Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
Hauptteil 4
Bestimmungsmerkmale und Morphologie 4
Die Gattung Ranunculus im Allgemeinen 4
Ranunculus ficária L (Scharbockskraut) 5
Ranunculus ácris L (Scharfer Hahnenfuß) 5
Ranunculus bulbósus L (Knolliger Hahnenfuß) 6
Ranunculus flámmula L (Brennender Hahnenfuß) 7
Ranunculus scelerátus L (Gift-Hahnenfuß) 7
Ranunculus répens L (Kriechender Hahnenfuß) 8
Ranunculus aurícomus L agg (Gold-Hahnenfuß) 8
Ranunculus lanuginósus L (Wolliger Hahnenfuß) 9
Vorkommen und Verbreitung sowie Gift und Anwendung 10
Allgemeine Vorkommen und Verbreitung sowie Giftwirkung 10
Anwendung von Hahnenfußgewächsen in der Heilkunde 11
Anhang 11
Herbar (separat) 11
Literaturverzeichnis 12
Abbildungsnachweis 13
2
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Morphologie der dicotylen Angiospermen- Gattung „Ranunculus“, zu deutsch Hahnenfußgewächse. Die Gattungsbezeichnung „Ranun- culus“ ist vom lat. rana = Frosch abgeleitet. Linné wählte diesen Namen, da viele Hahnenfuß- arten gehäuft in Gemeinschaft von Fröschen in Sümpfen vorkommen. Der deutsche Ausdruck hingegen spielt auf die Form der zerschlitzten Blätter an. Mit Ausnahme von „sceleratus“, was lat. = unheilvoll bedeutet, sind die anderen lateinischen Artnamen als deutsche Überset- zungen durchweg gebräuc hlich.
Die Familie der Hahnenfußgewächse ist sehr gattungs- sowie artenreich und enthält vor allem eine ganze Reihe wic htiger Giftpflanzen. Je nach Betracht ungsweise (Sammelart, Unterart) entfallen auf die Gattung Ranunculus zwischen 300 und 800 Arten, von denen etwa 70 für Mitteleuropa angegeben werden. Diese hohe Zahl ergibt sich durch die vor einiger Zeit vo r- genommene Aufspaltung der vielen Sammelarten.
Be handelt werden in dieser Arbeit vor allem die Pflanzen der Gattung, die in Gärten und Parks zu den bekanntesten und auch dekorativsten Pflanzen gehören, wie z.B. Ranunculus acris, der Scharfe Hahnenfuß. Die meisten Hahnenfußgewächse sind Kräuter mit leuc htend gefärbten Blüten, in aktuellem Fall gelb. Diese haben drei verschiedene Arten von Blüten- hüllblättern: Kelch-, Kron- und Nektarblätter, die in manchen Floren auch unter der Bezeich- nung „Honigblätter“ geführt werden. In meiner Arbeit ziehe ich jedoch aus Gründen der Prä- zision die Bezeichnung „Nektarblätter“ vor. Sie umgeben zahlreiche Staubblätter und viele Fruchtblätter, die zu einer mehrsamigen Balgfrucht oder einsamigen Nussfrüchten auswach- sen. Ein weiteres typisches Kennzeichen der Familie sind die zerteilten, wechselständ igen Laubblätter. Blatt, Blüte und Frucht weichen bei einigen Hahnenfußgewächsen von der Norm ab, worauf bei der Einzelbesprechung der Arten hingewiesen wird. Betrachtet man die Ra- nunculaceaen unter dem Gesichtspunkt der Wirkstoffe, fällt eine größere Anzahl von Gattun- gen auf, deren Arten das sogenannte Protoanemonin im Saft enthalten.
Insbesondere werden die giftigen Arten Ranunculus ficária, Ranunculus ácris, Ranunculus bulbósus, Ranunculus flámmula und Ranunculus scelerátus sowie die Arten Ranunculus répens, Ranunculus aurícomus und Ranunculus lanuginósus behandelt, wobei auf die mo r- phologischen Merkmale, die Wirkung der Giftstoffe sowie deren Verwendung in der Heil- kunde und das Vorkommen der Arten genauer eingegangen wird.
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Bestimmungsmerkmale und Morphologie
Die Gattung Ranunculus im Allgemeinen
Beginnen werde ich im Folgenden zunächst mit einer allgemeinen Beschreibung der großen, umfangreichen Gattung Ranunculus:
Bei den behandelten Ranunculus-Arten handelt es sich um Pflanzen mit Blüten, die eine dop- pelte, deutlich in Kelch- und Blumenkrone gegliederte Blütenhülle aufweisen. Die Blüten- kronblätter sind getrennt und bis zum Grund freistehend.
Die Blätter der Pflanzen besitzen keine Nebenblätter. Der Blütenstängel ist auch über dem Grund beblättert, wobei die Blätter in wechselständiger Anordnung am gesamten Stängel ve r- teilt stehen, der zuweilen sehr lange Internodien aufweist. Bei Ranunculus ficária, dem Scha r- bockskraut, scheinen die Blätter gegenständig zu stehen, jedoch herrscht auch hier bei näherer Betrachtung eine wechselständige Blattstellung vor. Die Oberblätter, die meist an der Stelle eines Nodiums (Knoten) entspringen, stehen quirlig angeordnet, besonders gut ist dies bei Ranunculus ácris, dem Scharfen Hahnenfuß, zu beobachten.
Die Blüten aller Arten messen im Durchschnitt weniger als 5 cm und sind stets strahlig. Die Blütenkrone an sich ist regelmäßig, man nennt dies auch radiär-symmetrisch, was bedeutet, dass die Krone durch beliebig viele Schnittebenen in gleichmäßige, spiegelbildliche Hälften zerlegt werden kann. Zuweilen zeigen die Blütenkronblätter die Eigenschaft, dass sie während oder erst nach kompletter Ausbildung zusammenneigen; die Kelchblätter stehen immer bis zum Grund getrennt.
Die nähere Betrachtung der Blüten ergibt zahlreiche Staubblätter, die bis zum Grund getrennt stehen und von der Länge her kürzer als die normalen Blütenhüllblätter sind. Fruchtblätter bzw. Fruchtknoten lassen sich allgemein drei bis viele erkennen, die ebenfalls frei stehen. Die Nektarblätter sind durchweg bei allen behandelten Arten gelb und blumenblattartig. Sie sind größer als die kelchartigen, äußeren Blütenhüllblätter. Am Grunde lässt sich unter Zuhilfe- nahme der Lupe jeweils eine nackte oder von einer Schuppe überdeckte Nektardrüse erken- nen.
Auf Besonderheiten sowie wichtige Unterscheidungsmerkmale zwischen den verschiedenen Arten wird nachstehend bei der genauen Merkmalsbeschreibung der behandelten Arten ein- gegangen.
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Mirko Krotzky, 2003, Botanische Bestimmungsübungen - Gattung Ranunculus, Munich, GRIN Publishing GmbH
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