Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung
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2. Krebs und seine Geschichte
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3. Krebsepidemiologie
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3.1. Historische Aspekte 6
3.2. Situation der Krebsregister 7
3.3. Neuerkrankungs- und Sterbefälle 7
3.4. Mammakarzinom 8
3.5. Darmkrebs 9
3.6. Lungenkrebs 10
3.7. Prostatakrebs 11
4. Vorstellung der vier häufigsten Krebserkrankungen
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4.1. Unterschied zwischen malignen und benignen Tumoren 12
4.2. Prostatakarzinom 12
4.3. Darmkrebs 15
4.4. Bronchial-/Lungenkrebs 18
4.5. Mammakarzinom 19
5. Krebsursachen
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5.1. Innere Ursachen 21
5.2. Umwelteinflüsse 21
5.3. Vieren 23
5.4. Lebensgewohnheiten 23
5.5. Wechselwirkung von Psyche und Soma 24
5.6. Beruflich verursachte Krebserkrankung 25
6. Krebs und Ernährung
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7. Ambulante Krebsversorgung in Deutschland 29
7.1. Ambulante Chemotherapie 30
7.2. Betreuung von Krebspatienten durch Sozialstationen 30 7.3. Brückenpflege 31
7.4. Ambulante psychosoziale Krebsberatung in Deutschland 32
7.5. Krebskranke treffen sich online 33
8. Krebsprävention und Früherkennung 33 8.1. Primärprävention 34 8.2. Sekundärprävention 35
8.3. Tertiärprävention, Rehabilitation und Nachsorge 39 9. Fazit 40 10. Literaturverzeichnis 42 11. Anhang 46
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KREBS - EINE UNHEILBARE KRANKHEIT?
1. Einleitung
Was ist eigentlich Krebs? Krebs ist eine Erkrankung der Ze lle. Das Krankheitsgeschehen spielt sich an und in der Zelle ab. Die Krebserkrankung ist eine ungesteuerte, schrankenlose Vermehrung abartiger, kranker Körperzellen, die den Gesetzen des normalen Wachstums nicht folgt.
Bösartige Tumore bilden nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den westlichen Industrieländern die zweithäufigste Todesursache. Ca. 27 % der Menschen sterben an Krebs. In der letzten Zeit lag offensichtlich eine Zunahme der Krebssterblichkeit vor, die sich durch zwei Umstände erklären lässt. Zum einen sind früher wichtige Todesursachen wie zum Beispiel Tuberkulose zurückgegangen und der Krebs hat relativ an Bedeutung gewonnen. Zum anderen nimmt die durchschnittliche Lebenserwartung laufend zu; das heißt, dass mehr Menschen ein höheres Lebensalter erreichen, welches wiederum mit einer größeren Krebswahrscheinlichkeit verbunden ist.
Angesichts dieser Tatsache haben wir uns mit der Geschichte des Krebses, der Krebsepidemiologie, den vier häufigsten Krebserkrankungen und ihren Ursachen, der Krebsversorgung in Deutschland und schließlich mit der Krebsprävention beschäftigt, und möchten mit dieser Arbeit die einzelnen Inhalte näher erläutern, zum Nachdenken und zur Diskussion anregen.
Zum Schluss muss man überlegen, ob gegenwärtige Erkenntnisse aus Forschung und Wissenschaft eine sichere Grundlage zur Heilung bieten? In Relation zur Kostenexplosion im Gesundheitswesen stellt sich die Frage Therapie oder Prävention?
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2. Krebs und seine Geschichte
Krebs zählt zu den ältesten Erkrankungen der Menschheit. Diese Krankheit existiert vermutlich, seit es Menschen überhaupt gibt. Es liegen Erkenntnisse aus prähistorischer Zeit vor, die auf Untersuchungen von Skeletten, die unter anderem bis zur Eiszeit zurückreichen, basieren. Ägyptische Mumien liefern hierfür, dank ihres guten Erhaltungszustandes, wertvolle Dokumente. Priester der damaligen Zeit beschreiben Erkrankungen, die Schwellungen und Geschwürbildungen aufweisen und denen keine spontane Heilung zugeschrieben wird. Diese Geschwüre werden damals „Karkinos“ genannt. Die präzisesten Beschreibungen von Tumoren seiner Zeit liefert Hippokrates in seinen Schriften „Aphorismen“ und „Über die alte Medizin“. Schon zu Beginn des Christentums wird in Schriften dokumentiert, dass es schmerzfreie Krebse gibt oder aber, dass sich Schmerzen erst mit einer Geschwürbildung einstellen. Erstmals werden tumorbedingte Ödeme beschrieben, und man befürwortet bei fortgeschrittener Krebserkrankung erstmalig eine frühzeitige Brustkrebsentfernung.
In der byzantinischen Medizin des Mittelalters gilt Krebs als unheilbar. Im sechsten Jahrhundert wird die Bedeutung der Lymphknotenschwellung in der Achselhöhle bei Brustkrebs beschrieben und es wird zur Linderung der Schmerzen die Einnahme von Mohnkapseln (ein Schmerzmedikament zu diesem Zeitpunkt) empfohlen. Das europäische Mittelalter, die Zeit, in der die Untersuchung des Rektums mit dem Finger entsteht, um die Diagnose des Rektumkarzinoms zu stellen. Im Jahr 1320 schreibt Henri de Mondeville: „Kein Krebs heilt, es sei denn, er wäre ganz und gar radikal herausgeschnitten; wenn nämlich etwas zurückbleibt, steigert die Bösartigkeit sich von der Wurzel aus."
Im 16. Jahrhundert vermutet Paracelsus die Krebsursachen in einem mineralischen Salz, das im Blut vorhanden ist, und das auf seinem Weg aus dem Körper dort Tumore verursache, wo es nicht hinauskönne.
Im Jahr 1564 erscheinen Chirurgiebücher, in denen Tumore in große Kategorien eingeteilt werden, deren Kriterien Größe, Farbe, Konsistenz, Vorhandensein oder Fehlen von Schmerzen sind. Dem Autor dieser Bücher, Ambroise Paré, verdanken wir eine der prägnantesten Krebsbeschreibungen, in der es heißt: „Dieser Tumor hat den Namen Kanzer erhalten, weil er sehr dem Krebs ähnelt. ...ein Tumor von
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unregelmäßiger, runder Form, und die Venen, die darum liegen, sind wie die gebogenen Beine und Füße dieses Tieres, das Krebs genannt wird. Im 17. Jahrhundert werden in Holland zahlreiche Arbeiten veröffentlicht, in denen davon ausgegangen wird, dass Krebs ansteckend ist. Außerdem werden in diesem Jahrhundert erstmals die sozialen Folgen einer Krebserkrankung beschrieben. 1693 wird eine Schrift veröffentlicht, in der ausgeführt wird, dass die Beschaffenheit der weiblichen Brust es erlaube, eine Amputation ohne Schmerzen durchzuführen und als Beweis die Amazonen anführt, bei denen man in der Jugend die rechte Brust amputiert habe. Es werden sechs Befunde dargelegt, die unter anderem einen Fall beinhalten, bei dem eine Patientin seit fünf Jahren als geheilt gelten konnte.
3. Krebsepidemiologie
„Die Epidemiologie von Krebserkrankungen hat in Deutschland mittlerweile einen hohen Stellenwert. In Zahlreichen Studien werden Krebsrisiken sowie Präventionsmaßnahmen epidemiologisch untersucht.“ 1
3.1. Historische Aspekte
Seit 1949, nach der 2. Weltgesundheitskonferenz, wurde auf die Dringlichkeit einer Krebsmortalitätsstatistik hingewiesen. Die WHO bemühte sich ihre Mitglieder zur Einrichtung von regionalen Registern anzuregen, doch es dauerte mehr als 15 Jahre bis in Deutschland ein zweites Krebsregister neben dem aus Hamburg (bis 70er Jahre) eingereichte worden war.
Ausgelöst wurde diese Initiative durch den Europarat, der den Beschluss faste, in allen Europäischen Ländern je zwei regionale Krebsregister einzurichten. Es galt für die Bundesregierung einen kleinen Flächenstaat mit ähnlichen Einwohnerzahlen (wie Hamburg) zu den Erhebungen heranzuziehen. Aus mehreren Gründen schien das Saarland hierzu besonders geeignet.
1 J. Warendorf, 1994, S. 52
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3.2. Situation der Krebsregister
Eine nationale Datensammlung, die Auskunft über Häufigkeit, Ursachen und Therapierbarkeit von bösartigen Neubildungen gäbe, ist in Deutschland nicht vorhanden. Ursachen hierfür sind die Hemmnisse, die aus Gründen des Datenschutzes bestehen.
Neben einer Reihe regionaler Register an Tumorzentren mit unterschiedlichen Datensammlungen gab es bis zur Wiedervereinigung nur drei Register in der Bundesrepublik. Das saarländische Krebsregister (seit 1979), Krebsregister Nordrein-Westfalen (seit 1985) und das bundesweite Krebsregister für bösartige Erkrankungen im Kindesalter (seit 1980).
Mit der Wiedervereinigung kam das Register der DDR in die Debatte. Grundlage dieses Registers war eine Verordnung: à Meldepflicht jeder Krebserkrankung. Um diese Daten zu erhalten und zu bearbeiten, musste die Bundesregierung ein Krebsregistersicherungsgesetz erlassen.
„Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass personenbezogene Daten in einer Vertrauensstelle zentral verschlüsselt werden, bevor sie dem Krebsregister gemeldet werden.“ 2
Seit den 90er Jahren haben die meisten Bundesländer ein Krebsregister ins Leben gerufen. Die Vollzähligkeit ist deshalb noch sehr gering und nur das saarländische Register bietet der Bundesregierung die Möglichkeit einer epidemiologischen Forschung mit bevölkerungsbezogenen Krebsmorbiditätsdaten.
3.3. Neuerkrankungs- und Sterbefälle
Krebs ist mit 218 597 Sterbefällen die zweit häufigste Sterbeursache in Deutschland. Mit 429 407 Sterbefällen an erster Stelle stehen die Erkrankungen des Kreislaufsystems.
Das Sterberisiko für Krebs steigt mit zunehmendem Alter. 1 995 lag das durchschnittliche standardisieret Sterbealter für Männern bei 71,6 und für Frauen bei 69,8 Jahren. Bei den 35-69 jährigen Frauen und bei den 45-64 jährigen Männern ist Krebs die häufigste Todesursache.
2 J. Warendorf, 1994, S.54
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Von 1980- 1995 hat sich die Sterbeziffer für Neubildungen nur wenig verändert. Sie ging bei Männern wie Frauen im Westen leicht zurück, im Osten kam es zu einem geringen Anstieg. 1998 sind 168 462 Männer und 178 755 Frauen neu an Krebs erkrankt. Männer
Es starben 108 633 Männer an Neubildungen. Zu den häufigsten Krebsformen bei Männern gehört der Prostatakrebs 18,7 %, der Lungenkrebs 16,6 % und der Dickdarm- und Mastdarmkrebs mit 16,1 %.
Der Lungenkrebs mit 26,4 % macht die häufigsten Sterbefälle bei Neubildungen aus. Es folgt Dickdarm- und Mastdarmkrebs mit 12,6 % und als dritte häufigste Sterbeursache der Prostatakrebs 10,5 %. Frauen
Bei den Frauen starben 1998 103 720 Menschen an Neubildungen. Der Brustdrüsenkrebs ist mit 25,9 % der am häufigsten auftretenste Krebs bei Frauen. Dickdarm und Mastdarm mit 16,7 % an zweiter Stelle und Leukämien und Lymphomen mit 5,9 % als dritthäufigste Krebs Lokalisation. Die häufigsten Sterbefälle macht der Brustdrüsenkrebs 17,1 %, Dickdarm und Mastdarm 15,4 % und der Lungenkrebs mit 9 % aus. Bei allen Krebserkrankungen zusammen beträgt die Fünf-JahresÜberlebensrate ca. 40%. Mit Blick auf einzelne Krebserkrankungen besteht doch ein erheblicher Unterschied.
3.4. Mammakarzinom
Bei Frauen in den westlichen Ländern ist das Mammakarzinom (Brustkrebs) die häufigste Krebstodesursache.
In Deutschland liegt das Risiko einer Frau, im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs zu sterben, bei etwa 1:9. 46 000 Frauen erkranken jährlich an Brustkrebs und davon etwa 19 000 unter 60 Jahren. Die Erkrankung der Brustdrüse ist für 26 % aller Krebsneuerkrankungen bei Frauen verantwortlich. Bei Frauen unter 60 Jahren sind es sogar 36%. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 63 Jahren und liegt somit drei Jahre unter dem mittleren Erkrankungsalter bei Krebs insgesamt.
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Die Erkrankungsrate in Deutschland liegt im Europäischen Vergleich im unteren Drittel. In den Niederlanden, Dänemark, Schweden und Finnland ist die Erkrankungsrate deutlich höher. In Ländern wie Spanien, Griechenland und Portugal liegt sie deutlich niedriger. Trends
Die Brustkrebs-Neuerkrankungen und im geringen Maße die Sterblichkeit stiegen in den letzten 20 Jahren in Deutschland deutlich an. Prognose
Etwa 73 % der Brustkrebspatientinnen erreichen die 5-Jahres-Überlebensrate. Eine Frau, die an Brustkrebs erkrankt, verliert durchschnittlich sechs Jahre ihrer Lebenserwartung. Der Bevölkerung gehen durch diese Erkrankung 296 300 Lebensjahre verloren.
3.5. Darmkrebs
Unter Darmkrebs werden die Neubildungen des Dickdarms und des Mastdarms zusammengefasst. Bei Frauen ist der Darmkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung, bei Männern die dritthäufigste. Über 27 000 Männer und nahezu 30 000 Frauen erkranken jährlich neu an Darmkrebs. Das durchschnittliche Erkrankungsalter bei Frauen liegt bei 72 Jahren und bei Männern bei 67 Jahren. Darüber hinaus ist sowohl bei Frauen, wie auch bei Männern der Darmkrebs die zweite häufigste Krebstodesursache. Im Vergleich mit anderen EU Ländern steht Deutschland bei der Inzidenz von Darmkrebs, sowohl bei Frauen wie Männenr an erster Stelle in Europa. Die niedrigsten Erkrankungsraten findet man in Griechenland, Finnland und Spanien. Trends
Die Neuerkrankungsrate zeigt während der letzten zwei Jahrzehnten bei Männern und bei Frauen keinen weiteren Anstieg.
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Prognose
Die relative 5-Jahres-Überlebungsrate liegt für Männer bei 48 % und für Frauen bei 51 %. Der Verlust an Lebensjahren bei Männern und Frauen liegt bei sechs Jahren. Darmkrebs hat bei Frauen den Verlust von 180 000 und bei Männern 165 000 Lebensjahren zur Folge.
3.6. Lungenkrebs
Der Lungenkrebs wurde, den geschätzten Neuerkrankungszahlen des Jahres 1998 zufolge, von dem Prostatakrebs als häufigste Krebserkrankung bei Männern abgelöst. Man zählt 27 900 Neuerkrankungen bei Männern, und bei Frauen sind es etwa 8900 Neuerkrankungen. Der Anteil des Lungenkrebses an allen Krebstodesfällen liegt für Männer bei 26 % und für Frauen bei 9 %. Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Männer wie für Frauen bei etwa 66 Jahren. Im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarn liegt die Neuerkrankung in Deutschland für Männer im unteren, für die Frauen im mittleren Bereich. Die höchste Inzidenzrate findet man bei Männern in den Beneluxstaaten und Italien, bei den Frauen in Dänemark, Großbritannien und Irland. Die niedrigste Inzidenzrate für Männer in Schweden und Portugal, für Frauen in Spanien, Portugal und Frankreich. Trends
Die höchste Inzidenz bei Männern in Deutschland wurde Mitte der 70er Jahre bis Ende der 80er Jahren erreicht. Seitdem ist ein rückläufiger Trend zu verzeichnen, bei den Frauen ist eine kontinuierliche Steigerung der Inzidenz zu erkennen. Die unterschiedliche Trendentwicklung wird auf veränderte Rauchgewohnheiten zurückgeführt. Prognose
Etwa 9 % der erkrankten Männer und 17 % der Frauen erreichen die 5-JahresÜberlebensrate. Damit gehört der Lungenkrebs zu der prognostisch ungünstigsten Krebsform. Für jemand der an Lungenkrebs erkrankt, verringert sich die Lebenserwartung um 12 bis 13 Jahre.
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Arbeit zitieren:
Diplom Pflegewirt (FH) Christoph Poß, Petra Conte, Robert Klein, 2002, Krebs - Eine unheilbare Krankheit?, München, GRIN Verlag GmbH
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