5. Kann DILTHEY´s Werk: „Grundlinien eines Systems der Pädagogik“ als paradigmatisch für die Geisteswissenschaftliche Pädagogik gelten? 12
5.1 „Grundlinien eines Systems der Pädagogik“ 12
5.2 Was war in DILTHEY´s Werk: „Grundlinien eines
5.3 War WILHELM DILTHEYs WERK:
6. Resümee 16
Anhang
Quellenverzeichnis 18
Literaturverzeichnis 18
Erklärung zur selbstständigen Arbeit 20
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1. Einleitung
Das Thema dieser Hausarbeit lautet: In wie weit war WILHELM DILTHEY´s Werk „Grundlinien eines Systems der Pädagogik“ paradigmatisch für die Geisteswissenschaftliche Pädagogik? Um diese Frage zu klären, gilt es erst einmal herauszufinden wer WILHELM DILTHEY eigentlich war.
Des Weiteren werde ich den Begriff der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik näher definieren und versuche herauszufinden, was bereits in DILTHEY´s Werk „Grundlinien eines Systems der Pädagogik“ in Hinblick auf die Geisteswissenschaftliche Pädagogik erkennbar war.
2. WILELM DILTHEY
WILHELM DILTHEY wurde am 19.11.1833 in Biebrich am Rhein bei Wiesbaden als Sohn eines nassauischen Oberhofpredigers geboren. DILTHEY besuchte das Gymnasium in Wiesbaden und studierte anschließend in Heidelberg und Berlin Theologie und Philosophie. Zu seinen Lehrern zählten unter anderem KUNO FISCHER und FRIEDRICH ADOLF TRENDELBURG. Bevor DILTHEY sich voll und ganz auf seine Universitätskarriere konzentrierte, war er an verschiedenen Gymnasien als Lehrer tätig. Er lehrte als Professor für Philosophie an den Universitäten in Basel (1867 - 1868), Kiel (1868 - 1871), Breslau (1871 -1883) und Berlin (1883 - 1904). WILHELM DILTHEY verstarb am 01.Oktober 1911 an den Folgen einer Infektion in Seis bei Bozen (Tirol). WILHELM DILTHEY war um 1900 die Zentralfigur der Lebensphilosophie in Deutschland. Schon früh befasste sich DILTHEY mit der Pädagogik SCHLEIERMACHER´s und dessen Hermeneutik. DILTHEY´s erstes Buch erschien 1870 und hieß „Leben Schleiermachers“. DILTHEY arbeitete
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dabei stets an einer Darstellung des Systems SCHLEIERMACHER´s. Erst durch DILTHEY wird SCHLEIERMACHER für viele Geisteswissenschaftler „zugänglich“ und sie erhalten so einen Einblick in die Pädagogik SCHLEIERMACHERS. Allerdings beschränkt sich DILTHEY bei seinem Denken auf den Menschen (also den Geist) und spannt nicht den Bogen von der niedersten Natur bis zur höchsten Geisterfahrung wie es SCHLEIERMACHER tat. In DILTHEY´s umfangreichen Werken behandelt er Fragen der Theologie, der Philosophie, der Erkenntnistheorie, der Psychologie, der Geschichte, der Kunstwissenschaften, der Jura und eben der Pädagogik. DILTHEY versuchte all diese Wissenschaften durch eine von den Naturwissenschaften abgrenzende Erkenntnismethode zu verbinden - eben unter dem Dach der Geisteswissenschaften. Die Naturwissenschaften erklären die physische Welt und DILTHEY´s Geisteswissenschaften sollten die menschliche Welt verstehen und erklären. DILTHEY gilt also als der Begründer der Geisteswissenschaften. Gleichwohl hat jede einzelne Geisteswissenschaft eine eigen und zum Teil auch sehr traditionsreiche und lange Geschichte. Die junge Geschichte der o.g. Wissenschaften unter dem Dach der Geisteswissenschaften hängt natürlich mit der Abgrenzung DILTHEY´s eben dieser o.g. Wissenschaften von den Naturwissenschaften zusammen. DILTHEY´s Begründung der Geisteswissenschaften gilt auch als eine kritische Problemlösung auf bestimmte Entwicklungsprobleme in der Neuzeit. Da sich DILTHEY (wie bereits oben erwähnt) intensiv mit der Pädagogik SCHLEIERMACHERS befasste und durch seine Werke
SCHLEIERMACHER erst für viele Geisteswissenschaftler zugänglich gemacht hat und darüber hinaus Pädagogik ein wesentlicher Bestandteil seines wissenschaftlichen Handelns war, gilt er auch als der Begründer der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik. Somit steht DILTHEY am Anfang des Stammbaumes der wichtigsten geisteswissenschaftliche Gelehrten.
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3. Geisteswissenschaftliche Pädagogik
Was bedeutet nun Geisteswissenschaftliche Pädagogik? Um diese Frage zu klären macht es Sinn, dass man die beiden Begriffe Geisteswissenschaft und Pädagogik erst einmal getrennt voneinander betrachtet und definiert, um näher auf die Geisteswissenschaftliche Pädagogik einzugehen.
3.1 Geisteswissenschaften
Unter Geisteswissenschaften verstehen wir geisteswissenschaftliche Wissenschaften oder viel mehr Wissenschaften, die mit geisteswissenschaftlichen Methoden arbeiten. Dazu zählen in der Regel: die Philosophie, die Sprachwissenschaften, die Geschichtswissenschaften, die Kunstwissenschaften, die Rechtswissenschaften, die Religionswissenschaften, die Psychologie, die Soziologie und eben die Pädagogik. Geisteswissenschaften bezeichnen die Wissenschaften der geschichtlich - gesellschaftlichen Wirklichkeit also dem objektiven Geist. Dies zeigt ganz deutlich, dass die Geisteswissenschaften das Gegenstück zu den Naturwissenschaften bilden.
3.2 Pädagogik / Pädagoge
Pädagoge kommt aus dem griechischem und heißt soviel wie Knabenführer. Dieser Knabenführer war ursprünglich ein Sklave, der für das äußere Wohl des / eines Knaben seines Herren verantwortlich war. Dabei musste der Knabenführer den Knaben auch auf dem Weg zur Schule oder zum Lehrer begleiten und beschützen. Im Laufe der Zeit weitete sich der Begriff zu Erzieher (beruflich gesehen) und / oder Lehrer aus. Heute bezeichnet man mit dem Begriff Pädagoge auch Erziehungswissenschaftler. Pädagogik allgemein ist die praktische und
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theoretische Lehre von der Erziehung und der Bildung. Pädagogik ist Erziehungswissenschaft. Pädagogik ist angewandte Psychologie. Pädagogik als Wissenschaftsbegriff taucht erstmals im 18. Jahrhundert auf. KANT hielt zu dieser Zeit einige Vorlesungen zum Thema Pädagogik, die 1803 in Form von Vorlesungsmitschriften veröffentlicht wurden. 1779 erhielt TRAPP den ersten Lehrstuhl für Pädagogik an der Universität in Halle / Saale.
3.3 Geisteswissenschaftliche Pädagogik
Was bedeutet nun aber Geisteswissenschaftliche Pädagogik? Die Geisteswissenschaftliche Pädagogik ist das bestimmende Paradigma der Erziehungswissenschaft für das 20. Jahrhundert. Sie war die vorherrschende pädagogische Richtung vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Geisteswissenschaftliche Pädagogik versteht sich selbst als Theorie von der und für die Erziehung. Dabei knüpft sie an SCHLEIERMACHER´s Theorie der Erziehung und DILTHEY´s historisch-hermeneutische Schriften an. Die Geisteswissenschaftliche Pädagogik bestimmt sich durch die folgenden zwei Grundgedanken. Erstens geht sie von der Historizität der Erziehungswirklichkeit und der hermeneutischen Methode aus. Zweitens versucht sie auf theoretische Normierungen der Erziehung zu verzichten und entwirft eine Kulturpädagogik. Dabei will die Geisteswissenschaftliche Pädagogik eine Sinnbestimmung von Erziehung, ihre Variations-breite, ihre theoretische Toleranz und ihre Idee einer Kulturpädagogik darstellen. Für DILTHEY besteht die Geisteswissenschaftliche Pädagogik aus mehreren Teilen: aus einer allgemeinen Theorie über die Erziehung, zugleich aus der Wissenschaft von der Erziehung, aus einer positiven psychologischen Grundlegung, aus einer historisch - systematischen und zugleich ethischen Grundlegung und aus einem konkreten Entwurf von Erziehung und Erziehungswesen. Innerhalb der Pädagogik gab und gibt es verschiedene Richtungen
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Diplom Pädagoge Andy Stock, 2003, Kann Dilthey´s Werk: „Grundlinien eines Systems der Pädagogik“ als paradigmatisch für die Geisteswissenschaftliche Pädagogik gelten?, München, GRIN Verlag GmbH
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