II
Inhaltsverzeichnis
1 Profil und Geschichte von AIDS 1
1.1 Ausbreitung von HIV/AIDS 2
1.2 Belastung durch AIDS 3
2 Regionale Konsequenzen der HIV-Infektion 4
2.1 Verbreitung in Afrika 4
2.1.1 Konsequenzen 5
2.1.2 Demographischer Impact 5
2.1.3 Fallbeispiel wirtschaftliche Konsequenzen 7
2.1.4 Fallbeispiel Prävention in Uganda 8
2.2 Verbreitung in Asien 9
2.3 Lateinamerika 10
2.3.1 Karibik 11
2.4 Osteuropa und Zentralasien 11
2.5 High-Income-Countries 12
3 Ausblick
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1 Profil und Geschichte von AIDS
AIDS (acquired immune deficiency syndrome) ist eine erworbene, nicht angeborene Immunschwäche-Krankheit, die durch das HI-Virus (human immunodeficiency virus) her-orgerufen wird. AIDS bewirkt, dass das Immunsystem des Organismus zusammenbricht und Krankheitserreger nicht mehr abwehren kann. Häufige Symptome sind starker Gewichtsverlust, ständige Müdigkeit und in vielen Fällen auch Nervenstörungen, die durch eine Schädigung von Gehirnzellen entstehen. Auch bestimmte Formen von Krebs kommen regelmäßig vor, insbesondere das Kaposi-Sarkom, das sich in Form dunkelroter Hautschäden bermerkbar macht, sowie die Kreberkrankungen weißer Blutzellen.
Bei der Frage, woher der Virus überhaupt stammt, erscheint heute am plausibelsten, dass es sich ursprünglich um einen Zoonose, eine von Affen auf Menschen übertragene Infektion handelt. Dem HIV verwandte Viren, sog. SIVs (simian-Immunschwäche-Virus), wurden bei afrikanischen grünen Meerkatzen gefunden. In ihrem ursprünglichen Wirt lösen sie keine Erkrankungen aus, werden sie auf andere Affenspezies übertragen, können sie dort zu Krankheiten fürhen, Dem HIV und den SIV’s verwandte Retroviren werden auch bei anderen Tierarten gefunden (FIV bei Katzen, BIV bei Rindern, ...) und können dort z. T. AIDS-ähnliche Krankheitsbilder verursachen. Der erste bekannte AIDS-Fall betraf nicht wie lange vermutet einen norwegischen Seefahrer, der 1976 verstarb, sondern einen Bantu aus Léopoldville (heute Kinshasa, Demokratische Republik Kongo). In der aus dem Jahr 1959 stammenden Blutprobe des Afrikaners wurden HI-Viren nachgewiesen. Eine Analyse der betreffenden Virus DNS ließ bei einem Vergleich mit den Gensequenzen heutiger Viren den Schluss zu, dass die HI-Viren, die den Bantu infizierten, 10 bis 15 Jahre jünger waren, als jener Stamm, von dem die weltweite AIDS-Epidemie ausging. Die Entsehung von HIV fällt demnach mit dem Ende des II. Weltkrieges zusammen.
1983 gelang es dem Team um Luc Montagnier HIV-I zu isolieren, d.h. seine DNS wurde erstmals vollständig entschlüsselt. Zwei Jahre später wurde HIV-II, von dem die heutige Epidemie ausgeht, entdeckt. Untersuchungen ergaben, dass HIV-II damals kaum verbreitet war. Der erste HIV-II Fall wurde 1985 bekannt, er betraf einige Bewohner der Kapverdischen Inseln, Senegal. Vermutlich haben HIV-I und -II, das in Westafrika die Mehrzahl der Infektionen auslöst, nun aber auch in Indien als Epidemie auftritt, das gleiche Elternvirus, jedoch unterscheiden sie sich in ihrer DNS erheblich: Nur 40% seiner 9671 Nukleotide entsprchen seinem Vetter. In den Jahren verbreitete sich HIV-II jedoch schneller als sein Verwandter.
Nach einer HIV-Ansteckung kann es bis zu zehn Jahren dauern, bis sich die Krankheit zeigt. V.a. in dieser Periode ist die Infektion nur durch einen Labortest festzustellen. In den meisten Entwicklungsländern stehen Labortests jedoch kaum zur Verfügung. Daher wissen die meisten Infizierten gar nicht, dass sie das Virus tragen. Nach einigen Jahren schwächt das Virus das Immunsxstem so weit, dass erste begleitende Infektionskrankheiten auftreten. Das HI-Virus selbst ist nicht tödlich, wohl aber die beleitenden Infektionen. Die häufigsten sind Tuberkulose, Lungenentzündung, Hirnhautentzündung, etc.
Anfang der achtziger Jahre waren v.a. AIDS-Fälle in amerikanischen Großstädten be- kannt, die Hauptbetroffenen waren Homosexuelle. Deswegen wurde AIDS fälsch-
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licherweise häufig als Schwulenseuche bezeichnet. Bereits 1982 tauchten die ersten Fälle in Deutschland und anderen europäischen Ländern auf. Bis 1986 verbreitete sich das Virus weltweit. Die größten Risiken, infiziert zu werden, stellen Bluttransfusionen sowie Geschlechtsverkehr mit HIV-positiven Personen dar. Weitere bekannte Infektionswege sind der Austausch von Injektionsnadeln bei der intrvenösen Verabreichung von Drogen, sowie einige aus Blut hergestellte Medikamente zur Blutgerinnung, bei denen die Virusinaktivierung früher nicht durchgeführt wurde. Die Möglichkeit einer Verunreinigung dieser Medikamente mit HIV kann heute aber sehr sicher ausgeschlossen werden. Da auch Muttermilch Viren enthält, sollten HIV infizierte Frauen nicht stillen.
Heute ist AIDS keine Schwulenseuche mehr. AIDS ist in allen Gruppen, in jeder Region präsent und muss inzwischen als Pandemie bezeichnet werden.
1.1 Ausbreitung von HIV/AIDS
Seit Beginn der Epidemie wurden weltweit 18,8 Mio. AIDS-Todesfälle registriert, davon
?? 80 % Erwachsene (Frauenanteil 51 %) ?? 20 % Kinder unter 15 Jahren.
Alleine im Jahr 1999 sind 2,8 Mio. Menschen (82 % Erwachsene; Frauenanteil 52 %) an AIDS gestorben. Im selben Jahr haben sich 5,4 Mio. Menschen mit HIV infiziert, davon 87 % Erwachsene (Frauenanteil 49 %).
Somit übertraten weltweit 34,3 Mio. Menschen mit HIV/AIDS, davon 1,3 Mio. Kinder unter 15 Jahren die Schwelle ins neue Millennium. Regional verteilen sich die HIV/AIDS Fälle sehr unterschiedlich, wie in Abb. 1 zu sehen ist.
Die Prävalenz liegt mit 90 % eindeutig in Entwicklungsländern, der deutliche Schwerpunkt liegt in Afrika südlich der Sahara.
Die aggreggierten Daten verwischen jedoch die teilweise erheblichen Unterschiede zwischen einzelnen Regionen und Staaten. Bei allen Zahlenvergleichen ist auch stehts zu beachten, dass die Überwachungssysteme für die HIV-Ausbreitung in den einzelen Staaten von unterschiedlicher Qualität sind und dass selbst bei vergleichsweise genauer Erhebung der Daten diese nicht zwangsläufig ebenso genau veröffentlicht werden.
Arbeit zitieren:
Dipl.-Wirtschaftsgeographie Sibylle Binder, 2001, Regionale Konsequenzen der HIV-Infektion unter besonderer Berücksichtigung Afrikas, München, GRIN Verlag GmbH
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