0 Gliederung
0. Gliederung Seite 2
1. Einleitung Seite 3
2. Definition Gewalt Seite 4 5
3. Definition Medien Seite 5 6
4. Mediennutzung Seite 6 8
5. Gewaltangebot in den Medien Seite 9 10
6. Wirkungen von medialer Gewalt Seite 10 19
6.1. Theoriemodelle zu Medienwirkung Seite 12 14
6.1.1. Katharsistheorie
6.1.2. Inhibitionstheorie
6.1.3. Stimulationstheorie
6.1.4. Habitualisierungstheorie
6.2. Metaanalysen, Untersuchungen, Effekte Seite 15 17
6.3. Auswirkungen von Pornographie Seite 18 19
7. Handlungsmöglichkeiten Seite 19 23
8. Fazit Seite 23
9. Literaturverzeichnis Seite 24 25
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1. Einleitung
In dieser Seminararbeit werden die Zusammenhänge zwischen Medien und Gewalt erläutert. Dazu wird der Begriff der Gewalt sowie der Begriff der Medien definiert. Es wird aufgezeigt, wie Medien in der Gesellschaft genutzt werden und welches Gewaltangebot sie beinhalten. Danach werden die Wirkungen von medialer Gewalt beschrieben. Dieser Abschnitt wird den Schwerpunkt der Seminararbeit darstellen. Als Grundlage dafür werden mehrere theoretische Ansätze erläutert, welche den Zusammenhang zwischen medialer Gewalt und Gewalt der Medienrezipienten herzustellen versuchen und um zu klären, ob durch die Mediennutzung das Gewaltpotential zunimmt. Anschließend werden Möglichkeiten der Gewaltprävention sowohl auf der Seite der Medien als auch auf der Rezipientenseite aufgezeigt.
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2. Definition Gewalt
Gewalt tritt in unserer Gesellschaft in den unterschiedlichsten Formen auf und so verstehen die Menschen auch sehr unterschiedliche Dinge darunter.
Der Terminus Gewalt ist auch durch die Wissenschaft aktuell nicht eindeutig definiert und wird in der Gesellschaft sehr vielschichtig genutzt. Gewalt umfasst im allgemeinen ein zielgerichtetes, schädigendes oder auf Schädigung ausgerichtetes Verhalten. 1 Die Psychologie definiert Gewalt als körperliches oder verbales Handeln in seiner sozial nicht akzeptierten Form, dass mit der Absicht ausgeführt wird, mindestens eine andere Person oder einen Gegenstand zu verletzen oder zu zerstören. 2
Die Begriffe Aggression und Gewalt werden oftmals als gleichwertige Begriffe angesehen. Von der wissenschaftlichen Sicht jedoch ist der Aggressionsbegriff der Übergeordnete. Er bezeichnet eine auf Verletzung eines anderen Menschen zielende Handlung. Die offene Handlung wird dabei als Aggression, die Absicht zur Handlung als Aggressivität bezeichnet. Es werden zahlreiche Formen von Gewalt unterschieden. Diese Formen reichen von direkter Gewalt über sexuelle Gewalt bis hin zur strukturellen Gewalt, welche die in ein System eingebaute Ungleichheit beschreibt. 3 Des Weiteren muss unterschieden werden in physische Gewalt, psychische Gewalt und verbale Gewalt.
Der Gesetzgeber, speziell das Deutsche Kriminalamt, definiert Gewalt in der folgenden Art und Weise:
„ Wenn ein aktives, rechtswidriges und willentliches Tun gegen den Willen eines anderen eine gewollte Beeinträchtigung der Unversehrtheit, des Wohlbefindens oder des Handelns eines anderen Folge hat, so sprechen wir dann von einer Gewalttat, wenn dieses Tun von Rohheit, Brutalität, Gefühllosigkeit oder Rücksichtslosigkeit begleitet wird. Dabei sind Gewalttaten ein Teilbereich aggressiven Handelns.“ 4
Es ist demnach nicht einfach den Begriff der Gewalt eindeutig zu klären. Wenn jedoch von medialer Gewalt gesprochen wird, muss eine wesentliche Unterscheidung zwischen realer und fiktionaler Gewalt getroffen werden.
1 Lukesch,H. 1996 (S.68)
2 Zimbardo, P. (S.425)
3 Kunczik, M. 1998 (S.16)
4 Krüger, K.J. (S.81)
3
Reale Gewalt umfasst sämtliche Gewaltdarstellungen in den Nachrichten oder anderen Informationsmedien, während die fiktionale Gewalt eine mediale Darstellung von Gewalt ist, die jedoch nicht wirklich passiert.
3. Definition Medien
Medien sind allgemein Kommunikationsmittel zur Verständigung und
Informationsvermittlung mit Hilfe von Bild, Ton und Druck. Moderne Medien werden auch als Massenmedien bezeichnet. Diese Massenmedien umfassen einen breit gefächerten Sektor. Dazu zählt die Nutzung des PC´s für Computerspiele, das Internet, Film und Fernsehen, Presse und der Hörfunk.
Das heutzutage am meisten genutzte Medium ist das Fernsehen. Das Fernsehen hat eine Schlüsselrolle als Informationsquelle und als Zeitvertreib. Gerade mit der Gründung der privaten Programme begann für das Fernsehen ein neuer Abschnitt, der das Fernsehen und die Struktur seines Publikums grundlegend veränderte. In den neunziger Jahren ist der Konsum des Mediums Fernsehen stark angestiegen. Insbesondere bei den 20- 29 jährigen ist der Fernsehkonsum überproportional angestiegen.
150
100
50 0
1964 1980 1995
Wie im Diagramm ( Quelle: Berg, Kiefer: Massenkommunikation V, a.a.O., S.49 Tabelle 16) zu sehen ist, kann man tatsächlich von einem relativ starken Anstieg der TV- Nutzung ab 1990 sprechen.
Dabei haben die Privatsender, die zum großen Teil der reinen Unterhaltung dienen, im Vergleich zu den öffentlich- rechtlichen Sender stark an Bedeutung gewonnen. So erreichten 1985 die öffentlich- rechtlichen Sender immerhin noch 58 % aller 14- bis 19 jährigen, während sie 1995 nur noch 26 % erreichten. Im Vergleich dazu erreichten die Privatsender 1990 immerhin 39 % aller 14- bis 19 jährigen und 1995 bereits 72%.
4
Diese Entwicklung ist im folgenden Diagramm an den beiden Altersgruppen festgehalten, die das Fernsehen hauptsächlich nutzen und für die Inhalte des Fernsehens sehr empfänglich sind. ( Quelle: Berg, Kiefer: Massenkommunikation V, a.a.O., S.42 Tabelle 11)
80 60 40 20 0
Abbildung 1 Nutzung TV in Prozent
Es ist zu erkennen, dass das Fernsehen bei insgesamt wachsender Nutzung als Informationsmedium immer mehr an Bedeutung verliert. Aufgrund dessen wird im weiteren Verlauf der Seminararbeit der Schwerpunkt auf das Unterhaltungsfernsehen gelegt, denn das nimmt in der Vielfalt der Medien die wichtigste Rolle ein. 5
4. Mediennutzung
Im Vergleich zu den Medien Hörfunk und Presse ist das Fernsehen das am meisten genutzte Medium in unserer Gesellschaft. Fernsehen ist eine der beliebtesten Freizeitaktivitäten der Kinder und Jugendlichen und wird dementsprechend intensiv genutzt. Von 1800 - 2100 Uhr wird am meisten ferngesehen. Nach Daten der GFK-Fernsehforschung schauen werktags nach 2200 Uhr noch gut 800.000 Kinder fern, am Wochenende sind es dann immerhin schon 1,7 Millionen Kinder. 6
Die Gruppe der 3-bis 13jährigen Kinder sitzt täglich bis zu 120min vor dem Fernseher. Aber nicht nur Kinder nutzen das Fernsehprogramm so intensiv.
Auch erwachsene Menschen schauen täglich mehrere Stunden fern. So nutzt die Altersgruppe der über 50 jährigen das Fernsehen weit über 240 Minuten täglich. 7
5 Graevenitz,Köcher,Rüthers (S.21ff)
6 Weiß,R. (S.111)
5
Diese Nutzung soll an folgendem Schaubild verdeutlicht werden.
250
200
150
100
50 0 TV-Nutzung in min
Diese Zahlen sind natürlich nur ausgewählte Beispiele. In der Literatur sind diesbezüglich sehr unterschiedliche Angaben zu finden, denn verständ licherweise ist es sehr schwierig an verlässliche Zahlen zu kommen. Die Medien, insbesondere das Fernsehen, werden demnach sehr intensiv genutzt. Mediale Gewalt ist im Fernsehen sehr vielschichtig vertreten. Dazu zählen sowohl die Nachrichten, Reality - TV, Trickfilme und viele weitere Fernsehprogramme, bei denen den Nutzern der Umfang der beinhalteten Gewalt gar nicht bewusst ist. Wie aber kommt es dazu, dass gerade Gewaltdarstellungen in Form von Kriegs-und Actionfilmen und pornographischem Material bewusst durch die Fernseh- und Videokonsumenten ausgewählt werden? Im Jugendalter ist ein entscheidender Aspekt die Ausdifferenzierung altersgemäßer Rollenerwartungen und Identitätsbildungsprozesse. Die Jugendlichen wollen sich von der Erwachsenenwelt abgrenze n und eine eigene Identität bilden. Ausdruck dieser Abgrenzung, Identitäts- und Cliquenbildung ist der gemeinschaftliche Konsum von gewalttätigen und Horrorvideos mehrerer Jugendlicher. 8 Gerade männliche Jugendliche greifen auf „männliche“ Rollenmuster aus Gewaltdarstellungen im Fernsehen zurück, um diese zur Identitätsbildung zu nutzen. So ist zu erklären, dass männliche Jugendliche eine stärkere Bindung zu Gewaltdarstellungen im Fernsehen entwickeln, als weibliche Jugendliche. 9 Faktoren wie soziale Situation, situative Gegebenheiten beim Medienkonsum und natürlich die inhaltlichen Merkmale des medialen Gewaltangebotes haben einen erheblichen Einfluss auf das Fernsehverhalten eines
7 Röllecke, R. 1997
8 Lukesch, H. 1989
9 Groebel,J.&Gleich,U. 1993 (S.17)
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Arbeit zitieren:
Christian Sommer, 2003, Medien und Gewalt, München, GRIN Verlag GmbH
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