männlicher Mann! Ganz einfach, weil die Männlichkeit eines Mannes nicht an seinen vorhandenen Eigenschaften, sondern an den Eigenschaftsmerkmalen männlicher Stereotypen gemessen wird. Das kann dann schon am Image eines einzelnen Mannes nagen, nicht so zu sein, wie alle anderen Männer. Obwohl es nur die wenigsten sind, die ‚nur’ männliche Stereotypen beanspruchen. Vielleicht sind diese Männer, falls es sie überhaupt gibt, ich mag dies stark bezweifeln, sehr zu bemitleiden. Für Frauen gilt dann reziprok das Gleiche, allerdings mit einem Unterschied. Die Frau kann mittlerweile sowohl an ihren Stereotypen, wie auch an ihren eigentlichen Eigenschaften im sozialem Kontext gemessen werden. Der technische Fortschritt hat das möglich gemacht. Allerdings sind diese Einzelfälle im gesamtgesellschaftlichem Kontext zu vernachlässigen. Aber es ist möglich! Worum es mir hier ging, war einfach nur vorab zu zeigen, wie der Zusammenhang zwischen Männlichkeit und männlichen Stereotypen zu erklären ist und vor allem, dass er gesamtgesellschaftlich existiert (Männer sind stärker, dominanter, autoritärer als Frauen!) und seine Aussagekraft doch gleich Null ist, weil ein Mann auch mal emotional, launisch oder auch sensibel sein muss. Wir brauchen männliche Stereotypen um ein gesellschaftlicher Mann zu sein und gleichzeitig sagen sie nichts über uns und unsere Männlichkeit als Individuum aus.
Daraus folgert sich nun logischerweise, dass die eben schon genannten und daraus entstandenen männlichen Machtverhältnisse ebenfalls nicht so stabil sein können, wie sie es zu tun scheinen. Analog zu den Stereotypen gibt die ‚männliche’ Macht wiederum nur ein klischeehaftes Bild wieder. Zwar gesellschaftlich anerkannt, aber dem Einzelfall kann dieses konstruierte Bild jedoch nicht stand halten, auch wenn einzelne Männer oft nach diesen Bildvorgaben handeln, auch, weil sie einfach so sind. Sie handeln, ohne zu wissen, was sie genau tun und beschließen damit ihre eigene männlich, moderne Ohnmächtigkeit. Sie bestimmen die Politik, die Wirtschaft, die Wissenschaft usw.. Sie bestimmen die hauptsächlichen, praktischen Komponenten des sozialen Zusammenlebens und damit auch das Leben der Frauen. Dafür werden sie kritisiert, zu recht und gleichzeitig zu unrecht. Natürlich gibt es dabei eine Unterjochung der Frau, aber auch die der Männer, nur das nach dieser kaum gefragt wird. Auf der anderen Seiten haben sich nun gerade die Frauen dabei emanzipieren können, der Mann nicht. Und diese Kritik kommt von Frauen, welche ihre Chance der Befreiung ihrer Lage benutzt haben und sich dank der Technik und des
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Fortschritts bereits aufgemacht haben, ein neues Stück Liebe zu beschreiten. Doch soweit bin ich noch nicht.
Es muss wohl noch die Frage geklärt werden, was ich mit ‚Muss-Stereotypen’ meine? Was Stereotypen sind sollte mittlerweile klar sein. E s sind Eigenschaftszuschreibungen zu einzelnen soziologischen Konstrukten, welche aber in Wirklichkeit nur in der Theorie bestand haben können und doch ihre Richtigkeit haben, weil sie nur so der Gesellschaft und damit auch dem einzelnen Individuum eine Vo rstellung dieser Konstrukte geben können und das Individuum braucht diese Konstrukte, um eine theoretisch-praktische Welt verstehen und damit in ihr überleben zu können. Doch woher nehme ich das ‚Muss’ für die Männlichkeit? Dazu bedarf es einen kurzen Exkurs in die Vergangenheit: Für Männer war eines klar und das war ihre Hauptaufgabe. Männer arbeiteten früher und tun das heute immer noch, um ihrer Familie die ökonomische Existenz sichern zu können. Das sicherte ihnen und ihren Familien das Überleben. Fraue n waren nicht prädestiniert dafür. Sie konnten sich besser um Haus und Kinder kümmern. Männer waren stärker, mutiger und auch tapferer. Es war eine Überlebensnotwindigkeit. Sie mussten jagen, verteidigen, beschützen. Aber dabei blieben die Männer im Laufe der modernen Zeit auf der Strecke. Die Zeit, die Welt haben sich verändert. Männer müssten nicht mehr töten, also wozu brauchen sie Tapferkeit? Männer müssten ihre Familie nicht mehr vor äußeren Gefahren schützen, wozu sollen sie dann mutig sein? Wenn dann doch ein Vulkan ausbricht oder die Erde bebt, was will man denn als Mann machen? Beten? Und als Frau?
Das einzige, was Mann heute wohl tun muss, aber in einem abgewandeltem Kontext ist, zu arbeiten um seine Familie ökonomisch ernähren zu können. Doch wirkliche ‚männliche Stärke’ braucht man heute dafür nicht mehr, oder zumindest nur noch selten. Aber Männer brauchen diese Stereotypen um ihre Männlichkeit beweisen zu können. Nicht im Einzelfall, aber im gesellschaftlichem Sinne, um dann allein für sich selbst ein männlicher Mann sein zu können und für alle anderen auch. Es ist ein Zusammenspiel ohne gemeinsame Basis. Aber wenn dieses ‚Muss’ nun immer noch ein ‚muss’ an sich darstellt und auch in absehbarer Zeit kein ‚Kann’ werden kann, nenne ich diese Stereotypen ‚Muss-Stereotypen’. Frauen können wählen, sie können zwischen ihren möglichen Rolleneigenschaften selbst entscheiden. Auch können sie männliche Eigenschaften annehmen und kaum ein Mensch würde sie dafür kritisieren. Frauen waren früher das Abbild ihres Mannes (z. B. die Anwaltsgattin und Mutter von drei Kindern) und können heute wählen, dies weiterhin zu sein bzw. sich selbst in der Gesellschaft zu integrieren. Sie können arbeiten gehen, Kinder allein aufziehen und sogar der
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Hauptverdiener einer Familie sein. Noch vor 50 Jahren war dies unvorstellbar. Das soll nun nicht heißen, dass Frauen früher außerhalb des gesellschaftlichen Prozesses standen, aber sie hatten keine Entscheidungsfreiheit, so wie heute. Denn genau aus dieser früheren ‚Passivität’ heraus, können sie heute nun Fortschritte erzielen und sogar Männer unterstützen ihre Frauen darin endlich ‚selbständiger’ zu werden. Als individuelle Frau waren sie es schon immer, als soziale Frau nicht. Jetzt haben sie die Chance, die modernen, von Männer entwickelte Technik hilft ihnen dabei, sich in neue Gebiete des Lebens zu wagen und sie nutzen diese, egal was auch immer sie tun. Ich hoffe, im Laufe meiner Argumentation dies deutlich machen zu können, was ich genau damit meine. Doch soweit bin ich immer noch nicht. Wie bereits Eingangs erwähnt, möchte ich den mächtigen Geschlechterkampf der heutigen Gesellschaft aufzeigen und dabei die eigentlich Ohnmächtigkeit der Männerwelt, zumindest im gesellschaftlichem Sinne charakterisieren. Was dabei wichtig ist und ich betone es noch mal, ist das alle hier aufgeführten Argumente nur rein theoretisch im gesellschaftlichen Konstrukt eben dieser Theorie bestand haben können. Der Einzelfall wird immer anders aussehen. Aber ich habe auch bereits betont, das dieser Einzelfall sich nur entwickeln kann, wenn es eine Vorgabe gibt, nämlich diese Stereotypen, nach welchen wir uns richten können und müssen, um gesellschaftsfähig für die Praxis zu sein. Das ist allerdings nicht nur in diesem Kontext so. Es bezieht sich auf alle Bereiche des sozialen Lebens, da der Disput zwischen Theorie und Praxis Grundlage für das Leben an sich stellt. Ohne die Theorie hätten wir wohl praktische Anarchie (und auch die Anarchie kann nur existieren, da wir ein theoretisches Verständnis von ihr haben) und wären längst ausgestorben, nicht unbedingt an den Folgen von Kriegen. Nein, die Masse wäre wohl verhungert.
Eines noch! Ich habe es bereits dreimal angedeutet, möchte aber noch vor der eigentlichen Argumentation kurz darauf eingehen. Das was die Welt verändert hat ist der technische Fortschritt. Vor allem den Frauen haben sich damit unwahrscheinliche Möglichkeiten geboten. Nur drei Beispiele. Das Wäschewaschen dauerte früher wohl mehrere Tage, heut nur noch Stunden und die Frau wäscht nicht mehr selbst, mit ihren eigenen Händen. Das bringt ihr Zeit, Zeit für sich selbst. Früher erzog die Frau ihre Kinder selbst, bis sie in die Schule gingen, wenn sie das überhaupt taten. Heute gibt es staatliche, aber auch private Einrichtungen welche ihr diese Aufgabe abnehmen können. Das bringt ihr Zeit, Zeit für sich selbst. Aber der wohl wichtigste Fortschritt für die ‚Selbständigkeit’ der Frau ist wohl die Erfindung der Anti- Baby-Pille. Man, das heißt die Frau kann selbst entscheiden, wann sie schwanger werden will und
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der Mann kann absolut machtlos dabei sein. Er kann nie wissen, ob sie die Pille denn auch wirklich nimmt. Vielleicht hat sie, sie ganz einfach vergessen, bewusst oder unbewusst? Sie kann sie täglich absetzen, ohne dass der Mann es erfahren muss. Manchmal muss er nicht mal wissen, dass er schon Vater ist. Es liegt an ihr, es zu sagen bzw. genau dies bleiben zu lassen. Das bringt ihr nun wieder Zeit, Zeit das Leben für sich selbst zu organisieren und ihre Macht auszubauen. Die meisten Frauen sprechen dies wohl mit ihren Männern ab, der sogenannten Gleichberechtigung wegen, doch entgültig entscheidet dann doch wohl sie. Männer müssen arbeiten gehen!
Daraufhin aufbauend möchte ich nun, wie bereits beschrieben, den Versuch starten, Männer als das ‚starke Geschlecht’ zu etablieren. Ich möchte zeigen, dass dieses soziologische Verständnis dieses Machtverhältnisses nicht unbedingt tragbar ist. Die Moderne hält den Frauen viele Türen offen, den Männern zeigt sie diese Wege oftmals nur bedingt. Manchmal sogar gar nicht. Aber der Mann hat einen Vorteil, einen biologischen. Schon immer. Diesen nutzt er aus, er muss ihn ausnutzen. Er kann nicht anders und ich hoffe zeigen zu können, dass dieser anatomische Vorteil dafür ausreicht, heutige, stereotypische Verha ltensmuster mit genau diesem Argument erklären zu können. Ich möchte quasi zeigen, dass dieser ein evolutionärer Ausgangspunkt für die männliche Kultur war, ist und auch in Zukunft sein wird.
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Arbeit zitieren:
Oliver Hoyer, 2003, Wie mächtig sind Männer wirklich? - Die Auswirkungen evolutionär-biologischer Machtverhältnisse zur Entstehung kultur-soziologischer Muss-Stereotypen, München, GRIN Verlag GmbH
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