Inhaltsverzeichnis
I. Die Autorin 1
II. Zum Inhalt 2
III. Zum Thema des Romans 5
IV. Der Begriff Utopie 6
V. Sciencefiction in der Schule 7
VI. „Der Hüter der Erinnerungen“ im Unterricht 8
VII. Anhang 16
VIII. Literaturverzeichnis 18
Kinder- und Jugendliteratur „Hüter der Erinnerungen“ - 1 -
Fotographie zu studieren und als Autorin tätig zu werden. Heute lebt sie abwechselnd in Boston und einem kleinen Ort in New Hampshire.
Lois Lowry sagt über sich selbst, sie habe schon sehr früh lesen gelernt und ihre Freizeit lieber mit Büchern als auf dem Sportplatz mit anderen Kindern verbracht. Aus diesen Umständen heraus habe sich, ihrer eigenen Aussage zu Folge, ihr frühes und ausgeprägtes Gefühl für Sprache entwickelt.
Häufig wurde sie zum Thema oder der Aussage ihrer eigenen Bücher befragt, mit der Antwort, dass all ihre Romane zweifelsohne einen tieferen Hintergrund - eine Botschaft haben - doch sei es keineswegs der Fall, dass sie sich als Autorin vor dem Schreiben überlege, was das folgende Buch dem Leser mit auf den Weg geben solle. Die Bedeutung entstünde, so Lowry, aus der Geschichte selbst - und das eigentliche und wichtigste Ziel ihrer Arbeit sei, Geschichten zu erzählen 1 . In Amerika erschien Lois Lowrys Jugendbuch „The Giver“ bereits 1993. Hochgelobt wurde es mit dem wichtigsten Jugendbuchpreis, der Newbery Medal ausgezeichnet. In Deutschland kam es 1994 unter dem Titel „Der Hüter der Erinnerung“ auf den Markt. 2 3
1 Vgl.: http://www.randomhouse.com/teachers/authors/lowr.html
2 Vgl.: http://www.zum.de/Faecher/D/BW/gym/KJL/
3 Vgl.: Lowry, Lois: „Hüter der Erinnerungen“; aus dem Amerikanischen von Anne Braun; Loewe;
Bindlach 1994; Klappentext
Kinder- und Jugendliteratur „Hüter der Erinnerungen“ - 2 -
Ein Traum, den vermutlich viele Menschen haben: Eine Welt ohne Krieg und Angst, ohne Verbrechen und Pflichtverletzungen, ohne Hass und Verachtung. Für den 11jährigen Jonas ist eine solche Welt Alltag, er lebt in einer derartigen „perfekten“ Gesellschaft. Sein eigenes, und das Leben aller anderen Mitglieder seiner „Gemeinschaft“, ist ohne Lücken bis in das kleinste Detail geplant und wird von einem Komitee organisiert und bewacht. Individuelle Entscheidungen gibt es nicht, die Welt ist farblos, Haut und Haare der Menschen weisen keine Unterschiede auf, Schmerz, Hass, Wut, Zuneigung, Unwohlsein und sexuelle Empfindungen, nahezu alle Regungen, die eine Gemeinschaft gefährden könnten, werden durch Medikamente neutralisiert. Der Alltag wird durch Kameras bewacht und Gefühle und Träume im Familiengespräch bis in jede Einzelheit durchgesprochen, damit zerstörerische Empfindungen wie Wut, Hass oder Eifersucht schon bei den jüngsten Gesellschaftsmitgliedern neutralisiert werden.
Bei der Erziehung der Kinder wird auf eine besonders prägnante Sprachverwendung geachtet, kleinste Übertreibungen was die Äußerung von Bedürfnissen angeht, oder grammatikalische Ungenauigkeiten werden von Anfang an hart bestraft. Was zählt sind sachliche und klare Inhalte.
Ehepartner und Kinder werden zugeteilt und wenn die Kinder erwachsen sind leben die Eltern eine Zeitlang mit anderen kinderlosen Erwachsenen zusammen, bevor sie im Altenzentrum noch einige Zeit verbleiben und schließlich, wie allgemein bezeichnet, „freigegeben“ werden. Kein Platz für persönliche Entwicklung! Von einer Geburtsstation aus, in der Gebärerinnen 50 Kinder pro Jahr zur Welt bringen, entwickeln sich die Babys zunächst in einer Säuglingsstation, bis sie nach etwa einem Jahr den Familien zugewiesen werden. Für die Säuglinge beginnt mit dieser Zeremonie neben der Namensgebung auch die Aufnahme in das gemeinschaftliche Leben. Ab diesem Zeitpunkt folgen jährliche Zeremonien, bei denen die Kinderfeierlich und vor den Augen der gesamten Gemeinschaft - in die nächst höhere Altersstufe aufgenommen werden und dabei mit mehr oder weniger großen Privilegien ausgestattet werden: Für die „Achter“ gibt es eine neue Jacke, die „Neuner“ bekommen ein Fahrrad, die „Zehner“ einen neuen Haarschnitt und es gibt neue Kleidung für die „Elfer“. Die wichtigste und für die Kinder aufregendste Zeremonie ist die der „Zwölfer“, denn in ihrem 12. Lebensjahr wird den Kindern je
Kinder- und Jugendliteratur „Hüter der Erinnerungen“ - 3 -
nach Begabung und Interesse der Beruf vom Komitee zugeteilt, den sie als Erwachsene ausüben werden. Für Jonas, der mit seiner Schwester Lily, seinem Bruder Gabriel und seinen Freunden Asher und Fiona in dieser „zweidimensionalen“ Welt ohne Individualität lebt, verändert sich durch diese letzte Zeremonie sein ganzes, bisher so gut durchorganisiertes Leben. Nach gründlicher und eingehender Beobachtung haben die Mitglieder des Komitees, der Ältestenrat, in Jonas einen ganz besonderen Menschen mit einzigartigen Fähigkeiten erkannt: Intelligenz, Unbescho ltenheit und Tapferkeit 4 . Drei Eigenschaften, die man haben muss um die Ausbildung zum „Hüter der Erinnerungen“ antreten zu können. Jonas sind schon früher an sich selbst Besonderheiten aufgefallen, die er nicht beschreiben konnte. Der Hüter nennt diese Eigenschaft das
„Überdiedingehinaussehen“. Diese Fähigkeiten wird Jonas während den nächsten Monaten bei dem Hüter weiter ausbauen und ihre weitreichende Bedeutung erkennen.
Erinnerungen der Geschichte in sich zu bewahren. Nach und nach überträgt der jetzige Hüter Jonas Erinnerungen an längst vergangene Zeiten, an eine Welt in der die Alten zusammen mit ihren Familien lebten, in der es Farben gab, unterschiedliche Hautfarben und das glückliche Gefühl, als individuelle Person etwas einzigartiges und besonderes zu sein. Jonas lernt Schnee und Sonnenschein kennen, erfährt Wärme und Liebe, alles das, wovon die Gemeinschaft wie durch eine große Käseglocke abgeschirmt wurde. Doch neben all diesen beglückenden Empfindungen muss Jonas auch lernen mit Erinnerungen an Krieg, Hass, Diskriminierung, Schmerz und Tod fertig zu werden. Häufig kommt der Junge sehr verwirrt nach Hause und ist empört über die Armseeligkeit jenes gefühlsbeschnittenen Lebens, wie es die Mitglieder der Gemeinschaft führen. Lily erzählte beispielsweise beim Abendessen einmal von einem Tageserlebnis, an dem sie Wut auf ein and eres Kind spürte, „aber Lily hatte gar keine Wut verspürt, wie Jonas jetzt feststellte. Eine oberflächliche
4 Vgl.: Lowry, Lois: „Hüter der Erinnerungen“; aus dem Amerikanischen von Anne Braun; Loewe;
Bindlach 1994; Klappentext
Arbeit zitieren:
Julia Kurz, 2003, Hüter der Erinnerung (Lowis Lowry), München, GRIN Verlag GmbH
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